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  • 08.01.2016, 10:15h           12      Teilen:   |

Kinostart

Warum "The Danish Girl" aktuell und wichtig ist

Artikelbild
Eine starke Liebe: Trans-Pionierin Lili Elbe (Eddie Redmayne, re.) und Ehefrau Gerda (Alicia Vikander) (Bild: Universal)

Filmkritik: "The Danish Girl" ist weder Biopic noch Aufklärungsfilm, kann als berührendes Liebesdrama dennoch einiges bewegen.

Von Micha Schulze

Nur wenige Wochen nach "Stonewall" läuft nun ein weiterer Hollywood-Film über ein historisches Ereignis der LGBT-Bewegung in den Kinos. "The Danish Girl" beruht auf den wahren Erlebnissen der dänischen Landschaftsmalerin Lili Elbe, die vor rund 90 Jahren zu den allerersten Menschen gehörte, die sich geschlechtsangleichenden Operationen unterzogen. Und 1931 an den Folgen eines Eingriffs starb.

Bewegender Stoff für ganz großes Kino also. Und doch gab und gibt es wie bei "Stonewall" heftige Kritik aus der Community. Warum bekam die Hauptrolle mit Eddie Redmayne ausgerechnet ein Cis-Mann? Warum verschweigt Regisseur Tom Hooper ("The King's Speech"), dass Lili vermutlich intersexuell und ihre Frau Gerda (Alicia Vikander) im realen Leben lesbisch oder bisexuell war, warum dichtet er überhaupt sehr viel Handlung hinzu? Und warum spielt Gerda so eine große Rolle in dem Drama, in dem doch angeblich eine transsexuelle Frau im Mittelpunkt stehen soll?

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Die größte Herausforderung einer Beziehung

Poster zum Film: "The Danish Girl" läuft seit 7. Januar 2016 bundesweit im Kino
Poster zum Film: "The Danish Girl" läuft seit 7. Januar 2016 bundesweit im Kino

Nun darf man bei diesem Film kein echtes Biopic erwarten, denn dafür ist zu wenig über das Leben der Malerin Lili Elbe alias Einar Wegener bekannt. "The Danish Girl" stützt sich vor allem auf den gleichnamigen Roman von David Ebershoff, der bereits Tagebuchaufzeichnungen sehr frei interpretierte. Medizinische Unterlagen von Lilis Operationen existieren nicht mehr – die Dresdner Klinik von Dr. Kurt Warnekros, im Film gespielt von Sebastian Koch, wurde etwa im Zweiten Weltkrieg zerstört.

So steht die starke und beeindruckende Liebe zwischen Lili und Gerda im Mittelpunkt der fiktionalen Geschichte. Eine Liebe, die eine der größten Herausforderungen meistert, die man sich wohl in einer Beziehung vorstellen kann: Gerda, ebenfalls Malerin, unterstützt Lili nach einigem Zögern in ihrem Wunsch, als Frau zu leben, obwohl sie dadurch ihren Ehemann verliert. "Einar ist tot, du musst das akzeptieren", sagt Lili in einer Szene.

Ihre Selbstfindung – erzählt über eine Art Kleiderfetisch und zufälliges Model-Sitzen im Tutu – wirkt im Film zwar allzu konstruiert, dennoch hat Regisseur Tom Hooper im Großen und Ganzen alles richtig gemacht und die meisten Fettnäpfchen umschifft, in die er hätte tappen können. "Nicht der Doktor, Gott hat mich zur Frau gemacht", lässt er etwa Lili politisch korrekt klarstellen.

Vorhang im Bett statt leidenschaftlichem Sex

Leider bleibt der Film bei einigen spannenden Knackpunkten nur an der Oberfläche: Warum schläft das Paar, das früher leidenschaftlichen Sex hatte, plötzlich mit einem Vorhang mitten im Bett? Auch die medizinischen Details der Eingriffe werden komplett ausgeklammert. Ein Aufklärungsfilm ist "The Danish Girl" nicht.

Und doch verfolgt man zwei Stunden lang gebannt die Geschichte dieser außergewöhnlichen Liebe. Eddie Redmayne meistert seine Rolle mit Bravour, und das Übermaß an weiblichen Klischees, die sich Lili zu eigen macht, gleicht Alicia Vikander als emanzipierte, selbstbewusste Gerda wieder aus. Stark besetzt sind auch die Nebenrollen, etwa Ben Whishaw als Lilis schwuler Verehrer Henrik. Ein Szenenbild, das immer wieder an Gemälde erinnert, schafft einen geradezu traumhaften Rahmen für die Geschichte dieses erfolgreichen Künstlerpaares.

Ein reiner Wohlfühlfilm vor historischer Bohème-Kulisse ist "The Danish Girl" aber nicht: Ärzte wollen Lili als "geisteskrank" wegschließen, im Park wird sie wegen ihres androgynen Aussehens von zwei Männern verdroschen, sogenannte Freunde lachen sie aus. Das sind die Szenen im Film, bei denen man Gänsehaut und Wut bekommt – und die zeigen, wie aktuell und wichtig "The Danish Girl" ist.

Warum wird es Menschen noch immer so schwer gemacht, sie selbst zu sein? Wer sich Tom Hoopers Film im Kino anschaut, wird sich unweigerlich diese Frage stellen.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
  Infos zum Film
The Danish Girl. Drama. USA/Großbritannien/Deutschland 2015. Regie: Tom Hooper. Darsteller: Eddie Redmayne, Alicia Vikander, Ben Whishaw, Sebastian Koch, Amber Heard, Matthias Schoenaerts. Laufzeit: 120 Minuten, Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 12. Verleih: Universal. Deutscher Kinostart: 7. Januar 2015
Links zum Thema:
» Deutsche Homepage zum Film
» Fanpage auf Facebook
» Die Buch-Vorlage "Das dänische Mädchen" bei Amazon
Mehr zum Thema:
» Wer ist das dänische Mädchen? (06.01.2016)
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Tags: the danish girl, lili elbe, transgender, einar wegener, eddie redmayne, tom hooper
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Reaktionen zu "Warum "The Danish Girl" aktuell und wichtig ist"


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
08.01.2016
10:54:34


(+1, 5 Votes)

Von Bigendertäten


"Warum bekam die Hauptrolle mit Eddie Redmayne ausgerechnet ein Cis-Mann?"

Genauso kann man fragen weshalb die Rolle transsexuell ist und nicht intersexuell, so wie sie es in der Realität war.

Das stört die selbstgerechte Transcommunity nämlich nicht. Wehe eine Hauptrolle wird schwul besetzt anstatt trans ( siehe zB The Stonewall), dann ist das Gezeter groß. Oder wie in diesem Fall The Danish Girl...die Rolle wird von einem CIS Mann gespielt, schlimm, schlimm.

Wenn aber die Rolle eine eigentlich intersexuelle Person in einem Film als transsexuell umgedeutet wird, ist das kein Problem für die Transleute.

Sich über die Schwulen beschweren sie würden die queere Community anführen und homonormativ sein.
Die Transsexuellen aber machen es nicht anders mit kleineren Gruppen der lebti und stellen die Intersexuellen unter ihren Scheffel...was ist das dann, transnormativ?


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#2
08.01.2016
11:20:15


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Ein Trans*-Aufklärungsfilm ist "The Danish Girl" nicht."

Das is ja das Problem, mann will allen gefallen!
Mann will ein breites Publikum ansprechen.
Es sollte jedem klar sein, wenn man einen Spielfilm anschaut, dann sollte man keine Dokumentation erwarten.
Spielfilme sind zum unterhalten und nicht zum lernen. Wer lernen will, der muß Dokumentationen anschauen, wobei man bei Dokumentationen aufpassen sollte.


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#3
08.01.2016
13:32:00


(+8, 8 Votes)

Von miepmiep
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Warum bekam die Hauptrolle mit Eddie Redmayne ausgerechnet ein Cis-Mann?"

VIELLEICHT weil er ein hervorragender Schauspieler ist und in der Rolle überzeugen kann? Hm hm hm ...


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#4
08.01.2016
14:03:59


(+3, 5 Votes)

Von willie


Ich wollte den Film wirklich mögen.
Leider schafft Eddie Redmayne es bloss sehr hübsch auszusehen, aber zu keinem Zeitpunkt wird klar, was eigentlich in Lili vorgeht, ausser Angst, Koketterie ("bin ich hübsch?") und Verwirrung.

Man merkt den Mangel an echter Einsicht in trans Psychologie überdeutlich.

Es war ein Fehler, den Film auf einem amerikanischen Roman basieren zu lassen, dessen Autor offensichtlich keinen Zugang zu den doch sehr reichhaltigen nicht-englischen Quellen zum Thema Trans zwischen 1900-1935 hatte. Der Europäer Tom Hooper hätte hier nachbessern können, fand das aber offensichtlich nicht notwendig.

Auch der verschwommene Zeitpunkt der Handlung tut dem Film nicht gut. Die beiden heirateten 1904, Lilis Outing in Paris als Gerdas langjähriges Modell fand laut Wikipedia bereits 1913 statt, während die OPs erst 1930-31 durchgeführt wurden. Lili starb im Jahr 1931. Nun ist aber der soziale und auch medizinische Unterschied zwischen 1900 und 1931 immens- diese historischen Umbrüche werden im Film nicht mal angedeutet.
Der Zusammenhang zwischen den OPs und Magnus Hirschfeld wurde ebenfalls nicht erwähnt.
Indem Lili komplett von ihrer queeren Umwelt isoliert wird, wird deren Existenz geleugnet.

Absurd, wenn man bedenkt, dass Gerda lesbisch oder bisexuell war, dass sie in Paris lebten, dass Kontakt nach Berlin zum Institut für Sexualwissenschaften bestand, und dass beide KünstlerInnen waren, zu einem Zeitpunkt zu dem die Europäischen Künstler-Communities für ihre Queerness berühmt waren.

Stattdessen glaubt man stellenweise, eine Geschichte aus den USA der 60er Jahre zu sehen, komplett mit Dessous-fetischistischem Ehemann und liebender, sich aufopfernder Ehefrau.


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#5
08.01.2016
14:36:40


(-3, 7 Votes)

Von nyan
Antwort zu Kommentar #1 von Bigendertäten


genau, hauptsache der schauspieler gefällt den massen.
demnächst kommt dann das biopic über barack obama, in der hauptrolle: leonardo di caprio, mit "blackface" makeup...


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#6
08.01.2016
15:41:07


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Ergänzung zu meinem Kommentar (2)

Ich meine mit aufpassen, den Hintergrund der Dokumentation, die Autoren (Wissenschaftler oder pseudowissenschaftler, abenteuerwissenschaftler usw.) uvm.


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#7
08.01.2016
23:44:25
Via Handy


(-1, 3 Votes)

Von Ickbinickohnenick
Antwort zu Kommentar #1 von Bigendertäten


Bigendertäten
Die Transsexuellen? Es gibt wohl welche, die noch an die große Transgender-Queer-
Schwulen-Lesben Weltverschwörung glauben, die zum Ziel hat, transsexuelle Menschen in die "Unsichtbarkeit" zu treiben.
Und die sich gerne in den Kommentarspalten insbesondere auch bei
Queer austoben. Es sind aber wirklich wenige, dafür dauerpräsent. Bittebittebitte,
nicht ganz so global auf meine Branche einschlagen...


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#8
09.01.2016
13:15:38


(+1, 1 Vote)

Von Klare Kante


Eddie Redmayne ist ein toller Schauspieler und er bekam auch zurecht die Rolle des Einar Wegener, aus dem Lili Elbe wurde. Die Maskenbildner haben bei ihm professionelle und tolle Arbeit abgeliefert.


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#9
09.01.2016
14:50:07
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von Maus Mops


Also mir hat der Film gut gefallen. War mit meiner Frau drin und wir beide leben in der gleichen Konstellation wie Lilli und Gerda. Auch die Besetzung der Rollen war vollkommen in Ordnung.
"Und warum spielt Gerda so eine große Rolle in dem Drama, in dem doch angeblich eine transsexuelle Frau im Mittelpunkt stehen soll?"
Ja warum eigentlich auch nicht. Ich fand das eigentlich total klasse die Rolle der Partnerin so gut ausgeleuchtet zu sehen.
Jeder der sich für die Thematik interessiert kann sich viele Informationen zu Lilli und Gerda holen. Ich finde es gut das es keine Dokumentation war, sondern ein Spielfilm.
Was hier in den Kommentaren wieder abgeht ist schon fast normal. Der deutsche Michel nörgelt halt gerne an allem rum.
Wie schon gesagt für mich war's ein schöner Film.


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#10
10.01.2016
22:15:22
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von Johanna D


Hi Maus Mops
Ich kann dir nur recht geben und auch ich lebe mit meiner Frau in der Konstellation wie Lili und Gerda.
Ja und warum haben die Produzenten einen massentauglichen Film gemacht?
Weil es Geld kostet, so einem Film zu machen und das woedervrein kommen soll?
Und warum wurde ein sehr guter Cis-mann als Schauspieler gewählt, der Preisgekrönt ist und nicht eine unbekannte Transfrau? Wil rs auchvdarum geht, Geld mit dem Film zu verdienen? Versetzt euxh doch mal in die Lage der Produzenten. Ein Film dieser Ausstatzung kostet mal gut 30 Millionen und das Geld soll auch wieder rein kommen. Da vertraue ich gerade bei so einem Thema auf jemanden der odervdie zieht.
Btw. Ixh produziere selbstvFilme.


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