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Justin Welby, der Erzbischof von Canterbury, will seine Kirche zusammenhalten (Bild: flickr / Foreign and Commonwealth Office / by 2.0)

Nach jahrelangem Streit um Fragen wie dem Umgang mit Homo-Paaren könnte die anglikanische Kirche diese Woche auseinanderfallen.

In dieser Woche beraten die Anführer der 38 anglikanischen Kirchenprovinzen im englischen Canterbury darüber, ob es Kirchenabspaltungen geben wird. Justin Welby, der als Erzbischof von Canterbury traditionell als Oberhaupt der föderal strukturierten Kirche gilt, hatte die Anführer eingeladen, um den lange schwelenden Streit über LGBT-Rechte und insbesondere über die gleichgeschlechtliche Ehe zu beenden.

Laut BBC erklärte ein Insider, dass eine Kirchenspaltung zu 80 Prozent nicht mehr verhindert werden könne. Es sei wahrscheinlich, dass bis zu sechs afrikanische Kirchenprovinzen den Austritt aus der insgesamt 80 Millionen Mitglieder zählenden Gemeinschaft erklären. Dabei handele es sich um Uganda, Kenia, Nigeria, Südsudan, Ruanda und den Kongo.

Auslöser für den Streit war vor 13 Jahren die Wahl des schwulen und nicht-zölibatär lebenden Theologen Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire (queer.de berichtete). Daraufhin verließen mehrere konservative US-Kirchengemeinden die Episkopalkirche, wie die Anglikaner in Amerika genannt werden, und gründeten eine eigene Glaubensgemeinschaft. Insbesondere afrikanische Kirchenprovinzen drohen seit Jahren mit der Abspaltung, sind aber bisher der im 16. Jahrhundert gegründeten englischen Mutterkirche treu geblieben.

Afrikanische Kirchen unterstützen Homo-Verfolgung

Mehrere afrikanische Bischöfe haben zuletzt offen mit einem Schisma gedroht: So erklärte der ugandische Erzbischof Stanley Ntagali, man werde sich aus der Kirche verabschieden, "wenn Disziplin und göttliche Ordnung nicht wieder hergestellt werden".

Seit Jahren offenbaren sich große Unterschiede zwischen Gläubigen in Afrika und dem Westen: Die ugandische Kirchenprovinz tritt etwa offen für die Verfolgung von Homosexuellen ein, während die liberalen Anglikaner in den USA gleichgeschlechtliche Eheschließungen durchführen. Dazwischen steht die englische Kirche, die beispielsweise homosexuelle Pfarrer und deren Lebenspartner akzeptiert, aber ihnen anders als heterosexuellen Pfarrern ein Sex-Verbot auferlegt.

Neben dem Thema LGBT-Rechte gibt es auch Streit um die Frauenordination, die von der "Church of England" 2014 eingeführt worden ist. Mehrere afrikanische Kirchen sehen die Gleichbehandlung von Frauen bei diesem Thema als "unchristlich" an. Allerdings ist der Widerstand gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben weitaus größer.

Erzbischof Welby bereitet sich bereits auf die Kirchenspaltung vor: "Ein Schisma wäre kein Desaster. Gott ist größer als unsere Misserfolge. Aber es wäre natürlich ein Misserfolg", so Welby am Montag gegenüber dem vierten Radioprogramm der BBC. Es wäre ein schlechtes Ergebnis, wenn sich die Kirche als unfähig erweisen würde, "ein gutes Beispiel für die Nächstenliebe zu setzen". (dk)



#1 EhlaAnonym
#2 HonestAbeProfil
  • 11.01.2016, 15:48hBonn
  • Antwort auf #1 von Ehla
  • Sehe ich auch so. Sollen sie doch ihren eigenen Hass-Club aufmachen. Vielleicht lernen die auf diese Weise endlich, dass deren Regeln nur für deren Clubmitglieder gelten und für NIEMANDEN sonst. Diese Kirchen verweigern sich einfach bis heute der Tatsache der pluralistischen Gesellschaft und geben einfach keine Ruhe in ihrem Vorhaben, der gesamten Welt ihre Regeln aufzwingen zu wollen.

    Kapiert das einfach endlich ihr Idioten aus der Ecke organisierter Religionen: Niemand hat was dagegen, wenn ihr euch selbst noch so harsche Verhaltensregeln auferlegt, doch haltet endlich die Fresse wenn es um uns geht, die NICHTS mit euch bemitleidenswerten Kreaturen und euren lächerlichen Regeln zu tun haben wollen. Ist ja schon gut, wir akzeptieren, dass ihr ohne ein strammes Korsett und einem simplistischen Weltbild einfach viel zu viel Angst vor einem eigenverantwortlichen Leben habt, doch lasst uns bitte endlich mit euren kindischen Ängsten in Ruhe! Ihr zeigt damit nur eure selbst verschuldete Unmündigkeit!

    Erbärmliches Pack!
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#3 ursus
  • 11.01.2016, 16:02h
  • vielleicht findet sich ja auch noch ein schöner kompromiss, nach dem motto: "ob man schwule und lesben verheiraten oder lieber doch einsperren, foltern oder hinrichten sollte, das darf jeder mit der bibel begründen wie er will, halleluja."

    immerhin kann auch in der englischen mutterkirche von echter gleichberechtigung keine rede sein, wenn schwulen amtsträgern dort vielerorts der sex (offiziell) verboten bleibt. wenn ich es richtig sehe, ist auch das eingehen einer gleichgeschlechtlichen ehe immer noch vielerorts ein risiko für die predigerlizenz oder zumindest für die karriere.

    es lebe die heuchelei.
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#4 ursus
  • 11.01.2016, 16:06h
  • Antwort auf #2 von HonestAbe
  • >"Niemand hat was dagegen, wenn ihr euch selbst noch so harsche Verhaltensregeln auferlegt"

    noch einmal zur erinnerung: diese leute haben oft kinder. wenn denen lebensfeindliche dogmen auferlegt werden, wird mir das niemals egal sein, auch wenn es mich nicht selbst betrifft. religion ist eben leider keine privatsache von einzelnen erwachsenen und wird es vermutlich niemals sein. der reflex "macht doch, was ihr wollt" ist nachvollziehbar, aber so einfach funktioniert das leider nicht.
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#5 HonestAbeProfil
  • 11.01.2016, 16:22hBonn
  • Antwort auf #4 von ursus
  • Ich gebe zu, dass mir das inzwischen egal ist, weil wenn wir nicht akzeptieren, dass die unter sich machen was sie wollen, werden sie auch niemals damit aufhören sich in unsere Leben einzumischen. Dann lieber einen klare Grenze ziehen und fertig. Ich bin es einfach leid!

    Glücklicherweise gibt es ja nach wie vor die Schulpflicht und da muss einfach immer wieder vermittelt werden, dass die pluralistische Gesellschaft ein unveräußerliches Staatsziel ist. Solange das gegeben ist, sollen die doch unter sich machen was sie wollen. Man kann sie sowie nicht daran hindern und wenigstens kann man dann immer sagen: Lasst uns in Ruhe, wir lassen euch schließlich auch in Ruhe.
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#6 ursus
  • 11.01.2016, 16:41h
  • Antwort auf #5 von HonestAbe
  • >"weil wenn wir nicht akzeptieren, dass die unter sich machen was sie wollen"

    ich weigere mich, queere kinder, die in solchen familien aufwachsen müssen und dort drangsaliert werden, "denen" zuzurechnen und ihnen so meine solidarität zu entziehen. das wäre nämlich die praktische konsequenz aus deiner haltung.
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#7 Johannes45Anonym
  • 11.01.2016, 16:53h
  • Während in der anglikanischen Episkopalkirche der Vereinigten Staaten kirchliche Trauungen letzten Sommer ermöglicht wurden,

    Während in der anglikanische Church of Canada zumindest öffentliche Segnungsgottesdienster erlaubt sind,

    Während in der Anglican Church in Aotearoa, New Zealand and Polynesia zumindest, dies Thema derzeit beraten und durchgesetzt werden soll,

    Und während auch in der Anglican Church of England ein Segnungsgottesdienst künftig ermöglicht werden soll,

    ---> schaut es LEIDER gerade in den afrikanischen anglikanischen Kirchen ganz ganz anders aus. Dort geben zutiefst homophobe Kleriker in Nigeria, in Kenia oder auch in Uganda den Ton an.

    Gleiches Problem hattte vorletztes Jahr aber bereits auch schon die Katholische Kirche in Rom, deren guter Zwischenbericht zu homosexuellen Paaren auf Druck afrikanischer und asiatischer rk Kardinäle wieder einkassiert wurde.

    Der deutsche Kardinal Kaspar meinte darauf:"Es könne doch nicht sein, dass die rk Lehre von Afrika bestimmt wird"; dies wurde ihm wiederrum von afrikanischen Kardinälen als Rassismusvorwurf angelastet.
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#8 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 11.01.2016, 17:06h
  • Antwort auf #5 von HonestAbe
  • Kann man mir bitte kurz erklären, wie das "In-Ruhe-Lassen" innerhalb der Schulpflicht mit der Teilnahmepflicht am konfessionellen Religionsunterricht zu vereinbaren ist?

    "In den Bundesländern, in denen Religionsunterricht ein ordentliches Lehrfach ist, besteht für bekenntnisangehörige schulpflichtige Schüler gemäß Art. 7 Abs. 3 GG grundsätzlich auch eine Teilnahmepflicht am Religionsunterricht"

    de.wikipedia.org/wiki/Religionsunterricht_in_Deutschland#Tei
    lnahme_am_Religionsunterricht


    Erst "Ab der vollen Religionsmündigkeit mit 14 Jahren, wenn der Schüler also sein Grundrecht auf Unverletzlichkeit der [] Freiheit des Glaubens, des Gewissens und d[er] Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses [] gemäß Art. 4 Absatz 1 GG selbst ausüben kann, entscheidet er auch selbst über die Religionszugehörigkeit"

    Und was ist bis dahin? Nix mit In-Ruhe-gelassen-werden.
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#9 HonestAbeProfil
  • 11.01.2016, 17:29hBonn
  • Antwort auf #6 von ursus
  • Dann mach doch mal einen konkreten Vorschlag, was du gesetzlich ändern würdest, um die Situation queerer Kinder in verdummbibelten Familien zu verbessern und analysiere am besten auch die gleich die Machbarkeit und die wahrscheinlichen Folgen.
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#10 HonestAbeProfil
  • 11.01.2016, 17:32hBonn
  • Antwort auf #8 von UrsaMajor
  • Mach auch du bitte mal einen Vorschlag, wie du das lösen möchtest. Ich möchte meine Kinder auch nach meinen Wertvorstellungen erziehen. Und solange diese nicht gegen die Grundrechte verstoßen, betrachte ich das als als mein Recht als Vater. Wo willst du da die Grenze ziehen?

    Klar, wir können die Grundrechte einschränken und bspw. Religionen verbieten. Wäre das deiner Meinung nach eine gute Idee?
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