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Polizei ermittelt gegen angebliches Opfer

Täuschte Politiker rechtsradikale Messerattacke vor?


Hat Julian Kinzel den Messerangriff erfunden? (Bild: DIE LINKE.Schwerin)

Ein Kommunalpolitiker der Linken steht im Verdacht, eine Straftat von Rechtsradikalen, die auch homophob motiviert gewesen sein soll, nur erfunden zu haben.

Wende im Fall um den Linkspartei-Politiker Julian Kinzel: Letzte Woche hatte Die Linke in Schwerin erklärt, dass Rechtsradikale das Vorstandsmitglied des Kreisverbandes mit einem Messer attackiert und dabei als "schwule Kommunistensau" bezeichnet hätten (queer.de berichtete). Doch die Behörden glauben dem 18-Jährigen trotz seiner Verletzungen nicht: Am Montag erklärte die Staatsanwaltschaft von Schwerin gegenüber dem NDR, dass gegen Kinzel wegen Vortäuschung einer Straftat ermittelt werde.

Die bisherigen Untersuchungsergebnisse hätten die Ermittler zu dem Schluss kommen lassen, dass Kinzel, der in Schwerin auch Sprecher der Jugendorganisation Solid ist, den Überfall erfunden habe. Das Gutachten eines Rechtsmediziners besage, dass "die Art der Verletzungen nicht mit dem behaupteten Verlauf des Überfalles" in Einklang zu bringen seien. Vielmehr sei eine "Selbstbeibringung" wahrscheinlich, so der Experte, der den Kommunalpolitiker untersucht hatte.

Bei einer Verurteilung würde eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe drohen.

Viele Ungereimtheiten

Kinzel hatte angegeben, dass er vergangenen Montag am Nachmittag in einem Park in Wismar von Männern in "Thor Steinar"-Klamotten attackiert worden sei, den Angriff aber mit dem Arm habe abwehren können. Laut Staatsanwaltschaft sind die Verletzungen aber so nicht zu erklären. Außerdem habe Kinzel seinen beschädigten Mantel nicht der Polizei vorlegen können, weil er angeblich gestohlen worden sei.

Bereits zuvor hatte es Verwunderung darüber gegeben, dass sich Kinzel nicht am mutmaßlichen Tag der Tat an die Polizei gewandt habe, sondern erst einen Tag später – und dann auch nicht persönlich, sondern nur über die Internet-Wache.

Noch am Sonntag hatte sich seine Partei hinter Kinzel gestellt. So sagte Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch, der seinen Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern hat, gegenüber dem "Tagesspiegel": "Ich kenne den jungen Mann sehr gut. Klug und ehrlich."

Kinzel hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. (dk)



#1 LaurentProfil
#2 olfwobAnonym
  • 11.01.2016, 17:02h
  • Antwort auf #1 von Laurent
  • Noch ist da ja gar nichts sicher. Allerdings ist sowas genauso kontraproduktiv wie das Anzeigen von erfundenen Vergewaltigungen. Die Auswirkungen für tatsächliche Opfer sind gar nicht zu bemessen. Ich hoffe, der junge Mann hat genug gute Freunde, die ihn auffangen und zu ihm stehen.
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#3 RevoluzzerAnonym
  • 11.01.2016, 17:41h
  • Ich fürchte das wird so werden wie bei der Horrornacht von Köln zu Neujahr, wo bereits jetzt der allgemeine Hass auf einfach ALLE die irgendwie "muslimisch" oder "nordafrikanisch" aussehen explosionsartig zunimmt. Sobald klar werden sollte, dass Julian Kinzel den Vorfall tatsächlich gefaked hat, wird die halbe (rechte) Welt dies als Vorfand nehmen, einfach alles was nach deren Anschauung irgendwie "links" ist in Grund und Boden zu verdammen. Das funktioniert heutzutage leider nur noch so. Völlig undifferenziert, schwachsinnig und gefährlich.

    Jedenfalls würde ich sagen, jemand der sich selbst verletzt weil er damit irgendeine politsche Botschaften senden will, ist nach meiner Überzeugung geisteskrank.

    Hoffen wir dennoch, dass es nicht so war! Kinzel sollte sich schnellstmöglich zu den Vorwürfen äußern.
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#4 GeorgGAnonym
  • 11.01.2016, 17:47h
  • Solche Fälle gibt es immer wieder, allerdings sind es meistens die Linken, die fälschlicherweise behaupten, von Rechten angegriffen worden zu sein.

    Umgekehrt hört man das seltener, sicher, weil die Linken so friedliebend sind....
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#5 Guy FawkesAnonym
  • 11.01.2016, 17:48h
  • Schon Mark Twain hat einmal gesagt: »Es ist leichter, die Menschen zu täuschen, als sie davon zu überzeugen, dass sie getäuscht worden sind.« Daran hat sich bis heute nichts geändert!
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#6 RevoluzzerAnonym
  • 11.01.2016, 17:53h
  • Antwort auf #4 von GeorgG
  • "Solche Fälle gibt es immer wieder, allerdings sind es meistens die Linken, die fälschlicherweise behaupten, von Rechten angegriffen worden zu sein."

    Und worauf gründest du diese infame Behauptung? Bauchgefühl?
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#7 cinnamonProfil
  • 11.01.2016, 18:25h Spandau

  • Wer weiß, was ihn bewegt hat, sowas zu behaupten, wenn es nicht wahr ist?

    Er ist nur ein 18-jähriger Junge. Man sollte es nicht überbewerten.
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#8 Homonklin44Profil
  • 11.01.2016, 19:55hTauroa Point
  • Sollte er das wirklich erfunden haben, ist er nicht nur für seine Partei ein Armutszeugnis, dann beschädigt er die Glaubwürdigkeit um solche Vorfälle empfindlich, und spielt noch denen in die Hände, vor denen er vielleicht warnen wollte.

    Dann heißt es wieder, sieh an, die verlogenen Linken. Weil viele einfache Geister gern übertragen.

    Wer weiß, was da noch heraus kommt. Es gibt aber auch wirkliche solche Ereignisse, deren Umstände merkwürdig sein können.

    Untersuchungen des wahrscheinlichen Verlaufswinkels beim Verletzungsvorgang, die wahrscheinlichen Prellungen oder ggf. Hämatome am Arm, Rekonstruktion des gesamten Ablaufs, über solche Methoden kann man evtl. Klarheit schaffen, aber auch die besten kriminalwissenschaftlichen Methoden sind nicht fehlerfrei und recht aufwändig durchzuführen.
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#9 Miguel53deProfil
  • 11.01.2016, 20:36hOttawa
  • Antwort auf #1 von Laurent
  • Das ist eine gute und berechtigte Frage. Und solche vorgetaeuschte Straftat gibt es ja immer wieder mal.

    Da darf man gespannt sein, ob die Wahrheit ans Licht kommt und wenn es tatsaechlich eine Taeuschung war, was das Motiv sein koennte.

    Am meisten schadet der junge Mann sich selbst.
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#10 sandormilesEhemaliges Profil
  • 11.01.2016, 20:39h
  • Antwort auf #7 von cinnamon
  • Wenn es sich bewahrheitet, dann hat er genau dieselbe Härte des Gesetzes verdient, wie jeder andere Straftäter auch. Gleiches Recht für alle. Wir können dies nicht für die einen einfordern, bei den anderen, weil vielleicht politisch näher, drücken wir ein Auge zu.
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