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Chinesisch statt amerikanisch: Grindr hat einen neuen Mehrheitsanteilseigner

Die schwule Dating-App geht für 93 Millionen Dollar an einen chinesischen Technologiekonzern.

Das chinesische Unternehmen Beijing Kunlun Tech hat die Mehrheit der schwulen Dating-App Grindr übernommen. Wie die Pekinger Firma am Montag mitteilte, habe man für 60 Prozent der Grindr-Anteile 93 Millionen Dollar (86 Millionen Euro) in bar angeboten. Die restlichen Anteile sollen in der Hand von Grindr-Gründer Joel Simkhai und an der Firma beteiligten Mitarbeitern bleiben.

Simkhai erklärte auf der Website seines Unternehmens, die Investition aus Fernost sei ein "Vertrauensbeweis für unsere Vision, mehr schwule Männer als je zuvor auf der ganzen Welt zu verbinden". Nun gebe es "zusätzliche Mittel", um den Kunden ein "großartiges Produkt" mit neuen Funktionen anzubieten.

Grindr kommt nach China

Grindr hat eigenen Angaben zufolge täglich zwei Millionen Besucher in 196 Ländern. Beijing Kunlun Tech hat angekündigt, die 2009 in Los Angeles gegründete schwule Dating-App auf den chinesischen Markt zu bringen. Ähnliche Projekte hatte das Unternehmen bereits in den letzten Jahren durchgeführt: So führte die Firma im vergangenen Jahr das finnische Spiel "Angry Birds" in China ein.

Laut "Bloomberg" hat der Vorstandsvorsitzende Zhou Yahui die Verhandlungen mit Grindr geführt. Der Milliardär hat für den Konzern seit April Anteile von sieben internationalen Firmen erworben. "Grindr ist eine großartige Plattform für den Markt, den diese App anspricht", erklärte Konzernsprecherin Sophie Chen nach Bekanntgabe des Kaufs.

Die Aktien der Firma sind nach Bekanntgabe des Kaufs um über zehn Prozent gestiegen. Noch muss allerdings das amerikanische Kartellamt das Geschäft absegnen.

Die Volksrepublik China ist in den letzten Jahren toleranter gegenüber Homosexuellen geworden. Zwar sahen die regierenden Kommunisten Homosexualität lange als "dekadenten westlichen Lebensstil" an, insbesondere unter Mao gab es eine brutale Verfolgung von Schwulen und Lesben. Im Jahr 1997 legalisierte das Land jedoch gleichgeschlechtliche Liebe und strich Homosexualität vier Jahre später von der Liste der psychischen Erkrankungen. Trotz der Verbesserungen beklagen Aktivisten nach wie vor staatliche Repressionen gegen LGBT. (dk)



#1 KorreAnonym
  • 12.01.2016, 14:44h
  • Auch wenn es in China kleine Verbesserungen gegeben hat, hinkt China sogar dem rückständigen Deutschland noch meilenweit hinterher.

    Ich werden Grindr nicht mehr nutzen, wenn das jetzt chinesisch wird. Wer weiß, was dann mit meinen Daten passiert.

    Fällt mir leicht, da Grindr eh immer unzuverlässiger wurde und es längst bessere Alternativen gibt.
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#2 SeebAnonym
  • 12.01.2016, 15:34h
  • Solche Dating-Apps sind doch eh voll von Fakern, die nur an Nacktbilder kommen wollen oder sich an Chats aufgeilen, wo sie eine falsche Identität vorgaukeln.
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#3 ollinaieProfil
  • 12.01.2016, 16:38h Seligenstadt
  • Antwort auf #1 von Korre

  • Auch wenn ich Mitgefühl mit chinesischen Queers habe, was hat das mit meinem Leben zu tun?
    Die Datensammelwut unserer amerikanischen "Freunde" halte ich für mein Leben real und konkret für viel gefährliche!
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#5 hugo1970Profil
  • 12.01.2016, 19:17hPyrbaum
  • "Trotz der Verbesserungen beklagen Aktivisten nach wie vor staatliche Repressionen gegen LGBT."

    Tja, Geld stinkt nicht, vor allem bei den chinesischen Diktatoren und Staatlicher Mafia.
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#6 hugo1970Profil
  • 12.01.2016, 19:20hPyrbaum
  • Antwort auf #1 von Korre
  • "Ich werden Grindr nicht mehr nutzen, wenn das jetzt chinesisch wird. Wer weiß, was dann mit meinen Daten passiert."

    Und Du meinst bei der amerikanischen Schein Demokratie schaut es besser aus?, wahrscheinlich sind die Daten bei der chinesischen Staatsmafia fast sicherer.
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