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  • 13.01.2016, 13:32h           6      Teilen:   |

Video in sozialen Netzwerken aufgetaucht

Marokko: Zwei Männer wegen eines Kusses verhaftet

In Marokko stehen auf männliche und weibliche Homosexualität bis zu drei Jahre Haft - Quelle: memnativ / flickr / cc by-sa 2.0
In Marokko stehen auf männliche und weibliche Homosexualität bis zu drei Jahre Haft (Bild: memnativ / flickr / cc by-sa 2.0)

Am vergangenen Donnerstag sind nach einem Bericht des marrokanischen Nachrichtendienstes "Le360" zwei männliche Studenten in der Großstadt Aït Melloul verhaftet worden, nachdem in sozialen Netzwerken ein Kuss-Video der beiden aufgetaucht war.

Das Video soll zeigen, wie sich die beiden in einem Schulzimmer geküsst haben. Laut der Polizei arbeitet einer der Männer als Koordinator an der Oberschule, die in dem Clip zu sehen ist. Offenbar war keine weitere Person beteiligt, vielmehr soll das Video von einem der beiden Männer aufgenommen worden sein.

Die Beschuldigten befinden sich dem Bericht zufolge in Haft und sollen in dieser Woche einem Richter vorgeführt werden. Weitere Informationen wurden nicht genannt.

Laut Paragraf 489 des marokkanischen Strafgesetzbuches steht auf "unnatürliche Handlungen mit Mitgliedern des gleichen Geschlechts" eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Außerdem kann eine Geldstrafe verhängt werden. Das Gesetz wird jedoch verhältnismäßig selten angewandt. Gerade in Touristengebieten wie Marrakesch, Agadir oder Tanger wird Homosexualität weitgehend toleriert.

Dennoch kam es letztes Jahr zur Verhaftung eines kanadischen Touristen nach einem Quickie (queer.de berichtete). Allerdings wurde dem Ausländer Vergewaltigung vorgeworfen, was dieser durch ein Video entkräften konnte. Außerdem wurden vergangenes Jahr zwei Marokkaner wegen Homosexualität zu je vier Monaten Haft verurteilt (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: marokko
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Reaktionen zu "Marokko: Zwei Männer wegen eines Kusses verhaftet"


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
13.01.2016
16:18:30


(-1, 3 Votes)

Von Johannes45


Es ist gut, dass Ihr auch immer den Blick auf die Lage in den nordafrikanischen und nahöstlichen islamisch geprägten Ländern behaltet, wo homosexuelle Handlungen leider weiterhin in den allermeisten Staaten unter Strafe stehen.

Diese Einzelschicksale homosexueller Menschen dürfen nicht vergessen werden und haben es verdient hier auf der Queer mit Artikel öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten. Denn nur wenn die Öffentlichkeit hier hinschaut, kann Veränderung in den dortigen Ländern erreicht werden.


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#2
13.01.2016
21:42:04


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #1 von Johannes45


Und was sollen wir bei der christlichen religion machen, nochmal alle beiden Backen hin halten?


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#3
14.01.2016
17:31:36


(-1, 3 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #2 von hugo1970


@Sozialdemokrathugo1970
"Und was sollen wir bei der christlichen religion machen, nochmal alle beiden Backen hin halten?"

Lenke nicht davon ab, wenn es hier um Marokko und die dortige Lage geht. Es hilft NICHTS weiter, wenn Du hier vom Thema ablenkst und relativierst.

Du hilfest den dortigen Feministinnen und Menschenrechtsaktivisten in Markokko in keinster Weise dadurch, dass Du vom Thema ablenkst, sondern schwächst sie sogar, da Du sie in ihrem Kampf gegen den dortigen reaktionär ausgelegten Islam und dessen enger Verknüpfung mit dem Staatswesen "allein" läßt.


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#4
14.01.2016
17:51:21


(0, 2 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Johannes45


""Lenke nicht davon ab, wenn es hier um Marokko und die dortige Lage geht. Es hilft NICHTS weiter, wenn Du hier vom Thema ablenkst und relativierst.""..

Den Satz muß man sich merken..
Wenn es dann mal wieder um Deutschland und die dortige Lage geht :

Link zu www.queer.de


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#5
14.01.2016
21:18:13


(0, 2 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #3 von Johannes45


Und was ist mit dem christlichen bauchgefühl unserer führerin?


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#6
15.01.2016
01:49:30


(+1, 3 Votes)

Von giliatt 2


Ait Melloul ist weniger als Großstadt zu bezeichnen, denn als dichtbesiedelter Vorort der Städte Inezgane und Agadir, die nach und nach zusammenwachsen.In diesem Dreieck liegt übrigens Biougra, wo die leckeren aromatischen Erdbeeren erzeugt werden, die wir im Winter gelegentlich bei EDEKA kaufen können, welche uns an die Früchte aus Omas Garten erinnern.

Marokko ist mit weitem Abstand das toleranteste Land in Nord- und Nordwestafrika, was sich auch aus seiner Geschichte heraus erklärt, denn es muste auch marodierende "deutsche" Flüchtlinge aushalten vor etwa rund 1500 Jahren, als nämlich die Vandalen unter Geiserich es in selbstgebauten Booten erpaddelten.

Ich (59) verbrachte und verbringe die Hälfte meiner Lebenszeit in Marokko.
Dass dort Männer Hand in Hand durch die Stadt gehen, ist Normalität. Ist nämlich ein Zeichen höchster Ehrerbietung und Freundschaft. Soetwas sah ich in Europa damals noch nie. Ebenso die "Küss-Kultur", die Bestandteil der ismamischen Männergesellschaft ist. (Küsse, wohlgemerkt ohne Zungenschlag!)
Bei Umarmung Luftküsse links, rechts, links. Mann- zu -Mann- Wangenküsse. Handküsse - nicht wie in Europa traditionell nur angedeutet - sondern fette Schmatzer auf die Pranken. Empfangen von Männern und auch von Frauen.
Was mich anfänglich damals verunsicherte, waren Kinderküsse. Eltern im Freundeskreis forderten ihre Kleinkinder auf, dem Onkel einen dicken Kuss auf die Wange zu geben, wobei eine gleiche Reaktion von ihm erwartet wurde.
In der BRD kam die Begrüßungs-Knutscherei erst in den 1970er Jahren auf, als man die Scheinheiligkeit der Hallo-Bussi-Bussi-Gesellschaft zum gesellschaftlichen Standard zu erheben sich bemühte.

Homosexualität ist zwar verboten, wird aber toleriert in Marokko, wenn sie ausgelebt wird als das, was sie ist: Privatsache.

Was die beiden Jungs da genau gemacht haben, beschreibt der Bericht hier nicht. Vermute mal, dass sie so dumm waren, sich in einem Schulzimmer die Zungen gegenseitig zwischen die Lefzen zu schieben. War es ein Raum einer staatlichen Schule? Oder das Klassenzimmer einer der zahlreichen französischen teuren Privatschulen? Who knows?

Fakt ist, dass weltweit gilt:
In Amtsräumen wird privat weder gefummelt, geknutscht, gebützt oder gevögelt.
Erinnern wir uns mal an den jungen bayrischen schwulen Landrat, dessen vom Steuerzahler finanziertes Dienst-Sofa dekuvriert ward als sündige Matratze.
Dumm waren die beiden Jungs auf jeden Fall. Weniger, weil sie selfie-süchtig selbst das Video ihres Geschnäbels aufnahmen, sondern weil sie es in die Öffentlichkeit lancierten.
Aha, ein beklagter Kanadier konnte den Vorwurf der Vergewaltigung entkräften durch Vorlage eines Videos vom einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. Merke: Ficken und Klicken! Sex also immer dokumentieren.
Seltsam.
Vielleicht ist das Sichwort BENEHMEN?


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