Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?25392

Am letzten Januarwochenende werden französische Teams aus erster und zweiter Liga mit Regenbogenschnürsenkeln spielen. Die FIFA kämpfte bislang weniger deutlich gegen Homophobie.

Ganze sechs süd- und mittelamerikanische Verbände sollen mit Geldstrafen diszipliniert werden.

Die FIFA hat gegen mehrere Fußballverbände wegen unsportlichen Betragens von Fans in Form beleidigender und diskriminierender Gesänge bei Vorrundenspielen zur Weltmeisterschaft 2018 Sanktionen verhängt.

Alle Verfahren betreffen homophobe Gesänge der Fans der jeweiligen Teams, die die FIFA-Disziplinarkommission als Verstoß gegen Art. 67 des Disziplinarreglements wertete, teilte der Verband am Mittwoch mit. Auf der Grundlage der Spielberichte und weiterer Beweise, die durch das für die Qualifikation geschaffene Antidiskriminierungs-Beobachtungssystem erhoben wurden, eröffnete die FIFA gegen die Verbände von Argentinien, Chile, Honduras, Mexiko, Peru und Uruguay Verfahren.

Argentinien, Mexiko, Peru und Uruguay wurden wegen einzelner Fälle mit einer Geldstrafe von je 20.000 Schweizer Franken (rund 18.300 Euro) belegt, während Chile für vier Fälle in verschiedenen Spielen, die alle ähnliches unsportliches Betragen von Fans betreffen, zur Zahlung einer Geldstrafe von 70.000 Franken verurteilt wurde. Ein Verfahren gegen den honduranischen Fußballverband wegen offensichtlich homophober Fangesänge ist noch nicht abgeschlossen.

"Die Disziplinarkommission erließ die Entscheide nach Würdigung aller Umstände der einzelnen Fälle, insbesondere der Stellungnahme des Verbands (sofern gegeben), des Berichts des Spielbeobachters für Antidiskriminierung und der vorliegenden Beweise", so die FIFA in einer Pressemitteilung.

Ging es um "Puto"-Rufe?

Das Antidiskriminierungs-Beobachtungssystem wird von der FIFA koordiniert und zusammen mit dem Fare Network umgesetzt, das bei der Bekämpfung von Diskriminierung im Fußball und beim Einsatz neutraler Spielbeobachter über langjährige Erfahrung verfügt.

Die FIFA teilte den Inhalt der bemängelten Sprechchöre nicht näher mit. In den letzten Jahren waren Fans von Mannschaften aus Süd- und Mittelamerika vor allem mit "Puto"-Rufen aufgefallen (queer.de berichtete). 2014 hatte die FIFA den vor allem gegen den gegnerischen Torwart eingesetzten "Schwuchtel"-Ruf, der selbst bei TV-Übertragungen von WM-Spielen deutlich zu hören war, allerdings noch nicht als problematisch eingestuft (queer.de berichtete).

"Die FIFA bekämpft Diskriminierung im Fußball seit vielen Jahren, unter anderem durch Sanktionen", erklärte Claudio Sulser, Vorsitzender der FIFA-Disziplinarkommission. "Mit dem neuen umfassenden Beobachtungssystem für die Vorrunde der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft hat die Disziplinarkommission dank den detaillierten Berichten der Spielbeobachter für Antidiskriminierung ein zusätzliches Hilfsmittel."

Das System ist Teil eines neuen "Good Practice Guide" gegen Diskriminierung (queer.de berichtete). Die nächste Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 14. Juni bis zum 15. Juli 2018 in Russland statt.'(cw)

Youtube | "Puto"-Ruf mexikanischer Fans bei der WM 2014. Der Ausdruck kann "Schwuchtel" oder "Stricher" heißen. Die FIFA meinte damals, der Begriff werde "in diesem spezifischen Kontext nicht als beleidigend angesehen".