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Tobias Karlsson stellte in der vergangenen Woche eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben vor

Bei der Handball-Europameisterschaft in Polen dürfen die Kapitäne von Schweden, Norwegen und Island kein Zeichen gegen Homophobie setzen.

Peinliche Kehrtwende bei der Europäischen Handballföderation (EHF): Am Donnerstag zog sie ihre Zusage zurück, dass bei der Handball-Europameisterschaft vom 15. bis 31. Januar in Polen Kapitänsbinden in Regenbogenfarben getragen werden dürfen.

Die Spielführerbinde sei "als Teil des Trikotsatzes anzusehen" und müsse deswegen "eine Farbe oder mehrere Farben der jeweiligen Nation" enthalten, erklärte der Verband nur einen Tag vor Turnierbeginn. Gleiches gelte auch für Socken, Leggings und Longsleeves.

In der vergangenen Woche hatte Tobias Karlsson, der Kapitän der schwedischen Handball-Nationalmannschaft, als erster angekündigt, mit einer Regenbogenbinde zu spielen, um damit ein "stilles Statement für Toleranz und die Gleichwertigkeit aller Menschen" setzen (queer.de berichtete). Die Mannschaftskapitäne von Norwegen und Island, Bjarte Myrhol und Gudjón Valur Sigurdsson, hatten daraufhin spontan eigene Armbinden in Regenbogenfarben bei Karlsson bestellt. Der deutsche Kapitän Steffen Weinhold drückte zumindest seinen Respekt für die Geste aus.

Karlsson "traurig" über Entscheidung der EHF

"Meiner Meinung nach ist es traurig, dass die EHF uns daran hindert, zu zeigen, wofür wir stehen – Toleranz, Mitmenschlichkeit und die Gleichwertigkeit aller Menschen", kommentierte Karlsson die Entscheidung der EHF.

Unterstützung erhielt er vom schwedischen Handballverband: "Für uns war es selbstverständlich, Tobias in seinem Vorhaben die Binde zu tragen, zu unterstützen", erklärte Delegationsleiter Lasse Tjernberg. "Der schwedische Handballverband ist der Auffassung, dass alle Personen den gleichen Wert haben, ohne Ansehen von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Sexualität oder Religionszugehörigkeit. Wir sind bestrebt, offen für alle zu sein und sie willkommen zu heißen."

Vor allem aus dem Gastgeberland Polen war heftiger Widerstand gegen die bunten Kapitänsbinden gekommen. "Für mich war das Ganze wie ein Weckruf", meinte Karlsson zum Protest der Homophoben. "Ich kann mir nun ungefähr vorstellen, wie sich einige Menschen in ihrem Alltag in Schweden, aber auch in anderen Ländern fühlen." Der schwedische Kapitän stellte zudem klar: "Meine Bühne ist nicht Polen, sondern die schwedische Nationalmannschaft. Ich hätte sie auch in Norwegen oder Frankreich getragen."

Tobias Karlsson, der auch Spielführer der SG Flensburg-Handewitt ist, engagiert sich seit mehreren Jahren für LGBT-Rechte. So war er im vergangenen Jahr mit anderen prominenten Sportlern wie Thomas Hitzslperger offizieller Botschafter der EuroGames in Stockholm (queer.de berichtete). (cw)



#1 venice-89Anonym
#2 FelixAnonym
  • 15.01.2016, 09:14h
  • Das ist ein Skandal!

    Damit wird Sportlern de facto das Grundrecht auf Meinungsäußerung abgesprochen.

    Jetzt gilt das lächerliche Regenbogenverbot aus Russland auch schon in Europa.

    Wie soll das weitergehen? Wohin steuert die EU? Wieso haben Staaten wie Polen soviel Macht?
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#3 EhlaAnonym
  • 15.01.2016, 09:14h

  • Wann wird Polen endlich aus der EU gekickt!

    Mir wird ganz schlecht wenn man bedenkt, dass Polen bei der EU ist
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#4 johannbAnonym
#5 Julian SAnonym
  • 15.01.2016, 09:33h
  • Mittlerweile sind Zustände erreicht, die man nicht mehr unwidersprochen hinnehmen darf.

    Da muss man jetzt zivilen Ungehorsam zeigen und die Binden dennoch tragen. Und noch mehr Spieler als ursprünglich geplant.

    Nicht, weil es um Homorechte geht, sondern weil es hier um fundamentale Grundrechte geht, die Sportlern abgesprochen werden sollen.

    Was will dieser Verband machen, wenn 80% der Sportler aus Protest dennoch diese Binden tragen würden?! Die ganze EM absagen?...
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#6 schwarzerkater
  • 15.01.2016, 09:36h
  • was will man von einer handball-EM erwarten, die auch noch in polen stattfindet? der welthandballverband gehört, laut hajo seppelt, nicht zu den verbänden, die sich mit offenheit und toleranz auszeichnen, sondern eher mit entscheidungen alter männer ins obskuren hinterzimmern.
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#7 FennekAnonym
  • 15.01.2016, 09:36h
  • Während man in anderen Sportarten gegen Homophobie kämpft, will man im Handball Homohass sogar noch fördern...

    Die Europäische Handballföderation steht offenbar komplett unter der Knute des polnischen Regimes, das auch schon das polnische Verfassungsgericht und die polnischen Medien unter seine Kontrolle gebracht hat.

    Dass die damit dem Handball und seinem Ansehen schaden, interessiert die Funktionäre wohl nicht.
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#8 handballingAnonym
  • 15.01.2016, 09:46h
  • Der Generalsekretär der EHF ist ein Österreicher namens Michael Wiederer und seine E-Mail lautet:
    wiederer@eurohandball.com
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#9 PeerAnonym
  • 15.01.2016, 10:06h
  • Der Europäische Handballverband unterstützt die polnischen Diktatoren dabei, ihren Homohass und ihre Abschaffung von Grundrechten auch Schweden, Norwegern und Isländern aufzuzwingen.

    Im Handball wird offenbar ethische Aufrichtigkeit und die Achtung von Menschenrechten nicht gerne gesehen. Die wollen Handballer als willenlose, rückgratlose Marionetten sehen.

    Soweit sind wir schon...

    Wenn man sich da jetzt nicht dieser Entwicklung entgegenstellt, wird es irgendwann zu spät sein. Und wenn dieser Trend nicht sehr schnell gestoppt wird, wird das dramatische Folgen haben.
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#10 stephan
  • 15.01.2016, 10:32h
  • Es ist lächerlich, Menschen das Zeigen eines Solidaritätssymbols zu verbieten! Und es ist gefährlich mit diesem Verhalten, Diskriminierung und Zurücksetzung von Minderheiten in widerlichen, demokratiefeindlichen Staaten zu fördern! Wieder einmal zeigen Sportfunktionäre, dass sie weder Qualität im Hirn noch Menschenfreundlichkeit im Herzen haben!
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