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Der Streit zwischen der afrikanischen und amerikanischen Kirche hatte sich 2003 entzündet, als mit Gene Robinson ein offen schwuler Mann zum Bischof von New Hampshire gewählt wurde (Bild: flickr / Marc Nozell / by 2.0)

Die US-Anglikaner hatten afrikanische Glaubensbrüder mit der Gleichbehandlung von Homosexuellen verärgert. Deshalb gibt es nun Sanktionen gegen die Amerikaner.

Bei einem Treffen der Anführer der 38 anglikanischen Kirchenprovinzen im englischen Canterbury ist am Donnerstag beschlossen worden, die Episkopalkirche, also die nationale anglikanische Kirche der Vereinigten Staaten, für die nächsten drei Jahre von allen gemeinschaftlichen Entscheidungen auszuschließen. Die Amerikaner werden damit nicht mehr in ökumenischen oder interreligiösen Gremien vertreten sein und ihr Stimmrecht verlieren.

Als Grund für den Ausschluss gab die Mehrheit der Kirchenprovinzen die "grundsätzliche Abkehr vom Glauben und der Lehre" der US-Kirche an, weil sie nicht "die Ehe als Verbindung von Mann und Frau" aufrecht erhalte. Insbesondere Kirchen in Afrika und Asien kritisieren die Amerikaner, weil dort Homosexuelle gleichbehandelt werden und in Kirchen heiraten dürfen. Im Gegensatz dazu werben manche Kirchen in Afrika offen für die staatliche Verfolgung von Schwulen und Lesben.

Wird so Kirchentrennung vermieden?

Das anglikanische Spitzentreffen, das bis Samstag andauert, war anberaumt worden, weil mehrere Kirchenprovinzen offen mit der Abspaltung von der Anglikanischen Gemeinschaft gedroht hatten (queer.de berichtete). Der Streit hatte sich 2003 entzündet, als der offen schwule und nicht-zölibatär lebende Theologe Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire gewählt wurde (queer.de berichtete).

Es ist unklar, ob mit diesem Schritt die afrikanischen Kirche in der Anglikanischen Gemeinschaft gehalten werden können oder ob jetzt die US-Kirche auf Distanz zur Gemeinschaft gehen wird. Die Führung der Episkopalkirche hat sich bislang nicht zu der Abstimmung geäußert. Davor hatte der US-Bischof Michael Curry aber die anderen Würdenträger vor der Sanktionierung gewarnt: "Für Anhänger von Jesus in unserer Kirche, die schwul und lesbisch sind, wäre das schmerzhaft."

Die Episkopal-Pfarrerin Susan Russell aus Kalifornien, die sich seit Jahrzehnten für LGBT-Rechte einsetzt, erklärte nach der Entscheidung in ihrem Blog, sie sei stolz auf die Standfestigkeit ihrer US-Kirche: "Heute bin ich stolz und dankbar, dass wir dazu bereit sind, als zweitklassige Anglikaner angesehen zu werden, weil wir Gottes geliebte LGBT-Menschen wie erstklassige Christen behandeln." (dk)

 Update  19.40h: Anglikaner-Chef entschuldigt sich für Homosexuellen-Verfolgung

Justin Welby, der als Erzbischof von Canterbury die anglikanische Kirche anführt, hat sich am Freitag Nachmittag öffentlich für die "Verletzungen und Schmerzen" entschuldigt, die die Kirche LGBT zugefügt habe.

"Für mich ist das eine konstante Quelle tiefer Traurigkeit, die Anzahl der Personen, die wegen ihrer Sexualität verfolgt wird", so Welby. Er habe nicht das Recht, für jeden in der Kirche zu sprechen, aber er wolle sagen, wie sehr er die Verletzungen bedauere, "in der Verangenheit und jetzt", die die Kirche ausgelöst habe.

Zugleich verteidigte er den Stimmentzug für Nordamerika: Kirchenanführer sollten die Kirche nicht spalten und eine Gemeinschaft könne neben Freude auch Schmerzen bringen.

Die BBC veröffentlichte zu einem Artikel zu den Äußerungen wie zu dem Stimmentzug eine interessante Grafik, wonach die anglikanische Kirche in Afrika auf 57,2 Millionen Gläubige komme, in Europa auf 25,8 Millionen und in Nordamerika auf 2,3. Während die Gläubigenzahlen in den USA und Europa sinken, wuchs die afrikanische Kirche seit 1970 um 640 Prozent.



#1 GeorgGAnonym
  • 15.01.2016, 16:34h
  • Bischof Gene Robinson hat der Anglikanischen Kirchengemeinschaft kein Glück gebracht. Erst trennt er sich von seiner Ehefrau und seinen Kindern, um mit einem jungen Mann zusammen leben zu können. Einige Jahre danach trennt er sich auch wieder von diesem Mann, da die Beziehung nicht mehr läuft.
    Jede Beziehung kann scheitern. Wer aber Bischof ist, sollte Vorbild für seine Gemeinde sein, sonst sagen sich die Menschen "Wenn der Bischof sich scheiden lässt, dann darf ich das auch." Und die Leidtragenden sind dann wie immer die Kinder.
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#2 KatholibanWatchAnonym
  • 15.01.2016, 17:20h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • "Jede Beziehung kann scheitern. Wer aber Bischof ist, sollte Vorbild für seine Gemeinde sein, sonst sagen sich die Menschen "Wenn der Bischof sich scheiden lässt, dann darf ich das auch." Und die Leidtragenden sind dann wie immer die Kinder."

    Ja klar. Stell dir mal vor, eine Mutter scheidet sich nicht von einem prügelnden Mann, sondern bleibt bei ihm, weil die Ehe ja bitteschön heilig ist.
    Gibt es dann etwa keine Leidtragenden?

    Leidtragend waren früher Kinder lediger Mütter, die als "Bastarde" zu Kindern 2. Klasse degradiert wurden und deren Mütter das Leben zur Hölle gemacht wurde!

    "Bischof Gene Robinson hat der Anglikanischen Kirchengemeinschaft kein Glück gebracht. Erst trennt er sich von seiner Ehefrau und seinen Kindern, um mit einem jungen Mann zusammen leben zu können. Einige Jahre danach trennt er sich auch wieder von diesem Mann, da die Beziehung nicht mehr läuft."

    Ach, warum denn? Sind das wieder die "Homosexuellen mit ihren übertriebenen Maximalforderungen" schuld, die damit überall "HAUSIEREN GEHEN" müssen???
    Im Gegenteil:
    Solche Schicksale passieren, weil sie sich anpassen und heiraten, wie es verlangt wird und sie somit eben NICHT hausieren gehen und keine "übertriebenen Maximalforderungen" stellen!
    Wenn du das schon anprangerst, dann auch bitte die URSACHEN, die ganz klar in der christlichen Sozialisation liegen!!!

    Wäre er als junger Mann damit "hausieren" gegangen und hätte man die "übertriebenen Maximalforderungen" erfüllt, (Was IHR ja nicht wollt!!!!) dann hätte man den Familien diese Schicksale erspart!!
    Aber ihr wollt es ja nicht anders!
    Dann müsst ihr auch die Konsequenzen akzeptieren!
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#3 ursus
  • 15.01.2016, 18:41h
  • homos oder homohasser: die anglikanische kirche hat deutlich gemacht, wessen menschenwürde sie wichtiger findet. selbst schuld, wer da noch mitglied bleibt (kinder ausgenommen).
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#4 TheDad
  • 15.01.2016, 18:49h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • ""Bischof Gene Robinson hat der Anglikanischen Kirchengemeinschaft kein Glück gebracht. Erst trennt er sich von seiner Ehefrau und seinen Kindern, um mit einem jungen Mann zusammen leben zu können. Einige Jahre danach trennt er sich auch wieder von diesem Mann, da die Beziehung nicht mehr läuft.""..

    Zum Zeitpunkt der Ernennung lebte der damals 56-jährige Gene Robinson schon seit 14 Jahren mit seinem Freund zusammen..

    Von einem "absehbarem" Scheitern der Beziehung konnte man wohl eher nicht ausgehen..

    ""Jede Beziehung kann scheitern. Wer aber Bischof ist, sollte Vorbild für seine Gemeinde sein,""..

    Weil ?
    Woher nehmen Leute wie Du den Verve, dem Satz "Jede Beziehung kann scheitern" aufgrund der Funktion eines Bischofes eine Einschränkung hinzuzufügen, die durch absolut NICHTS begründet ist, durch NICHTS begründbar wäre, und darüberhinaus nichts weiter darstellt, als die eigene verinnerlichte Sicht auf die "Unaufkündbarkeit" einer "lebenslangen beziehung", die es niemals gab, und niemals geben wird, darstellt ?

    Deine plumpe Einwendung hier ist nichts weiter als das gleiche Geschwafel, daß die anderen Anglikaner an den Tag legen, zumal sich diese in die Angelegenheiten anderer Kirchen einmischen, und die Wahl von Robinson zum Bischof behindern, beeinflussen, und selbst nachträglich noch mit der Erpressung der angedrohten Spaltung irgendwie "verhindern" wollen..

    Solche Leute sind und bleiben Faschisten, denn sie haben nicht begriffen, das es sie NICHTS angeht, wenn eine andere Kirche in ihren Reihen Menschen duldet, und sogar zu "Führungskräften" ernennt, die sie selbst am Liebsten vom Antlitz der Erde tilgen würden..

    ""sonst sagen sich die Menschen "Wenn der Bischof sich scheiden lässt, dann darf ich das auch." ""..

    Genau aus dem Grund hat der englische König Heinrich VIII diese Kirche gegründet !

    ""Mit der Weigerung von Papst Clemens VII., die Ehe von König Heinrich VIII. zu annullieren, beschlossen die englischen Bischöfe, die Autorität des Papstes im Königreich England nicht länger anzuerkennen, und erklärten am 11. Februar 1531, dass ihr König nunmehr Oberhaupt (Supreme Governor) der Kirche sei. Damit wurde die englische Reformation ausgelöst, die jedoch vorerst wenig Änderungen im liturgischen Leben vorsah, bis auf den Gebrauch der englischen statt der lateinischen Sprache. Die Suprematsakte wurde 1534 durch das Parlament beschlossen.""..

    ""Und die Leidtragenden sind dann wie immer die Kinder.""..

    Es soll jede Menge Beziehungen ohne Kinder geben..
    Kinder leiden unter einer erzwungen aufrecht erhaltenen Ehe weit mehr, als unter einer Scheidung der Eltern !
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#5 stephan
  • 15.01.2016, 19:12h
  • Tja, so sind die Religioten: Weil Menschen sich zur Menschlichkeit und zu den Rechten anderer und zur Gleichstellung von Minderheiten bekennen, werden sie in ihren esoterischen Sippen bestraft! ... Widerlich, aber es zeigt doch. dass die Mehrheit in diesen Organisationen eben immer noch für die Menschenverachtung steht!
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#6 hugo1970Profil
  • 15.01.2016, 19:18hPyrbaum
  • "Anglikaner gehen gegen LGBT-freundliche US-Kirche vor"

    Hat es jemand anders erwartet, ich nicht.
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#7 hugo1970Profil
  • 15.01.2016, 19:25hPyrbaum
  • Antwort auf #2 von KatholibanWatch
  • Wir Schwule machen es doch richtig in einer Partnerschaft, wenn wir uns nicht vertragen können , dann machen wir eben Schluß, bevor es in Gewalt umschlägt. Muß man ein ganzes Leben lang zusammenbleiben?, nur weil wieder ein paar pfaffen meinen, es müße so sein? Es kann keine Garantie geben, das man ein Leben lang zusammen bleiben will oder kann, warum auch immer. Auch wenn kinder in der Partnerschaft sind sollte man das Auseinandergehen nicht scheuen, desto früher desto besser, desto mehr der Streit eskaliert desto mehr kann er auch über die Kinder geführt werden.
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#8 ursus
  • 15.01.2016, 19:32h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • es geht hier nicht um robinsons scheidung und schon gar nicht um irgendwelche scheidungskinder, sondern um die haltung zur homosexualität.

    du betreibst wieder einmal nur ablenkungs-getrolle.
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#9 Johannes45Anonym
  • 15.01.2016, 19:50h
  • Mich wundert an dieser Meldung, dass "nur" die US-amerikanische Episckopalkirche von Entscheidungen ausgeschlossen wurde. Denn auch in der Anglican Church of Canada sind offen homosexuelle Geistliche in den Pfarrhäusern und im Amt kirchenrechtlich erlaubt und auch dort in Kanada wurden Segnungsgottesdienste für verheiratete gleichgeschlechtliche Paare ermöglicht. Schon sehr seltsam, dass es die Afrikaner es "allein" auf die US-Amerikaner abgesehen haben und Kanada nicht "attackieren", obgleich dort ählich wie in den USA entschieden wurde.

    Insgesamt finde ich es inakzeptabel, dass afrikanische Kleriker versuchen, die nordamerikanischen und europäischen Kirchen zu maßregeln und zu bestimmen, was dort gepredigt und gelehrt wird.

    Das ist prinzipiell eine umgekehrte Form des Kolonialismus, wenn man es durchdenkt. Aber umgekehrtwar es natürlich auch über Jahrhunderte so.

    Es ist schon "verrückt", dass mittlerweile Europa/Nordamerika von Afrika aus missioniert werden "sollen".... früher haben Europäer/Amerikaner in Afrika missioniert; heute läuft es anscheinend zunehmend in umgekehrter Richtung.

    ---
    Das gilt übrigens anscheinend zunehmen auch bei der römisch-katholischen Kirche: Auch bei mir in meiner Gegend gibt es mittlerweile drei römisch-katholische Priester, die aus Nigeria stammen und hier römisch-katholische Kirchengemeinden leiten und dort predigen.

    Und Kardinal Kaspar hatte sich vorletzten Herbst in Rom darüber aufgeregt, dass es nicht sein könne, dass die Lehre in Rom von Afrika aus "bestimmt" wird.
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#10 goddamn liberalAnonym
  • 15.01.2016, 20:41h
  • Das positive Beispiel von Bischof Tutu aus Südafrika zeigt: Homophobie ist keine Frage irgendeiner afrikanischen 'Kultur' oder gar der Hautfarbe eines Menschen.

    Homophobie ist das Produkt von Niedertracht und selbstverschuldeter Ignoranz.

    Die hohen Geburtenraten in Afrika sind ein soziales Problem, das in Lateinamerika in den letzten Jahrzehnten gelöst worden ist. Mehr Taufen können die Vermehrung der sozialen Probleme auch nicht wettmachen.

    Da Homophobie in Afrika mit systematischer Verfolgung von LGTBI-Menschen verbunden ist, ist die Entscheidung der Anglikaner gegen die zivilisierte Episkopalkirche in den USA (der übrigens die meisten US-Präsidenten angehörten) nicht nur absurd, sondern auch schlicht verbrecherisch.
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