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  • 16.01.2016, 14:25h           32      Teilen:   |

Westerwald

Sven Heibel will gegen Regenbogenfahnen klagen

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Regenbogenfahnen an Rathäusern sind für den ehemaligen CDU-Kommunalpolitiker Sven Heibel eine "Glorifizierung der Homosexualität"
Bild: flickr / daniel zimmel / cc by 2.0

Der Ex-CDU-Politiker, der die Abschaffung des Paragrafen 175 bedauerte, hält bunte Flaggen an Rathäusern für verfassungswidrig.

Neues vom Homo-Hasser aus dem Westerwald: Der frühere Herrschbacher Ortsbürgermeister Sven Heibel will vor Gericht ziehen, falls Gemeinden zum Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai die Regenbogenfahne hissen sollten. Einen entsprechenden Aufruf hatten die Westerwälder Jusos in der vergangenen Woche veröffentlicht.

Die Regenbogenflagge sei keine öffentliche Fahne, sondern ein politisches Bekenntnis, schrieb Heibel in einem Leserbrief an die "Westerwälder Zeitung". Das Hissen sei daher verfassungswidrig, so der 34-jährige Jurist und frühere CDU-Kommunalpolitiker. Er kündigte eine Klage "durch alle Instanzen" an. Weiter heißt es in seinem Schreiben: "Ich trete mit aller Entschiedenheit gegen die Glorifizierung der Homosexualität ein. Und das ist auch gut so".

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Jusos: Beflaggung wegen Leuten wie Heibel notwendig

Sven Heibel, ehemaliger Ortsbürgermeister von Herrschbach,  forderte die Wiedereinführung des Paragrafen 175
Sven Heibel, ehemaliger Ortsbürgermeister von Herrschbach, forderte die Wiedereinführung des Paragrafen 175

Die Jusos hatten Anfang Januar alle Bürgermeister im Westerwaldkreis angeschrieben und zur Teilnahme am Internationalen Tag gegen Homophobie aufgerufen.

"Wir möchten erreichen, dass sich die kommunalen Gremien mit der Diskriminierung von homo-, bi-, trans-, und intersexuellen Menschen auseinandersetzen und aus Solidarität, sowie als sichtbares Zeichen der Akzeptanz, jährlich am 17. Mai die Regenbogenfahne an den Rathäusern gehisst wird", erklärte die SPD-Nachwuchsorganisation. "Gerade im Alltag findet in unserer Region weiterhin eine unterschwellige Benachteiligung von homo-, bi-, trans-, und intersexuellen Menschen statt." Die Jusos hatten in diesem Zusammenhang auch auf frühere Äußerungen Heibels verwiesen.

In einem Facebook-Post im Jahr 2014 hatte der damalige Chef der CDU von Wallmerod die Abschaffung des Paragrafen 175 bedauert – und damit auch die eigene Partei gegen sich aufgebracht. Noch am selben Abend enthob ihn die regionale Junge Union vom Amt des Beisitzers, CDU-Landeschefin Julia Klöckner verbreitete auf Twitter eine "klare Distanzierung". Sven Heibel gab daraufhin frustriert sein Parteibuch zurück und erklärte: "Auch in der CDU ist die Lobby für Homosexualität größer als das Einstehen für die Meinungsfreiheit, und das in einer christlichen Partei. Das ist ein Armutszeugnis."

Erst vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Heibel gerichtlich gegen den Blogger Carsten Dobschat vorgeht, der 2014 über den Paragraf-175-Skandal geschrieben hatte: "Sven Heibel ist ein Arschloch (damit will ich ihn natürlich nicht beleidigen)". Heibel hatte seine Forderung nach der Wiedereinführung der Strafbarkeit homosexueller Handlungen u.a. mit den Worten begründet: "Ich will niemanden diskriminieren, aber wir haben eine Schutzpflicht für unsere Kinder." Eine Verhandlug zu der geforderten Unterlassung und um Schadensersatz findet am 1. Februar vor dem Amtsgericht Saarbrücken statt.

Klage gegen Regenbogenflaggen in Siegen

Eine Klage gegen Regenbogenfahnen, die im vergangenen Jahr zum CSD vor einem Verwaltungsgebäude in Siegen geflaggt worden waren, beschäftigt bereits das Verwaltungsgericht Arnsberg (queer.de berichtete). Eingereicht hatte sie im August der pensionierte Politikwissenschaftler Jürgen Bellers. Seiner Meinung nach verstoße die Beflaggung unter anderem gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes. Darin heiße es, dass niemand wegen seiner politischen Anschauungen benachteiligt werden dürfe. Der sozialdemokratische Landrat nutze die Fahne aber politisch gegen Konservative: "Durch [die Fahne] wird zumindest politisch dahingehend Stellung genommen, dass die CDU-Vorstellungen zur Ehe nicht geteilt werden", so Bellers in der Klageschrift. (cw)

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Tags: sven heibel, westerwald, regenbogenfahne, regenbogenflagge
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Reaktionen zu "Sven Heibel will gegen Regenbogenfahnen klagen"


 32 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
16.01.2016
14:53:41


(+9, 11 Votes)

Von panzernashorn
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Was hat die Kleine doch ein hübsches purpurfarbenes Jäckchen an......!!


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#2
16.01.2016
14:58:17


(+14, 16 Votes)

Von thorium222
Aus Mr (Hessen)
Mitglied seit 10.02.2011


Traurige selbsthassende kaputte Klemmschwester, ich hör dir trapsen.


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#3
16.01.2016
15:07:01


(+11, 13 Votes)

Von Sigmund


Aber sicher doch, Heibelchen, die Einzigen, die in Deutschland diskriminiert werden, sind die christlichen heterosexuellen Männer.


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#4
16.01.2016
15:09:26
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(+6, 16 Votes)

Von Torsten_Ilg
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Ein bedauernswerter Mensch, der offenbar dringend Hilfe benötigt. Wie kann man so verbissen gegen die Symbole der Freiheit, des Friedens und der Rechte von LGBT Menschen kämpfen - denn für alle diese Werte stehen u.a. die Regenbogenfarben. Offenbar ein besonders bizarrer Gegner von Aufklärung und Humanismus. Traurig.


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#5
16.01.2016
15:33:21


(+7, 9 Votes)

Von venice-89


typischer Fall von Homophobie zur Verdrängung der eigenen Homosexualität .... => Schrankschwuchtel


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#6
16.01.2016
15:41:23


(-6, 10 Votes)

Von Isaak


Man kann die Intention der Klage natürlich mit ihrem Inhalt verquicken und sie einfach als grundlos-feindseligen Akt einstufen. Allerdings fürchte ich, dass sie juristisch vielleicht gar nicht so haltlos ist wie man zunächst glauben mag. Tatsächlich gibt es starke Argumente für die Neutralität des öffentlichen Raumes und wenn mit der Fahne mutmaßlich eine politische Botschaft transportiert wird (wie im zweiten Beispiel), dann ist das schon ein Pfund, das man erst einmal begründet ausräumen muss. Warten wir das Urteil ab.


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#7
16.01.2016
15:52:03
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(+1, 11 Votes)

Von Torsten_Ilg
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Antwort zu Kommentar #6 von Isaak


Wie gesagt - das Symbol der Regenbogenflaggen ist nicht allein eine Erfindung der schwul/lesbischen Community. Sie wird von vielen gesellschaftlichen Gruppen und übrigens auch von christlichen Vereinigungen als Symbol der Freiheit und des Humanismus verstanden und eingesetzt. Insofern geht sie über die rein politische Botschaft weit hinaus.


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#8
16.01.2016
16:07:00
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(+11, 13 Votes)

Von Luca


Jemand, der die Abschaffung eines Paragraphen bedauert, mit dem die Nazis Schwule ins KZ schickten, hält halt auch freie Rede für verfassungswidrig.


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#9
16.01.2016
16:18:17


(+5, 9 Votes)

Von David77


""Auch in der CDU ist die Lobby für Homosexualität größer als das Einstehen für die Meinungsfreiheit, und das in einer christlichen Partei. Das ist ein Armutszeugnis."

Und wieso stört er sich dann an der Freiheit, mit der Flagge seine Meinung zu bekunden?

Ganz Deutschland regt sich an heterosexuellen Grapschern auf, aber er hat nichts Besseres zu tun als sie an Regenbogenfahnen zu stören und vermeintlich Kinder zu schützen... Vor wem eigentlich?
Vielleicht sollte er ein Patent auf das Arschlochverhalten anmelden.


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#10
16.01.2016
18:31:42


(+10, 10 Votes)

Von ehemaligem User paren1957


Ist der nächste Schritt dann, dass er Homosexuelle per se für verfassungswidrig hält, weil offen gelebte Homosexualität die öffentliche Ordnung gefährdet? Wohin wird der Schwulenhass diesen Mann noch führen? Im Moment beschäftigt er nur die Gerichte. Wenn er da ohne Erfolg bleibt, kann die nächste Eskalationsstufe ja nur noch ein Aufruf zur Gewalt gegen Homosexuelle sein.


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