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  • 14. März 2005, noch kein Kommentar

Dee Dee Bridgewater gilt als Top-Jazz-Vokalisten. Mit ihrem neuen Album "J'ai deux amours" wird sie auch die Leverkusener Jazztage bereichern.

Von Jan Gebauer

Dee Dee Bridgewater zählt zu der Crème de la Crème der internationalen Jazz-Szene. Die 1950 in Memphis, Tennessee, geborene Amerikanerin hat seit ihrem 74er Debüt "Afro Blue" ein sehr abwechslungsreiches Repertoire zwischen R&B, Funk, Disco und natürlich Jazz veröffentlicht. Kritiker wie die "Jazz Times" nennen die Sängerin in einem Atemzug mit legendären Diven wie Ella Fitzgerald und Sarah Vaughn. Mit ihrem neuen Album "J'ai deux amours" nahm sie erstmals eine CD mit französischen Liebesliedern auf. Zwischen Chanson und Jazz wandelt Bridgewater dabei auf den Spuren von Edith Piaf, Josephine Baker oder auch Patricia Kaas – Namen, die auch schwule Hörer verzückt aufhorchen lassen. Kaas nahm 2002 mit "Piano Bar" ein ähnliches Album wie "J'ai deux amours" auf. Im Gegensatz zu ihrer französischen Sangesschwester besinnt sich Bridgewater aber auf den jazzigen Charakter der Songs, während Kaas mit elektronischen Spielereien jonglierte und moderne Aspekte herausarbeitete.

Auch wenn Dee Dee Bridgewater die Lieder eher klassisch interpretiert ist die Auswahl recht ähnlich ausgefallen. Auch Bridgewater entschied sich für bekanntere Stücke, die man in zahlreichen Interpretationen kennt. "Ne me quitte pas" des Belgiers Jacques Brel gehört nicht nur zu den berühmtesten Chansons sondern auch zu den traurigsten und schönsten. "La vie en rose" von der unvergesslichen und bei Schwulen sehr beliebten Edith Piaf dürfte für Chanson-Liebhaber ohnehin ein Evergreen sein. "Avec le temps" und "La mer" finden sich ebenso wie "Ne me quitte pas" auf dem vorher angesprochenen Album von Patricia Kaas – auch Dee Dee Bridgewater überzeugt mit ihren nuancierten Interpretationen.

"Als ich begann, mich nach Songs umzusehen und die dazugehörigen Notenblätter aufzustöbern, fügten sich die Einzelteile zu einer Geschichte zusammen, die unverkennbar sowohl mein Privatleben als auch meine Liebe zu Frankreich und dem französischen Volk wiederspiegeln", sagte die Sängerin im Gespräch mit dem Label Emarcy, bei dem "J'ai deux amours" veröffentlicht wurde. Diese Liebe muss spätestens 1986 begonnen haben, als Dee Dee Bridgewater "Live in Paris" aufnahm und damit nach sechs Jahren Pause erstmals wieder ein Album veröffentlichte. Ihre damalige Besinnung auf Jazz, weg vom Soul und Disco ihrer vorherigen Platten, löste ein ungeahntes Comeback aus. Der Gewinn des Grammys für das Album "Dear Ella", das wie der Titel schon andeutet ein Tribut an Ella Fitzgerald ist, krönte das Comeback besonders.

Bei "J'ai deux amours" handelt es sich um ein zartes Album, das die Stimme von Dee Dee Bridgewater voll zur Geltung bringt, ebenso wie das hervorragende Spiel ihrer Band. Am 9. November wird Dee Dee Bridgewater die 26. Leverkusener Jazztage mit ihren Songs veredeln.

2. November 2005