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  • 19.01.2016, 12:13h           2      Teilen:   |

Kinostart "Boulevard"

Robin Williams: Ein melancholisches Coming-out zum Abschied

Artikelbild
Mit 60 Jahren verliebt sich der Bankangestellte Nolan Mack (Robin Wlliams) in einen jungen Sexarbeiter (Bild: Pro-Fun Media)

In seiner letzten großen Rolle spielt der im Sommer verstorbene Hollywood-Star einen schwulen Biedermann, der erst spät aus dem Schrank kommt: "Boulevard" ab Donnerstag im Kino.

Von Carsten Moll

Nolan Mack ist kein Mensch, der Veränderungen liebt: Seit nunmehr 25 Jahren geht der schüchterne Mann gewissenhaft, aber ohne große Ambitionen seiner Arbeit als Bankangestellter nach, während er sich in seiner Freizeit vor allem um seinen kranken Vater kümmert oder ruhige Abende mit seiner Ehefrau Joy verbringt.

Doch eines Tages gerät der gemächliche Alltag des Sechzigjährigen gehörig aus dem Trott: Es ist jedoch nicht die Aussicht auf eine Beförderung zum Filialleiter, die Nolan aus der Bahn wirft, sondern die zufällige Begegnung mit dem Prostituierten Leo. Bei einer Fahrt durch das nächtliche Nashville überfährt Nolan den Stricher beinahe mit dem Auto und ist von diesem Augenblick an fasziniert von dem jungen Mann. Er bezahlt Leo schließlich für seine Gesellschaft, ohne dabei allerdings Sex zu fordern.

Es entwickelt sich nach und nach eine enge freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden Männern, die aber nicht bloß durch Leos Verantwortungslosigkeit in Frage gestellt wird. Nolan will seine alte Existenz als heterosexueller Ehemann nicht aufgeben und versucht, niemanden vor den Kopf zu stoßen. Zu spät bemerkt er, dass er gerade durch dieses Verhalten alles verlieren könnte, was ihm lieb ist.

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Leises Drama um ein Coming-out

Poster zum Film: "Boulevard" startet am 21. Januar 2016 in den deutschen Kinos
Poster zum Film: "Boulevard" startet am 21. Januar 2016 in den deutschen Kinos

Dito Montiels leises Drama wirkt beinahe ein wenig altmodisch mit seiner einzig und allein um das Coming-out kreisenden Geschichte – wird dieses Thema im zeitgenössischen queeren Kino doch meist ins Coming-of-Age-Genre verbannt oder nur noch am Rande gestreift. In "Boulevard" hingegen ist Nolan Macks Hadern mit seiner sexuellen Orientierung der zentrale Konflikt und wird dabei auf recht klischeehafte und biedere Weise abgehandelt.

Denn obwohl der Film auf dem autobiografisch geprägten Drehbuch des Autors Douglas Soesbe beruht, macht "Boulevard" weniger den Eindruck einer persönlichen Erfahrung, sondern wirkt mitunter arg schematisch und konventionell. Das fängt bei den flachen Nebenfiguren an und endet nicht bei der vorhersehbaren Dramaturgie. Immer wieder fühlt man sich als Zuschauer an ältere Mainstreamfilme wie etwa "Philadelphia" erinnert, die Aufklärungsarbeit leisten und dabei gleichzeitig die breite Masse nicht mit allzu expliziten schwulen Inhalten verschrecken wollten.

Sehenswert dank Williams' Spiel

Ein wirklich schlechter Film ist "Boulevard" dennoch nicht, was unter anderem Montiels solider Inszenierung zu verdanken ist, die dem wenig dramatischen Geschehen eine dichte melancholische Atmosphäre entgegensetzt. Wirklich sehenswert wird das Drama allerdings erst durch seinen Hauptdarsteller Robin Williams.

Als angepasster Ja-Sager, der sich selbst verleugnet, stellt Williams noch einmal unter Beweis, dass er nicht nur ein großartiger Komiker war, sondern vor allem in ernsthafteren Rollen brillieren konnte. Trotz zurückgenommener Gestik und Mimik gibt der im August 2014 verstorbene Schauspieler hier tiefe, nuancierte Einblicke in das Seelenleben seiner Figur und lässt das Publikum so trotz aller müden Klischees um verführerische Jünglinge und verzweifelter Ehefrauen Anteil am Schicksal Nolan Macks nehmen.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer
  Infos zum Film
Boulevard. Drama. USA 2014. Regie: Dito Montiel. Darsteller: Robin Williams, Roberto Aguire, Bob Odenkirk, Kathy Baker, Giles Matthey, Eleonore Hendricks, J. Karen Thomas, Landon MarshallLaufzeit: 88 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 12. Verleih: Pro-Fun. Deutscher Kinostart: 21. Januar 2016
Links zum Thema:
» Alle Kino-Termine bei Pro-Fun
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Mehr zum Thema:
» Robin Williams ist tot (12.08.2014)
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Boulevard

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Tags: boulevard, robin williams, coming-out, pro-fun, kino
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Reaktionen zu "Robin Williams: Ein melancholisches Coming-out zum Abschied"


 2 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
20.01.2016
14:02:32
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User DavidJacob


Für immer mein Vorbild und in meinem Herzen.....Bangarang Peter.


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#2
20.01.2016
22:52:31


(+2, 4 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Ich habe den Film gesehen und kann die Kritik nicht ganz nachvollziehen. Die Ereignisse sind eben nicht vorhersehbar. Die Dramatik dieses Lebens im Verborgenen und der Folgen des Bruches mit der alten Routine sind allgegenwaertig. Und dabei nicht vordergruendig, sondern genau so dosiert, wie es in der Realitaet immer wieder geschieht. Aber nur der betroffenen Person spuerbar ist.

Ein Drama, dass allein im Kopf dieses einen Menschen geschieht. Waerend zugleich die Welt drum herum Stueck fuer Stueck in Truemmer geht.

Das ist fuer mich der grossartigste Auftritt vom Robin Williams. Unglaublich beruehrend. Ein Film, den ich immer empfehlen wuerde!


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