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  • 20.01.2016, 14:37h           2      Teilen:   |

Ägypten

Mona Iraqi im Berufungsverfahren freigesprochen

Artikelbild
Mona Iraqi hat sich immer im Recht gefühlt - und ist weiter im ägyptischen Fernsehen zu sehen

Die homophobe Journalistin, die im ägyptischen Fernsehen 26 mutmaßliche Schwule bloßgestellt hatte, muss nun doch nicht ins Gefängnis.

Ein Berufungsgericht in Kairo hat am Montag nach einem Bericht der Zeitung "Al-Ahram" die Journalistin Mona Iraqi vom Vorwurf der Verleumdung und der Verbreitung von Falschmeldungen freigesprochen.

Verhandelt wurde ein Fall von Ende 2014, als Iraqi die Polizei zu einem Hamam gerufen hatte, in dem angeblich homosexuelle Kontakte stattfanden. Sie filmte daraufhin die Razzia, bei der dutzende Männer wegen angeblicher "sexueller Ausschweifungen" verhaftet wurden (queer.de berichtete). Anschließend strahlte sie die Bilder unverpixelt in ihrer inzwischen eingestellten Sendung im Privatkanal "Al-Kahera Wal-Nas" aus. 26 Männer wurden daraufhin angeklagt, allerdings sind inzwischen alle aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden (queer.de berichtete).

In erster Instanz war Iraqi vor zwei Monaten noch zu einer sechsmonatigen Haftstrafe und einer Geldstrafe von umgerechnet 1.200 Euro verurteilt worden (queer.de berichtete). Sie blieb aber auf Kaution in Freiheit.

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Internationale Kritik

Menschenrechtsaktivisten hatten die Journalistin scharf kritisiert. Der deutsche Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Grüne) hatte wegen der Verbreitung von Hass ein Einreiseverbot gegen Iraqi gefordert. Die Journalistin erklärte stattdessen, dass sie in ihrer Sendung lediglich über Leute berichten wollte, die für die Verbreitung von Aids verantwortlich seien. Auch heute noch beharrt sie darauf, keine Fehler gemacht zu haben. Sie ist inzwischen Moderatorin einer neuen investigativen Sendung namens "Achtung", die im privaten TV-Anbieter "Al-Mehwar" gezeigt wird.

Homosexualität ist in Ägypten zwar nicht direkt strafbar, Schwule werden allerdings mit Hilfe von Gummiparagrafen verfolgt. Ihnen wird zur Last gelegt, dass sie die öffentliche Ordnung gefährden würden oder sich der "moralischen Verdorbenheit" oder der "Verletzung der Lehren der Religion" schuldig gemacht hätten. Für die Regierung unter Staatschef Abdel Fattah al-Sissi sind derartige Verurteilungen auch heute noch eine willkommene Gelegenheit, Stärke zu zeigen, denn laut einer Umfrage des "Pew Research Global Attitudes Project" aus dem Jahr 2013 glauben 95 Prozent der Ägypter, dass die Gesellschaft Homosexualität nicht akzeptieren dürfe. (dk)

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Tags: ägypten, mona iraqi
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Reaktionen zu "Mona Iraqi im Berufungsverfahren freigesprochen"


 2 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
20.01.2016
19:35:53


(+4, 4 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"26 Männer wurden daraufhin angeklagt, allerdings sind inzwischen alle aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden "

Wenn die Nachricht nicht so große internationale Wellen geschlagen hätte, währen diese Männer auch nicht verurteilt worden?


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#2
21.01.2016
06:24:36


(+2, 2 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar


was will man von einer diktatur erwarten?

Link zu www.morgenpost.de


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