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  • 21.01.2016, 12:23h           14      Teilen:   |

Neue Selbstverpflichtungserklärung

Londoner CSD grenzt sich von Rechtspopulisten in den eigenen Reihen ab

Artikelbild
UKIP-Aktivisten beim Londonder CSD 2015 (Bild: LGBTQ* in UKIP)

Nach einer Teilnahme von UKIP-Mitgliedern fordert der Pride von Demogruppen zukünftig, dass sie sich zum Kampf um die LGBT-Emanzipation bekennen.

Von Norbert Blech

Ist der CSD eine Veranstaltung für alle Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und ihre Freunde oder nur für die, die auch die Ziele der Bewegung teilen? Der nicht ganz neue Streit hat nun in London zur Erstellung einer schriftlichen Verpflichtung geführt, die alle Gruppen unterzeichnen müssen, die an der Parade teilnehmen wollen.

Hintergrund ist die Teilnahme mehrerer Mitglieder der rechtspopulistischen Partei UKIP an der letztjährigen Demonstration. Der CSD hatte die Beteiligung der UK Independence Party zunächst nach Protesten recht spät untersagt, mit einem ungalanten Verweis auf Sicherheitsbedenken und dem Hinweis, dass das Verbot "nicht auf politischer Grundlage" basiere (queer.de berichtete).

Mehrere Parteimitglieder liefen aber mit Flaggen und Parteilogos dennoch mit. Am Rande kam es zu kleineren Auseinandersetzungen mit einigen Pride-Teilnehmern, die sich von den Mitmarschierern gestört fühlten.

Fortsetzung nach Anzeige


Gemeinsamen Kampf voranbringen

Gruppen müssen nun unterzeichnen, dass man die "Werte der weltweiten Pride-Bewegung" wahrt mit dem Ziel der "Gleichheit und Menschenrechte, Akzeptanz und Inklusion für alle" unabhängig unter anderem von Herkunft, Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung, einer HIV-Infetion oder des Flüchtlings-Status.

"Wir bestätigen, dass wir am Pride in London teilnehmen im Geiste der Zusammenarbeit und der wechselseitigen Unterstützung", heißt es weiter in der Verpflichtung, "um dabei zu helfen, den Kampf um die LGBT+-Emanzipation voranzubringen und für die Gleichheit aller einzutreten".

Zum Ausschluss führen können homo-, bi- und transphobe, sexistische, rassistische oder sonstige diskriminierende Äußerungen von Mitgliedern der jeweiligen Gruppen und deren übergeordnete Organisationen. Auch Verhalten von Gruppenmitgliedern, das zu Störungen eines vorherigen oder anderen CSDs führte oder dessen Teilnehmer beleidigte oder diskriminierte, soll einen Ausschluss ermöglichen.

Youtube | Wie immer, wenn man den Westen spalten kann, war die russische Nachrichtenagentur Ruptly vor Ort, als es beim Londoner CSD zur Auseinandersetzung um die UKIP-Teilnahme kam

Unterstützer von Homophobie und Rassismus

Nimmt die Organisation diese Selbstverpflichtung ernst, dürfte es schwierig werden mit einer Teilnahme von UKIP. In einem an erzchristliche Gruppen verteilten Manifest bedauerte die Partei im letzten Jahr etwa die Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare, die man abgelehnt habe, und forderte weite Ausnahmen für Christen von Antidiskriminierungsregelungen.

Parteiführer Nigel Farage fiel in einer TV-Debatte auf, als er sich beklagte, dass HIV-positive Ausländer nur nach Großbritannien kämen, um das staatliche Gesundheitssystem auszunutzen. Viele UKIP-Kandidaten äußerten sich explizit homophob: Ein Stadtrat machte die Ehe-Öffnung für die Überflutungen in Großbritannien verantwortlich, ein Kandidat fürs Unterhaus bezeichnete Homosexuelle in sozialen Netzwerken abwertend als "Arse Bandits".

Die Liste homophober Ausfälle ist lang, das Spiel mit dem Vorurteil betreiben dabei auch homosexuelle UKIP-Anhänger: Der schwule Glasgower Europaabgeordnete David Coburn diffamierte Befürworter einer Ehe-Öffnung etwa als "Gleichstellungs-Nazis" und meinte, dass diese "nur irgendeiner Tunte hilft, die gerne im Hochzeitskleid zur Musik der Village People zum Altar schreitet".

Die Vereinigung von Parteihomos, die Gruppe "LGBTQ* in UKIP", setzt sich vor allem für die Ziele der Partei und wenig für die Emanzipation von LGBT ein. Im letzten Jahr feierte sie das öffentliche Trans-Coming-out von Kellie Maloney, die als ehemaliger Boxmanager 2004 bei der Oberbürgermeisterwahl in London für UKIP angetreten war – damals mit zahlreichen homophoben und rassistischen Äußerungen (queer.de berichtete).

Auseinandersetzungen in Deutschland


Konfrontation beim Berliner Stadtfest 2013, Foto: Uwe Steinert


Wer an einem CSD teilnehmen darf oder sollte, führt auch in Deutschland immer wieder zu Debatten. 2013 wollte die rechsextreme Wählervereinigung "Pro Köln" an der Pride-Demo der Domstadt teilnehmen, die bewusste Provokation wurde aber durch einen klaren Beschluss der CSD-Mitgliederversammlung verhindert (queer.de berichtete).

Für weniger Einigkeit sorgte ein Ausschluss der CDU vom Berliner CSD im gleichen Jahr (und nur in diesem, queer.de berichtete). Die LSU durfte hingegen mit einem Wagen teilnehmen; die Vereinigung von Lesben und Schwulen in der Union setzt sich, wenngleich mit wenig Erfolg, ausdrücklich inner- und außerparteilich für Ziele wie die Ehe für alle ein.

Für Aufregung sorgte 2014 ein Stand der AfD am Rande des lesbisch-schwulen Stadtfests in Berlin (queer.de berichtete). Die Partei bekämpft LGBT-Rechte und war Vorantreiber der auf homophobe Stimmungsmache gründenden "Demo für alle" – die "Homosexuellen in der AfD" unterstützen diesen Kurs und homophobe Spitzenkandidaten wie die Berliner Politikerin Beatrix von Storch ausdrücklich.

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Tags: ukip, rechtspopulismus, london, csd
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Reaktionen zu "Londoner CSD grenzt sich von Rechtspopulisten in den eigenen Reihen ab"


 14 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
21.01.2016
13:07:38


(-8, 10 Votes)

Von Johannes45


Ein Ausschluss der AfD von den CSDs in Deutschland würde ich unterstützen, während ich diesen bei der neugegründeten Partei Alfa von Bernd Lucke oder auch bei der CDU, wie dies in Berlin geschehen ist, für falsch halte.

Denn auch die CDU hat sich mittlerweile, auch wenn sie die Eheöffnung mehrheitlich torpediert, zumindest zur Gleichstellung im Wege eines Lebenspartnerschaftsinstitut bekannt und diesbezüglich im Herbst ein Rechtsbereinigungsgesetz ("das aber schlecht gemacht ist") verabschiedet.

Ein Aussschluss der Partei CDU, die ich NICHT 2017 wähle, von CSDs halte ich daher für nicht tragbar und richtig.

Bei der Partei AfD sehe ich es anders. Deren Zielsetzungen und Aktionen sind derart massiv homophob, dass ich eine Beteiligung der Partei AfD an CSDs ablehne. Und für die rechtsradikale Partei NPD gilt dies sowieso; ich hoffe dass das BVerfG die Partei NPD verbieten wird.


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#2
21.01.2016
13:20:55


(+2, 8 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #1 von Johannes45


""würde ich unterstützen""..

Ankündigung ohne Folgen..
Aufforderung an Andere..

Warum unterstützt Du den Ausschluß der AFD dann nicht wirklich, sondern "würdest" es nur tun ?
Welche Voraussetzungen müssen hier noch zusätzlich erfüllt werden ?
Und welchen Unterschied gibt es angeblich zwischen der AFD und der ALFA ?

Die "neue" ALFA besteht doch in diesem Jahr aus dem gleichem "Personal", welches im letztem Jahr noch die Parteigremien der AFD besetzt hatte, und deren Ausschluß damit doch unterstützenswert war..
Macht der "neue Name" diese Leute also plötzlich zu anderen Leuten mit anderen Positionen ?
Durch welchen Zaubertrick ?


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#3
21.01.2016
13:27:34


(-3, 7 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #2 von TheDad


Warum unterstützt Du den Ausschluß der AFD dann nicht wirklich, sondern "würdest" es nur tun ?

--> Ich sitze nicht im Vorstand eines CSD-Vereins und kann dies daher auch nicht entscheiden. Daher schreibe ich "würde".

Das dürfte auch auf Dich zutreffen, denn Du bist sicherlich nicht im Vorstand eines CSD-Vereins und auch sonst in keinem einzigen LGBT-Verein, den Du mit Mitgliedsbeiträgen unterstützt...ich aber schon !!!

Bei Dir kommt doch nur "heiße Luft".


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#4
21.01.2016
13:49:10


(0, 4 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #3 von Johannes45


""--> Ich sitze nicht im Vorstand eines CSD-Vereins und kann dies daher auch nicht entscheiden. Daher schreibe ich "würde".""..

Vorstand ?
Leitungsfunktionen entscheiden nicht allein darüber..

Es genügt schon einfaches Mitglied im CSD-Verein zu sein..
Und so wird aus einem "würde" dann ein "ich tu es"..
Recht einfach..

""Das dürfte auch auf Dich zutreffen, denn Du bist sicherlich nicht im Vorstand eines CSD-Vereins und auch sonst in keinem einzigen LGBT-Verein, den Du mit Mitgliedsbeiträgen unterstützt...ich aber schon !!!""..

Du irrst..

""dürfte""..
Dürftige Vermutung..


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#5
21.01.2016
14:04:53


(-4, 8 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #4 von TheDad


@TheDad
"Du irrst.."

Ach erzähle hier keine Märchen... wo engagierst Du dich denn in einem Verein...bitte nicht bei den hoffnungslos einflusslosen Schwusos, das traue ich Dir allenfalls zu.


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#6
21.01.2016
14:16:21


(-3, 7 Votes)

Von Fightrightleft


Die AFD auszuschließen ist Ok. CDU und ALFA, sollten eine Berechtigung haben. Jedoch ist auch die Linksextreme Szene nur pseudo-Pro Homo,. Ich habe mit diesen Linksradikalen Verfassungsfeinden nur schlechte Erfahrungen gemacht. Ein ehemaliger Bekannter von mir, ist Radikal Links, sein Lieblingswort war immer "Schwule Sau, es sind noch viel krassere Dinge in diesem Zusammenhang geäußert worden, es ging bis hin zu Mordaufrufen. Eine Frau die ebenfalls radikal Links einzustufen ist, hat zu mir gesagt das eine Bekannte von ihr immer sagt Schwul sein sei des Teufels, und alle Homosexuellen gehören umgebracht. Sie würde diese Frau sehr schätzen, den es handele sich um eine "tüchtige Frau. " Diese Linksextremen sollten auch vom CSD ausgeschlossen werden. Ihnen geht es nur um ihre verlogene Ideologie, nicht um uns. Viele sind verdeckt Homophob, viele sympathisieren auch mit Russland und Putin. Andere wieder geben sich zwar Homofreundlich, akzeptiert wirst du aber nur, wenn du dich auch von Homophoben Migranten auf dem CSD anspucken lässt, ansonsten bist du für die gleich ein Nazi. Das wir uns nicht falsch verstehen, mir geht es nicht darum Migranten unter Generalverdacht zu stellen, es gibt auch Deutsche Homophobe, jedoch gibt es in manchen Vierteln Deutscher Großstädte Probleme denen man sich stellen muss.


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#7
21.01.2016
14:27:15


(+1, 7 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #5 von Johannes45


""wo engagierst Du dich denn in einem Verein""..

Das geht Dich als ""langjähriges Mitglied im LSVD"" nix an..

""bitte nicht bei den hoffnungslos einflusslosen Schwusos, das traue ich Dir allenfalls zu.""..

Die Rede war von Vereinen, nicht von Parteien und ihren Organisationen..


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#8
21.01.2016
15:16:25


(-3, 7 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #7 von TheDad


@TheDad
Das geht Dich als ""langjähriges Mitglied im LSVD"" nix an..

""bitte nicht bei den hoffnungslos einflusslosen Schwusos, das traue ich Dir allenfalls zu.""..

Die Rede war von Vereinen, nicht von Parteien und ihren Organisationen..

--> Also wer sich nicht einmal traut, hier im Forum dies zu bennen, der ist auch in keinem LGBT-Verein drin...

Wahrscheinlich hast du da auch etwas verwechselst, da du wohl deinen Barhocker in der schwulen Kneipe um die Ecke bei Dir gemeint hast.


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#9
21.01.2016
16:25:37


(-4, 4 Votes)
 
#10
21.01.2016
18:38:17


(-1, 5 Votes)

Von Torsten_Ilg
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Zunächst kann ich auch bei der heutigen AfD und den dort verbliebenen "Schwulen & Lesben" keinerlei Ambitionen erkennen, sich für gleiche Rechte einzusetzen. Der liberale Flügel ist komplett ausgetreten, bzw. marginalisiert. Was soll die AfD also auf dem CSD? Ich kenne keinen einzigen bürgerlichen Schwulen und keine Lesbe, die jetzt noch zur AfD steht. Dies war 2014 noch komplett anders. - Ich bekomme zwar ab und zu Mitteilungen, dass Menschen es schade finden dass wir es in Deutschland nicht schaffen, eine Partei wie die britischen Konservativen zu etablieren, die den politischen Spagat zwischen Wertkonservativismus, Liberalismus und EURO-Kritik erfolgreich praktiziert und zudem sehr homofreundliche Politik umgesetzt hat. Es ist wie es ist. Es kam bei mir zum Bruch u.a. wegen des homofeindlichen Kurses der Gruppe "Homosexuelle in der AfD", die sich dem "christlich-fundamentalistischen" Dunstkreis von Frau von Storch (FREIE WELT) regelrecht angebiedert hat. Der Kampf um den richtigen Kurs der Partei ist vorbei.


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