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  • 21.01.2016, 16:33h           29      Teilen:   |

"Es ist Zeit"

Italien: Massen wollen für Lebenspartnerschaft demonstrieren

Nicht nur in über 70 italienischen Städten, sondern auch in London oder Berlin wird demonstriert
Nicht nur in über 70 italienischen Städten, sondern auch in London oder Berlin wird demonstriert

Kurz vor der ersten Abstimmung über die Einführung einer Lebenspartnerschaft gehen am Samstag Tausende Schwule und Lesben auf die Straße – auch in Berlin.

In über 70 italienischen Städten wollen LGBT am Samstag für die Einführung einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft demonstrieren. Unter dem Titel "Italien, wach auf! Es ist Zeit" wollen sie der Regierung Druck machen, nach Jahren des Stillstandes endlich zu handeln.

Italien ist das einzige westeuropäische Land in der Europäischen Union, das homosexuelle Beziehungen bislang rechtlich nicht anerkennt – muss aber spätestens nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte aus dem letzten Sommer handeln (queer.de berichtete).

Ministerpräsident Matteo Renzi hatte mehrfach eine Einführung der "Unioni Civili" angekündigt, die Initiative ließ aber lange auf sich warten – auch weil der christdemokratische Koalitionspartner wie auch mancher Politiker von Renzis eigener Partei die darin vorgesehene Stiefkindadoption ablehnt. Ein von der Senatorin Monica Cirinnà von der Demokratischen Partei (PD) erarbeiteter Gesetzentwurf zur Einführung des Rechtsinstituts liegt dem Parlament bereits seit Oktober vor (queer.de berichtete). Am 28. Januar soll nun das Parlament dazu erstmals debattieren.

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Auch Homo-Gegner demonstrieren

Eine Woche nach den LGBT und ihren Freunden wollen Gegner der Gleichstellung in Rom demonstrieren, wie bereits im letzten Sommer
Eine Woche nach den LGBT und ihren Freunden wollen Gegner der Gleichstellung in Rom demonstrieren, wie bereits im letzten Sommer

Vor dieser Abstimmung wird in Komitees noch um Änderungen und Ergänzungen gerungen. Möglich sind Einschränkungen bei der Frage des Adoptionsrechts oder auch ein klarstellendes Verbot zur Leihmutterschaft. Renzi hat bei den Verhandlungen den Vorteil, dass er mit den Stimmen der oppositionellen Fünf-Sterne-Bewegung des Ex-Komikers Beppe Grillo rechnen kann.

Der Druck von der Straße auf die Parlamentarier geht dabei nicht nur von Lesben und Schwulen aus: Für den 30. Januar haben kirchliche und konservative Gruppen zu einer Großkundgebung in Rom aufgerufen. "Eine Veranstaltung, die das Parlament dazu aufruft, das Gesetz zu Lebenspartnerschaften zurückzuziehen", wie es die italienische Seite von "Manif pour tous" zusammenfasst. An diesem "Tag der Familie" wollen sich auch einige Regierungspolitiker beteiligen.

Im letzten Sommer hatte das von der katholischen Kirche massiv unterstützte Protestbündnis bereits 300 bis 400 tausend Menschen auf die Straßen Roms gebracht, um gegen die rechtliche Anerkennung von Homo-Paaren zu demonstrieren. Die Kirche schaltet sich auch ansonsten mit zahlreichen Botschaften in den Kulturkampf ein (queer.de berichtete): "Nicht alle Wünsche sind Rechte, nicht alle Formen des Zusammenlebens können der Ehe gleichgestellt werden", ließ die Bischofskonferenz vor wenigen Tagen verlauten.

Demo auch in Berlin

Die Kampagnen für und gegen die Lebenspartnerschaft sind professionell und groß angelegt. Eine derartige Mobilisierung hat Italien lange nicht erlebt.
Die Kampagnen für und gegen die Lebenspartnerschaft sind professionell und groß angelegt. Eine derartige Mobilisierung hat Italien lange nicht erlebt.

Wenn in Italien die Menschen am Samstag für die Homo-Ehe auf die Straße gehen, sollen sie auch aus anderen europäischen Städten Unterstützung erhalten – so aus Berlin, wo vor der italienischen Botschaft (Hiroshimastraße 1 am Tiergarten) ab 15.45 Uhr eine Kundgebung angemeldet ist.

"Wir treffen uns vor der italienischen Botschaft und um 16 Uhr lassen wir unsere Wecker gleichzeitig klingen", heißt es in der Ankündigung auf Facebook. "Alles sollte aufgenommen (Videos und Photos) und auf FB gepostet werden! Dasselbe passiert gleichzeitig in mehr als 80 Städten in Italien und Europa." Die Organisation Arcigay bietet eine Übersicht aller Proteste.

Wer meint, sich zumindest virtuell beteiligen zu müssen, kann auch eine Petition der amerikanischen Organisation allout an Premierminister Renzi unterzeichnen. Die Aktion scheint aber in keinem Kontakt zu LGBT-Organisationen in Italien zu stehen.

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Tags: italien, lebenspartnerschaft, homo-ehe
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Reaktionen zu "Italien: Massen wollen für Lebenspartnerschaft demonstrieren"


 29 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
21.01.2016
17:47:40


(+7, 7 Votes)

Von Proud


Es wird Zeit, dass die Ländern, die bisher noch gar keine rechtliche Anerkennung haben den ersten Schritt machen. Und Länder, die bereits den ersten Schritt gemacht haben, sollten endlich den Schritt zur vollen Gleichberechtigung vollziehen.

So wie Deutschland, Schweiz und Österreich zum Beispiel..

Falls ich an dieser Stelle mal etwas Werbung für entsprechende Kampagnen machen darf:

Österreich:
Link:
twitter.com/ehegleich


Schweiz:
Link:
twitter.com/gemeinsamweiter

&
Link:
twitter.com/AvanconsE


Deutschland:
Link:
twitter.com/_EheFuerAlle_


International:
Link:
twitter.com/rootequality/lists/me-campaigns1/membe
rs


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#2
21.01.2016
18:26:50


(+7, 7 Votes)

Von Felix


Hoffentlich gehen ganz viele Menschen (auch Heteros) so lange auf die Straße, bis das Ziel erreicht ist. Hier geht es schließlich um eine zentrale Menschenrechtsfrage.


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#3
21.01.2016
18:38:17


(-2, 4 Votes)

Von Johannes45


Die Chancen, dass der Gesetzentwurf zum Lebenspartnerschaftsinstitut und zur Öffnung der Standesämter durch den italienischen Senat und das Italienische Unterhaus kommen, sind diesmal sehr hoch.

Denn nicht nur die meisten Senatoren und Abgeordneten der sozialdemokratischen Regierungspartei Partido Democratico von Renzi werden zustimmen, auch die oppositionelle Protestpartei der Fünf-Sterne-Bewegung von Beppe Grillo signalisiert Zustimmung. Ebenso werden wohl die Vertreter der kleinen links-ökologischen Partei "Sinistra Ecologia Libertà " zustimmen und ebenso die kleine liberale Partei "Scelta Civica" von Mario Monti.

Die Abstimmung dürfte im Senat "knapper" ausfallen als im Unterhaus, weil die Mehrheiten für Renzi im Unterhaus größer sind als im Senat.

Wenn dann Italien dies umsetzt, haben von den 28 Mitgliedsstaaten es 22 Staaten geschafft und die Standesämte für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet.

Es fehlen dann in der EU "nur" noch Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Rumänien und Bulgarien in Osteuropa.

Der Gesetzentwurf ist deswegen in meinen Augen so wichtig, weil mit Italien das Kernland des Katholizismus endlich es schafft, gleichgeschlechtliche Paare staatlicherseits anzuerkennen.

Nach Jahrhunderten der Unterdrückung der Rechte homosexueller Paare erleidet die Vatikanleitung einen empfindliche Niederlage bei diesem Thema und das freut mich.

Der Vatikan sollte besser der EKD-Landeskirche Rheinland oder der Landeskirche Hessen-Nassau sowie den skandinavischen lutherischen Kirchen in Schweden, Norwegen, Dänemark und Island folgen und endlich kirchliche Trauungen für homosexuelle Paare vor dem Altar ermöglichen.


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#4
21.01.2016
18:55:28


(+2, 6 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #3 von Johannes45


"Nach Jahrhunderten der Unterdrückung der Rechte homosexueller Paare erleidet die Vatikanleitung einen empfindliche Niederlage bei diesem Thema und das freut mich. "

ACH? Auf einmal??
Neulich hast du dich noch gegen die Tatsache gewehrt, dass der Vatikan und sein Einfluss schuld daran sei, dass es in Italien noch nicht mal eine ELP gibt und queer.de vorgeworfen, sie würden die angeblich positive Haltung von Papst Franziskus tendenziell falsch wiedergeben und ihm eine feindliche Haltung unterstellen.
Dazu wie immer das Ganze mit einer ganzen Link-Liste garniert. Und darauf bestanden, dass man auf offiziellen katholischen Seiten nichts dazu lesen könnte.
Woher kommt die plötzliche Erkenntnis?


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#5
21.01.2016
19:04:45


(-1, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Eine Veranstaltung, die das Parlament dazu aufruft, das Gesetz zu Lebenspartnerschaften zurückzuziehen"

Da muß man alle beteiligten Personen einsperren, den sie demonmstrieren gegen Menschenrechte und wer gegen Menschenrechte demonstriert muß mit Konsequenzen rechnen.


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#6
21.01.2016
19:31:23


(-3, 5 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #4 von David77


@David77
"angeblich positive Haltung von Papst Franziskus tendenziell falsch wiedergeben "

-- > Du kannst leider nicht differenziert argumentieren und beobachten, das ist bedauerlich an Dir, David77.

1. Es ist historischer Fakt, das gerade die katholische Kirchenleitung sehr viel Schuld im Laufe der Jahrhunderte auf sich geladen hat, was den ethischen und theologischen Umgang mit homosexuellen Paaren angeht. Da erinnere ich nur an die Verfolgungen im Mittelalter und wie dort der "Hexenhammer" die Menschen zu bestialischen Todesarten verurteilte. Sicherlich waren darunter auch homosexuelle Opfer.

Es ist ebenso historischer Fakt, dass gleichwohl gerade auch in den Klöstern und unter den Talaren der Priester homosexuelle Menschen Schutz gefunden haben und dort abseits ein verstecktes Leben führen konnten, wo sie nicht danach gefragt wurden, warum sie denn nicht eine Frau heiraten. Selbst heute noch gibt es schwule Männer - auch in Deutschland - die sich hinter dem Priesterrock verstecken und selbst in meinem Bekanntenkreis habe ich schwule Priester, von denen einer heimlich einen Freund hat, der immer ganz hinten in der Kirche am Sonntag sitzt und wo nur ein ganz kleiner Freundeskreis dies weiß.

2. Es ist historischer Fakt, dass diese zölibatär lebende Männertruppe des Vatikans der Lesben- und Schwulenbewegung es im letzten Jahrhundert sehr schwer gemacht hat und in den einzelnen Länder waren es gerade auch immer römisch-katholische Kleriker, die die Öffnung der Standesämter angegriffen und verurteilt haben.

3. Es ist mittlerweile auch historischer Fakt, das im Unterschied zur Vatikanleitung in den letzten Jahrzehnten zunehmend evangelische, altkatholische und anglikanische Kirchenleitungen sich hier ethisch und theologisch von der Haltung im Vatikan gelöst haben. Während "Polenpaule" und "Ratzinger" massiv gegen diese gesellschaftliche Liberalisierung ankämpften, wurden in anderen christlichen Kirchen Personen wie Eva Brunne, Nancy Wilson, Gene Robinson oder auch hier in Deutschland mit Horst Gorski offen homosexuelle Menschen zu Bischöfen und führenden Geistlichen geweiht/ernannt.

4. Was nun Franziskus angeht: in der Tat bewerte ich Ihn anders, als es Du es machst.

Franziskus ist in meinen Augen beim LGBT-Thema ein "Übergangspapst", der erstmals Liberalisierungen in die römisch-katholische Kirche hinein trägt: "Wer bin ich, mir darüber ein Urteil anzumassen", erklärte er vor Journalisiten.

Ich kann bekennende Atheisten wie Dich nur immer wieder dazu auffordern, betrachte die gesamte historische Entwicklung bei der römisch-katholischen Kirche und versuche differenzierter das Thema zu betrachten und zu analysieren.


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#7
21.01.2016
19:31:36


(+6, 6 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Ich hoffe, dass es diesmal klappt. Mamma mia! Italien verdient mehr als die aktuelle Situation. Sogar Merkels Deutschland ist schon ein bisschen weiter.


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#8
21.01.2016
19:48:30


(+2, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Johannes45


""-- > Du kannst leider nicht differenziert argumentieren und beobachten, das ist bedauerlich an Dir, David77.""..

""1. Es ist historischer Fakt, das gerade die katholische Kirchenleitung sehr viel Schuld im Laufe der Jahrhunderte auf sich geladen hat, was den ethischen und theologischen Umgang mit homosexuellen Paaren angeht.""..

""homosexuelle Paare"" ?

Wo bleibt den dort die "Differenzierung", und vor allem die Beschreibung der VIELFALT der Menschen, die durch die RKK verfolgt, unterdrückt, ermordet, diskriminiert wurden ?

Dein sprachlicher TUNNELBLICK auf Paare ist vollkommen UNANGEMESSEN !


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#9
21.01.2016
20:17:13


(+3, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #6 von Johannes45


Zu Punkt vier, wenn es so sein sollte, wie Du "meinst", warum hat er dann beim Philipinenbesuch oder in der Slowakei, gegen uns sich geäußert?


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#10
21.01.2016
20:18:38


(-2, 4 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #8 von TheDad


@TheDad
"homosexuelle Paare"" ?

Auch gegenüber homosexuellen/bisexuellen Singles, das ist logo.

---------
ABER natürlich steht das Verhältnis Pflichtzölibat im Amt der römisch-katholischen Kleriker in bezug auf Paarbindungen homosexueller Menschen massiv im Schnittpunkt der Debatte bei der rk Kirche und gerade dieses Pflichtzölibat bei den katholischen Klerikern gilt es aufzuweichen, so wie es Martin Luther umgesetzt hat, als er seine Katharina von Bora geheiratet hat.

Das Pflichtzölibat sollte in ein freiwiilliges Zölibat umgewandelt werden, so dass auch verheiratete oder in einer Partnerschaft sich befindliche Menschen rk Priester/Kleriker werden können. Meines Erachtens würde sich dann das Denken und Verhalten der rk Klerikerschicht verändern. Hierzu ist schon viel geschrieben und gesagt worden...


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