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Streit um die "Unioni Civili"

Rom: Rechtsextremes Plakat vor Homo-Zentrum


Über Nacht war diese Verschönerung des Homo-Zentrums von Rom aufgetaucht und als Bedrohungsversuch wahrgenommen worden

Einen Tag vor Massendemonstrationen für die Einführung einer Lebenspartnerschaft in Italien soll die Szene offenbar eingeschüchtert werden.

"'Gender', Adoptionen, Gay Pride – Mit diesen Albernheiten seid ihr es, die unsere Freiheit angreifen" – so lautet der Aufdruck eines Spruchbandes, das Unbekannte in der Nacht zum Freitag am "Gay Center" von Rom angebracht haben.

Auch das ein Hakenkreuz andeutende Logo der Bewegung "Azione Frontale" wurde an die Wand geklebt. Die rechtsextreme Organisation sei bekannt für solche Aktionen, speziell im Bereich des Antisemitismus, schreibt das Zentrum auf seiner Webseite.

"Das ist sehr ernst", meint Zentrums-Sprecher Fabrizio Marrazzo. Die Community solle so kurz vor den für Samstag geplanten Großdemonstrationen zur Einführung eines Instituts der Lebenspartnerschaft eingeschüchtert werden. Er forderte eine dringende Aufklärung durch die Sicherheitsbehörden.

Großmobilisierung für und gegen die Homo-Ehe


"Es ist Zeit" – Plakat für die Kundgebung in Berlin im einheitlichen Design aller Proteste

In über 80 Städten im In- und Ausland wollen LGBT am Samstag zeitgleich Kundgebungen abhalten, um ein Zeichen für die "Unioni Civili" zu setzen (queer.de berichtete). In Deutschland ist eine größere Kundgebung vor der italienischen Botschaft in Berlin (Hiroshimastraße 1 am Tiergarten) ab 15.30 Uhr geplant, die Organisation hat "Enough is Enough" übernommen. Auch für München wurde inzwischen eine Kundgebung angemeldet (16.30 Uhr Marienplatz am Fischbrunnen), eine weitere soll ab 15 Uhr vor dem Italienischen Konsulat in Frankfurt stattfinden (Kettenhofweg 1).

Anlass ist ein Gesetzentwurf zur Einführung von Lebenspartnerschaften für homosexuelle Paare, der nächste Woche erstmals im Parlament beraten wird. Er ist auch innerhalb der Regierung umstritten und sorgt seit Monaten für Debatten. Gegner einer Gleichstellung haben für den folgenden Samstag zu einer erneuten Großkundgebung nach Rom geladen; neben erzkonservativen Gruppen bewirbt auch die katholische Kirche den "Tag der Familie". Papst Franziskus betonte am Freitag, dass es keine Verwechslung geben dürfe zwischen der Familie, wie sie von Gott gewollt sei, und allen anderen Formen von Beziehung.

Fabrizio Marrazzo vom Gay Center meint, die nächtliche Aktion am Zentrum sei Ausdruck dieser wütend geführten Debatte, die zu einem Kulturkampf und einem Angriff auf die Rechte von LGBT eskaliert sei. Auch wer LGBT kriminalisieren wolle, müsse sich nun einige Fragen gefallen lassen, meinte er in Bezug auf einem am Donnerstag bekannt geworden Änderungsantrag zu dem Gesetzentwurf.

Änderungsantrag verknüpft Homo-Ehe mit Strafandrohung

Diesen Änderungsantrag, mit weiteren wird vor der ersten Lesung am nächsten Donnerstag gerechnet, wurde von katholischen Senatoren von Renzis Regierungspartei eingebracht.

In dem sich vor allem um die Frage der Stiefkindadoption für Homo-Paare entzündenden Streit über die Lebenspartnerschaft schlagen sie als "Kompromiss" vor, dass gleichgeschechtliche Paare nachweisen müssen, dass ihre Kinder nicht durch eine Leihmutter ausgetragen wurden. Ansonsten soll ihnen Haft drohen.

Die LGBT-Organisation Arcigay nannte die Pläne "unanständig": "Ein Gesetz mit dem Vorhaben, Rechte anzuerkennen, kann nicht in eines umgewandelt werden, dass Menschen kriminalisiert", meinte Gabriele Piazzoni. Ein solches Lebenspartnerschaftsgesetz sei "weltweit einmalig". (cw)



#1 LucaAnonym
  • 22.01.2016, 14:46h

  • Einschüchterung war immer schon eine Taktik der Rechten.

    Und zum Inhalt dieser anonymen Aussage:
    Wie soll etwas die Freiheit von Menschen bedrohen, was für sie und ihr Leben keinerlei Änderung bringt?
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#2 ursus
  • 22.01.2016, 15:17h
  • >"Papst Franziskus betonte am Freitag, dass es keine Verwechslung geben dürfe zwischen der Familie, wie sie von Gott gewollt sei, und allen anderen Formen von Beziehung."

    so sieht es also aus, wenn ein papst verspricht, sich "aus der diskussion herauszuhalten"?

    mit verlogener doppelzüngigkeit scheinen katholische amtsträger grundsätzlich weniger probleme zu haben als mit sozialen ungerechtigkeiten.
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#3 KatholibanWatchAnonym
  • 22.01.2016, 16:53h
  • Natürlich hat das Ganze wiederum NICHTS aber auch gar NICHTS mit dem Einfluss der RKK und dem Vatikan zu tun, der nur ZUFÄLLIG in Rom residiert, aber gesellschaftspolitisch so weit weg wie der Süpdol ist...

    "In dem sich vor allem um die Frage der Stiefkindadoption für Homo-Paare entzündenden Streit über die Lebenspartnerschaft schlagen sie als "Kompromiss" vor, dass gleichgeschechtliche Paare nachweisen müssen, dass ihre Kinder nicht durch eine Leihmutter ausgetragen wurden. Ansonsten soll ihnen Haft drohen."

    Und was soll dann den Kindern drohen? Eine Spätabtreibung in der 120. Woche, damit man die "Schande" vertuschen kann?
    Dass das gleiche Geschlecht in einer Partnerschaft auch WEIBLICH sein kann, soweit reicht deren Horizont natürlich nicht. Muss frau dann nachweisen, dass die Empfängnis eine befleckte war, damit alles gemäß der "Natur" verläuft? Obwohl man doch sonst eine unbefleckte Empfängnis als das höchste Ideal preist und einen Kult um die Mutter zelebriert.
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#4 nordpolAnonym
#5 hugo1970Profil
  • 22.01.2016, 18:11hPyrbaum
  • "Änderungsantrag verknüpft Homo-Ehe mit Strafandrohung"
    "In dem sich vor allem um die Frage der Stiefkindadoption für Homo-Paare entzündenden Streit über die Lebenspartnerschaft schlagen sie als "Kompromiss" vor, dass gleichgeschechtliche Paare nachweisen müssen, dass ihre Kinder nicht durch eine Leihmutter ausgetragen wurden. Ansonsten soll ihnen Haft drohen."

    Das Werk der katholischen scheinheiligen arschlöcher
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#6 GeorgGAnonym
  • 22.01.2016, 18:29h
  • "dass gleichgeschechtliche Paare nachweisen müssen, dass ihre Kinder nicht durch eine Leihmutter ausgetragen wurden."

    In diesem Punkt gebe ich ihnen Recht. Eine Leihmutterschaft ist verwerflich, egal ob bei Hetero- oder bei Homosexuellen!
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#7 FelixAnonym
  • 22.01.2016, 18:30h
  • >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    In dem sich vor allem um die Frage der Stiefkindadoption für Homo-Paare entzündenden Streit über die Lebenspartnerschaft schlagen sie als "Kompromiss" vor, dass gleichgeschechtliche Paare nachweisen müssen, dass ihre Kinder nicht durch eine Leihmutter ausgetragen wurden. Ansonsten soll ihnen Haft drohen.
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Was ist das denn für ein seltsames Verständnis von Rechtsstaatlichkeit?!

    (War ja klar, dass sowas nur von katholischen Politikern kommen kann...)

    Selbst wenn man Leihmutterschaft verbieten sollte, kann es doch nicht Aufgabe von Paaren mit Kindern sein, beweisen zu müssen, dass sie nicht dagegen verstoßen haben.

    Es ist nicht Aufgabe von Unschuldigen, ihre Unschuld zu beweisen!
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#8 TheDadProfil
  • 22.01.2016, 19:46hHannover
  • Antwort auf #6 von GeorgG
  • """dass gleichgeschechtliche Paare nachweisen müssen, dass ihre Kinder nicht durch eine Leihmutter ausgetragen wurden."

    In diesem Punkt gebe ich ihnen Recht. Eine Leihmutterschaft ist verwerflich, egal ob bei Hetero- oder bei Homosexuellen!""..

    Aber die Heteros müssen das nicht nachweisen..

    ""In Italien funktioniert eine große Anzahl von IVF-Zentren sowohl öffentlichen als auch privaten (allein in Rom sind 57 Reproduktionskliniken).
    Und in den meisten Provinzen geht die Behandlung zu Lasten des Staates.""..

    www.leihmutter-schaft.de/leihmutterschaft-in-europa/
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#9 Julian SAnonym
  • 22.01.2016, 19:49h
  • Da kann man gerade wieder in Italien sehen, wie die katholische Kirche zur Sicherung ihres Allmachtanspruchs und ihres Reichtums, ohne Rücksicht auf Verluste, hetzt und Hass schürt. Und welche Folgen das u.a. hat.

    Die schrecken wieder mal vor keiner Lüge, keiner Faktenverdrehung und keiner Panikmache zurück, um Italien am Fortschritt zu hindern.

    Und viele ihrer Schäfchen, die bewusst dumm gehalten werden, meinen sie kämen in eine erfundene "Hölle", wenn sie nicht blind der Kirche folgen.

    Ich kann nur hoffen, dass Vernunft, Menschenrechte und Liebe sich durchsetzen und den Hass und die Lügen besiegen.
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#10 KatholibanWatchAnonym
  • 22.01.2016, 20:27h
  • Antwort auf #6 von GeorgG
  • "Eine Leihmutterschaft ist verwerflich, egal ob bei Hetero- oder bei Homosexuellen!"

    Aber bei asexuellen minderjährigen unverheirateten Frauen ohne Zustimmung anscheinend nicht.
    Warum nicht?

    Ach ja: "Seid fruchtbar und mehret euch."
    "Ihr Kinderlein kommet".
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