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  • 23.01.2016, 10:37h           16      Teilen:   |

Österreich

Keine Witze auf Kosten von Lesben und Schwulen im Karneval

Artikelbild
Wagen zum Thema Homophobie in Russland beim Rosenmontagszug 2014 in Düsseldorf

Der Bund Österreichischer Faschingsgilden hat eine Ethik-Charta verabschiedet, die ab dieser Session gilt.

Im österreichischen Karneval soll es kein "Hohnlachen von Mehrheiten über Minderheiten" wie Lesben und Schwule mehr geben. Dies legte der Bund Österreichischer Faschingsgilden (BÖF) in einer neuen Ethik-Charta (PDF) fest.

"Humorvolle Kritik der Vorkommnisse und Narreteien des Alltags, die auf das Konto mehr oder weniger prominenter Zeitgenossen gehen, sind integraler Bestandteil von Fasching und Karneval", heißt es in der Selbstverpflichtung der Gilden. "Jedoch verletzende Attacken auf Wehrlose, Hohnlachen von Mehrheiten über Minderheiten, beißender Spott und Häme, Ironie und Sarkasmus – auch wenn sie zu Lachstürmen im Publikum führen – sind fehl am Platz. Lachen auf Kosten anderer hat am Ende immer einen schalen Nachgeschmack. Lachen miteinander bleibt in bester Erinnerung."

Die Formulierung wurde fast wortwörtlich aus der bereits 2008 verabschiedeten Ethik-Charta (PDF) des Bundes Deutscher Karneval e.V. (BDK) übernommen.

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Ethik-Charta ist "keine Zensur" und "kein Strafgesetzbuch"

Die Selbstbeschränkung will keinesfalls der Zensur Vorschub leisten, erklärte BÖF-Präsident Adi Mittendorfer gegenüber dem Portal nachrichten.at: "Für uns geht es darum, dass die Würde des Menschen unantastbar bleibt. Das ist bei Attacken auf Wehrlose und Hohnlachen von Mehrheiten über Minderheiten aber nicht der Fall."

Gleichzeitig verbietet die Ethik-Charta für den österreichischen Karneval allerdings auch scharfe Kritik an Religionen: "Fasching und Karneval dürfen niemanden in seinen Gefühlen verletzen. Das gilt in ganz besonderem Maße für den Umgang in religiösen Belangen", heißt es im dem vierseitigen Papier. "Ebenso wie alle anderen Weltreligionen hat das Christentum als die prägende Kraft europäischer Kultur und als Rahmenbedingung unseres Tuns den Anspruch auf gebührenden Respekt."

Die deutsche Ethik-Charta geht beim Thema Religion sogar noch weiter: "Wortwitz, der vor religiösen Kontexten nicht Halt macht, gehört nicht in die Fastnacht, den Fasching und den Karneval", heißt es in Paragraf sechs des Regelwerks.

Die Charta sei kein Strafgesetzbuch, stellte BÖF-Präsident Mittendorfer klar. Karnevalisten, die bei ihren Beiträgen eine Bestimmung verletzen, soll lediglich mit einem Ordnungsruf ins Gewissen geredet werden. (cw)

Links zum Thema:
» Die österreichische Ethik-Charta als PDF
» Die deutsche Ethik-Charta als PDF
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Tags: karneval, ethik-charta, faschingsgilde, österreich, witze
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 Karneval
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Reaktionen zu "Keine Witze auf Kosten von Lesben und Schwulen im Karneval"


 16 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
23.01.2016
12:22:56
Via Handy


(-1, 9 Votes)

Von Frage mich


überhaupt was an Karneval so toll sein soll außer sich besaufen und Lieder singen die man sonst maximal unter der Dusche trällert.
Auf Tusch wird auf Stunksitzungen und Umzügen dann geklatscht und gelacht.
Auf Kommando lustig sein...sowas blödes!


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#2
23.01.2016
12:31:21


(0, 6 Votes)

Von GeorgG


Freunde von mir waren von Düsseldorf in eine rheinische Kleinstadt gezogen. Einer der beiden ist Arzt. Das war damals wohl ein Thema für die Kleinstädter.
Am Rosenmontag sahen sich die beiden den Karnevalsumzug in ihrer Kleinstadt an.
Einer der Wagen zeigte einen Mann mit nacktem Hintern und eine Frau mit nacktem Busen. Darunter der Satz "Besser am Busen einer Frau als am Arsch des Doktors".


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#3
23.01.2016
12:36:04


(+2, 8 Votes)

Von AndyW


Super, wir werden immer konservativer.
Irgendwann wird es auch verboten sein, sich auf der Straße zu küssen, weil sich irgendeine Minderheit durch den Anblick diskriminiert fühlt.


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#4
23.01.2016
12:47:58


(-5, 9 Votes)

Von ehemaligem User wuermchen


Gab es denn überhaupt Hohnlachen über Minderheiten ?
Da würde ich gerne mal Beispiel sehen, was der Auslöser gewesen sein soll.
Wenn schon extra bekundet werden muss, dass es nicht um Zensur und Einschränkung geht, soll, dann kann man fast schon sicher sein, dass eben dieses das Ziel ist.
Insgesamt geht wohl auch eher um den zweiten Teil, dass Religionen nicht auf Zügen bedacht werden sollen. Und da haben wir ein weiteres Mosaiksteinchen zum Abgesang auf eine freie Gesellschaft.


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#5
23.01.2016
13:42:22
Via Handy


(+1, 9 Votes)

Von James Cock
Antwort zu Kommentar #4 von wuermchen


You are right. Niemand interessiert sich für LGBT, die wollen nur dafür sorgen, dass man die shit Religions nicht mehr auf die Schippe nehmen darf. Goodbye, freedom of speech!


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#6
23.01.2016
14:01:23


(+2, 6 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Damit könnte man heute sicher nochmal auftreten, wo das Thema "sexuelle Gewalt" so topaktuell ist...
Die Frauen in Köln freuen sich sicher...

Ob dieselben Macher heute nochmal zu ihrem Statement stünden? Die hätten doch sicher nichts dagegen, wenn es der nackte Busen der eigenen Frau ist, an dem jeder packt... Hauptsache nicht am Arsch eines Mannes...


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#7
23.01.2016
18:45:55


(+3, 7 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Wir sind nicht in Österreich und Karneval ist nun ja ... Karneval. Ist auch nicht mein Ding.
Ich sehe mit Besorgnis die Situation in Großbritannien, wo durch die überkorrekt angewandte political correctness selbst akademische Diskussionen zensiert und von überdrehten Studentenkreisen niedergebrüllt werden.
Da entsteht ein Klima, wo - übertragen auf unsere Verhältnisse - erst ein Kreis von Flüchtlingen darauf hinweisen muß, dass das kulturell oder religionsbedingte Verhalten gewisser junger Männer völlig am Arsch ist. Sagt man das als Deutscher, ist man Rassist oder verhält sich gegenüber diesen einigen wenigen Testosterontaliban ausländerfeindlich.
Ging mir zuletzt auch so, ein Tweet löste geballtes Aufschreien einiger Feministinnen aus.
Okay, man steht drüber, aber bestimmte Automatismen sind nervig. Hätte ich ein YouTube-Video mit den spontanen Äußerungen des bei uns lebenden jungen Irakers zu dem Thema veröffentlicht, wäre der Junge DER Held gewesen.

WIr haben aber als LGBTI-Community viele, regional durchaus unterschiedliche CSDs. Mit mal mehr, mal weniger deutlich formulierten politischen Ansprüchen. Auch Vorwürfen nicht politisch genug zu sein. Da muss keine Rücksicht auf sog. "religiöse Gefühle" genommen werden. Ich lehne Religion als institutionalisiserte Volksverdummung ab und stufe sie wie auch viele andere als antiquiertes und gefährliches Mittel zur Kontrolle der Bevölkerung ein. Wer das für sich im eigenen Kämmerlein oder den Vereinsräumen praktizieren will, mag das tun. Es ist sein gutes Recht.

Aber ich sehe nicht ein, auf dieses abstrakte Konstrukt "religiöse Gefühle" oder "Gott" Rücksicht zu nehmen. Da sch... ich drauf und wenn wer auch immer Blasphemie schreit!

So, finde ich, sollten wir auch CSDs nutzen, hier und da ein bißchen mehr das Selbstbewußtsein und der Anspruch von Charlie Hebdo täte uns ganz gut. Kirche & Co richten immer noch ein Wahnsinnsunheil an, was LGBTI-Jugendliche betrifft. Wenn u.a. in den USA 40% jugendlicher LGBTIs dem religiösen Wahn ihrer Eltern zum Opfer fallen und obdachlos werden, dann ist das etwas, was mir die Zornesröte ins Gesicht treibt. Und wenn dieser religiöse Wahn, egal ob evangelikaler oder katholischer Provenienz, bei uns in staatlichen Strukturen fröhliche Urständ oder Wiederauferstehung feiert, ist das m.E. etwas, was auch auf CSDs ohne Scheu thematisiert werden muß.
Wer sich in der gesellschaftlichen Diskussion entspechend positioniert, egal ob AfD, Pegida, Kelle, Kuby, Kirche, Steinbach etc., der muß
eben mit Gegenwind rechnen.


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#8
23.01.2016
19:43:05


(+4, 6 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014
Antwort zu Kommentar #3 von AndyW


Diese Minderheit mit solchen Forderungen haben wir bereits -- all die sonderbesorgten Eltern und theoretischen Quasi-Eltern, also solche, die zwar keine Kinder haben, aber ständig über Frühsexualisierung, Verführung zur Sünde, Kinderschutz ect. wettern, als auch deren Weggefährt_Innen_Es_Innen-und-Er_Innen, Männinnen, Frauinnen und etherealen Wesenheiten.

Für die ein öffentlicher Kuss so etwas wie die apokalyptische Overtüre zum Sittenverfall darstellt.


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#9
23.01.2016
21:28:45


(+3, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #8 von Homonklin44


"also solche, die zwar keine Kinder haben,"

Wie soll man Kinder kriegen, wenn man den Sex scheut, wie der teufel das weihwasser.


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#10
23.01.2016
22:24:38


(+4, 4 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014
Antwort zu Kommentar #9 von hugo1970


So, wie die glauben, hat doch der Sex nix mit Kindern zu tun.
Das macht doch alles der Heilige Geist! Eine Trinitätsfacette des oberetherealen Großmaestro Jahwe. Einige uralt-Katholen glauben, dass uneheliche Kinder keine gleichwertigen Menschen sein können, weil einzig in der Heiligen Ehe dieser Heilige Geist seinen (h)eiligst heiligen Job erledigt... (eigentlich ein flotter Dreier unter Angehörigen unterschiedlicher Entitätsklassen)

So verschoben, wie die denken, das verscharrst gar net, da hinterher zu kommen. Und das Schlimme ist, danach beurteilen die das Leben anderer.


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