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Die Anzeige der Adam Opel AG im aktuellen "Stern"

Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht, kommentiert das Projekt 100% MENSCH eine Werbeanzeige im "Stern" für das "automatische Notbremssystem". Wir dokumentieren die komplette Stellungnahme.

Im aktuellen "Stern" findet man auf Seite 93 eine Werbeanzeige der Adam Opel AG. Die Werbung ist unglücklich, der Slogan kann missverstanden werden und es bedarf schon einer sehr genauen Betrachtung der Anzeige, um die eigentliche Botschaft zu erkennen. Bevor aber der Shitstorm losbricht, möchten wir unsere Sicht auf diese Anzeige darstellen, denn sie ist unserer Meinung nach nicht homophob – im Gegenteil: sie stellt sich vor die LGBT-Community.

Zu den drei Figuren im Bild. Das schwule Pärchen wird von der linken Person angesprochen. Die Reaktion auf diese Ansprache ist dem Pärchen deutlich im Gesicht abzulesen. Die ablehnende Handbewegung der linken Figur (das ist kein Knickhändchen!) unterstreicht die negative Ansprache, die da lautet:

"Nichts gegen Schwule, aber…"

Weiter kommt er nicht, denn in diesem Moment greift das "Bremssystem" und stoppt die in sich schon homophobe Äußerung der linken Figur. Daher auch die "Deformation" des "aber". Unserer Meinung nach werden die Äußerungen ausgebremst.

Der Satz "Stoppen bevor es knallt" wäre somit keine Weiterführung des Satzes "Nichts gegen Schwule", sondern eine deutliche Absage gegen Homophobie. Die oben dargestellte Situation soll gestoppt werden, "bevor es knallt".

Die Werbung ist in unseren Augen leider wirklich misslungen. Die eigentliche positive Aussage kehrt sich angesichts der Verschlüsselung und der durchgehenden Farbe der beiden Sätze "Nichts gegen Schwule" und "stoppen bevor es knallt" in Gegenteil. Schade Opel! Gut gemeint ist in diesem Fall nicht gut gemacht.

ABER: Diese Werbung ist nicht homophob!!

Die Adam Opel AG ist seit 2007 Mitzeichnerin der Charta der Vielfalt und hat in ihrer "Betriebsvereinbarung zur Chancengleichheit und respektvollen Zusammenarbeit" auch mittelbare Diskriminierung ausdrücklich erwähnt und konsequentes Entgegentreten eingefordert.

Liebe Adam Opel AG! Wir freuen uns über Eure Unterstützung! Wir freuen uns über Firmen, die sich deutlich gegen Homo- und Transphobie sowie Menschenfeindlichkeit wenden! Bitte überprüft in Zukunft, ob eine Werbung missverstanden werden kann!! Diese ist ein deutlicher Fall und es wäre schade, wenn Euer Einstehen für Diversität und Gleichberechtigung durch unbedachte Werbemaßnahmen in der öffentlichen Wahrnehmung leiden würde!

Das Projekt 100% MENSCH



#1 hugo1970Profil
  • 23.01.2016, 13:03hPyrbaum
  • "Bitte überprüft in Zukunft, ob eine Werbung missverstanden werden kann!!"

    ...und bei LSBTTIQ Organisationen nachfragen, oder noch besser LSBTTIQ's einladen beim Erstellen sollcher Projekte!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 James CockAnonym
#3 KRikoAnonym
  • 23.01.2016, 13:38h

  • Man kann die Werbung auch im Sinne besorgter Eltern lesen: die kleine linke Person ist ein Kind, das von dem Pärchen adoptiert werden soll. Die Notbremse wird gezogen damit dies nicht passiert.

    "ich habe nichts gegen Schwule, aber" ...Kinder adoptieren sollen sie bitte nicht.

    So habe ich die Werbung zuerst gelesen.
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#4 thysonrexProfil
  • 23.01.2016, 14:47h Köln
  • Antwort auf #3 von KRiko

  • Ok. Das ist dann aber schon ganz schön um die Ecke gedacht. Auf diese Interpretation währ ich nicht gekommen.

    Ich hab die Anzeige so verstanden wie die Agentur es wohl auch gedacht hat. Und so gesehen ist die super. Man sollte die nochmal graphisch deutlicher gestalten, bevor man daraus eine Serie macht. Dumme Sätze gibt's ja einige, die eine Bremse Gebrauchen könnte.
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#5 AlexAnonym
  • 23.01.2016, 15:02h

  • Ich habe die Werbung nicht verstanden bevor ich den Artikeln gelesen habe.
    Mein Gedanke war: "Was wollen die mir damit sagen?"
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#6 miepmiep
  • 23.01.2016, 18:21h

  • Opel sollte mal schleunigst auch noch ein automatisches Notbremssystem gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nachliefern.
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#7 Wort zum SamstagAnonym
#8 FreeyourgenderProfil
  • 24.01.2016, 01:33hBamberg
  • Für mich leider Homophobie durch die Hintertür.

    Sätze die dem Wortgebilde,
    Ja xy Komma aber entsprechen,
    negieren den Teil vor dem Komma immer.

    Ich bin nicht gegen Flüchtlinge, aber....
    Ich abe nichts gegen Ausländer, aber...
    Nichts gegen Schwule, aber...

    Heißt: nach Aber folgt eine Kritik, immer.

    Komplexe Interpretationen interessieren hier nicht in der Wirkung der Botschaft,
    die in wenigen Sekunden "absorbiert" wird.

    Der Leser blätter die Zeitung durch,
    sieht die gelbe Seite, das Opel Emblem,
    und den Satz:
    Nichts gegen Schwule, aber...

    Während er noch denkt,
    dass hier Schwule kritisiert werden,
    blättert er schon weiter.

    Wenn er selbst keine Schwulen mag,
    fühlt er sich bestätigt und ordnet
    die Marke Opel zu seiner Meinung zu.

    Opel schwimmt hier auf dem Rollback,
    bestehend aus dem Rechtsruck in Europa,
    Pegida, AFD und besorgten Bürgern,
    nicht zuletzt der verunglückten,
    im Bundestag abgewürgten Ehe-Für-Alle Bemühung in Deutschland.

    Nichts gegen Schwule, aber - Sager wie diese Marketingleute sind daher für mich homophob,
    wollen an der neuen homophoben Welle in Deutschland partizipieren. Widerlich.
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#9 la_passanteAnonym
  • 24.01.2016, 02:34h

  • Ich find diese Werbung völlig misslungen. Haben Opels Werber noch nie was von Rezeptionsästhetik gehört? Ung als gaysploitation sehe ich sie zudem.
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#10 Homonklin44Profil
  • 24.01.2016, 03:30hTauroa Point
  • Habe ich ehrlich gesagt auch nicht geschnallt, daher danke für die Erklärung.

    Mir geht das bei Werbebotschaften allerdings häufig so. Ich kaufe eher, was wenig bis unauffällig oder gar nicht beworben wird. Etwas, das gut ist, dafür braucht es keine Werbung.

    "Ich habe nix gegen Schwule, aber etwas für sie" wäre evtl. nett erschienen. Aber verkehrt herum kann man auch das bestimmt von hinten irgendwie wieder verstehen.

    Ich dachte, die fragende Person soll möglicherweise der Typ vom "Gangnam-Style" sein.
    Äh...
    Opel mit Bremssystem im Gangnam-Style. Give it a try. ( Ich weiß, ich bin zu doof für so'n Zeugs)
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