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Zum Weltfrauentag vergreifen sich die Grünen im Bild.

Von Norbert Blech (queer.de)

"Frauen können alles werden. Ausser schwul". So lautet eine Plakataussage der Grünen zum letztwöchigen Weltfrauentag, bebildert mit sechs angeblich schwulen Männern, die in ihren Rollen wie Bauarbeiter oder Polizist den Village People nachempfunden sind. Dazu wurde der Slogan "Für gleichen Zugang zu allen Berufen" gesetzt.

Was wollen uns die Grünen mit diesem Plakat sagen? Dass Schwulsein ein Vollzeitjob ist? Autsch. Dass sich Frauen nicht zum schwulen Mann umoperieren lassen können? Transenverbände, bitte protestieren! Dass sie Humor haben? Das mag Ansichtssache sein, aber im Vergleich scheint selbst der Musikantenstadel von erfrischendem Witz geprägt zu sein.

Wer meint, mit der Darstellung von Klischeetunten heute auf der Höhe der Zeit zu sein, liegt arg daneben. Mal ganz davon abgesehen, dass es noch immer ernsthafte Diskriminierungen von Frauen gibt, die man hätte bebildern können und die man mit dem Plakat veralbert: die Kampagne, die die Parteivorsitzende Claudia Roth auch ausdrücklich mit der Forderung nach einem Antidiskiminierungsgesetz verband, zeigt, dass auch die Grünen nicht immer ein Gespür für den Umgang mit Minderheiten haben.

Man muss nicht von einem diskriminierenden Plakat reden, das wäre übertieben. Aber peinlich ist es schon. Bitte einstampfen. Und das mit den Antidiskriminierungsgesetz, das bitte durchsetzen. Als kleine Entschädigung quasi...

Dienstag, 15. März 2005, 14 Uhr



11 Kommentare

#1 GerdAnonym
  • 15.03.2005, 14:16h
  • Sehe ich ganz anders..

    Im Zusammenhang mit dem Internationalen Frauentag war es eine gute Aktion ein solches Plakat zu wählen. Als ich das Plakat zum ersten Mal gesehen habe, bin ich erst auf den Frauentag aufmerksam geworden, der sonst einfach an mir vorbeigegangen wäre...

    Ich sehe da auch kein Problem drin, ein solches Plakat zu wählen; es ist im Kontext zum Frauentag und zum Text sehr gut gemacht.

    ---
    Im übrigen ist das Anliegen für mehr Rechte von Frauen auf der Welt und in der Arbeitsgesellschaft sehr gut und wenn homosexuelle Menschen hierfür ihr Gesicht hergeben, ist das eins wirklich schöne Sache.

    Nicht immer sollte alles negativ betrachtet werden...

    ---
    Nur der letzte Satz des Artikels stimmt.
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#2 JürgenAnonym
  • 15.03.2005, 16:38h
  • Ich finde das Plakat auch - gelinde gesagt: merkwürdig. Ich verstehe es auch nicht, was soll mir das sagen? "Schwulsein ist Männersache" doch wohl nicht. Wenn hier mit stereotypen Schwuchtelklischees Aufmerksamkeit geangelt werden soll, geht die Unterstützung der einen Benachteiligtengruppe zu Lasten der anderen. Vor ein paar Jahren hätte man vermutlich noch die alternde, grell gewandete Trine mit rosa Pudel abgelichtet. Heute also die YMCA-Nummer? Weiter sind wir noch nicht? Noch nicht mal die Grünen?
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#3 egalAnonym
  • 15.03.2005, 17:17h
  • ... und ich kenne einen Frau-zu-Mann-Transexuellen, der schwul lebt, also auch von der Warte aus mumpitz.
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#4 MatteoAnonym
  • 16.03.2005, 00:20h
  • Na bei dem Artikel stand wohl eher die Lust an der Kritik im Vordergrund als ein wirklich handfestes Thema. :-)

    Dass der Autor die Jungs automatisch für schwul hält, sagt mehr über die Klischeebilder aus, die er mit sich herumschleppt als über die Absichten der Gestalter.

    Und wenn der Autor aus dem Motiv lesen will, Schwulsein sei ein Vollzeitjob (um genau dass dann den Machern vorzuhalten), hält er dann wirklich Indianer oder Cowboy für ein Berufsbild?

    Weil den Autor das Plakat stört, trampelt er auch gleich wie ein Elefant im Transenladen herum. Wer sich "umoperieren" lässt, wechselt sein Geschlecht nicht: Er (oder Sie) passt es an. Es ist eine zutiefst unsensible Haltung (und eines schwulen Mediums unwürdig), einen Mann im Frauenkörper nach wie vor nur als Frau wahrzunehmen. Schon gar nicht, weil einem das gerade argumentativ in den Kram passt.

    Natürlich liegt das Motiv nicht auf der Höhe der Zeit, das hat der Autor glänzend erkannt. Genau das ist aber auch die Aussage des Plakats: Reine Männerbünde sind passé, den Frauen von heute sollten alle Türen aufstehen. Das man das mit einem ironischen Schlenker versieht ("außer schwul"), gibt dem Plakat einen sympatisch-unterhaltenden Unterton.

    Und dann verwurstet der Autor zum Schluss auch noch das ADG, indem er es quasi als Trostpflaster einfordert. Als Trostpflaster! Ist ihm das Gesetz gegen Diskriminierung tatsächlich so wenig wert, dass es ranggleich mit Plastik-Nippes vom Jahrmarkt liegt?

    Kritische Töne finden sich auf queer.de leider viel zu selten, deswegen finde ich es ausgesprochen gut, dass sich der Autor darum bemüht hat! Aber eben nur bemüht. Schade.

    Matteo
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#5 derfragendeAnonym
  • 16.03.2005, 14:11h
  • Meine Güte- habt ihr keinen humor? ich find das plakat gut, besser als ein plakat mit einer alleinerziehenden bauarbeiterin mit 36 kindern, vier hunden, drei kanarienvögeln und 89 pferden.
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#6 DanielAnonym
  • 17.03.2005, 00:16h
  • Ja, da ist es wieder, das Dilemma, wie man als schwuler Redakteur mit der Partei umgehen soll, der man sich ja eigentlich politisch am stärksten verbunden fühlt. Lieber mal augenzwinkernd was durchgehen lassen? Oder eben reflexartig die ganz große Keule rausholen, damit man bloß nicht als einseitig grünenfreundlich wahrgenommen wird, und drauf rumdreschen, bis auch wirklich gar kein Gras mehr wächst. Hätte CSU-Spezi Norbert Geis zum selben Anlass ein solches Bildchen und denselben Slogan (vielleicht noch garniert mit "Gott sei Dank") publiziert, wäre die Kritik wohl milder ausgefallen, Motto: Ach, der Geis, der lernts eh nicht mehr, schmunzelschmunzel.
    Wo ist denn das Problem bei dem Motiv? Frauenfeindlich ist es jedenfalls nicht, meine beste Freundin sei Kronzeugin, sie hat sich die Postkarte an den Kühlschrank gepinnt. Schwulen-/Transen- oder sonstwie -feindlich also BITTE doch wohl auch nicht. Und wenn sie gängige Klischeebilder von schwulen Männern abgebildet haben, na und? Es ging ja nicht zuletzt auch an die eigene Homokundschaft, und die ist durchaus zu Selbstironie fähig. Wie hätte denn die Bebilderung sonst aussehen sollen? Ein paar Durchschnittsmänner aus dem täglichen Leben? Dann hätte wohl noch ein erläuternder Satz unter dem Slogan stehen sollen, oder wie? "Diese Männer sind schwul, deshalb haben wir sie auf unsere Karte zum Weltfrauentag..."
    Also, wenn das dauernde Beleidigtsein wegen nett gemeinter Nichtigkeiten zur emotionalen Grundausstattung des homosexuellen Mannes gehören soll, dann kann mir die offizielle Legalisierung dieses Schmollwinkels in Form des Antidiskriminierungsgesetzes mal gepflegt gestohlen bleiben.
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#7 robbyAnonym
  • 17.03.2005, 07:43h
  • Herr Blech sie reden Blech! Wußten wir nicht was wir schreiben sollten? Das Plakat ist durchaus witzig und äußerst gelungen, es fällt auf und regt ein wenig die Hirnzellen ein - wer auch immer es sich ausgedacht hat - mein Lob an den Macher oder die Macherin.
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#8 EngelAnonym
  • 17.03.2005, 08:19h
  • Also, ich weiss nicht aus welchen suess schwul gepolsterten Portalen Ihr kommt, aber fuer die hetero Gesellschaft (die absolut nicht faehig ist 'schwul happy' zu denken), bedeutet diese Kampagne soviel wie "...Frauen sind wenigstens besser als schwule Maenner!"
    Ich bin vielleicht schon zu lange in den USA, oder nicht schwul genug, aber so wuerden dies zumindest die mir bekannten (auch deutschen) rechts-konservativ christlichen deuten. Denkt einfach mal drueber nach, und fuehlt euch nicht schon so sicher in Euren neu errungenen Rechten, dass Euch sowas egal sein kann.
    Dieses Plakat ist ein totaler Fehlgriff und unentschuldbar!
    Ausserdem verstehen die meisten hetero's unter dem Wort 'schwul' homosexuell, was doch die Lesben unter den Frauen auch sind.
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#9 maikAnonym
  • 17.03.2005, 18:01h
  • na das können sich auch nur die grünen erlauben.

    hätte das die lsu oder die schwule fdp gemacht, würde man hier wieder rumkrakelen: frauenfeindlich, förderung von stereotypen, diskreminierung von allen anderen.

    ja ja... grün würgt !
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#10 HeideAnonym
  • 11.07.2005, 14:34h
  • Das ist doch lächerlich! Wie kann man sich über so etwas harmloses aufregen? Es ist schon so: wenn man sich diskriminiert sehen will, erblickt man schon irgendwo ein Täterprofil.
    Das ausgerechnet bei den Grünen zu suchen, ist albern. Denen kann man wirklich viel unterstellen, aber Schwulenhetze sicher nicht.
    Grüße
    Heide
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