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Ex-Präsident Nicolas Sarkozy will erneut in den Wahlkampf einsteigen - und schwenkt in der Frage der Ehe für alle auf die Mehrheitsmeinung um (Bild: Wiki Commons / EPP / CC BY-SA 2.0)

Rückschlag für die Gegner der Ehe für alle in Frankreich: Der Favorit für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr will Schwulen und Lesben das Recht auf Eheschließung nicht nehmen.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy hat in einem am Montag veröffentlichten Buch erklärt, er wolle die Ehe für alle bei einem Wahlsieg beibehalten. In "La France pour la vie" (Frankreich ein Leben lang) schrieb der 60-Jährige: "Ich nehme an, ich habe mich in dieser Frage weiterentwickelt."

Noch Ende 2014 hatte Sarkozy in einer Debatte angekündigt, dass er das von der sozialistischen Regierung eingeführte Gesetz zur Ehe-Öffnung wieder aufheben würde (queer.de berichtete). Er würde in diesem Fall die gleichgeschlechtlichen Ehen zu eingetragenen Partnerschaften mit beschränkten Rechten umwandeln.

Jetzt erklärte Sarkozy erstmals, es sei "ungerecht, grausam und rechtlich unmöglich", gleichgeschlechtliche Ehe-Paare zwangsweise scheiden zu lassen. Zwar sei er nicht zufrieden mit dem Gesetz, es sei aber unmöglich, jetzt die Ehe wieder auf heterosexuelle Paare zu beschränken: "Ich befürchte, dass angesichts der Spannungen und der Spaltung des französischen Volkes […] eine Reform nicht möglich ist. Ich würde daher das Gesetz nicht ändern wollen."

Homo-Gegner wollen jetzt neuen Kandidaten

Die Bewegung "La Manif Pour Tous", die bei der Debatte um die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben Massendemonstrationen abgehalten hatte, zeigte sich entsetzt über Sarkozys Meinungswandel: "14 Monate vor der Wahl gibt Nicolas Sarkozy Kinderrechte auf", so die Organisation, die seit knapp einem Jahr aus steuerlichen Gründen als politische Partei registriert ist. Nun bräuchte die republikanische Partei einen anderen Kandidaten, der zu seinen Überzeugungen stehe.

Die Regionalwahlen im vergangenen Monat hätten laut den Homo-Gegnern gezeigt, dass Parteien, die sich gegen das Recht auf Eheschließung für Schwule und Lesben aussprachen, eine deutliche Mehrheit erzielt hätten – und dass damit das Volk diese Politik unterstütze. Allerdings standen diese Wahlen unter dem Zeichen des islamistischen Terroranschlags in Paris; auch spielte das Thema Ehe für alle keine Rolle mehr und sprachen sich in Umfragen weiterhin zwei Drittel der Franzosen dagegen aus, das Gesetz zur Ehe-Öffnung rückgängig zu machen.

Sarkozy war von 2007 bis zu seiner Wahlniederlage gegen François Hollande im Jahr 2012 französischer Präsident und verhinderte in seiner Amtszeit die Öffnung der Ehe. Seit 2014 ist er erneut Parteichef der UMP, die vergangenes Jahr in "Les Républicains" umbenannt wurde. Für die nächsten Wahlen gilt er laut Wettbüros als Favorit vor seinem innerparteilichen Konkurrenten Alain Juppe. Auf Rang drei liegen praktisch gleichauf der amtierende Präsident François Hollande, sein sozialistischer Parteifreund Manuel Valls und die Rechtsextremistin Marine Le Pen. Die Vorwahlen der Republikaner finden im November, die Hauptwahl im Frühjahr 2017 statt. (dk)



#1 NicoAnonym
  • 25.01.2016, 14:22h

  • Nach den ersten vollmundigen Versprechen ist ihm wohl klar geworden, dass das (sowohl rechtlich als auch gesellschaftlich) kaum machbar wäre.
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#2 Klare KanteAnonym
  • 25.01.2016, 14:23h
  • Ich traue dem ehemaligen Staatspräsidenten von Frankreich nicht über den Weg! Ich hoffe, daß sich Schwule und Lesben davon nicht blenden lassen! Es gilt, ihn und LePen als Nachfolger von Hollande zu verhindern!
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#3 Ulli_2mecsProfil
  • 25.01.2016, 15:49hHamburg
  • Sarkozy ist (politisch) ein Fuchs. Und Sarkozy hat schon dermaßen viele Haken geschlagen ... also: erstmal abwarten ...

    Und selbst falls er tatsächlich die Homoehe beibehalten wollte ... falls er Präsidentschaftskandidat würde ... falls er dann zum Präsidenten gewählt werden würde ...

    ... bliebe doch, dass unter ihm die Konservativen in Frankreich sehr weit nach rechts gerückt sind. Und dass eine der wichtigsten Figuren des Einflusses der Homo(ehe)gegner der manif-pour-tous inzwischen Nummer 2 der Partei und Generalsekretär ist - Laurent Wauquiez

    www.2mecs.de/wp/2015/12/laurent-wauquiez/

    zu Freude besteht also weithin keinerlei Anlass ...
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#4 Laurent
  • 25.01.2016, 15:58h
  • Antwort auf #1 von Nico
  • So ist es.
    Aus diesem Grund wäre auch die von Kauder 2013 ins Spiel gebrachte Aufhebung der Lebenspartnerschaft nicht durchsetzbar.

    zu 2:
    Sarkozy ist eben auch nur Politiker, für die der Zweck die Mittel heiligt.
    Es wird, zumindest nach derzeitigem Stand, auf Sarkozy, Juppé oder in der Tat Le Pen hinauslaufen.
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#5 CorwynAnonym
#6 lucdfProfil
  • 25.01.2016, 17:31hköln
  • Ich glaube nicht , dass die Franzosen das Gesetz rückgängig machen wollen. Sarkosy hat diese Tatsache verstanden, ihn interessieren als abgebrühter Politiker die Wahlen und sein eigenes Schicksal, nicht die Homosexuellen. Da brauchen wir uns keine Illusionen zu machen.
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#7 FelixAnonym
  • 25.01.2016, 18:33h
  • "Homo-Gegner wollen jetzt neuen Kandidaten"

    Dass die religiösen Fanatiker sich nie mit Fakten abfinden können und den Fortschritt nicht endlich mal akzeptieren können....ä

    Diese totalitären Homohasser wollen allen anderen ihren Willen und ihre kruden Theorien aufzwingen.
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 25.01.2016, 18:51h
  • Antwort auf #2 von Klare Kante
  • Diejenigen, die sich von Sarkozy 'blenden' lassen, müssen schon vorher blind gewesen sein.

    Es war unerträglich, wie er und seine Partei mit homophoben Hassgefühlen nicht nur gespielt, sondern sie sogar hochgepeitscht haben.

    Es war gut, dass der spröde Hollande trotz der für Frankreich extrem peinlichen Massendemos hart geblieben ist und an der Gleichheit festgehalten hat.

    Ich gehe jede Wette, dass unsere SPD bei ähnlichem Gegenwind sofort eingeknickt wäre!
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#9 FelixAnonym
#10 sanscapote
  • 26.01.2016, 06:40h
  • Sarko will gewaehlt werden. Ihm geht es nur darum. Und Worte sind geduldig, die auf einen naiven Waehler hoffen. Vielleicht gibt es ja noch einige gutglaeubige Schwule, die seine Vergangenheit vergessen haben und wie sich die Parteiboznen der UMP waehrend der Diskussion der Gesetzesvorlagen gebaehrdet hatten.

    www.youtube.com/watch?v=Lo9VywYZfL8


    Es ist bekannt, dass Politiker gern uns Schwule instrumentalisieren, um ihre Ziele zu erreichen. Erinnerung an die "100% nur mit uns"-Aktion. Erfolgreich war nur, dass die Partei in die Regierung kam, aber nichts fuer die Schwulen aushandelt(e).

    Sarko ist ein Wolf im Schafspelz. Und sein eigener warmer Pelz ist ihm wichtiger als wir alle zusammen nebst den Kindern in Regenbogenfamilien und schwulen Jugendlichen in den Schulen und der Oeffentlichkeit.
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