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  • 26.01.2016, 22:07h           2      Teilen:   |

Präzendenzfall

Zagreb: Clubpräsident muss sich wegen homophober Äußerung entschuldigen

Artikelbild
Mamic im letzten Jahr nach einer Freilassung aus Untersuchungshaft gegen Kaution, ein seperates Verfahren

Fünf Jahre nach einem Spruch über Schwule im Fußball verurteilte das höchste Gericht des Landes Zdravko Mamic zu einer Zeitungsanzeige.

Der oberste Gerichtshof Kroatiens hat am Dienstag den Vereinspräsidenten vom kroatischen Fußballmeister Dinamo Zagreb, Zdravko Mamic, wegen einer homophoben Äußerung zu einer öffentlichen Entschuldigung verurteilt.

Der 56-jährige Unternehmer hatte 2010 gesagt, dass er sich Schwule nicht als Fußballer vorstellen könne, sondern höchstens als Balletttänzer, Komponisten oder Journalisten. Mehrere Organisationen, darunter der CSD Zagreb, hatten das Verfahren angestrengt, das zunächst vor einem Amtsgericht begann und in einem Freispruch Mamics geendet war.

Mit Urteil vom 17. Juni 2015, das nun nach Ablauf einer weiteren Frist bekannt wurde und Gültigkeit erlangte, wurde Mamic verurteilt, sich innerhalb von drei Tagen mit einer Zeitungsanzeige öffentlich zu entschuldigen und dabei das Urteil zu erwähnen. Seine Aussage sei diskriminierend gewesen, urteilte das Gericht, das ihm zudem unter Strafandrohung untersagte, den Spruch oder ähnlich wirkende Äußerungen zu wiederholen.

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LGBT-Organisationen zufrieden

Der Zagreb Pride und weitere Organisationen zeigten sich in einer gemeinsamen Erklärung erfreut über das Urteil, das damit ein Zeichen gegen öffentliche Hetze und Diskriminierung von LGBT setze. Zudem schaffe es einen Präzendenzfall, auf den sich LGBT und andere von Ausgrenzungen betroffene Gruppen berufen können.

Allerdings bemängelten die Organisationen die lange Dauer des Verfahrens, mit der sich diskriminierende Äußerungen kaum wirkungsvoll bekämpfen ließen. Gerade in einer Zeit, in der Hetze wieder zunehme, sei ein konsequentes und rasches Handeln nötig.

Mamic, der auch Vizepräsident des nationalen Fußballverbands ist, gilt als einer der bekanntesten und umstrittensten Persönlichkeiten des Landes. 2013 wurde er wegen der Beleidigung des Sportministers festenommen, 2015 kam er für einige Wochen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Bestechung im Rahmen von Fußballer-Transfers in Untersuchungshaft. (nb)

Mehr zum Thema:
» UEFA ermittelt gegen homophoben Verbandschef (18.11.10)
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Tags: kraotien, fußball, diskriminierung, hetze, urteil
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 Fußball
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Reaktionen zu "Zagreb: Clubpräsident muss sich wegen homophober Äußerung entschuldigen"


 2 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
26.01.2016
23:36:24


(+4, 4 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012


"... dass er sich Schwule nicht als Fußballer vorstellen könne ..."

Also etwas Bauchweh hab ich bei dem Urteil schon: Es ist ein Unterschied ob ich sage: "Schwule können kein Fußball" oder "ICH kann mir das nicht vorstellen".

Hätte er das so in Deutschland gesagt, wäre das von der Meinungsfreiheit gedeckt, und das ist auch gut so. Auch und gerade wenn andere anderer Meinung sind, oder mensch sich mit der Aussage zum Deppen macht.

Mit Sprachen die mensch selbst nicht spricht ist natürlich schwer zu überprüfen was er tatsächlich gesagt und gemeint hat, mit welchem Unterton und ob das Beleidigungspotential hat.

Und keine Frage: Natürlich wäre es am Besten, wenn Fußballprofis und -Amateure endlich diese Klischees überwunden hätten und wir uns über so Dummzeug nicht mehr unterhalten müßten.


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#2
27.01.2016
11:20:35


(+5, 5 Votes)

Von thorium222
Aus Mr (Hessen)
Mitglied seit 10.02.2011
Antwort zu Kommentar #1 von ollinaie


Ich denke es geht vielmehr darum, dass er ja selbst Fußballer einstellt und damit explizit zugegeben hat, dass er Schwule vollkommen ungeachtet ihrer Qualifikation auf dem Fußballfeld diskriminiert.
Das wäre in etwas so, als würde eine Bankchef sagen, er kann sich nicht vorstellen, eine Frau anzustellen, weil die ja nicht rechnen können. Ich nehme mal an, dagegen könnte man dann auch in Deutschland aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes klagen.
Es geht also nicht um Meinungsfreiheit, sondern darum, dass Chefs nicht aufgrund ihrer Vorurteile diskriminieren dürfen.


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