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So sah Rentboy.com vor einem Jahr aus. Heute prangt auf der Seite das Logo des Heimatschutzministeriums und der Hinweis, dass die Domain beschlagnahmt wurde (Bild: Screenshot)

Die US-Behörden gehen trotz Kritik von LGBT-Aktivisten mit aller Härte gegen den Betreiber der Callboy-Seite vor.

Die amerikanischen Bundesbehörden haben am Mittwoch im New Yorker Stadtteil Brooklyn Anklage gegen Jeffrey Hurant, den Geschäftsführer von Rentboy.com erhoben. Dem 51-Jährigen wird neben Förderung der Prostitution auch Geldwäsche vorgeworfen. Er könnte damit für ein Vierteljahrhundert ins Gefängnis wandern: Auf Förderung der Prostitution steht eine Höchststrafe von fünf Jahren, auf Geldwäsche 20 Jahre. Außerdem sollen mehr als 1,5 Millionen Dollar, die im Büro in Manhattan und auf mehreren Konten sichergestellt worden, in Staatsbesitz übergehen.

Die Polizei hatte im vergangenen August völlig überraschend eine Razzia gegen das Unternehmen durchgeführt, das von Staatsanwalt Kelly Currie als "Internet-Puff" bezeichnet wurde (queer.de berichtete). Neben Hurant wurden sechs weitere Mitarbeiter verhaftet. Die Staatsanwaltschaft hat erklärt, man ermittle noch gegen diese Personen und werde unter Umständen in den nächsten Monaten Anklage erheben.

"Vollständige Rehabilitierung" angestrebt


Angeklagt: Der Rentboy-CEO Jeffrey Hurant

Hurants Anwalt erklärte nach der Anklageerhebung, dass er im Verfahren für die "vollständige Rehabilitierung" seines Mandanten kämpfen werde: "Die Anklagen der Regierung gegen Herrn Hurant sind unberechtigt. Er hat dieses Geschäftsmodell 20 Jahre lang öffentlich betrieben und es ergibt keinen Sinn, dass die Staatsanwaltschaft ihn jetzt plötzlich anklagt."

Rentboy.com war 1997 von Jeff Davids and Melanie Nolan als erstes schwules Callboy-Portal der Welt gegründet worden. Escorts und Masseure konnten auf der Seite gegen eine Gebühr von mindestens 59,95 Dollar im Monat ein Profil anlegen, in dem sie ihre Dienstleistungen und Preise annoncierten. Die Datenbank soll über 10.500 Sexarbeiter in 2.100 Städten enthalten haben. Für ihr Kunden war der Service kostenlos. Der Schwerpunkt von Rentboy.com lag in den USA – in Deutschland standen bis zur Einstellung des Dienstes nur ein gutes Dutzend Sexarbeiter zur Auswahl.

Kritik von LGBT-Aktivisten

Der Schlag gegen das Portal hatte viel Kritik unter LGBT-Aktivisten ausgelöst. Das Transgender Law Center beschwerte sich in einer Pressemitteilung, dass die Bundesbehörden mit der Razzia das Leben der Sexarbeiter ohne Not schwerer machen würden. Dan Savage ("It Get's Better") kommentierte die Festnahmen mit den Worten: "Seit wann ist es die Aufgabe des Heimatschutzministeriums, schwule und bisexuelle Männer vor dem Kauf oder Verkauf von Blowjobs zu schützen?"

Unterstützung kam auch in einem Leitartikel der "New York Times": "Die Bundesbehörden sollten sich fragen, ob sie Zeit und Geld dafür investieren sollten, Webseitenbetreiber zu Straftätern zu machen, während viel schlimmere Verbrechen wie Menschenhandel oder sexuelle Ausbeutung ungestraft bleiben", heißt es in einem Artikel vom 28. August 2015. Die bekannteste US-Zeitung lobte Rentboy.com dafür, dass die Seite "Sexarbeitern eine sicherere Alternative zur Straßenprostitution oder zur Abhängigkeit von Zuhältern" geboten habe. Die Betreiber hätten die Sexarbeiter nicht ausgenutzt und weniger Umsatz gemacht als ein durchschnittliches McDonald's-Schnellrestaurant.

Mit Ausnahme von acht Bezirken in Nevada ist Prostitution oder Förderung der Prostitution in den gesamten USA verboten. (dk)



#1 NiedermeierAnonym
  • 28.01.2016, 16:12h
  • Irre.
    Aber denkt dran: Auch Alice Schwarzer und der IS streiten mit Vehemenz für ein Prostitutionsverbot.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 28.01.2016, 18:13h
  • Antwort auf #1 von Niedermeier
  • Für das Prostitutionsverbot ist auch die französische Linke. Die in Schweden auch.

    In den USA ist Prostitution nur in einigen Landkreisen Nevadas erlaubt, sonst wird sie allüberall bekämpft.

    Gleichstellung ist eben nicht unbedingt ein Mittel gegen Prüderie.
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#3 FalschAnonym
  • 28.01.2016, 19:29h
  • Antwort auf #1 von Niedermeier

  • Du verwechselst den IS mit Salafisten. Letztere wollen als Shariapolizei, Koranverteilungen in Innenstädten und Deimos Verbote erzielen.
    Der IS bombt, mordet und betreibt Sexsklavenhandel...von Prostitutionsverbot kann da keine Rede sein.
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