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38 Transsexuelle und Transgender aus Madrid dürfen ein Jahr lang kostenlos mit der U-Bahn fahren (Bild: flickr / Viviendo Madrid / by 2.0)

Eine Initiative des Verkehrsunternehmens für mehr Akzeptanz und Integration sorgt für Entrüstung bei Cis-Menschen.

Das Verkehrsunternehmen Metro de Madrid hat Anfang des Jahres angekündigt, 38 kostenlose Jahreskarten an transsexuelle Menschen zu verschenken. Diese Bevölkerungsgruppe sei laut einer Aussendung besonders von sozialer Exklusion gefährdet.

Interessierte können sich ab sofort um die Freikarten bewerben. Zusammen mit der Organisation AET-Transexualia sollen dann die bedürftigen Gewinner ausgewählt werden.

Im Social Web sind hingegen nicht alle erfreut über diese Aktion: Der eine oder andere fühlt sich diskriminiert, weil nur Transsexuelle die Metro-Pässe bekommen.

Shitstorm gegen die Bürgerneisterin

"Metro de Madrid hält es für sehr wichtig, in der Bevölkerung für Aufklärung zu sorgen, um jedwede Art von Diskriminierung und Vorurteilen zu vermeiden", heißt es vonseiten des Transportunternehmens. Die Aktion spielt auf aktuelle Probleme in Madrid an: Seit Anfang des Jahres wurden mehrere Hassverbrechen gegen LGBT verübt. In einer der Attacken wurde eine Transgender-Frau beschimpft und bewusstlos auf einem Platz im Stadtzentrum zurückgelassen.

Doch weil Cis-Menschen ihre Jahreskarten selbst bezahlen müssen, entwickelte sich ein heftiger Shitstorm. Viele Proteste richten sich gegen die Bürgermeisterin von Madrid, die sozialistische Manuela Carmena – obwohl die Metro selbst in den Aufgabenbereich der Stadtverwaltung unter Präsidentin Cristina Cifuentes von der rechten Partido Popular fällt.

"Metro de Madrid verteilt gratis Tickets an Transsexuelle. Also diskriminieren sie damit jene, die es nicht sind", heißt es in einem Tweet von User "Urdin". Twitter-Nutzerin "Mariela" ist ebensowenig begeistert: "Wer auch immer die kostenlosen Metro-Pässe an Transsexuelle verschenkt – Carmena oder Cifuentes – es ist eine nicht tolerierbare Diskriminierung." (cw/pte)



#1 wiking77
  • 29.01.2016, 11:28h
  • ist das aber nicht diskriminierend? Es müssen alle Menschen Jahreskarten geschenkt bekommen egal welcher sexuellen Orientierung sie sind. Es gibt keinen sachlichen bzw. wirtschaftlichen Grund eine Gruppe zu privilegieren und eine andere davon auszuschließen.
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#2 Laurent
  • 29.01.2016, 11:28h
  • Akzeptanz und Integration sowie den Abbau von Diskriminierung und Vorurteilen erreicht man bestimmt nicht dadurch, indem man seine Fahrgäste gegeneinander ausspielt.
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#3 GeorgGAnonym
  • 29.01.2016, 12:15h
  • Zu solchen Fehlentscheidungen kommt es, wenn die Menschen in Schubladen eingeteilt werden (LGBTI).
    In öffentlichen Verkehrsmittel müssen alles gleich behandelt werden, keine Vorteile und keine Nachteile für bestimmte Gruppen!
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#4 Maus MopsAnonym
#5 stromboliProfil
  • 29.01.2016, 13:44hberlin
  • Antwort auf #1 von wiking77
  • mal abgesehen davon , dass ich von der aktion der metro nicht viel halte...
    dein argument " Es gibt keinen sachlichen bzw. wirtschaftlichen Grund eine Gruppe zu privilegieren und eine andere davon auszuschließen." , hätten die sich nun ausgeschlossen fühlenden cis -oder was auch immer für menschen- mal früher überlegen sollen, und als "grundlage" ihrer ethischen miteinanderverantwortungsgefühligkeit stellen sollen.
    Das ansonsten ausgegrenzte gruppen auf das mitleid ihrer sie ausgrenzenden hoffen dürfen, ist der kulturelle tiefstpunkt unserer emanzipation!

    So ist das populistische .. -wir denken auch 38mal an euch- gutmenschenangebot eben eher eine verhohnepippelung der beschenkten.
    Dann auch noch sollen die sich in gegenseitigen überbieten als konkurrente assis vorführen lassen..

    Besser, die schenken die jahreskarten irgendwelchen obdachlosen.
    Da schenkt dann eine ausgeschlossene gruppe einer anderen ausgeschlossenen gruppe etwas.., dass macht mehr sinn, als sich mit mildtätigkeiten von der gutwilligkeit heuchelnden hetenwelt vorführen zu lassen!
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#6 stromboliProfil
#7 ursus
  • 29.01.2016, 14:40h
  • ich glaube kaum, dass irgendein*e cis-sexuelle*r gern die probleme hätte, mit denen viele transsexuelle und transgender jeden tag ringen müssen. die soziale exklusion, die den anlass dieser aktion bildet, ist teils dermaßen schwerwiegend, dass mir die moralische empörung nach dem motto "jetzt werden cis-menschen diskriminiert!" maßlos und gedankenlos erscheint.

    es soll eine geste sein, die dieser sozialen exklusion ein wenig entgegenwirkt. kann man das ernsthaft als "diskriminierung" der nicht-exkludierten kritisieren? reichte nicht ein wenig empathie, um zu sagen, das ist eine freundliche geste, die ich denen gern gönne? nein, ausgerechnet die privilegierten müssen sich sofort als opfer gerieren. ich finde das peinlich.

    vielleicht wäre die aktion aber besser zu vermitteln gewesen, hätte man gleichzeitig auch andere gruppen einbezogen, die ebenfalls von sozialer exklusion oder mobilitätsproblemen betroffen sind. das hätte vielleicht den eigentlichen kern der sache eher verdeutlicht. allerdings wären in madrid (mit seiner überdurchschnittlich lebendigen trans-szene) z.b. obdachlose oder psychisch kranke möglicherweise weniger publicity-geeignet gewesen.

    die konkurrenzsituation, die du, stromboli, bemängelst, stößt auch mir unangenehm auf. das hätte man sicher anders regeln können.
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#8 userer
  • 29.01.2016, 14:57h
  • Antwort auf #3 von GeorgG
  • Sinn oder Unsinn der Aktion hin oder her: Bei der kostenlosen Vergabe von 38 Tickets in einer 3-Millionen-Stadt - also bei ca. 0,001 % an beschenkten Personen - eine Ungleichbehandlung der Nicht-Berücksichtigten zu beklagen, scheint mir etwas wirr zu sein.

    Ihrer vollmundigen Forderung nach ("keine Vorteile und keine Nachteile für bestimmte Gruppen") dürfte es übrigens auch keine rabattierten Tickets für Kinder, Schwerbehinderte oder Senioren geben.
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#9 wuermchenEhemaliges Profil
  • 29.01.2016, 15:11h
  • Antwort auf #1 von wiking77
  • "ist das aber nicht diskriminierend?"

    Selbstverständlich ist es das. Eine Gruppe von Menschen bekommt aufgrund persönlicher Anlagen eine bevorzugte Behandlung gegenüber Anderen.
    Da sind die Anzahl der Karten oder die wirtschaftlichen Gründe nebensächlich.
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#10 userer
  • 29.01.2016, 15:20h
  • Antwort auf #9 von wuermchen
  • Ihr, wie zu erwarten, sozialdarwinistischer Beitrag trifft z. B. auch auf Menschen mit Behinderung zu. Möchten Sie diese gleich entsorgen oder dürfen sie in Ihrer Welt eines natürlichen Todes sterben?
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