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  • 30.01.2016, 19:40h           18      Teilen:   |

Zum Start der Parlamentsdebatten

Italien: Hunderttausende protestieren gegen die Homo-Ehe

Artikelbild
Die Teilnehmerzahl der Kundgebung in Rom ist noch umstritten. Der Protest wirkte aber weniger farbenfroh und vielfältig als die Demos für die Homo-Ehe eine Woche zuvor.

In Rom versammelten sich Gegner der Einführung einer Lebenspartnerschaft, darunter auch Regierungsmitglieder.

Eine Woche, nachdem in fast 100 Städten Italiens bis zu eine Million Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle und ihre Freunde für die Einführung einer Lebenspartnerschaft auf die Straßen gegangen sind, haben sich am Samstag in Rom Hunderttausende zu einem "Family Day" versammelt.

Die von konservativen, rechten und christlichen Gruppen sowie der katholischen Kirche beworbene Veranstaltung, die auf einen bestehenden, jährlich gefeierten Familientag der Kirche aufsetzte, fand zentral auf dem Gelände des Circus Maximus in der Hauptstadt statt – bis zu 1.000 Busse karrten Gläubige aus der ganzen Republik an; ein Zugunternehmen war in den letzten Tagen in Kritik geraten, weil es Anreisenden aus allen Winkeln Italiens Rabatte gewährte.

Bereits im letzten Sommer hatte eine ähnliche Demonstration in Rom bis zu eine Million Menschen versammelt. Den Veranstaltern zufolge kamen am Samstag sogar zwei Millionen zusammen – eine Zahl, die von Medien und LGBT-Organisationen allerdings erheblich angezweifelt wurde. Soviele Menschen passten ihren Schätzungen nach gar nicht auf das Gelände, ein Konzert der Rolling Stones am gleichen Ort hatte etwa 73.000 Besucher, verglich jemand samt Bildern beider Veranstaltungen bei Twitter. Es dürfte sich wohl maximal um mehrere Hunderttausend gehandelt haben, einige Journalisten rechnen fünfstellig. Offizielle Angaben liegen noch nicht vor.

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Protest kurz vor erster Abstimmung zum Gesetz

Auch mehrere Politiker von Regierung und Opposition nahmen an der Kundgebung teil
Auch mehrere Politiker von Regierung und Opposition nahmen an der Kundgebung teil

Die Demonstration richtet sich gegen Pläne der Regierung Renzi, das Rechtsinstitut einer Lebenspartnerschaft einzuführen – es wäre die erste rechtliche Anerkennung von Homo-Paaren in dem Land, das hier das Schlusslicht Westeuropas bildet und sogar vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zum Handeln ermahnt wurde.

Umstritten, auch innerhalb der Regierung, ist vor allem das Recht auf die Adoption des Kindes des Partners. Am Donnerstag hat der Senat mit einer Debatte des Gesetzes um die "Unioni civili" begonnen, eine erste Vorabstimmung ist für Dienstag vorgesehen. Alleine in dieser Kammer des Parlaments düfte die Diskussion um das Gesetz und mehrere tausend Änderungsanträge noch bis Mitte Februar andauern.

"Ehe = Mann und Frau"

Vor allem die katholische Kirche hatte für den Tag der Familie getrommelt, den sie einmal jährlich in Rom begeht
Vor allem die katholische Kirche hatte für den Tag der Familie getrommelt, den sie einmal jährlich in Rom begeht

"Die Familie darf nicht verschrottet werden", stand auf dem großen Plakat vor der Bühne der rund zweieinhalbstündigen Veranstaltung am Nachmittag. "Ehe = Mann und Frau", "Verteidigen wir unsere Kinder" oder "Adoption durch Homosexuelle ist ein Verbrechen" stand auf den Transparenten einiger Teilnehmer.

Neben italienischen Flaggen sah man auch viele von "Manif pour tous" – das Motiv mit einer heterosexuellen Familie mit zwei Kindern von der französischen Bewegung gegen die Ehe-Öffnung wird auch in Deutschland von der "Demo für alle" eingesetzt.

Mehrere Politiker nahmen teil, darunter auch einige Abgeordnete von Renzis Sozialdemokraten und seiner konservativen Koalitionspartner. Der christdemokratische Umweltminister Gian Luca Galletti sprach auf der Veranstaltung, Innenminister Angelino Alfano (NCD) traf sich kurz vor dem Protest mit seinen Organisatoren und sprach auf Twitter von seiner Unterstützung der Ziele der Kundgebung. Die Oppositionspolitikerin Giorgia Meloni forderte die koalitionsinternen Kritiker auf, die Regierung zu verlassen.

Die Webseite des "Family Day" war derweil in der Nacht zum Samstag vom Hacker-Kollektiv Anonymous abgeändert worden. "Stoppt Homophobie – Liebe ist Liebe" lautete die veränderte Botschaft. (nb)

Video: (Direktlink)
Bericht von Euronews
Mehr zum Thema:
» Italien: Hunderttausende demonstrieren für die Anerkennung ihrer Liebe (23.01.2016)
» Italien: Senat debattiert über Lebenspartnerschaft (29.01.2016)
Wochen-Umfrage: Was glaubst du: Wird Italien in diesem Jahr eingetragene Partnerschaften für Homosexuelle einführen? (Ergebnis)

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Tags: italien, rom, family day, homo-ehe, lebenspartnerschaft
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Reaktionen zu "Italien: Hunderttausende protestieren gegen die Homo-Ehe"


 18 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
30.01.2016
21:20:31
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von Nico


Da marschieren sie wieder Hand in Hand: diese Mischung aus religiösen Fanatikern und stramm Rechten.

Gerade in Italien sollte nicht schon wieder der Geist des Faschismus wehen...

Ich werde nie verstehen, wie solch totalitären Menschen ihre eigene Meinung zum alleinig richtigen Maßstab erklären können, den sie allen anderen aufzwingen wollen. Die müssen vom Hass zerfressen sein.


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#2
30.01.2016
21:37:46


(+9, 9 Votes)

Von Anthrazit
Aus Alfter (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.08.2015


Der eine Ratzinger begünstigt sexuelle Gewalt an wehrlosen Schutzbefohlenen und begeht selbst Körperverletzung und Folter an ihnen. Der andere tritt aus irgendeinem geheimnisvollen und bis heute völlig unverständlichen Grund von seinem Amt zurück. Die ehemals von ihm geleitete Institution ist ein Hort von Mißhandlung und Vergewaltigung, Herabwürdigung, Demütigung und Zerstörung von Lebenschancen an Kindern. Von Lüge, Betrug, Vertuschung, Unehrlichkeit, von Be- und Verhinderung strafrechtlicher Verfolgung und Aufklärung. Eine ganz besonders ehrenwerte Gesellschaft.

Gibt's in Italien keine Gesetze gegen Unterstützung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung?


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#3
30.01.2016
21:58:41


(+10, 10 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Homophobie ist das wahre Verbrechen an der Menschheit, denn diese hasserfüllten Demonstranten verweigern jegliche Rechte von gleichgeschlechtlichen Paaren in Italien. Sie stellen sich sogar gegen die eingetragene Partnerschaft, die noch nicht mal mit der Ehe gleichgestellt ist.

Die Gegner der Homo-Partnerschaft ziehen ihre Kräfte aus den Wurzeln der Diskriminierung, die in der Religion tief verankert sind. Das arrogante Überlegenheitsgefühl der katholischen Kirche und ihren Anhängern stiftet weiter Unfrieden in der Gesellschaft, entmenschlicht die Formen des sozialen Zusammenlebens.

Italien sollte sich ein großes Beispiel nehmen an anderen europäischen Ländern, in der die Ehe wirklich gleichgestellt ist.


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#4
30.01.2016
23:08:14


(+7, 9 Votes)

Von Yannick


Die Katholiban wird alles auffahren und vor keiner Lüge, keiner Panikmache und keiner Hetze zurückschrecken, um ihre menschenverachtende, scheinheilige Ideologie zu erzwingen.

Und das alles nur, um ihre Macht und ihr Vermögen zu sichern.


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#5
30.01.2016
23:57:45


(+10, 10 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011


Da sieht man, wie dumm die Katholiken und andere homophoben Gestalten sind. An den bisherigen Familien und Ehen ändert sich nichts. Das Ganze sollte rechtlich auf alle Bürger ausgedehnt werden, die ungerechtigter Weise stets benachteiligt wurden. Nur um diesen Punkt geht es, traditionell weiterhin bestimmte Bürger zu benachteiligen. Ich finde es ist ein sehr schlimmes Verbrechen, wenn Katholiken Kinder adoptieren und diese dann zwangstaufen und zu neurotischen, nicht mehr rational denkenden Religioten heranzüchten, die dann später nichts anderes können, als sich in das Privatleben anderer einzumischen.


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#6
31.01.2016
08:46:22


(+9, 9 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #1 von Nico


Nein nicht vom Hass allein sondern vom Machtanspruch, für den gehen sie auch über Leichen auch von Kinderleichen schrecken die monstriösen Menschenrechtsverbrecher nicht zurück.


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#7
31.01.2016
09:22:02


(+11, 11 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #6 von hugo1970


Klingt jetzt sehr monströs.

Stimmt aber, wenn man z. B. an die Müllkippen mit Kinderleichen neben kath. Nonnenkinderheimen in Irland denkt.

Eigenartig sind die Haufen zölibatärer Männer auf einer Demo GEGEN Ehe und Familie.

Verwunderlich sind ist die relative Größe der Demo im Ursprungsland des Faschismus nicht.

Zumal der Faschismus im Umkreis Berlusconis ("Mussolini hat nichts getan") systematisch verharmlost wird.

Das der Züge nach Auschwitz schickte, hat man in Bella Italia gut verdrängt.


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#8
31.01.2016
12:35:10


(+6, 6 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Italien wird sich auch positiv entwickelt. Die Katholibans , verklemmt und hasserfüllt, werden vor der Mehrheit der Menschen, für die Diskriminierungen nicht akzeptabel sind, kürzer treten. Die Kirche hat ihren Kampf verloren. Sie kümmert sich mittlerweile mehr um Homosexualität als um Religion und diese fixe Idee verbirgt die Sinnlosigkeit und die gähnende Leere ihrer Aktion und ihrer Projekte.


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#9
31.01.2016
12:51:42
Via Handy


(+12, 12 Votes)

Von la_passante


Déjà-vu : 1999 demonstrierten in Frankreich Abgeordnete, insbesondere katholische, gegen die damals anstehende eingetragene Lebenspartnerschaft mit dem Slogan "Schwuchteln auf den Scheiterhaufen!" ("Les pédés au bûcher !"). Hat zum Glück nichts genützt.


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#10
31.01.2016
13:22:03


(+8, 8 Votes)

Von Jerry


Diese Reaktionen sind nicht neu! Das gleiche Bild sah man schon in der Vergangenheit und wird sich so schnell nicht ändern! Die Italiener haben in der Vergangenheit Berlusconi gewählt, noch Fragen?


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