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Claus Paal erzielte 2011 ein Direktmandat als CDU-Kandidat im Wahlkreis Schorndorf. In diesem Jahr tritt der Fraktionssprecher für Industrie und Handel erneut an (Bild: CDU Baden-Württemberg)

Der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Claus Paal wirft Lesben und Schwulen eine "gewisse Desinformationskampagne" vor.

Gender-Gaga in der Union: Bei einer Wahlkampf-Befragung der "Waiblinger Kreiszeitung" zum Thema "Akzeptanz sexueller Vielfalt" hat der CDU-Landtagsabgeordnete Claus Paal der "erfolgreichen Minderheitenlobby" der "LSBTTIQ" vorgeworfen, ihre wahren Ziele "mit Fremdwörtern" zu verschleiern und ihre Agenda "auf allen Hiercharchieebenen" durchzusetzen.

Was der Politiker, der am 13. März erneut für die CDU als Direktkandidat im Wahlkreis Schorndorf antritt, damit genau meint, bleibt unklar: Beim sogenannten Gender-Mainstreaming gehe es nicht um Gleichberechtigung, sondern um die sexuelle Orientierung, warnte Paal zum einen – hier würden "sexuelle Vorlieben in den Vordergrund gerückt".

Der "Minderheiten-Lobby" gehe es zum anderen um das "Aufheben der natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau – salopp gesagt: Wir können uns auch langsam selber abschaffen", so der Landtagsabgeordnete. Vor allem habe all das "nichts in Bildungsplänen zu suchen". Aufklärung über Homosexualität "muss man den Eltern überlassen", forderte Claus Paal.

CDU und AfD in Baden-Württemberg auf einer Linie

Damit lag der CDU-Politiker weitgehend auf einer Linie mit AfD-Kandidat Jörg Meuthen, der in der "Waiblinger Kreiszeitung" eine "politisch-bürokratische Nivellierung der Unterschiede von Mann und Frau" sowie "Indoktrination in Richtung eines Lebensmodells" beklagte. Die grün-rote Landesregierung wolle Schüler "zu anderen Lebensformen erziehen", so der Kandidat der Rechtsaußen-Partei.

Grüne, SPD, Linke und FDP sprachen sich in der Lokalzeitung hingegen für den Bildungsplan und die Akzeptanz sexueller Vielfalt aus.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Claus Paal war bereits mehrfach in homo- und transphoben Zusammenhängen aufgefallen. So warf er vor zwei Jahren der Initiative "Campact" einen "Missbrauch" des Landeswappens vor, weil diese in einer Zeitungsanzeige mit einem deutlich verfremdeten Regenbogen-Wappen und dem Spruch "Wir kennen alles. Außer Homophobie" für den Bildungsplan geworben hatte (queer.de berichtete). Im Oktober vergangenen Jahres hielt der 48-Jährige das Schlusswort bei einer CDU-Veranstaltung mit Birgit Kelle unter dem Motto "Von der Vielfalt der Geschlechter oder wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will" (queer.de berichtete). (cw)



#1 MarcAnonym
  • 31.01.2016, 09:15h

  • Man kriegt geradezu ein Schleudertrauma vor lauter Kopfschütteln... Entweder ist dieses CDU-Gewächs unsagbar dumm oder unsagbar niederträchtig.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 31.01.2016, 09:27h
  • Der Bundestagsabgeordnete Pfeiffer aus derselben Gegend verbreitet Ähnliches.

    Die glauben tatsächlich die Verschwörungstheorien der Frau Kelle, die exakt antisemitischen Fantasien nachgebaut sind.

    Es kann nicht wirklich verwundern, dass in der Partei Filbingers nationalsozialistisches Gedankengut nachwirkt.

    Die Menschen, gegen die Herr Paal hier polemisiert, sind ins KZ gewandert.

    Wegen "sexueller Vorblieben".

    Das ist Fakt.
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#3 FelixAnonym
  • 31.01.2016, 09:31h
  • Eigentlich sollte man Verschwörungstheoretiker überhaupt nicht kommentieren. Aber da die in politischen Ämtern viel Unheil anrichten können, muss man es leider dennoch:

    >> "erfolgreichen Minderheitenlobby"

    Die Mehrheit braucht ja auch keine Lobby. Schutzrechte sind immer auch vor allem Minderheitenrechte. Beispiel Freie Rede: Wer das sagt, was 90% der Menschen ebenfalls sagen, braucht keinen Schutz. Aber die restlichen 10% brauchen sehr wohl den Schutz, dass auch sie ihre Meinung kundtun dürfen.

    >> ihre wahren Ziele "mit Fremdwörtern" zu verschleiern

    Ich weiß ja nicht, welche Wörter er nicht versteht. Aber wir sagen immer, dass es um volle Gleichstellung und Akzeptanz geht. Nicht mehr und nicht weniger. Was wird da verschleiert?

    >> hier würden "sexuelle Vorlieben in den Vordergrund gerückt".

    Es geht nicht um irgendwelche sexuelle Vorlieben. Bei Heteros interessiert mich genauso wenig, worauf sie im Bett stehen, wie bei den meisten Schwulen.

    Es geht aber um die sexuelle Identität und die Diskriminierung aufgrund dieser Identität. Und das ist genauso, wie wenn jemand wegen der Hautfarbe o.ä. diskriminiert wird.

    >> "Minderheiten-Lobby"

    s.o.

    >> Aufheben der natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau

    Da hat er wohl was falsch verstanden. Also nochmal zum Mitschreiben: Männer haben einen Penis. Frauen haben eine Vagina. Ja, es gibt auch Transsexualität und Intersexualität. Aber erstens gibt es das unabhängig davon, ob das anderen passt oder ob man das totschweigt. Und zweitens heißt das ja nicht, dass es keine Heterosexuellen, Schwulen und Lesben mehr gibt.

    Da wirft er offenbar einiges durcheinander.

    >> Vor allem habe all das "nichts in Bildungsplänen zu suchen".

    Dass er nicht mal die Unterschiede zwischen Homosexualität, Transsexualität und Intersexualität kennt (s.o.) ist doch der beste Beleg dafür, dass man mehr Aufklärung in den Schulen braucht.

    Im übrigen ist nach wie vor das Mobbing von LGBTI-Schülern an der Tagesordnung und deren Selbstmordrate deutlich höher. Oder freut der sich insgeheim über jeden nicht-heterosexuellen Jugendlichen, der sich aus Verzweiflung das Leben nimmt?

    Aber auch für Hetero-Schüler ist Aufklärung gut. Mehr Bildung ist immer gut und als toleranter Mensch geht man viel leichter durchs Leben (und ist auch beruflich erfolgreicher) als wenn man hasserfüllt durchs Leben geht.

    >> Aufklärung über Homosexualität "muss man den Eltern überlassen"

    Wie gut das funktioniert, sieht man ja. Und wenn die Eltern so sind wie er, findet das gar nicht statt. Und im übrigen: wieso sollen sich Eltern in Themen einarbeiten, wo es an Schulen speziell aufgebildetes Personal für gibt (die nennt man Lehrer). Es würde doch auch keiner fordern, dass Mathe-Unterricht, Sprach-Unterricht, etc. Aufgabe der Eltern sei.

    Wenn manche Eltern ihre Kinder umfassend aufklären, ist das umso besser, aber die Regel ist das leider nicht.
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#4 hugo1970Profil
  • 31.01.2016, 09:39hPyrbaum
  • "Wir können uns auch langsam selber abschaffen"

    Dazu braucht ihr keine "Minderheiten" das macht ihr selber mit eurer mißachtung von Menschenrechten.
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#5 hugo1970Profil
  • 31.01.2016, 09:45hPyrbaum
  • Aufklärung über Homosexualität "muss man den Eltern überlassen", forderte Claus Paal.

    Wie soll man LSBTTIQ Aufklährung als Elternteil leisten, wenn man selber LSBTTIQphob ist, aber genau das wissen die Menschenrechtsgegner und deshalb sind sie so vehement gegen schulische Aufklährung, denn die heutige Jugend ist die blinde und stumme Schafherde von morgen.
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#6 hugo1970Profil
  • 31.01.2016, 09:48hPyrbaum
  • Antwort auf #1 von Marc
  • Niederträchtig auf jedenfall, dumm garantiert nicht, es ist einfach dieser krankhafte machtanspruch, den diese ewiggestrigen neoliberal konservativen rechsgerichteten religioten haben.
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#7 YannickAnonym
  • 31.01.2016, 10:02h
  • Die ewig gleiche Leier einer angeblichen Homo-Verschwörung, die angeblich alle Institutionen unterwandert und unter ihre Kontrolle gebracht hat...

    Wenn das wirklich so wäre, wären wir längst gleichgestellt und müssten uns nicht immer wieder die kruden Theorien solcher Verschwörungstheoretiker anhören.

    Dass wir in allen gesellschaftlichen Schichten und allen Berufsgruppen vorkommen, zeigt nur eines: dass wir nicht irgendeine exotische Randgruppe sind, sondern selbstverständlicher Teil dieser Gesellschaft.

    Wenn andere ein Problem mit Vielfalt haben, ist das deren Problem - nicht unseres.
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#8 Carsten ACAnonym
  • 31.01.2016, 10:09h
  • "wirft Lesben und Schwule eine 'gewisse Desinformationskampagne' vor."

    Wieder mal die übliche Faktenverdrehung: die Desinformationskampagnen kommen doch von den Homohassern.

    Die behaupten z.B. weiterhin, Bildungspläne würden vorsehen, dass im Unterricht Pornos gezeigt würden und die Schüler an Gruppensex teilnehmen müssten.

    Okay, in deren kranker Phantasie mag die anatomische Abbildung eines Geschlechtsorgans bereits pornographisch sein. Und alleine schon das Aussprechen des Wortes "Homosexualität" kommt für die wahrscheinlich einer Orgie gleich.

    Aber das ist eben nur deren kranke Phantasie und hat mit der Realität nichts zu tun.

    Die Bildungspläne haben ja gerade das Ziel, durch mehr Bildung solche wahnhaften Vorstellungen zu verhindern.
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#9 Carsten ACAnonym
  • 31.01.2016, 10:13h
  • Antwort auf #4 von hugo1970
  • "Wir können uns auch langsam selber abschaffen"

    Ja, solche Leute glauben das tatsächlich.

    Aber auch wenn das für die überraschend sein sollte:
    nur weil man Homosexuelle gleichstellt oder über Homosexualität aufklärt, heißt das nicht, das alle Heteros plötzlich schwul bzw. lesbisch werden oder dass das Zeugen von Kindern verboten wird.

    Solche Vorstellungen können nur von Leuten kommen, die mit ihrer eigenen Sexualität ein Problem haben oder sich ihrer nicht sicher sind und die sich deshalb von Menschen mit anderer Sexualität bedroht oder gefährdet fühlen.
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#10 Klare KanteAnonym
  • 31.01.2016, 10:20h
  • Was redet der Mann für ein wirres Zeug:

    Aufklärung über Homosexualität "muss man den Eltern überlassen"

    Bestimmt nicht! Neben den Eltern gibt es nämlich noch weitere Informationsmöglichkeiten! Einfach mal googeln!

    Denn kruden Aussagen Paals setze ich auch das nun folgende Video entgegen:

    www.youtube.com/watch?v=Pl_tUwqS8t4

    Schönen Sonntag noch!
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