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  • 01.02.2016, 17:15h           4      Teilen:   |

Grüne: Rechte von Intersexuellen verbessern

Artikelbild
Die sächsische Bundestagsabgeordnete Monika Lazar fordert von der Bundesregierung mehr Engagement für intergeschlechtliche Menschen
Bild: Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

Die Grünen beschuldigen die Bundesregierung, zu wenig für intergeschlechtliche Menschen zu tun.

Anlass ist eine (noch nicht veröffentlichte) Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen (PDF), die queer.de vorliegt. Darin erklärt die Bundesregierung unter anderem, sie hätte keine Informationen darüber, wie oft Operationen an Genitalien von intersexuellen Kindern vorgenommen werden würden, "da diese in keinen Statistiken erfasst werden".

Monika Lazar, die grüne Berichterstatterin für das Thema Intergeschlechtlichkeit, nannte diese Antwort am Montag einen "Offenbarungseid". Es sei "erschreckend", dass die Bundesregierung so wenig über die Operationen, "die als strafbare Sterilisation zu werten sind", wisse. Außerdem gebe es weiteren Reformbedarf: "Die Bundesregierung muss endlich zur Kenntnis nehmen, dass intergeschlechtliche Menschen eine eigene geschlechtliche Identität haben und nicht als geschlechtslos abgestempelt werden sollten", so Lazar.

Deutschland hatte erst 2013 das Personenstandsgesetz an Intersexuelle angepasst (queer.de berichtete). Demnach kann bei Babys, die weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden können, die Angabe zum Geschlecht im Geburtenregister freigelassen werden. Eine Sterilisation ist nach geltendem Recht eigentlich verboten, da der Eingriff unumkehrbare Folgen hat. Es sei aber umstritten, welche Operationen unter dieses Verbot fielen, so die Bundesregierung.

Das mangelnde Interesse der Bundesregierung habe auch für erwachsene Intersexuelle Folgen, erklärter Lazar weiter. So könnten intergeschlechtliche Menschen, die einen Eintrag zu ihrem Geschlecht im Geburtenregister offen lassen, weder Ehe noch eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, "da diese laut der Antwort nur für Männer und Frauen zur Verfügung steht".

Mit der Empfehlung des Deutschen Ethikrates aus dem Jahr 2012 (PDF) gebe es bereits eine umfangreiche Liste von empfohlenen Maßnahmen. Von den 18 Forderungen habe die Bundesregierung aber nur eine umgesetzt, beklagte Lazar. (pm/dk)

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Tags: intersexuelle, monika lazar, grüne
Schwerpunkte:
 Intersexualität
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Reaktionen zu "Grüne: Rechte von Intersexuellen verbessern"


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
01.02.2016
19:01:04


(+5, 5 Votes)

Von Willie


Das Theater geht jetzt seit über 15 Jahren so - seit knapp 10 Jahren liegt auch eine von der Regierung mitfinanzierte Studie vor, die zeigt, dass von OPs anzusehen ist, da Langzeitschäden zu erwarten sind. Intersex Organisationen empfehlen weltweit, dass bei der Geburt eines intersexuellen Kindes provisorisch ein Geschlecht eingetragen werden soll, jedoch *ohne* jegliche körperlichen Eingriffe. Die Sozialisation solle ebenfalls provisorisch in einem Geschlecht stattfinden (Schule etc),jedoch solle dieses locker gehandhabt werden, und offen für Änderungen sein, wenn das Kind es wünscht (wäre auch für nicht-intersexuelle Kinder nicht schlecht).
Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieses die beste Lösung ist, und für Kind und Eltern am wenigsten Stress verursacht.
Es ist unerträglich, dass hier von der Regierung gemauert wird, während weiterhin OPs an Säuglingen und Kindern stattfinden.
Die Ärzte Lobby scheint nach wie ungebrochenen Einfluss zu haben. Wäre ja auch blöd, wenn man so ein "Handwerk" gelernt hat und dann plötzlich arbeitslos ist...
Immerhin sind schon zwei Prozesse von erwachsenen Intersexuellen gegen die Ärzte erfolgreich gewesen.


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#2
01.02.2016
22:45:10


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Wieder ein sehr gutes Beispiel was zeigt, das die menschheit das diskriminieren nicht lassen kann.


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#3
02.02.2016
20:12:17


(+2, 2 Votes)

Von Kim Schicklang
Antwort zu Kommentar #2 von hugo1970


Die Grünen sind in einem Punkt unehrlich: Sie sprechen von "intergeschlechtlichen" Menschen. Das entlarvt aber, dass sie das Thema nicht verstanden haben. Ein Mensch mit Intersex-Diagnose muss nicht "intergeschlechtlich" sein, sondern kann auch Mann oder Frau sein - eben mit Variation des Körpers. Im übrigen sei darauf verwiesen, dass in einer Umfrage, die im Herbst letzten Jahres die Mehrheit der Menschen mit körperlichen Variationen nicht als "intergeschlechtlich" verstehen, sondern als Menschen mit körperlicher Variation.


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#4
02.02.2016
23:43:29


(0, 2 Votes)

Von Katrin
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Das C in den Namen der christlichen Parteien steht dafür, dass die zugehörigen Politiker gar nicht wissen und auch nicht wissen wollen was Intersexualität ist, ausser dass es fürchterliches bä, bä, bä und pervers ist. Und die SPD steht dafür die Christlichen bei jeder Schweinerei gegen Normverstösse gegen die binäre Sexualität hemmungslos zu unterstützen. Und auch die Grünen waren lange genug an Regierungskoalitionen beteiligt, so dass sie mal die Fälle hätten zählen können, so dass jetzt der üble Nachgeschmack des Populismusses bleibt.


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