Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 02.02.2016, 14:51h           84      Teilen:   |

Gilead-Antrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur

Pille zum Schutz vor HIV vor Zulassung in Europa?

Artikelbild
In den USA ist PrEP bereits seit 2012 zugelassen

Noch in diesem Jahr könnte hierzulande das Medikament Truvada als sogenannte Präexpositions-Prophylaxe erhältlich sein.

Das Pharma-Unternehmen Gilead Sciences hat die Zulassung von Truvada als vorbeugendes HIV-Medikament (Präexpositions-Prophylaxe oder PrEP) bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur beantragt. Das teilte die kalifornische Firma am Montag auf ihrer Website mit. Die Arzneimittel-Agentur ist für alle EU-Länder sowie für Norwegen, Island und Liechtenstein zuständig.

Das Medikament Truvada, das die Wirkstoffe Tenofovir und Emtricitabin enthält, wird in Deutschland bereits bei HIV-Positiven eingesetzt, um die Ausbreitung des Virus im Körper zu hemmen. Außerdem kann Truvada als Post-Expositionsprophylaxe in Kombination mit einem anderen Medikament angewendet werden, wenn es binnen 24 Stunden nach einem Risikokontakt eingenommen wird. Gilead will nun erreichen, dass auch HIV-Negative in Europa das Mittel einnehmen dürfen, um sich vor einer möglichen zukünftigen Infektion mit HIV zu schützen.

Die Wirkstoffe ermöglichen aktuellen Studien zufolge HIV-Negativen bei täglicher Einnahme, das Ansteckungsrisiko praktisch auf Null zu senken. In den USA ist die Pille bereits seit 2012 zu diesem Zweck zugelassen. Vergangenes Jahr haben auch Kenia und Südafrika Truvada als PrEP eingeführt. Zudem hat Frankreich kürzlich eine "temporäre Gebrauchsempfehlung" für Truvada zum Schutz vor einer sexuellen Ansteckung mit HIV gegeben.

Fortsetzung nach Anzeige


DAH: PrEP ist "Sinnvolle Ergänzung der erfolgreichen HIV-Prävention"

Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) hat den Gilead-Antrag am Montag begrüßt und rechnet damit, dass die Zulassung noch in diesem Jahr erfolgt. Das Medikament sei "eine sinnvolle Ergänzung der erfolgreichen HIV-Prävention in Deutschland", erklärte DAH-Vorstand Winfried Holz. "Jetzt geht es darum, dass die PrEP nicht nur zugelassen, sondern auch verfügbar gemacht wird. Menschen, denen die PrEP helfen kann, HIV-negativ zu bleiben, müssen auch Zugang zu dem bislang sehr teuren Mittel bekommen." Derzeit kosten 30 Tabletten Truvada – also eine Monatspackung – in Deutschland mehr als 800 Euro.

Trotz des hohen Preises ist PrEP in den USA ein Erfolg: Mehreren Untersuchungen zufolge hat die PrEP-Nutzung in Amerika in den letzten Jahren stark zugenommen. So sollen laut einer aktuellen Studie aus dem Bundesstaat Washington 31 Prozent der "besonders gefährdeten Männer, die Sex mit Männern haben", bereits mindestens einmal PrEP eingenommen haben. 2012 habe der Anteil noch bei fünf Prozent gelegen.

Im November letzten Jahres hat die US-Gesundheitsbehörde CDC empfohlen, dass Menschen mit besonders hohem Risiko das Medikament einnehmen sollten – darunter laut CDC rund ein Viertel von sexuell aktiven Schwulen und bisexuellen Männern, die HIV-negativ sind (queer.de berichtete). Für die Schätzung hatte sie Verhaltensmuster analysiert.

DAH: Kein Ersatz für Kondome

Laut DAH könne die PrEP aber kein Ersatz für Kondome sein, sondern stelle lediglich "eine zusätzliche Schutzmöglichkeit für einige Gruppen dar". Eine dauerhafte Einnahme komme "vor allem für eine kleine Gruppe von schwulen Männern in Frage, die ein sehr hohes HIV-Risiko haben, zum Beispiel, weil es ihnen aufgrund ihrer Lebensumstände schwerfällt, sich mit Kondomen zu schützen." Zudem wird auch vor Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Durchfall und Magenbeschwerden gewarnt. (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 84 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 160             5     
Service: | pdf | mailen
Tags: hiv, aids, präexpositions-prophylaxe, truvada, prep, deutsche aids-hilfe, gilead, europäische arzneimittelagentur
Schwerpunkte:
 Aids-Prävention
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Pille zum Schutz vor HIV vor Zulassung in Europa?"


 84 User-Kommentare
« zurück  12345...89  vor »

Die ersten:   
#1
02.02.2016
15:06:45


(+5, 7 Votes)

Von Sebi


Das wird sicher auch nicht die Krankenkasse zahlen, weil die dann argumentieren, man könne sich ja auch wie bisher mit Kondomen schützen (und die zahlt die Kasse ja auch nicht).

Neben dem Preis ist es natürlich lästig, jeden Tag eine Pille zu nehmen. Und die Nebenwirkungen sind ja auch nicht völlig komplikationslos.

Ziel muss nach wie vor sein, irgendwann eine richtige Impfung gegen HIV zu haben, die man nur einmal (oder wenigstens nur einmal im Jahr) braucht. Und ein weiteres Ziel wäre natürlich die Heilung und Ausrottung von HIV.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
02.02.2016
15:06:54


(+4, 6 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012


Na wird aber auch Zeit!

Leider aber werden bis zur vollständigen Akzeptanz von PrEP noch viel Dummheit und Vorurteile abgebaut werden müssen ... war bei mir ja nicht anders.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
02.02.2016
15:33:00


(-4, 12 Votes)

Von wefpupjh


Gefährlich.

Warum?

HIV ist nicht das einzige Krankheitsrisiko, dem man sich bei Analverkehr ohne Kondom aussetzt und diese Pille würde einige dazu verleiten auf das Kondom zu verzichten.

Ich sehe schon wie sich die Schwulen, die fast jeden Tag mit nem anderen Kerl Sex haben und gerne dabei auf das Kondom verzichten wollen, sich die Hände reiben und diese Pille als Freifahrtschein für Poppen ohne Kondom ansehen. Und dann werden sich andere Krankheiten wieder vermehrt unter diesen Schwulen ausbreiten...

Selbst wenn HIV heilbar wäre, oder es eine Impfung gegen HIV geben würde, gäbe es immer noch genug andere schwere Krankheiten, mit denen man sich bei ungeschütztem Analverkehr anstecken kann.

Deshalb ist das Kondom für Schwule, die Analverkehr mit häufig wechselnden Sexualpartnern haben, derzeit alternativlos.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
02.02.2016
16:26:42


(-3, 9 Votes)

Von AndreW


Welche Lebensumstände sprechen denn gegen den Gebrauch von Kondomen? Zählt Lust auf Bareback dazu? Wenn ja, ist zu hoffen, dass die Krankenkasse nichts dazu gibt, da die Personen auf eigenes Risiko eine HIV Infektion in Kauf nehmen, aber erwarten, dass die Allgemeinheit dafür zahlt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
02.02.2016
16:32:55


(+3, 7 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012
Antwort zu Kommentar #3 von wefpupjh


Kuck mal, da steht doch im Beitrag ganz eindeutig "DAH: Kein Ersatz für Kondome". PrEP sind als Ergänzung für eine ganz spezielle Risikogruppe gedacht und da werden sie wirklich helfen. Und Leute die jetzt schon immer Kondome nehmen werden das bis auf sehr sehr wenige Ausnahmen auch weiterhin tun.
Keine Sorge! Weder steht das "Öffnen der Fluttore" noch der viel besungene "Untergang des Abendlandes" bevor, sobald PrEP legalisiert wurde. Da gebe ich dir Brief und Siegel drauf.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
02.02.2016
16:38:25


(+6, 10 Votes)

Von Holger Wicht
Antwort zu Kommentar #3 von wefpupjh


Es stimmt: Es gibt noch mehr sexuell übertragbare Infektionen, die man im Blick behalten sollte. Kondome reduzieren das Risiko, sich was einzufangen, erheblich. Kondome sind auch nach wie vor die einfachste Möglichkeit, sich vor Infektionen zu schützen. Das sollte man wissen. Es gibt aber nun mal schwule Männer, denen es aus ganz verschiedenen Gründen schwer fällt, sich mit Kondomen zu schützen. Sie haben ein sehr hohes Risiko, sich mit HIV zu infizieren - obwohl sie das natürlich nicht wollen. Hier kann PrEP helfen. Helfen, dass Menschen HIV-negativ bleiben. Wenn das gelingt, ist viel gewonnen! Die PrEP schützt sie dann nicht vor anderen Infektionen, das ist wahr, aber die sind gut behandelbar. Mit anderen Worten: PrEP soll die Kondome nicht ablösen. Es geht vor allem um den Schutz von Menschen, die sich sonst wahrscheinlich mit HIV UND anderen Geschlechtskrankheiten anstecken würden. Ihnen die PrEP vorzuenthalten, hilft niemandem. Und sie ihnen zu geben, schadet niemandem. Holger Wicht, Deutsche AIDS-Hilfe


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
02.02.2016
16:40:57


(+7, 9 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012
Antwort zu Kommentar #4 von AndreW


Nun, einen HIV-Kranken zu therapieren kostet die Krankenkasse deutlich mehr, als eine HIV-Infektion von vorne herein zu verhindern. Und wie gesagt, es wäre sowieso lediglich eine sehr kleine, sehr spezielle Zielgruppe überhaupt von dieser Regelung betroffen.

"In Kauf genommen" wird von der Gesellschaft übrigens alles Mögliche. Beispielsweise spielen Millionen Menschen in diesem Lande Fußball und gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass sie im Falle einer Verletzung von der Krankenkasse versorgt werden. Dabei ist das Verletzungsrisiko bei Fußball verhältnismäßig hoch. Wo liegt also der Unterschied zu sexuellem Risikoverhalten? Doch wohl nur darin, dass Fußball allgemein akzeptiert ist und Sex - sofern nicht in einer monogamen Beziehung - immer noch als mindestens anrüchig gilt. Daher wird hier mit zweierlei Maß gemessen.

Und nicht vergessen, es geht nicht um Millionen Betroffene, sondern um eine kleine Minderheit in der Minderheit. Um HIV endlich Herr zu werden, scheint mir die Investition in präventive Mittel die wirklich wirken und vor allem von der Zielgruppe angenommen werden mehr als sinnvoll, ja geradezu alternativlos.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
02.02.2016
16:41:33


(+4, 8 Votes)

Von Yannick
Antwort zu Kommentar #3 von wefpupjh


Da hast Du leider recht:
außer Hepatitis gibt es ja noch genug andere sexuelle übertragbare Krankheiten, manche nur lästig, aber nicht lebensbedrohlich (Feigwarzen & Co), andere aber auch mit schlimmen Folgen, die denen von HIV nicht nachstehen (z.B. Hepatitis).

Deshalb ist (bis zur Impfung oder Heilung aller sexuell übertragbarer Krankheiten) das Kondom der beste Schutz.

Dennoch ist die Anerkennung und Zulassung dieser Pille natürlich ein riesiger Fortschritt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
02.02.2016
17:10:34


(-4, 8 Votes)

Von AndreW
Antwort zu Kommentar #7 von HonestAbe


Ich sehe einen gewaltigen Unterschied zwischen einem Fußballspiel und ungeschützten Sex. Eher vergleichbar wäre ungeschützter Sex mit einem Fallschirmsprung ohne Fallschirm.
Die Krankenkasse bewilligt ja auch niemandem Fallschirme, nur weil eine kleine Minderheit vielleicht ohne aus dem Flugzeug springen möchte.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
02.02.2016
17:25:37


(+4, 6 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012
Antwort zu Kommentar #9 von AndreW


"Ich sehe einen gewaltigen Unterschied zwischen einem Fußballspiel und ungeschützten Sex."

Es geht aber nicht um "ein Fußballspiel" sondern um das Risikoverhalten der Gesamtheit aller Fußballspieler im Verhältnis zum Risikoverhalten einer kleinen Minderheit innerhalb einer sexuellen Minderheit. Ich kann dir garantierten, dass die Folgen des Fußballsports in Summe beträchtlich mehr Kosten verursachen als dies die Einführung von PrEP auf Kosten der Krankenkasse jemals könnte.

"Eher vergleichbar wäre ungeschützter Sex mit einem Fallschirmsprung ohne Fallschirm."

Ein Fallschirmsprung ohne Fallschirm endet fast immer tödlich. Wenn ich aber Sex ohne Kondom (wer sagt eigentlich, dass Sex ohne Kondom automatisch "ungeschützt" sein muss?) habe, ist das ausgesprochen safe. Hin und wieder stecken wir uns gegenseitig dabei mit einer Erkältung an, aber das würden wir auch mit Kondom. Liegt daran, dass wir außerhalb unserer festen Beziehung Sex immer nur mit Kondom machen. Hätte einer von uns beiden HIV würde ich mir wünschen, dass er oder ich dann PrEP einnehmen kann, um das HIV-Infektionsrisiko sogar noch unter das zu senken, was Kondome vermögen, denn das ist nun mal eine Tatsache.

"Die Krankenkasse bewilligt ja auch niemandem Fallschirme, nur weil eine kleine Minderheit vielleicht ohne aus dem Flugzeug springen möchte."

Das Beispiel verstehe ich nicht, denn wenn eine kleine Minderheit ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springen wollte, wäre die Ausgabe der Krankenkasse ja sinnlos. Hier geht es aber um eine kleine Risikogruppe, deren Angehörige eine Pille eher akzeptieren würden als ein Kondom. Es käme also zur Nutzung und daher wäre die Investition sinnvoll. Hast du das vielleicht irgendwie anders gemeint?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...89  vor »


 LIFE & STYLE - GESUNDHEIT

Top-Links (Werbung)

 LIFE & STYLE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Niederlande: Kommission empfiehlt bis zu vier Eltern pro Kind Israel: Gleichstellung ausländischer Homo-Partner geplant Tag der Menschenrechte: EKD wirbt für LGBTI-Gleichbehandlung Die Poesie der ersten schwulen Liebe
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt