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  • 02.02.2016, 15:41h           8      Teilen:   |

Erfolg

Indien: Höchstrichter beraten erneut über Homo-Verbot

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In den letzten Jahren gab es mehrere Protestaktionen gegen das aus der Koloinalzeit stammende Verbot gleichgeschlechtlicher Handlungen

Das vor zwei Jahren wiedereingeführte Verbot "sexuelle Handlungen wider die Natur" auf dem Subkontinent steht auf der Kippe.

Der oberste Gerichtshof Indiens hat am Dienstag einem Antrag mehrerer Aktivisten und Politiker zugestimmt, ein 156 Jahre altes Gesetz zu überprüfen, das eine Haftstrafe in Höhe von bis zu zehn Jahren für homosexuelle Handlungen vorsieht. Demnach sollen fünf Richter unter Vorsitz des indischen Chefrichters darüber entscheiden, ob sie eine vor rund zwei Jahren getroffene Entscheidung des Gerichts in Kraft lassen und ob Homosexualität damit weiterhin ein Verbrechen in der weltgrößten Demokratie ist. Einen Termin für die Verhandlung gab das Gericht noch nicht bekannt.

Dem Antrag auf Überprüfung ist nach Angaben des Gerichts stattgegeben worden, weil "wichtige verfassungsrechtliche Fragen" geklärt werden müssten. Vor dem Gerichtssaal begrüßten laut BBC LGBT-Aktivsten das Urteil enthusiastisch.

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Urteil aus dem Jahr 2013 wird überprüft

Der Paragraf 377, der "sexuelle Handlungen wider die Natur" unter Strafe stellt, stammt noch aus dem britischen Kolonialrecht. 2009 erklärte ein Gericht in Neu-Delhi das Gesetz zwar für verfassungswidrig, weil es gegen die Grundrechte von Schwulen und Lesben verstoße (queer.de berichtete). Allerdings revidierte der oberste Gerichtshof Indiens im Dezember 2013 überraschend diese Entscheidung und führte damit das Homo-Verbot erneut ein (queer.de berichtete).

Die Entscheidung war damals von einer Zwei-Personen-Kammer des Gerichts getroffen worden. Aktivisten nutzten nun die Möglichkeit einer sogenannten "Curative Petition" gegen diese Entscheidung, in der eine größere Kammer nach ersten Zweifeln das Urteil überprüft. Seit Einführung dieser Möglichkeit 2002 wurden aber nur drei Entscheidungen rückgängig gemacht.

Das Gericht hatte damals argumentiert, das in über 100 Jahren nicht einmal 200 Menschen nach dem Paragrafen verurteilt worden seien. Allerdings erklärten LGBT-Aktivisten, das Gesetz werde dazu genutzt, Homosexuelle einzuschüchtern ober zu erpressen. Laut einem Zeitungsbericht kam es nach der Wiedereinführung des Verbots zu Polizeiwillkür und einem Anstieg von zeitweiligen Festnahmen (queer.de berichtete).

Es gab zuletzt mehrere Anläufe, das Gesetz wieder aufzuheben. Mehrere Minister und sogar die katholische Kirche sprachen sich für eine Legalisierung von Homosexualität aus, während sie unter anderem von Anglikanern und Muslimen abgelehnt wurde. Erst im Dezember 2015 scheiterte die Aufhebung im indischen Parlament mit 71 zu 24 Stimmen (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | Bericht der "Times of India"
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Reaktionen zu "Indien: Höchstrichter beraten erneut über Homo-Verbot"


 8 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
02.02.2016
16:42:38


(+7, 7 Votes)

Von Yannick


Hoffentlich landet dieses Gesetz wieder da, wo es hingehört:
auf dem Müllhaufen der Geschichte.


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#2
02.02.2016
19:30:28


(-1, 3 Votes)
 
#3
02.02.2016
21:11:27


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"sogar die katholische Kirche sprachen sich für eine Legalisierung von Homosexualität aus, während sie unter anderem von Anglikanern und Muslimen abgelehnt wurde"

Da sieht man wie verlogen die religionen sind, hier wird von der jeweiligen religion diskriminiert, dort ist sie "wenniger" diskrimierungsfreudig, die andere ist dort dann wieder freier anderswo fordert sie hohe strafen.


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#4
02.02.2016
22:22:45


(+3, 3 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Vor allem ist traurig, wie die sich um ein Gesetz aus der Kolonialherrschaft ereifern, wie in sklavischer Ergebenheit.

Aber Ähnliches sieht man in Afrika, wo die erfolgreich Geknechteten die Gesetze ihrer Herren verteidigen, und auf biblische Homosexuellen-Verachtung pochen, als wäre das nie anders gewesen.

Die Inder könnten intelligenter sein, wenn sie es denn wollten. In einem Land, das schon Tier-Rechte ehrt, müssten Menschenrechte keine Frage der Kolonie-Ära und veralteter Gesetze sein.


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#5
02.02.2016
22:56:27


(+2, 4 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #4 von Homonklin44


"Aber Ähnliches sieht man in Afrika, wo die erfolgreich Geknechteten die Gesetze ihrer Herren verteidigen, und auf biblische Homosexuellen-Verachtung pochen, als wäre das nie anders gewesen."

Tja, all das hat der christliche Glauben nach Afrika eingeschleppt!!!


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#6
03.02.2016
03:34:30


(+1, 3 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015
Antwort zu Kommentar #4 von Homonklin44


In einem Land, das schon Tier-Rechte ehrt,....

das hat aber mit dem Hinduismus zu tuen und deshalb hinkt der Vergleich ein wenig....

Hanuman ist der Affengott ,Ratten sind ebenfals goettlich und als absoluter Spitzenreiter der Goettlichkeit ,das Rindvieh...

In einer Kuh befinden sich nach Hinduglaube ueber 400 Gottheiten...deshalb ist es auch unmoeglich so ein Tier zu toeten...

(Frage mich immer wieder, welche Gottheit mag wohl den uebelsten Platz ---am Arschloch des Rindviehes - besetzen...
...da endwickle ich etwas Mitleid


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#7
04.02.2016
00:02:43


(-3, 3 Votes)

Von Analyse
Antwort zu Kommentar #6 von Fredinbkk


Ja, so ist das: Moslems dürfen kein Schweine- und Hindus kein Rind- und Kalbfleisch essen. Bei den Juden muß alles koscher sein. Für Vegetarier ist Fleisch tabu, für Veganer auch Fisch, Tierprodukte (Eier, Käse und Milchprodukte) und Meeresfrüchte. Und bevor jetzt wieder einige Pappenheimer hohe Wellen machen: es gibt auch Vegetarier, die Fisch und Meeresfrüchte essen (Flexetarier genannt).


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#8
06.02.2016
01:25:42


(+2, 2 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014
Antwort zu Kommentar #6 von Fredinbkk


Sicher liegst Du damit richtig. Bei Tierarten, die da gegessen werden, ist mit Verehrung wohl nicht viel...

Doch würde man denken, wenn schon jedes Ding und jede Form seine paar Dutzend oder Hunderte Gottheiten hat (insgesamt sollen es ca. 12 Millionen sein) könnte doch wenigstens einer dabei sein, der gleichgeschlechtliche Liebe unterstützt. Vielleicht müssen die nur mal ganz genau nachsehen.

Leider klappt es wohl so nicht, dass sich LGBTIQ's besonders für das Leben abgemagerter Kühe einsetzen, denen Futter organisieren usw. sodass ihre Wertschätzung stiege.
Bei den Religioten muss man mit allen verfügbaren Tricks arbeiten.


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