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  • 02.02.2016, 19:14h           13      Teilen:   |

Urteil

Achteinhalb Jahre Haft für Totschlag in Kirchenruine

Artikelbild
Die Tat hat sich in dieser Klosterruine nahe des Alexanderplatzes zugetragen (Bild: Wiki Commons / Xavax / CC BY-SA 3.0)

Das Landgericht Berlin hat einen 28-Jährigen verurteilt, einen 22-jährigen Schwulen getötet zu haben.

In einem Tötungsprozess, der viele Fragen offen ließ, hat das Landgericht Berlin am Dienstag den 28-jährigen Angeklagten Fation D. wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der in den USA aufgewachsene Albaner hatte in dem Prozess vor zwei Wochen ein Teilgeständnis abgelegt und erklärt, dass er sich in einem Streit angetrunken gegen den 22-jährigen Israeli Yosi D. gewehrt habe. Die Leiche des Mannes, der sich als Tourist in Berlin aufhielt, war am letzten Karsamstag brutal zugerichtet in der Ruine des Franziskaner-Klosters an der Klosterstraße entdeckt worden (queer.de berichtete).

Sechs Tage später wurde der Tatverdächtige in der tschechischen Stadt Ústí nad Labem festgenommen. Täter und Opfer hatten sich in einem Hostel in der Karl-Liebknecht-Straße kennengelernt, in dem beide Männer zusammen in einem Acht-Betten-Zimmer untergebracht waren.

Fortsetzung nach Anzeige


Kein Anhaltspunkt für Homophobie

Laut den Ermittlern hatte sich zunächst ein homophobes Motiv angedeutet: So habe der Angeklagte in Telefonaten mit seinem Vetter in Tschechien auf die Homosexualität des Israeli angespielt. Außerdem habe der Mann, der als Bewerber um eine Stelle als Koch nach Berlin kam, erklärt, dass er kurz davor sei, den Schwulen aus dem fünften Stock zu schmeißen.

Der Richter hielt jedoch fest, dass es "keinerlei Anhaltspunkte" für ein homophobes oder antisemitisches Motiv der Tat gegeben habe; ein entsprechendes Gedankengut habe man bei dem Mann nicht feststellen können, die genutzten Begriffe über Schwule seien nicht unüblich. Die beiden jungen Männer, die schon öfters zusammen unterwegs gewesen waren, hatten sich von dem Hostel aus angetrunken zu der Ruine aufgemacht. Beim Getöteten wurde eine Alkoholkonzentration von 2,6 Promille festgestellt.

Es habe sich wohl nicht um eine geplante Tat gehandelt, schloss der Richter u.a. aus einem verzweifelten Telefonat des Mannes nach der Tat. Es sei wohl zu einem Streit gekommen, zu dessen Motivation und in gewissem Sinne auch zu dessen Schuld man nichts wisse.

Fation D. sei aber sehr gewalttätig vorgegangen, betonte der Richter in seinem Urteil laut "Bild": "Der Angeklagte jedenfalls reagierte sehr heftig. Er packte den Israeli, würgte ihn, brachte ihn zu Boden, trat und schlug mit einem Gegenstand auf seinen Kopf". Der Israeli erlitt einen offenen Schädelbruch und ein schweres Schädelhirntrauma und verstarb innerhalb weniger Minuten am Tatort. Seine Leiche konnte aufgrund des stark zerschmetterten Gesichts zunächst nicht identifiziert werden.

Der Angeklagte hatte angegeben, sich verteidigt zu haben. Vor allem habe er Yosi D. nicht töten wollen. Eine reine Notwehrsituation schloss das Gericht aber anhand der Verletzungen des Opfers aus. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft wegen Totschlags gefordert, die Verteidigung maximal sieben. (cw)

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Tags: berlin, klosterruine, totschlag
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Reaktionen zu "Achteinhalb Jahre Haft für Totschlag in Kirchenruine"


 13 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
02.02.2016
19:43:12


(-3, 11 Votes)

Von Johannes45


Das Leben von Menschen ist leider im deutschen Strafrecht zu wenig wert.

Achteinhalb Jahre Haft sind zu wenig, weil der Haftinsasse nach zwei-Drittel bei guter Sozialprognose wieder zur Bewährung aus dem Gefängnis rauskommt, das sind dann nweniger als sechs Jahre, die der Toschläger in Haft sitzt.

Das heißt also, wenn jemand in Deutschland einen Toschlag begeht, muss er nur rund 6 Jahre im Gefängnis bleiben, wenn er/sie sich dort dann ordentlich verhält.

Ich halte sowieso nicht viel davon, dass Straftäter in der Regel nach zwei Drittel der Haftstrafe bei guter Sozialprognose entlassen werden, dazu habe ich zuviele Sozialpädagogen kennengelernt, die immer nur die Situation des Straftäters im Blick haben, und an das Opfer und deren Familien nicht denken.

Aber sowohl die Justiz in Berlin als auch die Justiz in Köln ist seit Jahren dafür bekannt, dass dort die Richter zu milde urteilen.

Wenn ich der Strafrichter gewesen wäre, hätte ich ZEHN Jahre Haftstrafe verhängt.


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#2
02.02.2016
20:20:52


(-2, 10 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Johannes45


""Achteinhalb Jahre Haft sind zu wenig, weil der Haftinsasse nach zwei-Drittel bei guter Sozialprognose wieder zur Bewährung aus dem Gefängnis rauskommt, das sind dann nweniger als sechs Jahre, die der Toschläger in Haft sitzt.""..

Also nach 5 Jahren und 8 Monaten..
Danach hat der Verurteilte Täter noch 5 Jahre Führungsaufsicht..
Als US-Amerikaner oder auch als Albanischer Tcheche wird er nach der Haftentlassung abgeschoben, und darf während der laufenden Bewährung/Führungsaufsicht die BRD nicht mehr betreten..

Man kann davon halten was man will..
Aber das Urteil ist durchaus angemessen..

Ob eine Entlassung nach Verbüßung von Zwei/Drittel der Haftstrafe dann auch tatsächlich stattfindet enscheidet die Strafvollstreckungskammer beim zuständigen Landgericht zeitnah, frühestens 1 Jahr vor der Entlassung..
Die muß der Häftling aktiv beantragen..
Da geht also nichts irgendwie "automatisch", und wer sich in der Haft nicht entwickelt, kriegt auch keine vorzeitige Entlassung..
Soviel dazu mal als Information..

""Wenn ich der Strafrichter gewesen wäre, hätte ich ZEHN Jahre Haftstrafe verhängt.""..

Warum nicht gleich 15 Jahre ?
Ist doch nach dem Gesetz möglich..

Die Gesellschaft kann schon froh sein nicht solche Menschen wie Dich zum Richter zu haben..


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#3
02.02.2016
20:22:45


(-1, 9 Votes)

Von ehemaligem User wuermchen
Antwort zu Kommentar #1 von Johannes45


"Wenn ich der Strafrichter gewesen wäre, hätte ich ZEHN Jahre Haftstrafe verhängt."

Und 10 Jahre sind ausreichend? Wie du schon sagst, ein Menschenleben ist im deutschen Strafrecht wenig wert. Zu wenig. Die Motivlage interessiert mich dabei bis auf wenige Fälle wie Notwehr, Unfälle ehrlich gesagt weniger. Der Umstand ist, einer ist Tod der andere wird in wenigen Jahren wieder auf die Menschheit losgelassen.
Ein Umstand der nicht richtig ist.


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#4
02.02.2016
20:22:55


(+2, 12 Votes)

Von Thorin
Antwort zu Kommentar #1 von Johannes45


Mord sollte m.M.n. immer lebenslänglich sein, Totschlag 20 Jahre. Die Haftstrafen in Deutschland sind einfach lächerlich lasch.


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#5
02.02.2016
21:35:53


(-2, 8 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #1 von Johannes45


Wenn der Angeklagte Deutscher währe, hättest Du dasselbe geschrieben?


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#6
02.02.2016
22:48:40


(-1, 7 Votes)

Von Justizia
Antwort zu Kommentar #2 von TheDad


"Die Gesellschaft kann schon froh sein nicht solche Menschen wie Dich zum Richter zu haben."

Das kann man von Dir auch behaupten! Nicht nur die Gesellschaft, auch der Deutsche Richterbund können aufatmen!

Was das Urteil für den den 28-jährigen Angeklagten Fation D. geht in Ordnung!


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#7
02.02.2016
23:46:41


(-3, 9 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #6 von Justizia


@Justizia
""Die Gesellschaft kann schon froh sein nicht solche Menschen wie Dich zum Richter zu haben."

Das kann man von Dir auch behaupten! Nicht nur die Gesellschaft, auch der Deutsche Richterbund können aufatmen!"

DAS hast Du sehr gut erkannt, was unseren Kommunisten TheDad angeht und wie er sich hier "ins Zeug" legt, damit ein Totschläger so wenig Haft wie möglich erhält, zeigt, dass er der typische linke Sozialpädagoge ist, der nur die Sozialisation des Straftäters im Auge hat, und dem das Leben des Opfers wenig wert ist.

Du hast vollkommen Recht mit deinem Kommentar, Justizia.

Aber auch andere Kommentatoren zeigen treffend, dass Ihnen das Strafurteil zu milde ausfällt.


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#8
04.02.2016
00:04:17


(+2, 4 Votes)

Von Aranos


Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass in Deutschland anscheinend der Großteil aller von Heteros verübten Morden an Schwulen ü-ber-haupt- nichts, aber auch wirklich garnichts mit Homophobie zu tun hat. Wenn es nicht so traurig wäre, dann wäre es zum totlachen. Eine totale Farce.


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#9
04.02.2016
00:31:58


(-3, 3 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von Johannes45


""damit ein Totschläger so wenig Haft wie möglich erhält,""..

Wo steht denn das ?
Wo habe ich das gefordert ?
Und wieso lügst du hier so dreist ?
Wie paßt denn das zum "8.Gebot" ?

""zeigt, dass er der typische linke Sozialpädagoge""..

Wie kommt man den auf diesen Unsinn ?
Ich bin kein "Sozialpädagoge" !
Das habe ich nirgends behauptet !

Schon wieder ein Verstoß gegen das "8.Gebot" ?

""der nur die Sozialisation des Straftäters im Auge hat,""..

Bei Häftlingen geht es um RE-Sozialisation !
Die scheitern muß, wenn er schon Scheiße sozialisiert ist..


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#10
04.02.2016
08:57:53


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User wuermchen
Antwort zu Kommentar #8 von Aranos


"Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass in Deutschland anscheinend der Großteil aller von Heteros verübten Morden an Schwulen ü-ber-haupt- nichts, aber auch wirklich garnichts mit Homophobie zu tun hat."

Was eigentlich auch vollkommen irrelevant ist, denn es würde ja schon reichen, wenn ein Mord so bestraft würde, dass es auch eine angemessene Strafe ist, unbesehen des Täters und des Opfers.
Nicht umsonst wird der Rechtsstaat häufig als Kuscheljustiz verhöhnt.


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 Ort: Ruine Franziskanerkloster Berlin


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