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  • 04.02.2016, 13:36h           19      Teilen:   |

Rick Santorum und Mike Huckabee

US-Wahlen: Mehrere homophobe Kandidaten steigen aus

Artikelbild
Rick Santorum und Mike Huckabee steigen aus dem Präsidentschaftswahlkampf 2016 aus

Bei den amerikanischen Vorwahlen lichten sich die Reihen. Insbesondere populistische Kandidaten treten ab, allerdings haben die Homo-Hasser mit Ted Cruz noch einen Hoffnungsträger.

Von Dennis Klein

Nach der Vorwahl in Iowa haben mit Rick Santorum und Mike Huckabee die zwei homosexuellenfeindlichsten Kandidaten ihren Kampf um das Präsidentenamt aufgegeben. Huckabee, der von 1996 bis 2007 Gouverneur von Arkansas war, gab bereits am Dienstag seinen Rückzug bekannt. Ex-Senator Santorum folgte am Mittwoch. Auch der libertäre US-Senator Rand Paul, der ebenfalls mit homophober Rhetorik um Stimmen warb, zog die Reißleine.

Sowohl Huckabee als auch Santorum hatten im ländlichen Iowa, in dem konservativ-evangelikale Wähler eine besonders große Rolle spielen, bereits gewonnen: 2008 siegte Huckabee mit 38 Prozent vor Fred Thompson und dem späteren republikanischen Kandidaten John McCain (queer.de berichtete); dieses Jahr erreichte er aber nur 1,8 Prozent. Santorum schaffte gar nur 0,95 Prozent, obwohl er den Staat vor vier Jahren noch mit hauchdünnem Vorsprung vor dem späteren Vorwahlen-Sieger Mitt Romney holen konnte (queer.de berichtete).

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"Schaumige Mischung aus Gleitgel und Fäkalien"

Santorum, der in diesem Jahr beim Wahlkampf nur noch eine untergeordnete Rolle spielte, galt jahrelang als einer der homophobsten Politiker der USA, der etwa dafür warb, Homosexualität wieder mit Gefängnis zu bestrafen. Bereits 2003 hatte der LGBT-Aktivist Dan Savage eine Aktion gegen den damaligen US-Senator gestartet: Er wollte das Wort "Santorum" neu definieren und rief Fans auf, Vorschläge zu schicken. Am Ende kam dabei die Seite spreadingsantorum.com heraus, die viele Jahren bei Google-Suchen nach dem Begriff "Santorum" noch vor der Homepage des Politikers aufgetauchte. Die Neudefinition von "Santorum" lautet: "Schaumige Mischung (frothy mix) aus Gleitgel und Fäkalien, die manchmal ein Nebenprodukt von Analsex ist." In der Schwulenszene ist Santorum seitdem als "Frothy" bekannt.


US-Komiker amüsieren sich seit Jahren über Rick Santorum als "Frothy Mix"


Huckabee konnte dagegen vor wenigen Monaten mit seiner Unterstützung der homophoben Standesbeamtin Kim Davis für große Medienaufmerksamkeit sorgen. So organisierte er nach ihrer Entlassung aus der Beugehaft eine Demonstration gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben (queer.de berichtete). Am Ende verpuffte aber auch sein Wahlkampf im großen republikanischen Kandidatenfeld.

Ted Cruz saugt Stimmen der Homo-Hasser auf

Freilich gibt es unter den verbleibenden neun Kandidaten der Republikaner keinen einzigen, der sich ausdrücklich für LGBT-Rechte engagiert. In Iowa konnte mit großer Unterstützung der Evangelikalen der ebenfalls unter LGBT-Aktivisten sehr unbeliebte Ted Cruz die Vorwahl gewinnen. Seine Themen sind vor allem die Ablehnung der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama, der Einsatz für niedrigere Steuern und außenpolitische Kraftmeierei wie die Forderung nach einem Flächenbombardement der Terrormiliz IS, aber auch LGBT-feindliche Stimmungsmache (queer.de berichtete). So will er unter anderem Schwule und Lesben aus dem US-Militär entfernen und sucht die Nähe zu radikalen Predigern, die die Todesstrafe für Homosexuelle fordern (queer.de berichtete).


Nach dem Sieg in Iowa sieht sich Ted Cruz als Favorit


Auch die anderen republikanischen Kandidaten wollen im Vorwahlkampf nicht auf die Stimmen der Homo-Hasser verzichten: So fordert Donald Trump anders als noch vor wenigen Monaten, gleichgeschlechtlichen Paaren das Ehe-Recht wieder zu entziehen (queer.de berichtete). Ähnliche Äußerungen kommen von Senator Marco Rubio, der in Iowa überraschend stark abschnitt und knapp hinter Trump den dritten Platz belegte. So hat er im Wahlkampf erklärt, als Präsident an seinem ersten Tag im Weißen Haus den von Präsident Obama eingeführten Diskriminierungsschutz für LGBT-Mitarbeiter der Bundesverwaltung wieder abzuschaffen. Rubio wird auch wegen Äußerungen wie diesen inzwischen von Rick Santorum unterstützt.

Sanders-Clinton-Zweikampf bei den Demokraten

Auf der Seite der Demokraten ist die Lage übersichtlicher: Hier streiten sich nur noch Ex-Außenministerin Hillary Clinton und der linke Senator Bernie Sanders um die Kandidatur. Beide engagieren sich gleichermaßen für LGBT-Rechte, wenn auch Anhänger von Sanders betonen, dass Clinton bis vor wenigen Jahren die Ehe-Öffnung abgelehnt hatte. Die größte LGBT-Organisation, die Human Rights Campaign, gab allerdings Sanders einen Korb und unterstützt die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton (queer.de berichtete).


Bei den Demokraten kämpfen Bernie Sanders und Hillary Clinton um die Kandidatur.


Der Vorwahlzirkus zieht nun weiter nach New Hampshire (9. Februar). Fast wöchentlich finden weitere Abstimmungen statt. Voraussichtlich wird bei beiden Parteien am "Super Tuesday" am 1. März eine Vorentscheidung fallen, wenn mehr als ein Dutzend Bundesstaaten ihre Vorwahlen abhalten. Sollte es knapp werden, könnten aber noch die letzten Abstimmungen im Juni darüber entscheiden, wer antreten darf.

Zudem könnte in diesem Jahr noch neben den Kandidaten der zwei großen Parteien ein weiterer aussichtsreicher Kandidat in den Wahlkampf einsteigen. So hat Donald Trump wiederholt angedeutet, dass er sich vorstellen könne, als Unabhängiger anzutreten, sollte er die republikanischen Vorwahlen nicht gewinnen. Auch der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg liebäugelt damit, sich im November als Unabhängiger zum Präsidenten wählen zu lassen. Bloomberg war bis 2001 Demokrat, wechselte dann zu den Republikanern und ist seit 2007 parteilos. Er setzte sich vorbildlich für LGBT-Rechte ein und sprach sich noch vor Clinton für die Ehe für alle aus, was im liberalen New York allerdings einfacher ist als in anderen Landesteilen.

Sowohl Trump als auch Bloomberg können als Multimilliardäre ihren Wahlkampf alleine finanzieren und müssen damit nicht wie die anderen Kandidaten um Spenden betteln. Es ist allerdings unklar, wie groß ihre Chance ist – und ob sie bei einem potenziellen Sieg als Parteilose überhaupt in der Lage sein werden, gegen einen feindlich gestimmten Kongress Gesetze durchsetzen zu können. Zuletzt versuchte sich der Milliardär Ross Perot 1992 und 1996 als Kandidat, war aber mit 19 bzw. 8 Prozent abgeschlagen.

Wie das Drama ausgeht, werden wir erst in einem guten halben Jahr erfahren: Die Wahlen zum Präsidenten finden am 8. November statt.

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Tags: rick santorum, mike huckabee, donald trump, hillary clinton, ted cruz, bernie sanders, us-wahlen, usa, primary, vorwahlen
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Reaktionen zu "US-Wahlen: Mehrere homophobe Kandidaten steigen aus"


 19 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
04.02.2016
13:49:20


(+13, 13 Votes)

Von RWTH


"allerdings haben die Homo-Hasser mit Ted Cruz noch einen Hoffnungsträger."

Und Donald Trump ist ja auch noch nicht abgeschrieben. Und der ist ja auch voll auf die homophobe Linie aufgestiegen.

Und selbst gemäßgtere Kandidaten der Republikaner sind ja immer noch homophob genug und werden genug schlimmes anstellen.


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#2
04.02.2016
14:08:22
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von James Cock
Antwort zu Kommentar #1 von RWTH


An den Republicans kann man sehr gut sehen, welche vernichtende Wirkung der christliche Glaube haben kann. Diese Religion tötet die Menschlichkeit, wenn sie wie von den Evangelicals interpretiert wird und die wählen dann alle Republicans. Es gibt halt kaum Linken in USA. Die Democracts sind die bürgerliche Mitte und die Republicans sind die Rechtsradikalen. Nothing inbetween. Scheiss Zweiparteiensystem!


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#3
04.02.2016
14:21:20


(-6, 10 Votes)

Von Johannes45


Ein guter und informativer Artikel von Dennis Klein, den man so in deutscher Sprache im Internet derzeit nirgendwo findet und daher hat es mich gefreut, das Dennis Klein dieses Thema aufgegriffen hat.

Auch in der Darstellung der Kandidaten hat der Autor zutreffend dargestellt ,dass mit Huckabee, Santorum und Paul drei der homophobsten Kandidaten gottseidank ausgeschieden sind.

Auch treffend dargestellt ist die Lage bei den Demokraten und das beide Kandidaten sowohl Clinton als auch Sanders als LGBT-freundlich einzustufen sind.

-----------
Mir fehlte im Artikel aber "nur" der Fakt, das es neben dem verbliebenen homophoben Kandidaten Ted Cruz einen weiteren dezidiert homophoben Kandidaten mit Ben Carson gibt. Ich halte Carson für homophober als Cruz. Carson verglich Homosexualität mit Pädophilie und entschuldigte sich dafür dann erst später wieder. Er hält die Ehe für von "Gott gemacht".

*
Link zu www.politico.com

Am Ehesten noch zu "ertragen" wäre bei den Republikanern die einzige weibliche Kandidatin Carly Fiorina, frühere CEO bei Hewlett-Packard. Wenn die Republikaner gewinnen sollten, wäre Fiorina die einzige Kandidatin, die in Ordnung wäre. Viel lieber aber ist mir, wenn Hillary Clinton von den Demokraten gewinnt.


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#4
04.02.2016
14:36:25


(+4, 10 Votes)

Von Offenbarungseid


für die bürgerlich-opportunistische und von Konzerninteressen abhängige "Human Rights Campaign".

Sie unterstützt eine Kandidatin, die noch 2004 mit Verweis auf die Bibel und eine "Tausende Jahre alte Tradition" die Ehe ausschließlich als "Verbindung zwischen Mann und Frau" definierte, noch bei ihrer ersten Präsidentschaftskandidatur 2008 die Ehe-Öffnung ablehnte und immer wieder nur rein opportunistisch dem "Mehrheitswillen" folgte.

Von ihrer Unterstützung für völkerrechtswidrige Angriffskriege mit Millionen Todesopfern (allen voran Zustimmung zum Irak-Krieg 2003), die das heutige Chaos im Nahen Osten und die Stärke des Terrorismus wesentlich verursacht haben, will die "Human Rights Campaign" anscheinend auch nichts wissen - oder deutet "Human Rights" entsprechend um.


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#5
04.02.2016
15:20:54


(+6, 8 Votes)
 
#6
04.02.2016
15:49:03


(+3, 5 Votes)

Von Robin
Antwort zu Kommentar #4 von Offenbarungseid


Mir wäre Bernie Sanders auch tausendmal lieber als Hillary Clinton. Die ist halt ein eiskalter Machtmensch, die für die Macht jeder Stimmung hinterherläuft.

Aber die Frage ist immer, wie erfolgreich Bernie Sanders bei den endgültigen Präsidentenwahlen wäre. Denn niemand hat etwas davon, wenn viele, die ansonsten Demokraten wählen würden, diesmal nicht wählen oder gar die Republikaner wählen, weil ihnen der selbsterklärte Sozialist Sanders zu weit links steht. Denn besser als ein Republikaner ist Frau Clinton auf jeden Fall.

Man wird sehen müssen, wie es bei den anderen Vorwahlen in anderen Staaten aussieht. Wenn Bernie Sanders weiterhin so gut abschneidet oder gar Frau Clinton übertrumpft, kann der es gerne versuchen. Aber ehe da ein Republikaner gewinnt, ist mir auch Frau Clinton immer noch tausendmal lieber.


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#7
04.02.2016
18:04:41


(-9, 11 Votes)

Von Jeeens


Ich hoffe, Rubio macht es.


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#8
04.02.2016
18:22:54


(+4, 6 Votes)

Von James Cock
Antwort zu Kommentar #7 von Jeeens


"Ich hoffe, Rubio macht es."

Dann bist du eine crazy person, vorausgesetzt du bist überhaupt gay.

"Marco Rubio Says He Has a Plan to Make Gay Marriage Illegal Again"
Link:
news.vice.com/article/marco-rubio-says-he-has-a-pl
an-to-make-gay-marriage-illegal-again


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#9
04.02.2016
18:23:52


(+5, 7 Votes)

Von Fennek
Antwort zu Kommentar #6 von Robin


Ich stimme zu:
oberstes Ziel muss es sein, einen Republikaner auf dem Präsidentenstuhl zu verhindern.

Wenn man dann zusätzlich auch noch Bernie Sanders (der bereits seit Jahrzehnten für Gleichstellung kämpft und nicht erst jetzt) statt Hillary Clinton haben kann, wäre das umso besser.
Aber die Verhinderung der Republikaner muss oberste Priorität haben.


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#10
04.02.2016
19:28:59
Via Handy


(+4, 6 Votes)

Von puschelchen
Aus irgendwo in nrw
Mitglied seit 18.12.2009
Antwort zu Kommentar #7 von Jeeens


"Ich hoffe, Rubio macht es."

Wär der schwul und Demokrat würde ich sogar hoffen, seine First Lady zu werden. Rubio es muy schnuffig. Wenn DeNozzo (Navy CIS) und Clark Kent ein Kind hätten, würde das genau so aussehen.

Leider ist die Realität eine andere, leider ist er halt auch nur ein homophober, hasszerfressener Depp, der die Uhren gerne zurückdrehen würde.

Die Buchmacher sehen ihn im Moment als klaren Herausforder von Hillary, und ich befürchte, dass seine Chance auf die Präsidentschaft keine geringe ist, wenn es diese Konstellation wirklich geben sollte.

Deswegen hoffe ich ganz stark auf Cruz als Herausforderer. Der wäre den meisten Unentschlossenen viel zu religiotisch, und hätte da gar keine Chance. Bei Trump könnte ich mir gut vorstellen, die Sache als unabhängiger Kandidat durchzuziehen, wenn sich die Partei hinter Cruz (oder Rubio) stellt. Ist ja schließlich ein Egomane, wie er im Buche steht. In dem Fall ist die neue First Lady zu 100% ein Mann (ob es sich Hillary als Revanche von einem Praktikanten im Oral Office besorgen lässt?).


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