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Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin wirft Befürwortern der Lebenspartnerschaften vor, auch die Leihmutterschaft legalisieren zu wollen (Bild: flickr / Italian Embassy / by 2.0)

Im Kampf um die Anerkennung von Homo-Paaren wird der Ton in der Regierung rauer: An vorderster Front ist die italienische Gesundheitsministerin, die Befürwortern der "Unioni Civili" sinistre Pläne unterstellt.

Italiens Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin macht Stimmung gegen den Gesetzentwurf der Regierung zur Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare, der derzeit im Parlament debattiert wird. Die Politikerin, die der kleinen christdemokratischen Regierungspartei "Neue rechte Mitte" (NCD) angehört, hat am Mittwoch einen Brief an die weiblichen Abgeordneten geschickt, in dem sie vor dem geplanten Gesetz warnt: Dies könne durch die Hintertür die Leihmutterschaft legalisieren und Frauen zu "Sklavinnen" machen.

Die 44-Jährige erklärte, dass Leihmutterschaft – also das Austragen eines fremden Kindes durch eine Frau – eine andere Form von Prostitution sei. "Der Markt ergreift den Besitz über das Leben der Menschen. Jegliche Ethik geht in Brüche. Leihmutterschaft geht noch weiter als Prostitution. Jede Form ihrer Regelung muss bekämpft werden", so Lorenzin am Donnerstag.

Einführung der Leihmutterschaft nicht geplant

Befürworter des Lebenspartnerschaftsgesetzes halten die Argumentation der Ministerin für vorgeschoben, da das Gesetz Leihmutterschaft nicht berührt und diese Praxis in Italien weiterhin verboten sein wird. Lorenzin erklärte aber, dass die im Gesetz vorgesehene Stiefikindadoption – also die Möglichkeit, dass eine verpartnerte Person das leibliche Kind des Partners adoptieren darf – eine Vorstufe zur Legalisierung der Leihmutterschaft sei.

"Ich will ja für eingetragenen Lebenspartnerschaften stimmen", behauptete Lorenzin, "aber es kann nicht geleugnet werden, dass die Stiefkindadoption den Weg zur Uterus-Vermietung öffnet." Gleichzeitig machte sie ihre generelle Abneigung gegen Regenbogenfamilien deutlich. So erklärte Lorenzin, dass Schwule und Lesben immer eine "Belastung" für Kinder darstellten.

Lorenzins Partei lehnt die "Unioni Civili" ebenso ab wie die den Umweltminister stellende christdemokratische UdC und einige katholische Mitglieder der Sozialdemokraten. In einer ersten Abstimmung konnten die Befürworter innerhalb der Regierung jedoch am Dienstag einen Sieg erringen, da sie von der oppositionellen Fünf-Sterne-Bewegung unterstützt wurden (queer.de berichtete).

Italien ist derzeit das letzte westeuropäische Land, das gleichgeschlechtliche Paare nicht anerkennt. Schuld daran ist insbesondere der Druck der katholischen Kirche. Das Land ist gespalten: Am Samstag waren Hunderttausende Christen, Konservative und Rechte auf die Straße gegangen, um gegen die Anerkennung zu protestieren (queer.de berichtete). Eine Woche zuvor hatten hunderttausende Befürworter der Lebenspartnerschaft in fast 100 Städten demonstriert (queer.de berichtete).

Leihmutterschaft ist in der EU unterschiedlich geregelt: In Deutschland, Frankreich oder Spanien ist diese Praxis verboten, mit Einschränkungen aber in Großbritannien, Griechenland oder den Niederlanden erlaubt. In Teilen der USA ist "Surrogacy" auch kommerziell legitimiert und ein großer Wirtschaftsfaktor, der dort auch von heterosexuellen Frauen genutzt wird, die ein Kind nicht selbst austragen wollen. Die Kosten sind allerdings recht hoch, in Kalifornien sind es um die 50.000 Euro pro Kind.

Trotz des deutschen Verbots entschied der Bundesgerichtshof 2014, dass zwei schwule Männer als Eltern eines durch eine amerikanische Leihmutter ausgetragenen Kindes anerkannt werden müssen (queer.de berichtete).

Viele schwule Promis haben bereits von dem Angebot der Leihmutterschaft Gebrauch gemacht, beispielsweise Elton John und Neil Patrick Harris. (dk)

Wöchentliche Umfrage

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#1 aaaaaAnonym
  • 05.02.2016, 15:35h
  • Wer sich Hoffnung macht, der kennt Italien nicht.

    Italien ist katholisch und homophob bis ins Mark.

    Der Gesetzentwurf wird sehr wahrscheinlich scheitern.
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#2 PelayoProfil
#3 KatholibanWatchAnonym
  • 05.02.2016, 15:44h
  • Was ist denn bitteschön eine jungfräuliche unbefleckte Empfängnis ohne Zustimmung der Mutter, Frau Christdemokratin???????
    Sklaverei????
    Etwa so, wie die RKK die Rolle der Frau etwa seit Jahrhunderten diktieren will????
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#4 KatholibanWatchAnonym
  • 05.02.2016, 15:59h
  • Antwort auf #2 von Pelayo
  • Aber Hauptsache "sicheres Herkunftsland" für Schwule, solange sie nicht damit "hausieren gehen", gell??????????
    Wenn demnächst wieder über Christenverfolgung in islamischen Ländern gejammert wird, dann werde ich an dein Zitat erinnern: die müssen ja nicht mit ihrer Religion hausieren gehen, dann ist z.B. Ägypten ja auch ein sicheres Herkunftsland für Christen, oder????
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#5 TheDadProfil
  • 05.02.2016, 16:25hHannover
  • Antwort auf #2 von Pelayo
  • ""Land Westeuropas""..

    Westeuropa endet nicht dort, wo Leute wie du es im Kopf haben !

    Und zwischen Italien, Polen oder Ungarn, den Ländern des Balkans oder dem Baltikum herrschen bezüglich der Gleichstellung von LGBTTIQ's keine großen Unterschiede !
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#6 PelayoProfil
  • 05.02.2016, 18:01hBerlin
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Ich hatte nichts von den Ländern des Balkans, Polen oder dem Baltikum geschrieben, sondern von Italien als Land Westeuropas.
    Hätte ich Südeuropa schreiben sollen?
    Der Süden beginnt südlich von Neapel.

    Aber warum antworte ich dir überhaupt auf deine Rechthabereien?
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#7 TheDadProfil
#8 PelayoProfil
#9 hugo1970Profil
  • 05.02.2016, 22:07hPyrbaum
  • "Ich will ja für eingetragenen Lebenspartnerschaften stimmen", behauptete Lorenzin, "aber es kann nicht geleugnet werden, dass die Stiefkindadoption den Weg zur Uterus-Vermietung öffnet."

    Wie ich diese scheiß scheinheiligen neoliberal christlichen konservativen lügner und hetzer hasse!
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