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  • 10.02.2016, 15:17h           15      Teilen:   |

Neue BBC-Doku

Stephen Fry: Selbstmordversuch nach Interview mit Homo-Hasser

Artikelbild
Stephen Fry moderierte unter anderem 13 Jahre lang die BBC-Show "QI"
Bild: BBC

Der britische Schauspieler wollte sich umbringen, nachdem er vor vier Jahren den ugandischen Ethikminister interviewt hatte.

Der Schauspieler, Autor und Moderator Stephen Fry berichtet in der anstehenden Fernsehdokumentation "The Not So Secret Life of a Manic Depressive: 10 Years On" darüber, dass er sich vor vier Jahren das Leben nehmen wollte, nachdem er einen homophoben Politiker in Uganda interviewt hatte. Das gab die BBC, die diese Sendung am kommenden Montag im Hauptprogramm zur besten Sendezeit ausstrahlen will, vorab bekannt.

In der neuen Dokumentation beleuchtet Fry die Probleme von Menschen, die an bipolarer Störung leiden, also an großen Stimmungsschwankungen. Der 58-Jährige, der selbst gegen diese Erkrankung kämpft, hatte bereits vor zehn Jahren eine Dokumentation zum Thema für die BBC gedreht – und damals schon von einem Suizid-Versuch berichtet, den er in den Neunzigerjahren unternommen habe (queer.de berichtete).

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"Ein Homo-Hasser der schlimmsten Sorte"

Ugandas Ethikminister Simon Lokodo
Ugandas Ethikminister Simon Lokodo

Fry erklärt in "The Not So Secret Life of a Manic Depressive: 10 Years On", dass ihn ein Treffen mit dem ugandischen Ethikminister Simon Lokodo aus der Bahn geworfen habe. Der Schauspieler hatte 2012 Uganda für seine Dokumentation "Out There: About Being Gay Globally" besucht, in der er weltweit die Auswirkungen homophober Politik zeigte (queer.de berichtete). Dabei interviewte er Lokodo, der laut Fry "ein Homo-Hasser der schlimmsten Sorte" ist. Im Interview hatte ihn der Minister mit der Verhaftung gedroht, sollte der Brite im Land für Homosexualität "werben".

Daraufhin sei Fry in eine Depression gefallen, als er zu seinem Hotel zurückkehrte. "Ich wusste, dass ich eine Flasche Wodka in meinem Zimmer hatte und eine ganzen Beutel voll mit [dem Schlafmittel] Ambien", so Fry. Er sei rastlos gewesen und habe sich gefühlt, "als ob alles, was mich ausmacht", verschwunden sei. "Alles, was ich war, war nicht mehr da. Ich habe mich gefühlt, als ob das Ende gekommen ist." Der Schauspieler sagte weiter, er habe sich danach nicht genau erinnern können, "wie viele der verdammten Pillen" er geschluckt habe. Er habe zudem die ganze Flache Wodka ausgetrunken. "Das nächste, an das ich mich erinnern kann, ist ein verlegener Hotelmitarbeiter, der an der Eingangstür auf den Teppich, auf dem ich lag, herunterschaute und sagte: 'Wir müssen ihn ins Krankenhaus bringen.'" Frys Psychiater habe bei seiner Rückkehr nach Großbritannien eine Einweisung in eine Klinik empfohlen.

Der 1957 geborene Künstler gilt als einer der vielseitigsten in Großbritannien. Er ist unter anderem als Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur sowie Fernsehmoderator erfolgreich. Vor einem Jahr sorgte er für Medienaufmerksamkeit, als er seinen 30 Jahre jüngeren Partner heiratete (queer.de berichtete). (dk)

Mehr zum Thema:
» Ugandas Ethikminister: Homosexuelle sind wie Junkies (19.02.14)
» Uganda vermutet schwule Verschwörung (02.07.12)
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Tags: stephen fry, simon lokodo, uganda
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Reaktionen zu "Stephen Fry: Selbstmordversuch nach Interview mit Homo-Hasser"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
10.02.2016
15:27:51


(+11, 15 Votes)

Von Peer


Da sieht man, was solche Perversen anrichten und was sie unschuldigen Menschen für Gedanken ins Hirn pflanzen.

Und natürlich mit dem Kreuz am Revers.


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#2
10.02.2016
15:35:34


(-17, 21 Votes)

Von 8g8bg8h


Es ist ziemlich fahrlässig, dass Stephen Fry diese Information veröffentlicht.

Warum?

Weil das Wasser auf die Mühlen von Homo-Hassern ist, die sich nun darin bestätigt fühlen, dass ihr Hass die gewünschte Wirkung auf Homosexuelle haben kann.

Im Übrigen ist es ziemlich weichlich wegen einem Interview mit einem ugandischen Politiker als Brite in eine Depression zu verfallen. Dass diese Politiker Arschlöcher sind weiß man doch. Dass in Uganda Homo-Hass an der politischen Tagesordnung ist, war doch sowieso schon immer klar. Also warum sollte er überrascht gewesen sein? Was hat er anderes erwartet? Er kann doch froh sein als Brite in Großbritannien zu leben, einem der LGBT-freundlichsten Länder der Welt.


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#3
10.02.2016
16:25:41


(+11, 17 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von 8g8bg8h


Eine bipolare Störung ist eine Erkrankung, unter der offenbr auch Fry leidet. Diese Information steht in dem Artikel klar und deutlich und kann Ihnen kaum entgangen sein, vorausgesetzt Sie sind in der Lage, verstehend zu lesen. Ihr ignoranter Kommentar zielt also einzig darauf ab zu verletzen, zu diffamieren und zu beleidigen. Menschen mit gesundem Selbstbewusstsein haben es nicht nötig, so etwas zu tun.


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#4
10.02.2016
16:43:04


(+10, 10 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Es war wohl etwas unüberlegt von Stephen Fry, mit diesem menschenhassenden, homophoben Minister ein Interview unter vier Augen zu führen. Das ist zermürbend und brandgefährlich.

Eine Delegation von Verbänden der Menschenrechte weltweit hätte den Ugandischen Minister zur Rede stellen müssen, doch selbst denen hätte er gedroht.

Es ist schwierig, solchen Diktatoren eine Hand zu reichen, denn sie bereiten in ihren Gedanken mit drakonischen Strafen das Ausrotten einer Menschengruppe vor, in dem sie über Leichen gehen. Den Suizid eines Homosexuellen würde der Minister insgeheim als Sieg feiern. Der Wolf im Schafspelz eben - widerlich.


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#5
10.02.2016
17:04:22


(+11, 13 Votes)

Von Felix
Antwort zu Kommentar #2 von 8g8bg8h


Typischer Fall von Täter-Opfer-Umkehr.

Ich finde es gut, dass er das offen sagt um vor den Psycho-Tricks religiöser Fanatiker zu warnen.


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#6
10.02.2016
17:53:14


(+1, 13 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von kuesschen11


Uganda ist eben ein stolzes und unabhängiges Land mit "afrikanischen Werten" dass sich nie wieder irgendwas von Weißbroten sagen lässt.
Naja außer wenn es um Bestechung, Schmiergeld und sonstige Korruption, Völkermord und Waffenkäufe geht die man sich gerne zu Eigen macht...


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#7
10.02.2016
17:58:08


(+9, 9 Votes)

Von unabhängig
Antwort zu Kommentar #6 von seb1983


nicht "man", sondern eine elite, die gemeinsame sache mit anderen global agierenden eliten macht. im dienste nicht der interessen von "man", sondern bestimmter kapitalbesitzer_innen.


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#8
10.02.2016
18:03:59


(+3, 11 Votes)

Von Vollkornmisch
Antwort zu Kommentar #6 von seb1983


Wer exportierte nochmal u. a. Homophobie, während er die Welt kolonialisierte und ausbeutete?

Wer verdient heute an Geschäften mit den betreffenden Regimen und an maximaler Unterdrückung und Ausbeutung der breiten Masse der Bevölkerung?


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#9
10.02.2016
18:21:35


(+8, 10 Votes)

Von Fennek


Da sieht man wieder mal, welchen Schaden Religioten anrichten...


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#10
10.02.2016
19:00:36


(+7, 11 Votes)

Von hirnlos
Antwort zu Kommentar #2 von 8g8bg8h


" Im Übrigen ist es ziemlich weichlich wegen einem Interview mit einem ugandischen Politiker als Brite in eine Depression zu verfallen."

Ich kann nur hoffen, das Du hier trollen willst; wenn nicht, hast Du offensichtlich keine Ahnung davon, wie es in Depressiven aussieht und was eine vermeintlich harmlose Bemerkung bei einem Depressiven anrichten kann. Und das in beiderlei Richtung: sowohl die oft gutgemeinte Bemerkung "Das wird schon wieder" bzw. "Du schaffst das schon", als auch so etwas wie "Du Weichei, stell Dich nicht so an"
Bevor Du also das naechste Mal so einen, im besten Fall gedankenlosen, Kommentar abgibst, ueberleg' Dir besser vorher, ob die Gesellschaft Deine geistlosen Erguesse benoetigt. Oder gehoerst Du zu denjenigen, die einem Suizidalen, der von einem Dach herunterspringen will, noch zurufen: "Los spring schon, Du Versager"?
Wenn ja, bete darum, dass ich in so einer Situation nicht neben Dir stehe!


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