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  • 13.02.2016, 11:08h           77      Teilen:   |

Schulterschluss auf Kuba

Papst und Kyrill I. "bedauern" Homo-Ehe

Artikelbild
Die beiden Brüder im Geiste küssten sich nach der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung

In einer gemeinsamen Erklärung teilen Franziskus und der Patriarch von Moskau kräftig gegen die "Ideologie" eines "aggressiven Säkularismus" aus.

Beim ersten Treffen der Führer der römisch-katholischen und russisch-orthodoxen Kirche überhaupt haben Papst Franziskus und Kyrill I. am Freitag eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sie unter anderem eine "Krise der Familie" beklagen.

"Die Familie gründet sich auf der Ehe, dem Akt der freien und treuen Liebe eines Mannes und einer Frau", heißt es in der Erklärung. "Wir bedauern, dass andere Formen des Zusammenlebens mittlerweile auf die gleiche Stufe dieser Verbindung gestellt werden, während die durch die biblische Tradition geheiligte Auffassung der Vaterschaft und der Mutterschaft als besondere Berufung des Mannes und der Frau in der Ehe aus dem öffentlichen Bewusstsein ausgeschlossen wird."

Die Erklärung enthält auch Kritik an der "Transformation einiger Länder in säkularisierte Gesellschaften", die eine "schwere Bedrohung für die Religionsfreiheit" darstelle. Die "Ideologie eines oft sehr aggressiven Säkularismus" führe häufig zur "Beschränkung der Rechte der Christen, wenn nicht gar ihrer Diskriminierung".

Die Religionsführer zeigen sich auch besorgt über Abtreibung und über die "Entwicklung der biomedizinischen Fortpflanzung, denn die Manipulierung des menschlichen Lebens ist ein Angriff auf die Grundlagen der Existenz des Menschen".

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"Wir sind Brüder"

Selbst "Bild" war nicht begeistert von dem Treffen: "Wer Kyrill I. die Wange küsst, der hat in Wahrheit Putin an der Backe"
Selbst "Bild" war nicht begeistert von dem Treffen: "Wer Kyrill I. die Wange küsst, der hat in Wahrheit Putin an der Backe"

Die rund zweistündige Begegnung, ein Zwischenstopp des Papstes auf dem Weg zu einem Besuch in Mexiko, fand auf dem Flughafen von Kuba statt. Es war das erste Treffer der Führer beider Kirchen, seitdem sich das Christentum im 11. Jahrhundert in einen östlichen und einen westlichen Zweig gespalten hatte.

Die auf Italienisch und Russisch abgefasste Erklärung beklagt ferner die Verfolgung von Christen, den Terrorismus und die Lage von Flüchtlingen. "Wir sind Brüder, endlich", sagte der Papst bei dem Treffen.

Kyrill I. gilt als homophober Hardliner. Erst im Januar hatte er die Befürchtung geäußert, dass "Paraden für sexuelle Minderheiten" Menschen geradezu zu Unterstützern des IS machen könnten (queer.de berichtete). Die Homo-Ehe sei ein "apokalyptisches Symptom", eine gesetzliche Rechtfertigung der Sünde, die zeige, dass "das Volk den Pfad der Selbstzerstörung einschlägt", sagte er 2013 (queer.de berichtete)

Der Kirchenführer hatte öffentlich das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" ebenso gelobt wie die Verbote des Moskauer CSD, in dem er "eine aufdringliche Zurschaustellung von Unzucht" sieht.

Youtube | Bericht von Euronews zu dem Treffen

Kritik an katholischer Kirche in Italien

Während es Papst Franziskus in der Erklärung versäumte, seinem fundamentalistischeren Freund Grenzen zu setzen, beklagten italienische Politiker am Freitag eine Grenzüberschreitung der katholischen Kirche.

Der Erzbischof von Genua und Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Angelo Bagnasco, hatte in der laufenden Debatte zur Einführung Eingetragener Lebenspartnerschaften eine geheime Abstimmung der Abgeordneten im Senat gefordert, damit diese ihrem Gewissen folgen könnten.

Premierminister Matteo Renzi wies die Forderung scharf zurück: "Das Parlament entscheidet, ob es geheime Abstimmungen erlauben soll oder nicht, nicht der Anführer der Bischofskonferenz." Gegner des Gesetzes hatten gehofft, mit geheimen Abstimmungen die Einführung der Homo-Ehe verschieben sowie ein Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare verhindern zu können – eine entsprechende Initiative mehrerer Senatoren hatte Senatspräsident Pietro Grasso diese Woche allerdings abgelehnt (queer.de berichtete). Die Debatte in der Parlamentskammer geht am Dienstag weiter. (cw)

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Tags: papst, franziskus, römisch-katholische kirche, kyrill, orthodoxe kirche
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Reaktionen zu "Papst und Kyrill I. "bedauern" Homo-Ehe"


 77 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
13.02.2016
11:23:28


(+15, 15 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Krise der Familie? Ich würde eher sagen moralische Krise der Kirche, die uns nichts mehr zu sagen als Homosexualität ist ok, solange die Homosexuellen ihre Homosexualität nicht ausleben. Man hat sogar das Gefühl, dass die Kirche keine anderen Themen mehr hat als Homosexualität. Diese Greisen sind moralische Brandstifter.


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#2
13.02.2016
11:28:28


(+14, 18 Votes)

Von KatholibanWatch


So sieht also die epochale Wende im Vatikan und die homofreundliche Haltung des Papstes aus, ihr Träumer!!!!!


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#3
13.02.2016
11:35:01


(+11, 13 Votes)

Von Bremer


"...führe häufig zur "Beschränkung der Rechte der Christen, wenn nicht gar ihrer Diskriminierung""

Dann wissen die auch endlich mal, wie es sich anfühlt, diskriminiert und seiner Rechte beraubt zu werden!


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#4
13.02.2016
11:36:58


(+16, 18 Votes)

Von Felix


Die Religionen mögen noch so viel Differenzen haben. Aber wenn es um das Bekämpfen von Liebe und das Schüren von Hass geht, stehen sie fest zusammen.


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#5
13.02.2016
11:52:46


(+12, 14 Votes)

Von Wollknäuel


Scheiß Sekten, die dummen und naiven Menschen das Gehirn waschen um Macht über diese Menschen auszuüben, um gegen Menschengruppen zu hetzen und um den Menschen über die Kirchensteuer das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Man muss schon ziemlich dumm sein, wenn man an die Märchengeschichten dieser Sekten glaubt.


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#6
13.02.2016
12:01:07


(+12, 14 Votes)

Von Heiner


Hassprediger unter sich...

Die Brandstifter wollen jetzt gemeinsame Sache machen um ihre faschistischen Ziele zu erreichen und so ihre Macht und ihr Einkommen zu sichern. Denn nur darum geht es.

Wenigstens sieht man wieder mal das wahre Gesicht des Kreidefressers und Marketing-Papstes Franziskus.


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#7
13.02.2016
12:08:47


(+12, 16 Votes)

Von verheerend


und bürgerliche medien und politik, sogar einige pseudo-linke, jubeln diesen kriminellen weiterhin bei jeder gelegenheit hoch.


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#8
13.02.2016
12:10:28


(+16, 16 Votes)

Von goddamn liberal


Ein fortschrittsfeindliche Allianz der Finsternis.

Mit unendlich viel Blut an den Händen.

Das z. T. noch ganz frisch ist.


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#9
13.02.2016
12:10:57


(+14, 16 Votes)

Von mats


Die geschichtsfälschende, propagandistische Selbst-Darstellung der beiden Herrschaftskirchen aus feudalistischem Erbe ist:
"'Die Familie gründet sich auf der Ehe, dem Akt der freien und treuen Liebe eines Mannes und einer Frau', heißt es in der Erklärung."

Realität ist:

1. Zum Thema "frei": Jahrtausendelang haben die "Herren des Hauses" (das Konzept des "Familienvaters" gab es bis weit in die Neuzeit überhaupt nicht) ihr minderjährigen Kinder in die Ehe verkauft wie Vieh, machmal schon in deren ersten 2, 3 Lebensjahren - und dies mit dem Segen der Herrschaftskirchen. Heute wird von Seiten der "Wir sind die Christenheit"-Schild-Hochhalter Front gemacht gegen die ach so böse Praxis der Zwangsheirat in anderen Religionen und Kulturen.

2. Zum Thema "treu": Die "Treue" bestand darin, dass der Anschein der funktionierenden Mann-Frau-Zuchtgemeinschaft für reichhaltigen standesgemäßen Nachwuchs auf jeden Fall gewahrt werden musste. War das gewährleistet, spielte es keine Rolle, ob der Herr nächtens die Magd heimsuchte oder ob er seine weiblichen oder männlichen Sklaven sexuell misbrauchte, wann immer es ihm passte.

3. Zum Thema "Liebe": Die Frau war in dieser Gemeinschaft (wie auch die Kinder, die daraus hervorgingen) das Eigentum des Mannes, ein Gegenstand, der sich bedingungslos für den Fortpflanzungsakt bereitzuhalten hatte. Respekt für der Persönlichkeit der Frau oder gar eine emotionale Beziehung zwischen Ehenpartnern spielte bis ins 19. Jahrhundert (zumindest für Adlige) keinerlei Rolle.

Wenn aus den konservativ-populistischen Kreisen immer wieder darauf verwiesen wird, dass die Ehe älter sei, als der moderne Staat, dann stimmt das sogar: DIES (1., 2., 3.) war das Ehe-Konzept, das die modernen Staaten nach dem Dritten Weltkrieg von Kirche und Feudalismus geerbt hatten. Alle Schritte, die Verhältnisse in Ehe und Familie gerechter, humaner, gewaltfreier zu machen, wurden aus der Politik gegen den Widerstand der Kirche durchgesetzt.

Heute schreiben sich die Kirchen alle Errungenschaften der Ehe-Reformen natürlich gerne selbst auf ihre Fahnen. Doch dies ganze Gerede von der "Apokalypse" und "Untergang der Menschheit" ist nicht neu... es hat bereits 100 Jahre lang alle politischen Aktionen zur Gleichstellung der Frauen in der Ehe begleitet... so z.B. in Deutschland während der Reform des Familienrechtsgesetzes in den 1950er-Jahren. Zur Erinnerung: Vor der Reform konnten Ehefrauen nicht einmal über selbstverdientes Geld verfügen, sie durften ihren Wohn- und Aufenthaltsort nicht selbst bestimmen, sie konnten nicht einmal mitreden, wenn es um den Namen ihrer Kinder ging.

Gott sei Dank (aber sicher nicht Kirche sei Dank) gelang es der Menschheit wenigsten in einigen Teilen der Welt, diesen patriarchalen Terror zu besiegen.


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#10
13.02.2016
12:11:35


(+14, 14 Votes)

Von Nächstenliebe


Sollte man nicht lieber Armut, Hunger, Gewalt und Krieg "bedauern"?

Stattdessen bedauern die Katholische Kirche und die Orthodoxen Freiheit, Vielfalt, Menschenrechte und Liebe.


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