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Diskriminierung in South Dakota

USA: Transphobes Gesetz beschlossen


Im Parlamentsgebäude von South Dakota wird Stimmung gegen Transsexuelle gemacht (Bild: Wiki Commons / Jake DeGroot / by 3.0)

Als erster US-Staat verbietet South Dakota transsexuellen Schülern, die Toilette zu nutzen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. LGBT-Aktivisten sind empört.

Der Senat von South Dakota hat am Dienstag ein ausschließlich gegen Transsexuelle gerichtetes Gesetz beschlossen. Demnach dürfen Schüler an öffentlichen Bildungseinrichtungen nur Toiletten oder Umkleidekabinen nutzen, die dem "Geschlecht entsprechen, das von den Chromosomen des Schülers sowie der offiziellen Geburtsurkunde festgelegt wird".

In der Hauptstadt Pierre stimmten stimmten 20 Senatoren für Gesetzentwurf HB 1112, 15 waren dagegen. Bereits zuvor hatte das Repräsentantenhaus des konservativen Staates mit 45 zu 23 Stimmen das Gesetz durchgewinkt.

Das Gesetz sieht vor, dass transsexuelle Schüler auf Antrag eine von anderen Schülern getrennten Toilette oder Umkleidekabine nutzen können. Dazu benötigen sie aber die Zustimmung des Schulbezirks.

Forderung: Govuerneur soll Veto einlegen


Govuerneur Dennis Daugaard hat eigenen Angaben zufolge noch nie eine Transperson getroffen

LGBT-Aktivisten zeigten sich über das erste derartige Gesetz in den USA empört. Es mache ohne Not Transsexuelle zu Aussätzigen und baue Ängste in der Bevölkerung vor der angeblichen Gefahr von transsexuellen Triebtätern auf. Sie haben daher den republikanischen Gouverneur Dennis Daugaard aufgefordert, sein Veto einzulegen.

"Die republikanische Führung von South Dakotas Parlament ist schändlich daran gescheitert, ihre wichtigste Aufgabe zu erfüllen, nämlich die Jugend vor Schaden zu schützen", erklärte Chad Griffin, der Chef der LGBT-Organisation Human Rights Campaign. "Es ist undenkbar, dass Gouverneur Daugaard dieses Gesetz unterzeichnet – derselbe Gouverneur, der kürzlich sagte, er habe noch nie in seinem Leben eine Transperson getroffen." Das Transgender Law Center nannte den Beschluss des Gesetzes "erschreckend".

Die Mehrheit der Republikaner begründete die Initiative mit dem Schutz von Jugendlichen. So erklärte Senator David Omdahl, das Gesetz sorge dafür, dass "die Unschuld junger Menschen gewahrt" bleibe.

Sollte das Gesetz in Kraft treten, könnte das auch finanzielle Folgen für South Dakota haben. Denn der Staat erhält nur Bundeszuschüsse für seine Schulen, wenn er sich an Antidiskriminierungsrichtlinien hält. Dazu zählt auch die Geschlechterdiskriminierung, die laut US-Bildungsministerium die Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität beinhaltet. Bundeszuschüsse decken rund zehn Prozent der Ausgaben an amerikanischen Schulen.

Landesweit LGBT-feindliche Initiativen

Derzeit gibt es in über der Hälfte der 50 US-Bundesstaaten Gesetzentwürfe, die die Rechte von LGBT auf regionaler oder lokaler Ebene einschränken sollen. Die größte Anzahl der Initiativen will Privatpersonen, Geschäftsleuten und sogar Regierungsbeamten erlauben, aus religiösen Gründen Schwule und Lesben wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren zu dürfen. Andere Entwürfe, darunter auch einer aus South Dakota, sollen die Ehe-Schließung von schwulen und lesbischen Paaren erschweren (queer.de berichtete). Mit diesen Initiativen wollen insbesondere Republikaner in konservativen Staaten im Wahljahr ihre Wiederwahl sichern.

Selbst in der liberalen Großstadt Houston war im November letzten Jahres eine transphobe Kampagne erfolgreich: Bei einem Volksentscheid stimmte eine Mehrheit für die Abschaffung einer Antidiskriminierungsrichtlinie, nachdem in Werbespots vor transsexuellen Sexualstraftätern in öffentlichen Toiletten gewarnt worden war (queer.de berichtete). (dk)



#1 TheDadProfil
  • 17.02.2016, 13:21hHannover
  • ""Govuerneur Dennis Daugaard hat eigenen Angaben zufolge noch nie eine Transperson getroffen""..

    Die meisten Rassisten kennen die Menschen nicht, die sie mit ihrem Hass überziehen !

    Interessanterweise kennt der Mann sich mit Diskriminierung aus eigener Erfahrung aus :

    ""Beide Elternteile von Dennis Daugaard waren taub. Daher beherrscht er nicht nur die American Sign Language, sondern ist auch diplomierter Dolmetscher für diese Gebärdensprache.""..

    ""Dennis Daugaards Großeltern väterlicherseits wanderten 1911 aus Dänemark in die Vereinigten Staaten aus""..

    Unfaßbar..
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#2 wiking77
  • 17.02.2016, 14:40h
  • Antwort auf #1 von TheDad
  • " .... Die meisten Rassisten kennen"

    seit wann ist Transsexualität eine "Rasse?

    Da wird mal wieder völlig überzogen mit Kampfbegriffen aus dem Kraut geschossen, völlig unangemessen.
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#3 LucaAnonym
  • 17.02.2016, 14:53h

  • Das zeigt, wie dringend ein US-weites Gesetz gegen Diskriminierung gebraucht wird.
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#4 ggastsAnonym
  • 17.02.2016, 15:03h
  • Streichung der Schulbeihilfe?

    Ob das wirklich zielführend ist? Man sieht ja, was passiert, wenn man an der Bildung spart.
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#5 FelixAnonym
  • 17.02.2016, 18:45h
  • Nach der Eheöffnug wollen die Homohasser noch so viel Diskriminierung wie möglich erhalten.

    Da man Fanatiker nicht mit Fakten erreicht, muss man deren Diskriminierung gesetzlich stoppen.
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#6 Roman BolligerAnonym
  • 17.02.2016, 23:18h
  • Nicht Transpersonen oder homosexuelle Menschen sind eine Bedrohung für Jugendliche und die Bevölkerung!

    Nein, die Republikaner und ihr religiös imprägnierter, monströser Geist bar jeder Intelligenz sind die wahre Gefahr!
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#7 TheDadProfil
  • 17.02.2016, 23:32hHannover
  • Antwort auf #2 von wiking77
  • ""seit wann ist Transsexualität eine "Rasse?""..

    Das Thema ist hier schon mehrfach durch !
    AUCH DIR ist der Link dazu schon angeboten worden..
    Das Du dich weigerst etwas zu lernen, liegt nicht an mir !
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#8 Homonklin44Profil
  • 17.02.2016, 23:51hTauroa Point
  • Zitat: "Govuerneur Dennis Daugaard hat eigenen Angaben zufolge noch nie eine Transperson getroffen" Zitat_Ende

    Tja, dass er sich da so sicher ist ... typisch häufiger Irrtum. Er könnte so einige getroffen haben, und hat es nicht gewusst, ja nu?

    'Getroffen' hat er Transmenschen mit seiner Haltung.

    Traurig zu sehen, dass in den USA jetzt nach der großen Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule jetzt die Hetzjagd auf Transidente verlagert wird. Als gäbe es keinen Frieden, ohne dass man irgend eine Minderheit drücken kann.
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#9 Klare KanteAnonym
#10 FelixAnonym
  • 18.02.2016, 13:17h
  • "Derzeit gibt es in über der Hälfte der 50 US-Bundesstaaten Gesetzentwürfe, die die Rechte von LGBT auf regionaler oder lokaler Ebene einschränken sollen. Die größte Anzahl der Initiativen will Privatpersonen, Geschäftsleuten und sogar Regierungsbeamten erlauben, aus religiösen Gründen Schwule und Lesben wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren zu dürfen."

    Und genau da liegt das Problem in deren Argumentation.

    1.

    Für Beamte sollte das eh schon nicht gelten. Als Staatsdiener hat man gemäß dem demokratischen Gleichheitsgrundsatz alle Bürger gleich zu behandeln.

    Wo käme man da hin, wenn jeder sich auch noch aussuchen würde, an welche Gesetze er sich hält und an welche nicht...

    Und was käme als nächstes: dürfen sich dann auch rassistische Beamte aussuchen, wie sie mit Schwarzen umgehen?

    2.

    Auch für Privatpersonen und Geschäftsleute gilt, dass sie sich an Recht und Gesetz zu halten haben und dass in einem Rechtsstaat keine Religion über dem Gesetz steht.

    Freiheitsrechte finden ihre Grenzen dort, wo andere in ihren Rechten eingeschränkt werden.

    Und Religionsfreiheit bedeutet eben nicht nur, dass man sich seine Religion frei aussuchen kann ohne deswegen Nachteile zu haben. Sondern auch, dass man eine andere oder gar keine Religion haben darf, ohne deswegen Nachteile zu haben.

    3.

    Wie würden die es finden, wenn ein schwuler Beamter, ein schwuler Vermieter, ein schwuler Richter, ein schwuler Verkäufer, etc. religiöse Kunden aufgrund ihres Glaubens diskriminieren dürfte? Aber dass das exakt dasselbe wäre, verstehen die nicht, weil die in ihrem Fanatismus glauben, sie und ihre Meinung stünden über dem Gesetz und nur sie hätten die alleinige Wahrheit gepachtet.
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