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| Eurovision Song Contest
  • 18.02.2016, 11:49h           24      Teilen:   |

12 Punkte und dann nochmal 12

Eurovision Song Contest ändert Abstimmungsverfahren

Artikelbild
Nach dem neuen Modus hätte Helene Fischer nicht sieben, sondern zunächst null deutsche Punkte an Conchita Wurst vergeben. Die zwölf Punkte wären auch nicht an die Niederlande, sondern an Dänemark gegangen.

Durch eine Änderung der Punktevergabe soll das Finale des Contests spannend bis zur letzten Sekunde bleiben.

Revolution beim Grand Prix: Die EBU hat am Samstag die größte Änderung am ESC-Abstimmunsprozedere seit 1975 bekannt gegeben. Die im Finale des Song Contests bekannt gegebenen Punkte aus den einzelnen Teilnehmerländern bleiben nicht mehr das letzte Wort.

Die spannenden und teils witzigen Schaltungen zu Punkteverlesern in den einzelnen Ländern, ein insgesamt rund einstündiges Spektakel, bleiben zwar erhalten, machen aber nur noch die Hälfte der Punkte aus. Erst danach verlesen die Moderatoren der Shows die andere Hälfte der Punkte.

Aus den einzelnen Ländern wird es nicht mehr ein gemeinsames Ergebnis von Televoting und Jury geben, sondern die Punkteverleser präsentieren nur noch das Ergebnis der Jurys. Die zehn Punkte der einzelnen Televotings, ebenfalls in der Wertung 1 bis 8, 10 und 12 Punkte, werden hingegen gesammelt, zusammengezählt und am Ende der Show verkündet: vom schwächsten Land bis zum stärksten.

Damit kann verhindert werden, dass der Gewinner teilweise wie bisher recht früh feststeht – zumal sich die Ergebnisse von Jurys und Publikum teilweise deutlich unterscheiden.

Youtube | Die EBU erläutert das neue Verfahren
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Änderung an Dramatik und Mathematik

Die Showmoderatoren Måns Zelmerlöw und Petra Mede werden in diesem Jahr erstmals selbst die Punkte des Televotings bekannt geben - Quelle: svt
Die Showmoderatoren Måns Zelmerlöw und Petra Mede werden in diesem Jahr erstmals selbst die Punkte des Televotings bekannt geben (Bild: svt)

Im letzten Jahr hatte mit dem Schweden Måns Zelmerlöw etwa erstmals seit der Wiedereinführung der Jurys 2009 ein Teilnehmer gewonnen, der das reine Televoting nicht für sich entschieden hatte: Bei den Zuschauern hatten Italien und Russland vor ihm gelegen. Die Jury setzte Russland hingegen auf Platz drei, Lettland auf Platz zwei und Schweden auf Platz eins.

Der Sieg von Conchita Wurst ein Jahr zuvor wäre ebenfalls ein spannendes Spektaktel geworden: Bei den Jurys lag die Drag Queen mit 224 zu 203 Punkten nur knapp vor den Niederländern, das Televoting (311 bzw. 222 Punkte) verstärkte den Sieg. Auch hätte Helene Fischer zunächst keine Punkte aus Deutschland an sie vergeben: Bei den Jurys lag Conchita nur auf Platz elf. In der gemeinsamen Wertung bekam sie damals sieben Punkte, was einen Shitstorm gegen die Jury allerdings auch nicht verhinderte.

Insgesamt verändert sich die Mathematik leicht: Bislang vergaben Jurys und Publikum an alle teilnehmenden Länder Punkte, in die Wertung der Show flossen die Top Ten des gemeinsamen Ergebnisses ein. Mit der neuen Zählweise sind also Punkte aus einem Land an mehr als zehn Länder möglich. Deutschland hätte 2015 nicht null Punkte erhalten, sondern fast 30, und wäre auch nicht auf dem letzten Platz gelandet.

Wie bisher werden alle Einzelergebnisse zu allen drei Shows detailliert im Internet veröffentlicht. Keine Änderung gibt es auch bei den Halbfinals: die Gewinner werden zum Ende der jeweiligen Show schlicht bekannt gegeben.

Es darf wieder gebuht werden

So soll die ESC-Bühne in diesem Jahr in Stockholm aussehen
So soll die ESC-Bühne in diesem Jahr in Stockholm aussehen (Bild: svt)

Die Änderung der Punktevergabe hatte der schwedischen Sender SVT gewünscht (wie einige andere Änderungen, die nicht genehmigt wurden, etwa ein Beginn des Finales um 20 Uhr deutscher Zeit). Der Sender übertragt in diesem Jahr die Shows aus dem Stockholmer Globen und inszeniert beim Finale seines Vorentscheids bereits seit Jahren mehrere Punkterunden nacheinander (internationale Jurys und Televoting).

In eigener Verantwortung entschied der schwedische Sender übrigens eine Rückänderung: Die vom ORF eingeführte Technik, Buhrufe aus dem Publikum bei der Tonabmischung auszufiltern, wird wieder abgeschafft. Wer etwa Russland oder demnächst eindeutig Jurys zuzuordnende Punkte ausbuht, soll auch Gehör finden.

Kritik bei Fans dürfte hingegen finden, dass die Punkteverlesung im Finale leicht verkürzt wird: Die Punkteverleser geben nur noch die jeweiligen zwölf Punkte bekannt, der zweite und dritte Platz wandert wie die übrigen Punkte direkt auf die Ergebnistafel. Auch die Präsentation der diesjährigen Bühne vor wenigen Tagen fand nicht einhelliges Lob: Manche Fans fühlten sich an einen Kirchentag oder ein Evangelisierungsevent erinnert.

Die Shows am 10., 12. und 14. Mai werden von Zelmerlöw zusammen mit Petra Mede moderiert, die für ihre Leitung des ESC aus Malmö 2013 viel Lob erhalten hatte. Insgesamt nehmen 43 Länder am Wettbewerb teil, darunter wieder Australien. Der "Gast" muss aber diesmal zuvor im zweiten Halbfinale antreten, in dem Deutschland abstimmt und auch seinen Teilnehmer präsentiert. Dieser wird am 25. Februar in einer Show aus Köln bestimmt (queer.de berichtete). (cw)

Youtube | So soll die ESC-Bühne in diesem Jahr aussehen
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Reaktionen zu "Eurovision Song Contest ändert Abstimmungsverfahren"


 24 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
18.02.2016
12:58:37


(+5, 5 Votes)

Von Felix


Zu der getrennten Bekanntgabe von Jury-Ergebnis und Zuschauer-Voting:

Da bin ich mir noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Das muss ich mir erst mal in der Praxis ansehen. Aber so spontan sehe ich da nichts, was generell dagegen sprechen würde. Obwohl es mir auch egal war, wenn der Sieger schon vor dem letzten Voting bekannt sein konnte (was ja auch jetzt noch passieren kann). Denn es kommt ja nicht auf maximale Spannung an, sondern darauf, dass der "Beste" in einem fairen Wettbewerb gewinnt.

Zur alleinigen Bekanntgabe der 12 Punkte:

das finde ich allerdings sehr schade. Aufgrund der stark gewachsenen Teilnehmerzahl verstehe ich, dass man nicht mehr wie früher alle Punkte von 1 bis 12 komplett vorlesen kann. Und da muss man eh schon schnell gucken, um zu sehen, wer alles wieviel Punkte aus einem Land bekommen hat. Aber zumindest die ersten 3 Plätze (8, 10 und 12 Punkte) sollte man verlesen. Die ersten 3 sind ja schon ziemlich gut und sonst wird es ja auch noch schwerer, so schnell alles mitzukriegen.

Zur Praxis, Buhrufe nicht mehr auszufiltern:

Das finde ich sehr gut. Zensur hat auf einem ESC nichts zu suchen. Wenn Saal-Zuschauer (aus welchem Grund auch immer) irgendwo buhen, hat der Fernsehzuschauer auch ein Recht darauf, das zu erfahren. Alles andere ist eine Manipulation der Realität und hat in seriösen Medien nichts zu suchen.


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#2
18.02.2016
13:02:53


(+5, 5 Votes)

Von Felix


PS: Zur Bühne:
Die Kritik an der Bühne kann ich gut nachvollziehen - die finde ich auch eher suboptimal.

Im Gegensatz zu klassischem Theater finde ich für solche Groß-Events geschwungene, organische Formen schöner als dieses eckige, kantige, gerade Design. Und die Kreuz-Formen (Boden und auch Bühnenportal) wirken tatsächlich so, als wäre das ein Entwurf für einen Kirchentag.


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#3
18.02.2016
15:00:47


(0, 2 Votes)

Von thorium222
Aus Mr (Hessen)
Mitglied seit 10.02.2011


Ich finde, die Jurys gehören ganz abgeschafft. Es ist doch nur interessant, was die Bevölkerungen gut finden.


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#4
18.02.2016
15:12:27


(0, 2 Votes)

Von Wollknäuel


die 30.000 einwohner von san marino haben dasselbe stimmgewicht wie die 80.000.000 einwohner deutschlands.

der esc ist somit ohnehin nicht fair.

fair wäre es erst, wenn der wahlvorgang demokratisch abliefe, jeder mensch nur eine stimme.

ich halte nichts von tradition. tradition hat keine bedeutung. man muss immer das tun, was am besten und gerechtesten ist, unabhängig von der vergangenheit.


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#5
18.02.2016
15:24:19


(0, 2 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Wollknäuel


Grundsätzlich gebe ich Dir dort Recht..
Aber..
""die 30.000 einwohner von san marino haben dasselbe stimmgewicht wie die 80.000.000 einwohner deutschlands.
der esc ist somit ohnehin nicht fair.""..

Wenn es nicht so wäre, könnte San Marino den Contest niemals gewinnen..
Wozu ihn dann noch durchführen, wenn in jedem Jahr die Sieger aus immer den gleichen Staaten, nämlich denen mit den meisten Bürgern die die meisten Stimmen aufbieten könnten, bestimmt werden ?


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#6
18.02.2016
15:53:02
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von TreuDeutsch
Antwort zu Kommentar #5 von TheDad


Als wenn Deutsche immer nur für den deutschen Beitrag stimmen würden ... *augenroll*


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#7
18.02.2016
16:25:12
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von Thorin


Ich würde die Jurymeinung abschaffen und nur die Zuschauer entscheiden lassen. Und die Buh-Rufe zwar einblenden, aber man sollte sich und anderen klar machen, dass man damit die Politik der Länder meint und nicht die Künstler


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#8
18.02.2016
16:29:17
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Luca


Die Idee hinter dem neuen Prozedere mag ja sein, es spannender zu machen. Aber für mich ist eher das Gegenteil der Fall:

Das Spannende an der schrittweisen Punktvergabe ist ja, wie die Länder sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern und sich immer wieder überholen. Und bei den eigenen Favoriten mitzufiebern.

Wenn man aber weiß, dass dieser Teil nur die Hälfte ausmacht und sich danach nochmal alles komplett ändern kann, ist in dem Teil die Spannung weg. Und im zweiten Teil, wo sich dann wirklich das Ergebnis entscheidet, wird nur noch das kumulierte Ergebnis vorgetragen, wo dann für jedes Land gesagt wird, wieviele Punkte das noch von den Zuschauern bekommt. Das geht dann sehr schnell, so dass das frühere Mitfiebern ganz wegfällt.

Die Spannung wird sich dann wohl darauf beschränken, dass man ähnlich wie bei dümmlichen Casting-Shows die letzten 2-3 Zahlen künstlich hinauszögert und immer anfängt zu reden und dann doch noch nichts sagt.

Die einzige Lösung wäre, den ersten Teil schnell zu machen und den zweiten Teil traditionell. Aber dann hätte man dasselbe "Problem" wie vorher ( wobei ich darin eh gar kein Problem sehe). Dann könnte man es also gleich lassen wie bisher.

Also ein typisches Beispiel von "Gut gemeint, aber nicht durchdacht." was die Spannung nicht steigert, sondern kaputtmacht.


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#9
18.02.2016
16:46:42


(+4, 4 Votes)

Von Felix
Antwort zu Kommentar #8 von Luca


Das Problem sehe ich auch...

Der eigentlich spannende Teil wird ja zum großen Teil seiner Spannung beraubt. Und der neue Teil, der die Spannung bringen soll, muss ja um das Ziel zu erreichen, deutlich schneller sein, weil man sonst wieder schon zu lange vor Ende das Ergebnis wissen könnte, weil der erste rechnerisch nicht mehr einholbar ist.

Der Vorteil des bisherigen Systems war ja gerade, dass es nicht in der Hand von Regie oder Moderatoren liegt, wann das Ergebnis klar war, sondern dass sich das halt nicht vermeiden ließ. Wobei ich das auch nicht so schlimm finde - zumal es ja nicht immer so früh feststeht wie damals bei Conchita Wurst und es oft erst kurz vor dem letzten Land (oder sogar erst beim letzten Land) feststeht.

Finde ich aber alles besser als die neue Lösung.

Und ich fürchte auch, dass das jetzt wie von Dir beschrieben laufen wird:

"Und der Sieger ist..."
(2 Minuten Pause)
"Der Sieger des ESC 2016 lautet..."
(nochmal 2 Minuten Pause)
"Gewonnen hat..."

Das kennt man ja von diversen Castingshows.

Im übrigen finde ich, dass das Zuschauer-Voting dadurch komplett entwertet wird:
obwohl beide Teile 50% ausmachen, wird das Jury-Voting 1 Stunde lang ausführlich zelebriert, während das Zuschauer-Voting mit einem Durchlauf für alle Länder abgehakt wird.

Wieso lässt man nicht einfach die alte Lösung...

Solche Neuerungen machen es in der Regel schlechter als besser...


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#10
18.02.2016
16:50:27


(+2, 6 Votes)

Von Robin


Ich wusste gar nicht, dass da in den letzten Jahren Buhrufe technisch rausgefiltert wurden. Und ich finde das ehrlich gesagt skandalös!!

Auch wenn das eine Unterhaltungssendung ist, finde ich das keinen Deut besser, als wenn in einer Nachrichtensendung bei einer Rede von einem Politiker Buhrufe technisch rausgefiltert würden.

Es ist Aufgabe von Medien, möglichst wahrheitsgetreu zu berichten. Und nicht durch Manipulationen das Ergebnis stromlinienförmiger und bequemer zu machen und so abzuändern, dass es irgendwelchen Verantwortlichen besser ins Konzept passt. Wenn es Buhrufe gibt, dann ist das eben so und dann haben Medien auch bei einer Unterhaltungssendung die Pflicht wahrheitsgetreu und ohne Manipulationen zu berichten.

Das erschüttert wieder mal das Vertrauen in die Medien und damit schneiden die sich ins eigene Fleisch.


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