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So sah die Seite kurz vor ihrer Schließung aus

Die Staatsanwaltschaft klagt nur den früheren Chef von Rentboy.com an. Die anderen Mitarbeiter müssen nicht mehr mit langjährigen Haftstrafen rechnen.

Die amerikanischen Behörden werden sechs der sieben Anklagen gegen ehemalige Mitarbeiter des Callboy-Portals Rentboy.com nicht weiterverfolgen. Das geht aus am Mittwoch veröffentlichten Gerichtsakten hervor.

Damit wird in New York nur noch gegen den Geschäftsführer Jeffrey Hurant ermittelt, der bereits vergangenen Monat wegen Förderung der Prostitution und Geldwäsche angeklagt worden war (queer.de berichtete). Dem 51-Jährigen droht eine Haftstrafe von bis zu 25 Jahren. Hurant hat erst vor wenigen Tagen auf "nicht schuldig" plädiert.

Die Polizei hatte vor einem halben Jahr völlig überraschend eine Razzia gegen das Unternehmen durchgeführt, das von Staatsanwalt Kelly Currie als "Internet-Puff" bezeichnet wurde (queer.de berichtete). Das Portal ist inzwischen vom amerikanischen Heimatschutzministerium geschlossen worden.

Scharfe Kritik von LGBT-Aktivisten

LGBT-Aktivisten hatten die Aktion des Staates gegen Rentboy.com scharf kritisiert und mit den Polizeirazzien in Schwulenbars in den Fünfziger- und Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts verglichen. Auch in den Medien gab es Unverständnis über die Aktion der Behörden: Das Portal habe rund zwei Jahrzehnte lang Sex-Arbeitern eine "sicherere Alternative zur Straßenprostitution oder zur Abhängigkeit von Zuhältern" geboten, urteilte die "New York Times".

Anwälte der Mitarbeiter, deren Anklagen fallengelassen worden waren, äußerten sich erleichtert. So sagte der Anwalt von Rentboy-Betriebsleiter Shane Lukas: "Wir sind froh darüber, dass er nun sein Leben weiterleben kann." Edward Lorenz Estanol, ein ehemaliger Escort und Koordinator der Social-Media-Seite von Rentboy, veröffentlichte auf Twitter ein Bild, wie er seinen Reisepass von den Bundesbehörden zurückerhält.

Rentboy.com war 1997 als erstes schwules Callboy-Portal der Welt gegründet worden. Escorts und Masseure konnten auf der Seite gegen eine Gebühr von mindestens 59,95 Dollar im Monat ein Profil anlegen, in dem sie ihre Dienstleistungen und Preise annoncierten. Die Datenbank soll über 10.500 Sexarbeiter in 2.100 Städten enthalten haben. Für ihr Kunden war der Service kostenlos. Der Schwerpunkt lag in den USA – in Deutschland konnte sich das Portal nie wirklich durchsetzen und enthielt am Ende nur ein gutes Dutzend Profile. (dk)



#1 FelixAnonym
  • 18.02.2016, 13:09h
  • Ich finde das ganze dennoch total verlogen.

    Auch in New York gibt es überall Prostitution. Ob man das gut findet oder nicht: es ist einfach so und das "älteste Gewerbe der Welt" wird auch niemand eindämmen.

    Bei Hetero-Escort-Services interessiert sich niemand dafür, aber hier soll wohl wieder mal ein Exempel an den Schwulen statuiert werden.

    Und mal ganz abgesehen von diesem Messen mit zweierlei Maß und dieser Scheinheiligkeit:
    aber dazu kommt noch, dass man schwule Prostitution damit nur in die Illegalität drängt, was weder den Callboys noch den Kunden etwas bringt. Damit öffnet man nur Tür und Tor für den Einstieg brutaler Gestalten oder des organisierten Verbrechens.
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