Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?25614

Der Wagen beim Lenggrieser Fasching sorgte für heftige Kritik (Bild: Screenshot / Youtube / Tölzer Kurier)

Jungen Wagenbauern in Lenggries ist ein transphober Karnevals-Scherz peinlich. Sie erklärten, sie hätten nach "ein bissl Bier" nicht an die Konsequenzen gedacht.

Die Macher eines transphoben Faschingswagens im oberbayerischen Lenggries haben sich in der Lokalzeitung "Tölzer Kurier" entschuldigt. Der Wagen sorgte für Aufregung, weil er sich über die Transsexualität der 48-jährigen Dorfbewohnerin Amanda Reiter lustig gemacht hatte (queer.de berichtete). Sowohl der Chef des lokalen Faschingsvereins als auch Bürgermeister Werner Weindl (CSU) hatten erklärt, die Wagenbauer hätten eine Grenze überschritten.

Man sei bei der Planung über das Ziel hinaus geschossen, sagten nun zwei nicht namentlich genannte Verantwortliche: "Durch ein bissl Bier sind wir dann auf den ganzen Schmarrn gekommen. Im Nachhinein denkt man sich dann: Wie blöd sind wir eigentlich?" Sie versicherten: "Wir wollten weder Frau Reiter noch jemand anderen persönlich angreifen und haben auch kein Problem mit dem Thema Transsexualität."

Der Wagen sei von 24 jungen Leuten im Alter von 15 bis 20 Jahren geplant worden. Sie hätten ein lokalen Thema angestrebt und sich auf die Schließung des Sägewerks und den Bau eines Post-Zustellstützpunkts geeinigt; diese Gebäude befinden sich auf dem Grundstück von Reiter, die sich erst kürzlich in der Lokalpresse als transsexuell geoutet hatte.

Wagenbauer wollen sich persönlich entschuldigen

Die Verantwortlichen für den Wagen erklärten, man habe sich am Ende zu sehr auf die Transsexualität der Besitzerin konzentriert und nicht an die Folgen gedacht. Sobald Reiter, die derzeit verreist ist, wieder in Lenggries sei, werde man sich bei ihr persönlich entschuldigen.

Aktivisten betonen immer wieder, dass nur Aufklärung helfe, derartige transphobe Zwischenfälle zu vermeiden. Diese würden dazu führen, dass es noch immer sehr schwer sei, sich als Transperson zu outen. Allerdings gibt es auch politischen Gegenwind. So stuft etwa die rechtspopulistische Partei AfD in ihrem baden-württembergischen Wahlprogramm Aufklärung über Transsexualität als gefährlich ein (queer.de berichtete). (dk)



#1 LottyAnonym
  • 19.02.2016, 14:40h
  • Ein ganz wichtiger Punkt der Aufklärung ist auch, dass Menschen mit transsexuellem Hintergrund eben Frauen, Männer, Menschen oder Personen sind. Ein Trans überal davor zu setzen empfindet die ein oder andere Person mit transsexuellem Hintergrund als Beleidigung.

    Alles unter Trans* zu vereinnahmen ist ebenfalls so eine Sache. Auch wenn die angebliche Community behauptet dies sei eine Sammelbezeichnung, mag das für diese Menschen gelten aber uns hat keiner gefragt.

    Auch wenn wir uns zu Worte melden, interessiert es keinen denn es gibt ca 40 tsd Menschen mit transsexuellem Hintergrund, von denen aber kaum jemand in diesen Communities aktiv ist. Dem stehen um die 2 Mio. Menschen mit andersartigen geschlechtlichen Varianten entgegen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Svetlana LAnonym
  • 19.02.2016, 14:49h
  • Ich vermute mal, dass zwischen der Idee, dem Bau des Wagens und dem eigentlichen Umzug eine gewisse Zeit vergangen ist. Was muss in dem "bisserl Bier" drin gewesen sein, dass der Zustand der geistigen Umnachtung so lange angehalten hat.
    Für mich eine halbherzige und wenig glaubwürdige Entschuldigung.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 sanscapote
#4 MarcAnonym
  • 19.02.2016, 17:19h

  • Ganz unabhängig von Thema >trans-< frage ich mich, wie man auf die Idee kommen kann, mittels Umzugswagen eine einzelne Privatperson lächerlich zu machen, die auch keine Amtsträgerin ist. Satire kann sich gegen Bürgermeister, Kanzler, Behörden, Kirche undundund richten, aber sie tritt 'nach oben' und versucht nie, Einzelne persönlich zu verletzen. Bier hin oder her, das hätte weder passieren noch durch die Kontrollen kommen dürfen! Welcher unfähige oder böswillige Volldepp gibt so einen Wagen frei?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Julian SAnonym
  • 19.02.2016, 18:08h
  • "Durch ein bissl Bier sind wir dann auf den ganzen Schmarrn gekommen."

    Das ist doch eine alberne Ausrede. So einen Wagen baut man nicht mal eben nach ein paar Bier. Irgendwann war man auch nüchtern und spätestens da hätte man die Reißleine ziehen müssen.

    Da der Schaden jetzt da ist und betroffene Menschen jetzt noch mehr seelischen Schaden nehmen, ist es auch nicht mit einem einfachen Sorry getan. Wenn es denen ernst ist, zahlen die einen signifikanten Betrag an eine Organisation, die sich für Transrechte und Aufklärung einsetzt.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 MobbingAnonym
  • 19.02.2016, 20:07h
  • Meine Schulzeit war die Hölle, weil andere Witze machten ohne über die Folgen nachzudenken. Unter den Folgen leide ich noch heute.

    Solche Menschen ahnen nicht mal ansatzweise, was sie anrichten und wie sehr ihre dummen Witze Psychen zerstören.

    Bei mir waren es Kinder. In Lenggries sind es Erwachsene, die gegen ganze Gruppen und einzelne Dorfmitglieder hetzen. Und Erwachsene, die diesen Wagen zugelassen haben.

    Denken die, mit einer Entschuldigung wäre dann alles wieder gut und der Schaden behoben?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 johannbAnonym
  • 19.02.2016, 21:23h
  • Eine Entschuldigung ist hier Pflicht, die Entschuligung anzunehmen ist dagegen keine Pflicht!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 RobinAnonym
  • 20.02.2016, 10:02h
  • Ich sehe das ähnlich wie ein Vorredner:
    wenn die es ernst meinen, können sie ja die nächsten 3-4 Jahre auf eine Teilnahme an dem Umzug verzichten und das Geld, was sonst in den Wagenbau, etc. geflossen wäre für eine GLBTI-Organisation spenden.

    Tun sie das nicht, weiß man, dass sie es nicht wirklich bereuen, sondern dass das nur ein Lippenbekenntnis ist, um die Konsequenzen abzuschwächen.

    Ich glaube ja eh an letzteres, weil man vielleicht mal eine dumme Idee in einer Bierlaune hat, aber die werden wohl kaum die ganzen Wochen wo der Wagen gebaut wurde und auch noch beim Umzug im Dauersuff gewesen sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 PeerAnonym
  • 20.02.2016, 10:25h
  • Es geht ja auch nicht nur um die Leute, die den Wagen gebaut haben, sondern auch um die, die ihn zugelassen haben.

    Und auch um die anderen Dorfbewohner, die grölend und johlend am Straßenrand standen und sich darüber köstlich amüsiert haben.

    Das alles gibt ein Gesamtbild und sagt schon sehr viel über das braune Lenggries aus und wie dort die Stimmungslage ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 sanscapote