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  • 20.02.2016, 10:42h           9      Teilen:   |

Mögliches Hassverbrechen

Chile: Junger Schwuler getötet

Artikelbild
Marcelo Velius Lepez Parraguez arbeitete als Verkleidungskünstler in einem Zirkus, in einigen Berichten ist auch von einer Arbeit als Drag Queen die Rede (Bild: Frente de la Diversidad Sexual / privat)

Der 20-Jährige wurde offenbar wegen seiner Homosexualität von Nachbarn beleidigt, angegriffen und angeschossen. Er erlag später seinen Verletzungen.

In Chile sorgt ein mögliches Hassverbrechen an einem schwulen Mann für Empörung. Der 20-jährige Marcelo Velius Lepez Parraguez, der als Künstler für einen Zirkus arbeitete, wurde in der Nacht zum Mittwoch in San Bernardo im Süden der Hauptstadt Santiago de Chile offenbar wegen seiner sexuellen Orientierung von Nachbarn beleidigt und angegriffen.

Die Angriffe eines Mannes und einer Frau richteten sich im Verlauf des Streits um 2 Uhr morgens auch gegen die Mutter des Schwulen, die ihren Sohn verteidigte. Dann soll der Angreifer einen Schuss abgegeben haben, der den jungen Mann seitlich am Bauch traf. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert und starb dort wenige Stunden später nach vergeblichen Wiederbelebungsversuchen.

Die Gruppe Frente de la Diversidad Sexual de Chile, ein Bündnis mehrerer LGBT-Organisationen des Landes, hat die Gewalt veurteilt. Die Familie des jungen Mannes, die sich an die Organisation gewandt hatte und Homophobie als Hintergrund der Tat angab, erhält von ihr psyschologische und rechtliche Unterstützung.

Nach Angaben der Polizei befindet sich der männliche Angreifer in Untersuchungshaft, die Frau wurde freigelassen. Marcelo Velius Lepez Parraguez wird am Samstag beigesetzt. Auf Wunsch seiner Familie hat Frente de la Diversidad Sexual zu einer zahlreichen Teilnahme aufgerufen.

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Konsequente Bestrafung gefordert

Der brutale Mord an Daniel Zamudo hatte 2012 für Empörung gesorgt, die zu einem Gesetz gegen Hassverbrechen führte
Der brutale Mord an Daniel Zamudo hatte 2012 für Empörung gesorgt, die zu einem Gesetz gegen Hassverbrechen führte

"Wir fordern von den Behörden, dass dieses Verbrechen nicht unbestraft bleibt, wie das mit ähnlichen Taten geschehen ist, die durch die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität der Opfer motiviert wurden", so die LGBT-Organisation in einer Stellungnahme. Bei einem Mord müsse das Gesetz gegen Hassverbrechen ohne Ausnahme angewandt werden.

2012 hatte das Land ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, nachdem eine homophobe Tat das Land erschütterte: Neonazis hatten einen jungen Schwulen angegriffen, ihn ein Hakenkreuz in die Brust geritzt und ihn ins Koma geprügelt. Der 24-jährige Daniel Zamudio wachte daraus nicht mehr auf und starb über drei Wochen nach der Tat in einem Krankenhaus (queer.de berichtete).

2013 erschütterte ein weiteres Hassverbrechen das Land, als ein 21-jähriger Schwuler von einer Gruppe Jugendlicher ebenfalls ins Koma geprügelt wurde; Wladimir Sepúlveda starb rund ein halbes Jahr später (queer.de berichtete). Für Empörung hatte der Richter gesorgt, der die Tat nicht als Hassverbrechen einstufte und betonte, dass Hänseleien aufgrund der sexuellen Orientierung unter Jugendlichen üblich seien.

Die Regierung nahm allerdings den Fall ernst und sprach der Familie ihr Beileid aus. Im letzten Jahr hat sie ein Lebenspartnerschaftsgesetz für schwule und lesbische Paare verabschiedet (queer.de berichtete). Homosexualität ist in dem von der katholischen Kirche geprägten Land erst seit 1998 legal, es gilt weiterhin ein unterschiedliches Schutzalter.

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Tags: chile, mord, hassverbrechen
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Reaktionen zu "Chile: Junger Schwuler getötet"


 9 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
20.02.2016
11:10:04


(+6, 8 Votes)

Von Peer


Schlimm!

Solche Faschisten gehören für immer weggesperrt, statt nochmal auf unschuldige Menschen losgelassen zu werden.


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#2
20.02.2016
11:15:49


(+6, 10 Votes)

Von Heiner


"in dem von der katholischen Kirche geprägten Land"

Warum wundert einen sowas nicht...

Religion ist das Krebsgeschwür der Menschheit. Religion basiert im Kern auf Unterdrückung, Hass und Gewalt.

Albert Einstein hatte Recht:
"Die beiden größten Gefahren für den Weltfrieden und den Fortbestand der Menschheit sind Waffenindustrie und Religion."

Link zu www.giordano-bruno-stiftung.de


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#3
20.02.2016
11:22:41


(+9, 9 Votes)

Von Carsten AC


Wann werden Hass und Gewalt endlich aufhören?

Wie sehr müssen Menschen vom Hass zerfressen sein, um Gewalt gegen liebende Menschen auszuüben. Was stört die an etwas, was ihr eigenes Leben gar nicht betrifft...


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#4
20.02.2016
11:48:09


(+2, 4 Votes)

Von Julian S


In der Vergangenheit wurden in Chile Verbrechen gegen Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle (inkl. Morde) oft viel schwächer als vergleichbare Taten an Heterosexuellen (oder sogar gar nicht) bestraft.

Solange das der Fall ist, kann man bei Chile nicht von einem Rechtsstaat und damit auch nicht von einer Demokratie sprechen.

Das muss sich endlich ändern und solche Mörder müssen die ganze Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.


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#5
20.02.2016
13:02:40


(+6, 10 Votes)

Von Heiner
Antwort zu Kommentar #3 von Carsten AC


"Was stört die an etwas, was ihr eigenes Leben gar nicht betrifft..."

Das ist die direkte Folge von religiösem Fanatismus.

Wie ich bereits geschrieben hatte, basiert Religion auf Unterdrückung und dem Schüren von Hass.

Ob Religioten von etwas betroffen sind oder nicht, interessiert die gar nicht. Die haben ein geschlossenes Weltbild religiöser Allmachtsphantasien, wo alles, was anders ist und sich nicht kompromisslos dieser Ideologie unterordnet als minderwertig angesehen wird. Und zur "Verteidigung der Religion" wird dann halt selbst vor Gewalt nicht zurückgeschreckt.

Ein Meinungs-Pluralismus und Vielfalt (oder auch nur deren Tolerierung) lässt sich mit Religion nicht vereinbaren, da Religion sich als allumfassend und alleine Wahrheit versteht.

Deswegen werden solche Menschen immer etwas gegen Andersdenkende oder Andersfühlende haben und sich immer berufen fühlen, diese zu unterdrücken oder gar zu vernichten. Und sie denken, dass sie damit sogar "Gottes Willen" ausführen und so noch bessere Mitglieder ihrer Religion werden.


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#6
20.02.2016
17:04:07


(+3, 7 Votes)

Von Hinnerk


Wie viele Menschen müssen noch sterben, ehe Politik und Gesellschaft aufwachen?

Das sollte jetzt zumindest als Anlass genommen werden, die volle rechtliche Gleichstellung (Eheöffnung, Anpassung des Schutzalters, etc.) in Chile umzusetzen.

Und es muss offenbar auch in Chile viel mehr Aufklärung in den Schulen, aber auch in den Medien stattfinden.


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#7
21.02.2016
02:27:15


(+5, 5 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


" ...in dem von der katholischen Kirche geprägten Land ..."

Welche Botschaft bringt uns das?
Was macht das mit den Köpfen, Gedanken der Einwohner noch gleich?

Wie oft muss noch ein Mensch diesem Wahn zum Opfer werden, der von Güte und Gnade erzählt und Verachtung lebt?

Sorry, Toleranz gegenüber Religion und religiöser Prägung wird immer geringer.


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#8
21.02.2016
10:41:18


(+1, 5 Votes)

Von Heiner
Antwort zu Kommentar #7 von Homonklin44


>>>>>>>>>>>>>>>
Wie oft muss noch ein Mensch diesem Wahn zum Opfer werden, der von Güte und Gnade erzählt und Verachtung lebt?
<<<<<<<<<<<<<<<<

"Güte und Gnade" sind nur das Marketing...

Die religiöse Realität ist dagegen von Ausgrenzung, Hass und Gewalt geprägt.


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#9
22.02.2016
17:06:33


(+2, 2 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011


Die katholische Kirche und die Katholiken und auch andere abrahamistisch geprägte Religionen tragen selbst dazu bei, daß mein Haß gegen sie kontinuierlich wächst, wenn es wieder ein unschuldiges junges Leben fordert, nämlich der Liebe und der eigenen Natur wegen. Doch ich hüte mich deswegen selbst zum Hassverbrecher zu werden, sondern begnüge mich damit, deren Schandtaten anzuprangern und über die Bibel aufzuklären, was sie wirkich ist.


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