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  • 20.02.2016, 12:48h               Teilen:   |

Berlinale

Ein Teddy für einen Kater

Artikelbild
Szene aus dem schwulen Liebesdrama "Kater" des österreichischen Regisseurs Händl Klaus

In Berlin wurden am Freitagabend zum 30. Mal die "Teddy Awards" verliehen – bester queerer Spielfilm ist "Kater" aus Österreich.

Das Liebesdrama "Kater" des österreichischen Regisseurs Händl Klaus wurde auf der Berlinale als bester queerer Spielfilm mit einem "Teddy" ausgezeichnet. Die Preise wurden am Freitagabend im Rahmen einer von Jochen Schropp moderierten Gala im Station Berlin verliehen.

"Kater" handelt von dem schwulen Paar Andreas und Stefan, das mit seinem Kater Moses ein scheinbar zufriedenes Leben in einem alten Haus in den Wiener Weinbergen führt. Doch eines Morgens erschüttert ein unvorhergesehener Gewaltausbruch Stefans die harmonische Beziehung. Skepsis und Entfremdung bestimmen von diesem Zeitpunkt an den Beziehungsalltag und stellen eine nur schwer überwindbare Hürde dar.

"Mithilfe der herausragenden Performance einer Katze nutzt 'Kater' seinen haarigen Star, um die Gewalt, die unter der Oberfläche eines scheinbar idyllischen Lebens lauert, bloß zu legen", heißt es in der Begründung der Jury. "Überraschenderweise ist es kein lesbischer Film, dessen Geschichte die ehrliche und einfühlsame Liebe zwischen zwei Männern porträtiert, wie sie selten auf der Leinwand gezeigt wird."

Die Jury würdigte darüber hinaus "einen meisterhaften Schnitt, wunderschöne Kinematographie und eine großartige Leistung des menschlichen Ensembles": "Das Resultat ist ein packender und verwirrender Film, der zum Nachdenken anregt und das Publikum auch lange nach Verlassen des Kinos nicht loslässt."

Youtube | Interview mit "Kater"-Regisseur Händl Klaus und Schauspieler Philipp Hochmair
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Beste Doku: "Kiki"



Als beste Dokumentation wurde unter großem Applaus des Publikums "Kiki" von Sara Jordenö ausgezeichnet. 25 Jahre nachdem "Paris is Burning" – Teddy"-Gewinner im Jahr 1991 – dem Berlinale-Publikum die Ballroom-Szene in New York nahe brachte, gibt "Kiki" Einblicke in die Welt der heutigen jungen schwarzen LGBT-Community. "Uns wird ein intimer Zutritt gestattet in die Leben junger Vogue-Tänzer, die, wie ihre Vorgänger, selbstgewählte Familien innerhalb eines Netzwerks von Häusern erschaffen", lobte die Jury.

Bester Kurzfilm "Moms On Fire"



Den "Teddy" für den besten Kurzfilm erhielt Joanna Rytels Knet-Animation "Moms On Fire". Der Film aus Schweden zeigt schwangere Frauen, die masturbieren, Heteras, die einander berühren. "Mit augenzwinkerndem Humor und einem herausstechenden Knetanimationsstil überwirft 'Moms On Fire' Mutterschaftsmythen und die konventionelle Repräsentation des weiblichen Körpers", urteilte die Jury. "Regisseurin Joanna Rytels groteske, feministische Vision zeigt uns unsere Vorstellung der Regenbogenfamilie durch eine queere Brille."

Special Jury Award: "You Will Never Be Alone"



Mit dem "Special Jury Award" wurde der chilenische Spielfilm "You Will Never Be Alone" ausgezeichnet, der homophobe Gewalt zum Thema macht. Die Ermordung des offen schwul lebenden Chilenen Daniel Zamudio durch Neo-Nazis inspirierte Regisseur Alex Anwandter zu seinem Debüt – mit der Ermordung des 20-jährigen Marcelo Velius Lepez Parraguez in der Nacht zu Mittwoch (queer.de berichtete) bekam die Auszeichnung einen erschütternden aktuellen Bezug. "Statt Hass-Verbrechen als Normalität darzustellen, fordert der Film sein Publikum auf, seine Beziehung zu solch schrecklichen Taten zu überdenken", heißt es in der Begründung der Jury. "Der chilenische Filmemacher Alex Anwandter ist eine spannende neue Stimme des Kinos, von der wir hoffentlich in Zukunft noch viel hören werden."

Special Teddy Award: Christine Vachon



Standing Ovations gab es auf der Gala für die Filmproduzentin Christine Vachon, die mit dem "Special Teddy Award" ausgezeichnet wurde. Zusammen mit ihrer Partnerin gründete sie die Produktionsfirma "Killer Film". Innerhalb der letzten zwei Jahrzente produzierten die Frauen einige der wichtigsten und meist gefeierten Indie-Spielfilme wie "Far from Heaven" (nominiert für vier Oscars), "Still Alice" (Oscar-Gewinner), "Boys Don't Cry" (Oscar-Gewinner), "One Hour Photo", "Kids", "Hedwig And The Angry Inch", "Happiness", Velvet Goldmine", "Safe", "I Shot Andy Warhol", "Camp", "Swoon" und "I'm Not There" (Oscar-nominiert). Andere Arbeiten umfassen kürzlich erschienene Filme wie "Kill Your Darlings", "Magic Magic", "Carol" unter der Regie von Todd Haynes und "Wiener Dog", bei dem Todd Solondz das Drehbuch schrieb und Regie führte.

Teddy der "Männer"-Leserjury: "Don't Call Me Son"



Zum ersten Mal wurde ein "Teddy" von einer Leserjury des Magazins "Männer" vergeben, nicht mehr von der "Siegessäule". Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an den Spielfilm "Don't Call Me Son" von Anna Muylaerts. Der Film erzählt die Geschichte eines 17-Jährigen, der heimlich vor dem Spiegel Frauenkleider und Lippenstift ausprobiert. "Dem Film gelingt es, spannende Fragen über Geschlecht und Sexualität aufzuwerfen und dabei immer zugänglich und hoch unterhaltsam zu bleiben", lobte die Jury.

Publikumspreis: "Paris 05:59"



Der Publikumspreis der queeren Berlinale-Besucher ging an den französischen Spielfilm "Paris 05:59". Er handelt von zwei Männern, die in einem schwulen Sexclub übereinander herfallen und dann nicht so recht wissen, was sie aus den starken Gefühlen machen sollen. "Mit meisterhaftem Feingefühl lassen Olivier Ducastel und Jacques Martineau uns daran teilhaben, wie zwei Männer in einer tiefen gegenseitigen Verunsicherung stranden und dennoch nach Nähe suchen", heißt es in der Bewertung der "Teddy"-Organisatoren. "Ihre beiden Hauptdarsteller verzaubern mit großem Einfühlungsvermögen und umwerfendem Charme."

Youtube | Trailer zum Film "Paris 05:59"

Auch der Regierende Bürgermeister gratulierte zum Jubiläum

Zu den Gästen der rund zweistündigen Gala gehörten unter anderem Berlins Regiererender Bürgermeister Michael Müller (SPD), sein Vorgänger Klaus Wowereit (SPD) und die Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestages Claudia Roth (Grüne).

Auch im 30. Jahr der Teddy-Verleihung wurde deutlich, dass es sich sowohl um ein künstlerisches wie ein politisches Event handelt. Großen Beifall gab es insbesondere für die Forderung von Panamora-Leiter Wieland Speck nach Öffnung der Ehe und Solidarität mit Flüchtlingen. (mize/pm)

Arte sendet am Abend ab 23.45 Uhr die Dokumentation "Welcome All Sexes" von Rosa von Praunheim über 30 Jahre Teddy Awards. Die Gala gibt es auch in der Mediathek.

Links zum Thema:
» Homepage des Teddy Award
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Tags: teddy, berlinale, kater
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