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  • 21.02.2016, 20:15h           16      Teilen:   |

Wegfall der Stiefkindadoption droht

Italien: Erneute Massenproteste für die Homo-Ehe

Artikelbild
Am Sonntag versammelten sich Zehntausende in Mailand, am übernächsten Samstag sollen es in Rom noch etliche mehr werden (Bild: Arcigay)

In Mailand appellierten tausende LGBT an die Politik, die Lebenspartnerschaft endlich umzusetzen. Premier Renzi deutete zugleich Kompromisse an.

In mehreren italienischen Städten ist es am Sonntag erneut zu Protesten für die Einführung einer Homo-Ehe gekommen. Allein in Mailand gingen vor dem Dom zehntausende Menschen auf die Straße, nachdem es Mitte der Woche zu einer einwöchigen Vertagung der Debatte im Senat gekommen war und die Zukunft des Gesetzes unsicher ist.

Standen die Proteste vor vier Wochen, als fast eine Million Menschen in rund 100 Städten demonstrierten, noch unter dem Motto "Es ist Zeit", wählten die Teilnehmer diesmal das Motto "Die Zeit ist abgelaufen". Aufgrund der knappen Zeit zur Mobilisierung nach dem Chaos im Senat hatten die meisten LGBT-Organisationen allerdings zu Protesten erst am übernächsten Samstag, den 5. März aufgerufen – vor allem zentral in Rom sollen Hunderttausende zusammen kommen.



Der Senat hatte über zwei Wochen lang über die Einführung von Lebenspartnerschaften diskutiert. Umstritten am Gesetzentwurf der regierenden Sozialdemokraten von Ministerpräsident Matteo Renzi ist vor allem die vorgesehene Stiefkindadoption – die kleinen konservativen Koalitionsparteien sowie einige katholische Mitglieder der Demokraten sperren sich, so dass für die Stiefkindadoption und ein sie enthaltendes Komplettpaket Stimmen der Opposition nötig sind.

Die Fünf-Sterne-Bewegung hatte in den letzten Wochen angekündigt, für die Lebenspartnerschaft zu stimmen – und auch nur dann, wenn die Stiefkindadoption enthalten ist. Dann stellte die Partei des Komikers Beppe Grillo ihren Abgeordneten aber zunächst überraschend die Abstimmung frei, um am Mittwoch dann die Regierung bei einer wichtigen Abstimmung im Stich zu lassen: Mit einem Zusatzantrag wollte die Regierung tausende Änderungsanträge aus der Debatte entfernen werden, die vor allem von der rechtspopulistischen Lega Nord eingebracht wurden, um das Projekt zu torpedieren und zu verzögern. Die Fünf-Sterne-Bewegung hielt den Antrag allerdings für undemokratisch. Statt wichtigen Zwischenschritten auf dem Weg zur Homo-Ehe, die auch noch durch die andere Kammer des Parlaments muss, endete der Tag im politischen Chaos.

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Renzi: Wir sind am Scheideweg

Premier Renzi sagte am Sonntag bei einem Treffen seiner Partei in Rom, es gebe zwei Alternativen: Zum einen könne man versuchen, weiter mit der Opposition zu verhandeln – die Fünf-Sterne-Bewegung unterstützt die Lebenspartnerschaft ja offiziell weiter. Die letzte Woche habe aber die Gefahren gezeigt, sich auf diese Partei zu verlassen.

Oder man einige sich in den Regierungsparteien auf eine für alle tragbare Lösung, die dann mit einer Vertrauensfrage verknüpft werden könne, um sie mit den eigenen Stimmen durch den Senat zu bekommen. Im schlechten Fall könnte als Kompromiss so die Stiefkindadoption wegfallen, im schlechtesten Fall der Regierungschef zurücktreten müssen.



Am Dienstagabend wollen die Fraktionsspitzen die endgültigen Entscheidungen treffen, am Mittwoch soll die Debatte im Senat in die nächste Runde gehen. Italien ist das letzte westeuropäische Land, das LGBT-Paare rechtlich nicht anerkennt. Selbst der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte im letzten Sommer ein Handeln gefordert.

Organisationen, Prominente und Online-Petition fordern: Alles oder gar nichts

In einer gemeinsamen Erklärung haben die wichtigsten LGBT-Organisationen des Landes am Sonntag noch einmal bekräftigt, dass sie lieber keine Homo-Ehe haben wollen als eine ohne Adoptionsrecht. Nach einem kurzen Treffen einiger Vertreter mit Renzi betonten sie, diese Frage sei das Herzstück des Gesetzes und ein Verzicht darauf inakzeptabel. "Wir hoffen, dass die Versammlung am 5. März in Rom einen Platz der Feier zeigen wird und nicht einen der Proteste."

Am Sonntag veröffentlichten zudem rund 400 Prominente einen offenen Brief an die Politik mit der Forderung, das Lebenspartnerschaftsgesetz zügig und komplett zu verabschieden. Der Brief lässt sich als Online-Petition auf change.org mitzeichnen. (nb)

ergänzt um 20.40h um letzten Absatz

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Tags: italien, lebenspartnerschaft, homo-ehe, mailand
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Reaktionen zu "Italien: Erneute Massenproteste für die Homo-Ehe"


 16 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
21.02.2016
22:32:28


(+9, 9 Votes)

Von Sebi


Gut, dass die weitermachen. Der Druck darf nicht nachlassen.

Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen.


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#2
21.02.2016
22:40:26


(+5, 5 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012


"In Mailand appellierten tausende LGBT an die Politik"

Nur LGBT oder LGBT & Friends?


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#3
21.02.2016
22:42:59


(+9, 9 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012


"appellierten tausende"

Wäre schön, wenn's vor dem Kanzlerinnenamt auch so aussähe. Respekt vor den Italienern!


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#4
21.02.2016
23:25:44


(+5, 7 Votes)

Von Marek


"Premier Renzi deutete zugleich Kompromisse an."

Das wäre nicht nur Wahlbetrug, sondern auch ein gänzlich falsches Zeichen, wenn man vor den Homohassern einknickt und für solche Fanatiker faule Kompromisse eingeht. Und das auch noch beim Adoptionsrecht, wo es gerade ums Kindeswohl geht.

Und solche halben Sachen machen es auch schwerer den Rest umzusetzen, weil viele denken, man hätte schon alles.

Deswegen kann ich mich nur den Appellen anschließen:
Alles oder gar nichts.


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#5
21.02.2016
23:33:22


(+4, 6 Votes)

Von Wecker


Die Italienische lgbt community kann wozu die deutsche lgbt community einfach zu doof ist.


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#6
22.02.2016
00:32:51
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von Ehla


Warum bekommem wir in Deutschland nicht so viele Menschen für die "Ehe für alle" hin!


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#7
22.02.2016
08:18:23
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Luca
Antwort zu Kommentar #4 von Marek


Sehe ich auch so.

Bis vor einigen Jahren wären irgendwelche halben Sachen vielleicht als erster Schritt möglich gewesen.

Aber jetzt ist 2016. Jetzt lassen wir uns nicht mehr mit halben Sachen abspeisen, die gleichzeitig in anderen Bereichen Diskriminierung zementieren.


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#8
22.02.2016
09:03:16


(-3, 5 Votes)

Von Johannes45


Gut so der Druck auf der Strasse in Italien und in den Städten muss bleiben.

Auch muss das Lebenspartnerschaftsinstitut in Italien inklusive gemeinschaftlicher Stiefkindadopiton durchgesetzt werden.

----------------

Das übrigens der Papst auf seinem Rückflug vor Journalisten öffentlich erklärte, dass er sich zu dem aktuellen Gesetzgebungsverfahren nicht äußern werde und sich nicht einmische, fand ich gut; weiterhin aber finde ich die Katholische Kirche als Ganzes großen "Scheiß"; es gibt bessere liberalere christliche Kirchen: als schwuler Christ stehen eine Reihe von LGBT-freundlichen Kirchen zur Auswahl: man muss nicht ausgerechnet als schwuler Mann dort in dieser Kirche bleiben, wenn es eine Reihe anderer christlicher Kirchen gibt, wo homosexuelle Paare sich kirchlich trauen können oder zumindest einen öffentlichen Segnungsgottesdienst erhalten und wo homosexuelle Pfarrer mit ihrem Partner im Pfarrhaus/Bischofsitz wohnen und arbeiten können.

Raus aus der Katholischen Kirche als schwuler Mann und ÜBERTRETEN zu einer liberaleren LGBT-freundlichen Kirche.

*
Link:
de.wikipedia.org/wiki/Segnung_gleichgeschlechtlich
er_Paare

(Segnnung gleichgeschlechtlicher Paare)

*
Link zu www.huk.org


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#9
22.02.2016
09:08:56


(+6, 6 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Ehla


Wir hatten hier in Frankreich die Massenproteste. Seit 2013 haben wir die Ehe fuer alle. Jetzt in Italien Massenproteste.
Ja, es ist zu fragen, weshalb in Deutschland keine Massenproteste moeglich sind???
Du hast recht und auch @m123. Es wird mehr bewirken, als wenn bei queer.de noch ueber die Wirksamkeit diskutiert wird.
Massenproteste sind wirksam, weil wir uns sichtbar machen und die Politik in Zugzwang gebracht wird. So viele Menschen auf der Straße: die Politik muss um ihre Stimmen fuerchten. Das allein wird zu einer Aenderung in der politischen Meinung fuehren und viele Anhaenger von uns Schwulen mobillisieren. Die Altvorderen werden hinten runter fallen. Auch den Storchenvoegeln, Bever...., Kelle usw. wird die Kinnlade runterfallen.
Aber ohne Massenproteste sind die deutschen Schwulen auf das Wohlwollen machtgeiler Politiker angewiesen.
Es heisst hier immer wieder: Aus der Geschichte im Land des Rosawinkels nichts gelernt zu haben. Lernen denn die Schulen und Lesben etwa aus der gegenwaertigen Geschichte?
Es gibt genug Beispiele, wo Proteste angebracht sind: Zum Beispiel im Rathaus von Lenggries


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#10
22.02.2016
09:14:49


(+3, 5 Votes)

Von Schnauze voll


Ich habe die Schnauze voll von faulen Kompromissen mit religiösen Fanatikern und anderen Faschisten.

Es geht um Grundrechte und den Kern der Demokratie!!

Und die schachern wie auf einem Basar: stimme Du der eingetragenen Partnerschaft zu, dann stimme ich der Diskriminierung von Kindern aus Regenbogenfamilien zu.


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