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Gabriele Kuby macht seit Jahren Stimmung gegen Homo- und Transsexuelle (Bild: ZDF)

In der schweizerischen Grenzstadt Kreuzlingen beendet die evangelische Kirche die Ökumene, weil die katholische Ortskirche die Homo-Hasserin Gabriele Kuby hofierte.

Susanne Dschulnigg, die Kirchenpräsidentin der evangelischen Gemeinde im schweizerischen Kreuzlingen, hat in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der "Thurgauer Zeitung" angekündigt, die ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde zu beenden. Als Grund nannte die lesbische Christin, dass die Katholiken im Ort der homophoben Aktivistin Gabriele Kuby ein Forum geboten hätten. Die Gemeinde St. Ulrich hatte zum 12. Februar die deutsche Anhängerin der Homo-"Heilung" zu einem Vortrag eingeladen, in dem sie gegen Homosexuelle Stimmung machen durfte.

"Ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass die Verantwortlichen es zulassen, wie Gabriele Kuby im Rahmen ihres Referates homosexuelle Menschen als Fehlentwicklung unserer Gesellschaft darstellt, ohne das zu kommentieren", sagte Dschulnigg. "Dass man im Namen der Kirche zulässt, dass gewisse Gruppen wie beispielsweise die Homosexuellen ausgegrenzt werden, ist falsch." Als lesbische Frau sei sie von solchen Darstellungen "persönlich betroffen, befremdet und enttäuscht".

Sie verwies allerdings darauf, dass ihre Amtszeit im Mai ende und ihr Nachfolger die Zusammenarbeit wieder beginnen könne. "Aber für mich ist klar, dass ich mit solchen Leuten während meiner verbleibenden Amtszeit als Kirchenpräsidentin nichts mehr zu tun haben will", so Dschulnigg.

Katholiken drohten wiederholt mit Ende der Ökumene


Susanne Dschulnigg kann die Homophobie ihrer katholischen Glaubensgeschwister nicht mehr ertragen (Bild: Evangelische Kirchengemeinde Kreuzlingen)

In der Vergangenheit haben eher katholische Würdenträger mit dem Ende der Ökumene gedroht, weil ihnen die evangelische Kirche in manchen Gegenden zu LGBT-freundlich wurde. Zuletzt äußerte der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp diese Drohung, nachdem die rheinische Landeskirche homosexuellen Paaren die kirchliche Trauung ermöglicht hatte (queer.de berichtete).

Die katholische Kirchengemeinde in Kreuzlingen hatte Kuby im Rahmen einer Erwachsenenbildungsreihe eingeladen, um zum Thema "Gender Mainstreaming" zu sprechen. Die Veranstaltung hatte auch in der Lokalpresse für Irritationen gesorgt; das brachte Kuby dazu, Schwule mit Rauchern zu vergleichen (queer.de berichtete). Zudem forderte der grenzüberschreitende "CSD am See", der in Konstanz und Kreuzlingen gefeiert wird, dass "Christen, gleich ob Katholiken oder Protestanten, nicht unter dem Siegel der Nächstenliebe die Ausgrenzung befördern sollten".

Neben Kuby hat die katholische Kirchengemeinde für kommenden Monat auch Martin Lohmann, den früheren Chefredakteur des katholischen Fernsehsenders K-TV, eingeladen, der in der Talkshow "Hart aber fair" vor einem "homosexuellen Hype" warnte und einem schwulen Gast "die Schönheit einer klaren heterosexuellen Lebenswelt" näherbringen wollte (queer.de berichtete). Bei "Günter Jauch" hatte Lohmann 2013 erklärt: "Schwul sein darf man im Prinzip – vorausgesetzt, man praktiziert es nicht, denn das ist Sünde." Er soll in Kreuzlingen zum Thema "Familie – das ungewollte Abenteuer des Lebens?" sprechen. (dk)



#1 saarteddybaerAnonym
#2 Carsten ACAnonym
  • 24.02.2016, 18:00h
  • Richtig so!

    Man darf bei Hetze nicht immer weggucken.

    Das Schüren von Hass muss endlich Konsequenzen haben...
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#3 HeinerAnonym
  • 24.02.2016, 18:16h
  • Gut, dass es auch noch Christen gibt, die den zunehmenden Faschismus der Katholischen Kirche und ihre immer menschenverachtendere Hetze nicht widerspruchslos hinnehmen und die daraus Konsequenzen ziehen.

    Diesem Beispiel sollten andere folgen.

    Das ist eine Frage der Menschlichkeit, der Aufrichtigkeit und des Respekts.
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#4 MarekAnonym
  • 24.02.2016, 18:20h
  • Eine Schwalbe macht zwar noch keinen Sommer, aber sie ist ein Anfang und zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer....
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#5 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 24.02.2016, 19:29h
  • Frau Dschulnigg: "...für mich ist klar, dass ich mit solchen Leuten während meiner verbleibenden Amtszeit als Kirchenpräsidentin nichts mehr zu tun haben will...".

    Endlich mal wieder ein integrer Mensch, der klare Kante zeigt und nicht aus beruflichem bzw. (kirchen-) politischem Kalkül schweigt. In dem Heer von Opportunisten (m/w) eine Wohltat. Besonders in Gesellschaften, deren sog. "Mitte" sich immer weiter für rechtes bis rechtsextremes Gedankengut öffnet. Wer "homosexuelle Menschen als Fehlentwicklung unserer Gesellschaft" bezeichnet, sollte sich im Klaren sein, dass er/sie Gefühle massiv verletzt, diskriminiert, homosexuelle Familien diskreditiert und jugendliche Homosexuelle ins Abseits drängt. Es grenzt an Blasphemie, im Namen Jesu Rednern wie Kuby und Lohmann eine Bühne zu geben, die wohlüberlegt Homosexuelle als Gefahr für Familien und Kinder darstellen. Aus politischen Motiven, Geltungssucht oder selbstherrlicher Verblendung sei dahingestellt. Aber z.B. Eitelkeit, Zorn, Missgunst und Ignoranz sind Todsünden oder deren Ausprägungen. Aber viele sog. Christenmenschen halten wohl nichts von Selbsterkenntnis.
    Lohmann als Erstunterzeichner der "Aktion Linkstrend stoppen", aktiver Gegner von "gelebte Homosexualität", Homo-Ehe und vollem Adoptionsrecht, passt wohl sehr gut in die Kreuzlinger Rednerliste. Viele Schwule und Lesben verorten sich selbst als rechts. Ist ihr gutes und verbrieftes Recht - noch sind D und die Ch freie Länder. Aber sie sollten sich überlegen, wen sie dabei unterstützen und mit welchen Folgen - für sich selbst!
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#6 goddamn liberalAnonym
#7 Roman BolligerAnonym
  • 24.02.2016, 20:10h
  • Christliche Nächstenliebe?

    In der Katholischen Kirche ein offensichtliches Lippenbekenntnis, eine das Wort Liebe pervertierende Worthülse, ein lügentriefendes Gesülze!
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#8 JoelAnonym
#9 Hans G WallerAnonym
  • 24.02.2016, 23:39h
  • sehr mutig, als Einzelperson gegen das etablierte kirchliche System aufzustehen!!!
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#10 Homonklin44Profil
  • 25.02.2016, 00:25hTauroa Point
  • Sich als Angehörige einer Religionsgemeinschaft über die mythologisch verglaubten und katholisch konstruierten selektiven Menschenverachtungen hinweg zu erheben, ist aufgrund der Auswirkung des Glaubens gewiss nicht einfach.

    Vielleicht der erste Schritt für Frau Dsdchulnigg, von den Fehlleistungen der Glaubensbeeinträchtigung Abstand zu nehmen, auch wenn die Unterscheidung zwischen katholisch und evangelisch nicht die Grundsatztexte divergiert, auf denen Christen ihre Auslegungen basieren.

    Ein gutes Zeichen zu setzen, ein Nein zu selektiver Menschenächtung aus dem Sprachrohr der Religion, sollte da zuoberst gesehen und belobt werden.
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