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  • 17. März 2005, noch kein Kommentar

Das GZSZ-Schnuckelchen säuselt sich mit "Unterwegs" in die Charts. Darauf auch ihr Herzschmerz-Balladen-Hit "Glaub an mich".

Von Jan Gebauer

Für die meisten Rezensenten ist Yvonne Catterfeld so etwas wie ein singender Milchshake. Sie sieht zuckersüß aus, säuselt mit ihrer energiearmen Stimme zärtlich und ihr skandalfreies Image lässt sie als blonde Hanni-&-Nanni-Variante erscheinen. Der kumpelhafte Typ, den jede 12-Jährige als große Schwester oder beste Freundin haben möchte, der aber auch sexy genug ist, um dem pubertierenden Bruder die ein oder andere feuchte Fantasie zu bescheren. Moderiert Catterfeld ein Event wie den Viva-Comet oder agiert als Julia Blum in der RTL-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" schlagen die Teenie- und sicher auch einige Gay-Herzen höher. Der Schreiber dieser Zeilen würde alleine wegen der Optik und der lieben Ausstrahlung von Yvonne sofort die berühmte "Ich werde hetero"-Pille einschmeißen. Zugeben, dass sie die Musik von Yvonne Catterfeld mögen, würden wahrscheinlich die Wenigsten, die die Pubertät hinter sich gelassen haben.

Zeit, eine kleine Lanze für Yvonne Catterfeld zu brechen, denn ihr neues Album "Unterwegs" bietet mehr als nur langweiligen Singsang. Ihr Gesang ist sicherlich nicht der stärkste, fehlt es dem Stimmchen oftmals an Fülle und Volumen. Dennoch hat das Säuseln und Hauchen durchaus seinen Charme, insbesondere wenn die Erfurterin von unerfüllten oder verletzten Gefühlen singt ("Als unser Hass noch Liebe war"). Ihre aktuelle Single "Glaub an mich" ist dann auch die Glanznummer auf dem Album "Unterwegs". Eine bomastische Edel-Schnulze im Stile ihrer vorherigen Nummer-Eins-Hits "Für dich" (2003) und "Du hast mein Herz gebrochen" (2004) – allerdings nicht geschrieben von Dieter Bohlen. Der sensible Text über Abschied und Loslassen zeigt Yvonne reifer als zuvor.

Fast in der gleichen Liga spielt "Eine Welt ohne dich", dass aber weitaus kitschfreier ist, dafür deutlich souligere Töne präsentiert. Ihre Stimme klingt in den hohen Passagen zwar recht dünn, aber zum Beispiel einer Ashanti nicht unähnlich. Um überzeugend Gefühle zu transportieren reicht das ansonsten solide Organ von Frau Catterfeld jedoch aus. Daran können selbst die etwas einförmigen Kompositionen nichts ändern, die sich hier und da eingeschmuggelt haben. Für das Album des Jahres wird "Unterwegs" sicher nicht vorgeschlagen. Immerhin bietet die CD aber Texte, die Botschaften transportieren und solide produzierte Pop-Musik mit leichten R&B-Farben. Als Bonus-Track winkt neben den 13 auf Deutsch gesungenen Songs ein Lied auf Englisch: "Superwoman". Als Geheimtipp sei noch die akustische Ballade "Zauberwort" empfohlen.

17. März 2005