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Hat er wirklich den richtigen Job? Verteidigungsminister Ryamizard Ryacudu hat mehr Angst vor dem gemeinen Schwulen als der Atombombe (Bild: Adrian Cadiz)

Mit martialischer Rhetorik machen Politiker, Mediziner und Kleriker Stimmung gegen die LGBT-Community.

In Indonesien nimmt eine Kampagne gegen LGBT an Fahrt auf: So erklärte Ryamizard Ryacudu, der Verteidigungsminister des 250 Millionen Einwohner zählenden Landes in Südostasien, Schwule und Lesben seien "eine Gefahr", die mit "einer Art moderner Kriegsführung" bekämpft werden müsse. "Es ist gefährlich, weil wir nicht sehen können, wer unsere Feinde sind, aber aus dem Blauen heraus scheint jeder eine Gehirnwäsche gehabt zu haben. Jetzt verlangt diese Gemeinschaft mehr Freiheiten", so Ryamizard am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Die Bedrohung, die von Schwulen und Lesben ausgehe, ist nach Ansicht des Verteidigungsministers größer als die eines nuklearen Konfliktes: "Wenn in einem Atomkrieg eine Bombe über Jakarta abgeworfen wird, hat das keinen Einfluss auf die [Hafenstadt] Semarang. Aber in einem Stellvertreterkrieg kann in einem Augenblick alles verschwinden", so Ryamizard laut der Nachrichtenagentur AFP.

Auch andere Politiker sorgen mit abstrusen Äußerungen gegen Schwule und Lesben für Schlagzeilen. So soll der Bürgermeister der Millionenstadt Tangerang am Dienstag in einem Schwangerschaftsseminar gesagt haben, dass Ersatzmilch für Babys und Instant-Nudeln homosexuell machten. In führeren Zeiten, als diese Produkte nicht existierten, sei die Lage dagegen besser gewesen, so Arief Wismansyah.

Psychiater: Homosexuelle sind wie Junkies

Mediziner schlagen ebenfalls in die selbe homophobe Kerbe: So veröffentlichte die Psychiatrische Vereinigung Indonesiens (PDSKJI) diese Woche eine Stellungnahme, in der sie ihre "Anteilnahme" für Homo- und Transsexuelle kundtat und erklärte, diese Personen könnten "geheilt" werden. "Wir machen uns wirklich Sorgen um diese Personen. Wir befürchten, dass eine solche Störung in unserer Gesellschaft akzeptiert wird, wenn wir sie jetzt nicht behandeln", erklärte PDSKJI-Sprecherin Suzy Yusna laut "Jakarta Post".

Suzy erklärte weiter, dass ein "abnormales Sexualverhalten" verhindert werden könne, wenn Personen "unangemessene gesellschaftliche Beeinflussung" meiden würden. Das sei vergleichbar mit Drogenabhängigen, die man von anderen Drogenabhängigen fernhalten müsse. "Ohne Behandlung" könne auch ein Schwuler oder eine Lesbe "Entzugserscheinungen" haben.

Ihre Ablehnung begründete sie aber nicht nur medizinisch, sondern auch kulturell: "Wir müssen die indonesischen Traditionen respektieren, nach denen die gleichgeschlechtliche Ehe nicht akzeptiert wird. Wir sollten uns nicht von fremden Werten beeinflussen lassen, die nicht mit unseren Werten übereinstimmen."

Indonesische Verfassung schützt vor Diskriminierung

Vereinzelt setzen sich Organisationen auch für die LGBT-Community ein, etwa die relativ kleine Vereinigung für Familienplanung, die in einer Stellungnahme darauf hinwies, dass die indonesische Verfassung Diskriminierung verbietet. Aufrufe zum Hass gegen die LGBT-Community würden zu Gewalt aufstacheln.

In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten mehrheitlich muslimischen Land der Welt, ist Homosexualität mit Ausnahme der Provinz Aceh nicht verboten. Allerdings ist die Mehrheit der Bürger äußerst LGBT-feindlich eingestellt. Laut einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2013 erklärten 93 Prozent der Indonesier, dass Homosexualität bekämpft werden sollte – damit ist die Ablehnung dort noch größer als in Malaysia oder Pakistan, wo homosexuelle Handlungen unter Strafe stehen.

Die Kampagne gegen LGBT ist in Indonesien derzeit eingebettet in eine größere Moralkampagne, die insbesondere von religiösen Organisationen befeuert wird – beispielsweise vom "Rat der Ulama", der mit 30 Millionen Mitgliedern größten muslimischen Nichtregierungsorganisation der Welt. Das führte beispielsweise dazu, dass die Regierung auch vermehrt gegen Prostitution und Alkoholkonsum vorgeht.

Auch beim Thema LGBT setzt die Regierung auf Aktionismus: In der vergangenen Woche stoppte sie bereits eine LGBT-Kampagne der Vereinten Nationen (queer.de berichtete). Außerdem forderte das Informationsministerium soziale Netzwerke und Instant-Messaging-Dienste auf, Emojis mit Homo-Paaren in Indonesien zu sperren (queer.de berichtete). (dk)



#1 JoonasAnonym
  • 25.02.2016, 14:31h
  • An solchen Äußerungen merkt man immer, wie dumm und fanatisiert diese Menschen sind und dass sie längst in den Wahnsinn abgerutscht sind.

    Aber das macht sie nur noch gefährlicher. Erst recht, wenn sie auch noch mt Macht ausgestattet sind.
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#2 ReligiotenAnonym
  • 25.02.2016, 14:35h
  • "In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten mehrheitlich muslimischen Land der Welt"

    Muss man noch mehr sagen?

    Wieder mal Religioten...

    Welche Religion ist dann auch egal...
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#3 JoonasAnonym
  • 25.02.2016, 14:37h
  • >>>>>>>>>>
    "eine Gefahr", die mit "einer Art moderner Kriegsführung" bekämpft werden müsse. "
    <<<<<<<<<<

    Da sieht man worum es denen geht:
    totale Vernichtung und Auslöschung.
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#4 FredinbkkProfil
  • 25.02.2016, 14:45hBangkok
  • was erwartet man andres von einem Islamisten als Kriegs // Toedungsminister ,
    versteckt sich in seinem Familiennamen auch noch das Kuerzel einer schwarz-brauen-deutschen sektenhoerigen Partei

    Rya C u DU
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 25.02.2016, 14:53h
  • Spannend ist, dass unsereiner in weiten Teilen der Welt (z. B. auch in Teilen Osteuropas) in den Wahnfantasien reaktionärer Kräfte eine Art Agent gesellschaftlicher Modernisierung ist wie im klassischen Antisemitismus die (säkularen) Juden.

    Das ist leider der Preis unserer Gleichstellung wie es eben auch der Preis der Judenemanzipation war.

    Hoffentlich wird er nicht höher und höher. Bemessen in Todeszahlen.
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#7 miepmiep
#8 MichaelTh
#9 RobinAnonym
  • 25.02.2016, 16:18h
  • Liebe ist schlimmer als ein Atomkrieg?

    Bei solchen Leuten frage ich mich immer, ob die wirklich so durchgeknallt sind und das selbst glauben oder ob die das nur aus Berechnung machen um darauf persönliche Vorteile zu ziehen.

    Ist aber letztlich auch egal. Faschisten sind es so oder so...
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#10 Pu der BärAnonym