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  • 25.02.2016, 15:03h           4      Teilen:   |

Gewalt beim Mardi Gras 1978

Australien: Parlament entschuldigt sich bei CSD-Veteranen

Artikelbild
Brutal schlug die Polizei 1978 die erste friedliche CSD-Demonstration für LGBT-Rechte in Sydney nieder

38 Jahre nach der Niederschlagung des ersten Sydney Mardi Gras durch die Polizei sagen die Abgeordneten einstimmig: "Sorry!"

Das Parlament des australischen Bundesstaates New South Wales hat am Donnerstag ohne Gegenstimme beschlossen, sich bei den Teilnehmern des ersten Mardi Gras in Sydney im Jahr 1978 zu entschuldigen. In einer bewegenden Debatte erklärten viele der Abgeordneten, dass die Niederschlagung des ersten CSDs in Sydney durch die Polizei ein Skandal gewesen sei.

Am 24. Juni 1978 hatten rund 500 Aktivisten für die Legalisierung von homosexuellen Handlungen demonstriert, die in New South Wales erst im Jahre 1984 beschlossen werden sollte. Die Polizei hatte die Demonstration brutal niedergeschlagen und Massenverhaftungen durchgeführt.

Drei Tage nach dem Protest waren 53 der Teilnehmer außerdem vom "Syndey Morning Herald" geoutet und ihre Adressen abgedruckt worden. Viele der Geouteten verloren danach ihren Job und wurden von ihrer Familie ausgegrenzt. Der Zeitungsverlag hat sich bereits einen Tag vor der Abstimmung im Parlament sich für die damalige homophobe Berichterstattung entschuldigt.

Youtube | Teilnehmer der ersten CSD-Parade 1978 beim Fotoshooting im Parlament
Fortsetzung nach Anzeige


Schwule Abgeordnete bedanken sich

Das Parlament von New South Wales, Australiens bevölkerungsreichstem Bundesstaat
Das Parlament von New South Wales, Australiens bevölkerungsreichstem Bundesstaat

"Ich sage Sorry", erklärte der schwule konservative Abgeordnete Bruce Notley-Smith zu den sogenannten Achtundsiebzigern, von denen viele auf der Besuchertribüne saßen. "Als stolzer schwuler Mann und Mitglied dieses Parlaments biete ich Ihnen diese Entschuldigung an und danke Ihnen gleichzeitig." Ein anderer schwuler Abgeordneter, der parteilose Alex Greenwich, dankte den Aktivisten der ersten Stunde, dass sie geholfen hätten, das Parlament von New South Wales mit seinem zwei offen schwulen Abgeordneten zum "schwulsten Parlament in Australiens Geschichte" zu machen.

Inzwischen gehört der "Sydney Gay and Lesbian Mardi Gras" zu den größten CSDs der Welt und bringt dem Bundesstaat jährlich Steuermehreinnahmen in Höhe von über 30 Millionen Dollar ein. Zur 38. Parade am 5. März werden wieder hunderttausende Besucher erwartet. (dk)

Youtube | Rede von der grünen Abgeordneten Jenny Leong
Links zum Thema:
» Sydney Mardi Gras
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Tags: csd, australien, sydney, repression, entschuldigung, journalismus, syndey morning herald
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Reaktionen zu "Australien: Parlament entschuldigt sich bei CSD-Veteranen"


 4 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
25.02.2016
15:35:46
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Luca


Richtig glaubwürdig würde das, wenn sie endlich die Ehe öffnen würden und volle Gleichstellung für die so lange Unterdrückten umsetzen würden.


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#2
25.02.2016
16:20:10


(+5, 5 Votes)

Von Robin
Antwort zu Kommentar #1 von Luca


Sehe ich ähnlich.

Wenn die nicht wollen, dass die sich in ein paar Jahren wieder für die Diskriminierung entschuldigen müssen, sollten sie langsam mal volle Gleichstellung (inkl. Eheöffnung) umsetzen.


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#3
25.02.2016
22:43:57


(+5, 5 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011


Nach fast 40 Jahren kommt eine Entschuldigung, wenn ein Teil schon weggestorben ist. Das ist sehr schwache Leistung. Ähnlich wird es auch bei uns sein, wenn es um die Rehabilitation und Entschädigung der §175-Verurteilten nach 1945 geht. Da warten wir schon 71 Jahre und es tut sich immer noch nichts! In zehn Jahre werden die meisten dieser immer noch vorbestraften Verurteilten gestorben sein.


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#4
26.02.2016
18:13:31


(+1, 1 Vote)

Von Klare Kante


Vor 38 Jahren fand in Syndney der erste Mardi Gras statt und erst jetzt (!) folgt die Entschuldigung für die Niederschlagung des ersten CSDs! Schade, daß dafür eine ganz lange Zeit vorübergehen mußte! Da stellt sich die Frage: warum nicht früher?

Da kommt mir unweigerlich die Debatte über die Entschädigung und Rehabilitierung der Männer in den Sinn, die auf Grund des unsäglichen § 175 StGB verurteilt und denunziert wurden!

Auch hier gibt es für Australien noch viel zu tun:

Link:
go.allout.org/en/a/australian-schools/?akid=8017.5
89269.U9amyk&rd=1&t=2


Also, liebe Abgeordneten, nicht mehr die Hände in den Schoß legen, sondern HANDELN!


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