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  • 26.02.2016, 11:00h           9      Teilen:   |

Holger Edmaier über "100% Mensch"

"Wir sind die Feuerwehr der Community"

Artikelbild
Der Kabarettist Holger Edmaier ist Initiator und Geschäftsführer von "100% Mensch"

Mit Charity-Songs und Aktionen gegen die "Demo für alle" gibt das Projekt "100% Mensch" der Szene neuen Mut. Ein Interview mit Initiator Holger Edmaier.

Von Andreas Zinßer

Das Projekt "100% Mensch" ist innerhalb kürzester Zeit zu einem wichtigen Akteur für die Belange der queeren Community in Deutschland geworden. Um Gleichstellung und Akzeptanz aller sexuellen Orientierungen und Identitäten zu fördern, setzte es zunächst die Stimme ein: Die Charity-Songs "100% Mensch" und "77 (Love is Love)" schufen enorme Aufmerksamkeit weit über die Community hinaus.

Für viel Wirbel sorgten aber auch eine erfolgreiche Beschwerde beim Presserat gegen das "Delmenhorster Kreisblatt" oder ein Kommentar über eine gut gemeinte, aber nicht wirklich gut gemachte Werbeanzeige von Opel gegen Homophobie. Darüber hinaus sammelte das Projekt Unterschriften für die Gemeinnützigkeit von LGBT-Vereinen. Nicht zuletzt haben wir es "100% Mensch" zu verdanken, dass die homo- und transphobe Stuttgarter Bewegung "Demo für alle" mehr Gegenwind bekommt.

Initiator und Geschäftsführer von "100% Mensch" ist Holger Edmaier, der als Musikkabarettist mit seinem Lied "romeo4ever" vor einigen Jahren schlagartig bekannt wurde. Unserem Autor verriet er exklusiv, wie der kommende Song heißen wird und welche Künstler dabei sein werden.

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Auf der Homepage von "100% Mensch" kann man passende T-Shirts bestellen
Auf der Homepage von "100% Mensch" kann man passende T-Shirts bestellen

queer.de: Vom Musikkabarettisten zum Politaktivisten ist nicht gerade ein häufiger Schritt. Ist Kabarett und Politik am Ende dasselbe?

Holger Edmaier: Die politische Aktion war wesentlich früher, nur dass sie jetzt durch das Projekt "100% Mensch" so deutlich und intensiv geworden ist. Kabarett hat natürlich immer eine politische Subebene. Es geht immer um Kritik, es geht nicht darum, Bestätigung zu finden. Das ist das, worauf Comedy abzielt. Während das Kabarett immer versucht, Dinge in ihrer Absurdität zu entlarven und Spiegelbild der Gesellschaft zu sein: mehr auf der gesellschaftskritischen Ebene, auf dem Mit- oder Gegeneinander von Männern und Frauen oder von einzelnen Gruppen. Da ist Kabarett natürlich sehr politisch.

Du hast "100% Mensch" gegründet. Warum schien dir ein neues Projekt für die Gleichstellung wichtig?

"100% Mensch" ist ein Unfall. Gewesen. Ich bin seit langer Zeit auf den Bühnen der CSDs unterwegs. Teilweise als Act, in den letzten Jahren immer stärker als Moderator. 2014 habe ich das zweite oder dritte Mal den CSD Dresden moderiert. Die Veranstalter fragten mich, ob ich nicht einen Titelsong schreiben möchte. Und das Motto in jenem Jahr war "100% Mensch! Ohne Wenn und Aber!" Und da habe ich ja gesagt, ich mag ja solche Titelsongs.

Als das Lied fertig war, hat meine fabulöse Kollegin und Freundin Vanessa Maurischat mir vorgeschlagen, es nicht ganz alleine, sondern mit ganz vielen zu singen, zwei Tage später waren wir 31 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland. Das ist dann der Moment, wo du merkst: Es gibt einen Bedarf und einen Willen. Das Lied wurde dann auf 23 CSDs live aufgeführt, nicht nur von uns, sondern auch von anderen Bands und Organisationsteams, und schlug voll ein.

Der Erfolg des Lieds hat mich dann doch überrumpelt: Wow, wir erreichen die Menschen. Wir bewegen was. Viele Gespräche entstanden auf den CSDs mit Politikerinnen und Politikern, mit den Besuchern, aber gerade auch mit vielen Passanten, die nicht zur LSBTTIQA-Community gehören, dem heteronormativen Publikum. Wir haben da gemerkt, dass die uns zuhören. Dass sie das Lied gehört und sich solidarisiert haben. T-Shirts mit dem Aufdruck "100% Mensch", die wir anboten, wurden hauptsächlich von heterosexuellen Ehepaaren gekauft! Das hat uns völlig aus den Socken gehauen. Der Erfolg des Liedes hat dann ganz klar zu der Entscheidung geführt: Wir machen weiter.

Und wie habt ihr weiter gemacht?

Im Januar 2015 haben wir die 100% Mensch UG gegründet und Gemeinnützigkeit beantragt. Es war allerdings ein riesiger Aufwand, diese vom Finanzamt Stuttgart auch zu bekommen, was uns dann direkt zu unserer ersten großen politischen Kampagne geführt hat, nämlich zu unserer Petition "Gemeinnützigkeit kennt keine sexuelle Orientierung und keine geschlechtliche Identität".

Gesetzesgrundlage ist der § 52 der Abgabenordnung. Dort wird festgelegt, was gemeinnützig ist und wir kommen nicht drin vor. Das heißt, ein Verein, der sich um Opfer von Rassismus kümmert, ist natürlich gemeinnützig. Völlig richtig und nachvollziehbar. Aber ein Verein, der sich um Opfer von Homo- und Transphobie kümmert, nicht. Wenn man sich überlegt, wann dieses Gesetz entstanden ist, waren das sicher Zeiten, in denen der Paragraf 175 noch in Kraft war.

Richtig, die Abgabenordnung ist aus den Siebzigern.

Da war Homosexualität einfach kein Thema. Dass es in der Zwischenzeit nicht mitaufgenommen worden ist – im Gegensatz zu solchen Sachen wie "Modellflugzeugbau"- ist ein Punkt, der dringend geändert werden muss. Es gibt in Deutschland hunderte, wenn nicht tausende von Vereinen, die sich für die Emanzipation, für die Unterstützung von Homosexuellen, Transgendern und transsexuellen Menschen einsetzen. Alle diese Vereine haben immer noch massive Probleme, ihre Gemeinnützigkeit anerkannt zu bekommen. Wir haben einen Ergänzungsentwurf zum § 52 AO gemacht und viele Vereine, Politiker, Fraktionen bis hin zur Familienministerin Manuela Schwesig damit konfrontiert. Diese versprach uns ihren Einsatz für die Änderung. Jetzt warten wir auf die Reaktion des Petitionsausschusses.

Video: (Direktlink)
Das Lied "100% Mensch" mit arabischen Untertiteln

Hattet ihr da überhaupt noch Zeit für weitere kulturelle Ideen?

Natürlich. 2015 kam unser Lied "77 (Love is Love)", in dem wir uns mit der Situation weltweit beschäftigen. In Deutschland ist eigentlich vieles okay: Wir werden nicht mehr strafgesetzlich verfolgt und die Öffentlichkeit steht hinter uns, auch wenn die CDU das scheinbar nicht bemerkt. Aber es gibt auch immer noch über 70 Länder, in denen Homo- und Transsexualität als Straftatbestand existiert. Bis hin zur Todesstrafe in sieben Ländern. Bei diesem Lied waren wir dann logischerweise sieben Beteiligte. Es lief ebenfalls auf dutzenden CSDs live.

Ihr habt inzwischen ordentlich Geld eingenommen. Was passiert damit?

Wir haben Einnahmen aus Merchandising und Spenden, außerdem kann man durch unseren Förderkreis monatliche Spenden abbuchen lassen. Gemeinnützige Vereine mit Geldbedarf müssen sich nur bei uns melden, entweder über die Homepage oder per Email. Dabei geht es eher um kleinere Summen, wir sind die Feuerwehr der Community. Bei großen Stiftungen muss man langwierige Antragsverfahren durchlaufen, dabei geht es manchmal nur um 100 Euro für einen dringend benötigten Flyer. In solchen Fällen helfen wir schnell und unbürokratisch.

Das Schönste war, dass wir der großartigen Initiative "Enough is Enough!" einen Bollerwagen für die CSDs gekauft haben. Die haben ihre 40 Meter lange Fahne mit den Flaggen der eben erwähnten Länder und müssen die Träger irgendwie mit Getränken und Infomaterial versorgen. Den Bollerwagen tauften wir auf den Namen "Krampenkarre" – frei nach einer CDU-Politikerin, die sich in unglaublich "netter" Weise über Homosexuelle und ihre Forderungen nach der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geäußert hat.

Innerhalb des LSVD kam dein Engagement nicht in Frage?

Wir haben einen etwas anderen Ansatz. Der LSVD ist eine lang etablierte, große und politische Lobbytruppe. Unsere Zielgruppe sind natürlich auch die Politiker. Aber wir versuchen das viel stärker auf der Straße zu machen. Ich bin Musikkabarettist, das heißt, ich kann Lieder und Texte schreiben. Ich setze meine Fähigkeiten und Fertigkeiten, vielleicht auch Talente, ein. Die Arbeit, die der LSVD leistet, nämlich diese kleinteilige, politische Arbeit. Das bin ich nicht. Da kann ich nur den Hut vor ziehen, wenn ich mir die wissenschaftlichen Ausarbeitungen angucke. Was dort gemacht wird, ist wirklich bewundernswert. Ich bin aber jemand, der sich auf die Bühne stellt und Leute unterhält. Mit Unterhaltung versuchen wir bei "100% Mensch" aufzuklären und zu emotionalisieren.

Dabei bist du ja nicht alleine. Dein Team besteht aus fünf weiteren Personen.

Nein, ich bin da nicht alleine. Ich habe schon die Fäden in der Hand, aber ohne die Arbeit meines Mannes Matthias Ehm zum Beispiel, der sich da sehr einbringt, würde gar nichts gehen. Und auch nicht ohne Annie Heger, unsere ethisch-moralische Instanz aus Berlin, die über alles drüber guckt, was wir so vorhaben, sozusagen aus der Außenperspektive die Tragweite einschätzt. Dann haben wir ganz viele Freiwillige, die für uns Recherchearbeiten machen, die an den Ständen stehen. Unseren Bernd Allgeier natürlich, der Grafikdesigner, der Plakate und Flyer macht. Da gibt es sehr viele Menschen, die bei uns mitarbeiten.

Zu diesem Team kommen dann noch einige namhafte Künstler wie zum Beispiel…

Das ist die so genannte 100%-Familie.

…Frl. Wommy Wonder oder Hella von Sinnen. Wie schwer fällt es, Mitstreiter zu gewinnen?

Hella von Sinnen habe ich ein Fax geschickt und gefragt, ob sie mitmacht. Zehn Minuten später klingelte das Telefon und sie sagte nur: "Holger, was soll ich tun? Ich bin dabei!" Bei den Künstlerinnen und Künstlern laufen wir eigentlich immer offene Türen ein. Wenn die Menschen hören, was wir tun, dann sind sie sofort dabei. Da wird gar nicht groß rückgefragt, sondern sehr schnell signalisiert: Ich finde das toll, ich bin dabei. Wir haben dann immer eine schöne Mischung aus bekannten Künstlern wie beispielsweise Daniel Schumacher, den DSDS-Gewinner, und noch nicht so bekannten Künstlerinnen und Künstlern, die es schlichtweg verdient hätten, viel, viel bekannter zu sein.

Auf welche neuen Aktionen von "100% Mensch" darf sich die Community freuen? Und vor welchen Herausforderungen steht sie?

Auf das neue Lied. Oh, mein Gott, es ist das erste Mal, dass ich ganz offiziell was dazu sage…

Exklusiv bei queer.de?

Ganz exklusiv. Das neue Lied heißt: "Ich sage ja". Und um was wird es sich dementsprechend wohl handeln?

Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster: Um die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare?

Ganz genau um die geht es. Es ist ein deutscher Gitarrenpopsong, der auch gut abgeht. Ich kann ihn dir gleich mal abspielen, wenn du möchtest. Der Song ist komplett ambivalent, das heißt: Er ist offen. Im gesamten Text kommen "schwul", "lesbisch" nicht vor. Es ist ein Hochzeitslied. Und zwar für alle. Der Inhalt wird dort dann vor allem klar, wenn zwei Männer oder zwei Frauen im Duett singen, aber auch ein gemischtgeschlechtliches Paar. Liebe ist Liebe, Beziehung ist Beziehung und Verantwortung ist Verantwortung. Es ist scheißegal, welche Geschlechterkonstellationen dahinter stehen. Diesen Anspruch hätten wir konterkariert, wenn wir ihn nur auf uns bezogen hätten. Das Video dazu wird dann schon klarstellen, um was es geht.

Dann frage ich doch gleich mal: Wer ist denn dabei?

Das würdest du mir jetzt auch noch gerne aus der Nase ziehen, was? Na gut. Es sind dabei: Markus Mörl, ja genau, der "Ich will Spaß"-Markus. Ich bin total happy und stolz, dass er mitmacht: Cris Cosmo – als heterosexueller Mann. Fady Maalouf und meiner einer, damit hätten wir die Männer. Bei den Damen singen mit: Ela Querfeld, Annie Heger, die ja beide schon bei "77" dabei waren, und Wilhelmine Schneider. Und jetzt: Willst du mal hören?

Wirklich ein Gänsehautsong! Danke für diesen Moment. Allerdings hast du die Frage nach den diesjährigen Herausforderungen für die Community noch nicht beantwortet.

Das erste große Arbeitsfeld ist es, einfach mal zu kapieren, dass Menschenfeindlichkeit an sich bekämpft werden muss und unsere Arbeit sich nicht darauf beschränken darf, für die Rechte von LSBTTIQA-Menschen zu kämpfen. Da ist natürlich das Erstarken der rechten, der rechtsextremen Parteien in Deutschland ein ganz massives Thema. Wenn ich mir anschaue, dass es auch in der Community Verfechter gibt, die AfD wählen.

Es gibt Meinungsfreiheit und Pluralismus und Homosexualität verpflichtet nicht dazu, links oder grün zu wählen. Aber es verpflichtet zu Wachtsamkeit und Gegenwehr, als gebrannte Kinder der Geschichte – wir sind im KZ gelandet, verfolgt und umgebracht worden und es gibt immer noch genügend Länder auf der Welt, in denen Homosexuelle immer noch umgebracht werden.

Wir merken ja an der "Demo für alle", das rechte Gruppen sich ein Feindbild gewählt haben: Das sind wir. Auch wenn sie die ganze Zeit sagen, es ginge nur um den Bildungsplan, nein, es ist eine zutiefst homo- und transphobe Veranstaltung. Bei den rechtsextremen Parteien sind es momentan "die" Flüchtlinge. Es sind wieder dieselben Feinde wie in der Weimarer Republik: Ausländer, religiöse Gruppen, die Schwulen und Lesben, die "Volksverräter" …

Die "Lügenpresse"…

… die Eliten, die dieses Land angeblich beherrschen usw. Es werden dieselben Scheinargumente, exakt dieselben hohlen Phrasen gedroschen. Auch wir Schwule und Lesben bilden die Bevölkerung ab, alle politischen Meinungen sind vorhanden. Das ist ja soweit in Ordnung. Wenn Schwule und Lesben aber anfangen zu hetzen, dann frage ich mich, ob sie unsere Geschichte vergessen haben, sie ignorieren oder denken, dass wir schon so in der Gesellschaft angekommen sind, dass uns niemand was kann. Sie können uns jederzeit. Und wenn die eine Gruppe ausgeschaltet ist, dann kommt die nächste dran.

Ich verstehe nicht, wie Menschen, die Diskriminierung erleben, selbst die Stimme erheben können gegen andere Menschen. Wir müssen die LSBTTIQA-Gemeinschaft politisieren. Es ist erschreckend, wie viele gar nicht mitbekommen, wie wir auf der "Demo für alle", ihrem "Sexualkongress" oder in den AfD-Wahlprogrammen herabgewürdigt, beleidigt und für irre erklärt werden. Es ist die Aufgabe der CSDs und auch von "100% Mensch", das Interesse für Politik und die Notwendigkeit des Einmischens nach vorne zu stellen. Deshalb sind wir auch Mitbegründer und Mitglied des großen Stuttgarter Bündnisses "Vielfalt für alle". Am 28. Februar werden wir wieder eine bunte Gegenkundgebung zur "Demo für alle" veranstalten [14 Uhr, Kleiner Schlossplatz; d. Red.].

Video: (Direktlink)
Das offizielle Video zum "77 (Love Is Love)"
Links zum Thema:
» Homepage von "100% Mensch"
» Homepage von Holger Edmaier
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Tags: holger edmaier, 100% mensch
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Reaktionen zu ""Wir sind die Feuerwehr der Community""


 9 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
26.02.2016
15:26:14


(+8, 8 Votes)

Von Tommy0607
Aus Etzbach (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 28.10.2015


Warum müssen sich Menschen auf unseren Planeten bekämpfen?
Warum können Menschen jeden Menschen nicht so annehmen wie er ist ; egal welche Kultur , Religion, Sexualität , Herkunft .. dieser hat ?
Warum gibt es rechtsradikale , faschistische Glaubens- und politische Gruppen ?
Wir die Spezies Mensch haben Alle die gleiche Herkunft auf diesen blauen Planeten. Wir sollen mal lernen zusammen zu arbeiten und diesen Planeten am Leben zu erhalten.
Besonders Wir , die Minderheit der Homosexuellen , sollen mal nicht alles Schlechte in andere Minderheiten zu sehen .Wir Homos sind auch nicht soviele auf diesen Planeten !
Es ist ein "Unding " , dass besonders bei uns Homos, soviele Rechtsradikale Recht geben .
Wir haben schon Probleme genug mit demokratischen Parteien , weil Wir für unsere Rechte kämpfen : Denn Wir wollen wohl gleich behandelt werden wie die Heterosexuellen.
Unterstützung von Rechten Vereine wi Afd , NPD usw . werden Wir Homos dort nie und nimmer bekommen :
Im Gegenteil : Für Diese Rechte Vereine sind alle Minderheiten Volksverräter . Diese Vereine wollen nur Menschen , die einen "brav wie Lemminge " hinterher laufen.
Minderheiten wie Ausländer , Homos , Religiöse Gruppen, Alte , Kranke , Behinderte werden dann bei diesen Vereinen "dezimiert " .
Das war schon mal vor über 70 Jahren .
Ergebnis war nicht besonders gut . Und wenn sowas wieder an der Macht kommt , wird das neue Ergebnis bedeutend schlechter .
Das war es dann mit der Menschheit auf diesen Planeten !
Also, Leutchen , denkt mal darüber nach .
Rassimus sowie Homophobie gehört nicht ins 3. Jahrtausend .
Lernt den Menschen anzunehmen , so wie er ist und hört nicht auf Rechte Vereine wie Afd : denn egal wie die sich nennen :
Nazis bleiben Nazis!
Schönes Wochenende wünschen wir Euch !
Eure Wäller Tommy und Werner sowie die Prinzen Max und Moritz


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#2
26.02.2016
15:28:18


(+6, 6 Votes)

Von ehemaligem User Monster_Baby


Vielen Dank für dieses Interview. Bislang kante ich Holger Edmaier nicht, aber mich haben seine weitsichtigen und klugen Worte sehr beeindruckt. Ich bin sehr froh, dass immer wieder Menschen nachwachsen, die den Mut, das Talent und die Klugheit haben Missstände, Heuchelei und Fehlentwicklungen zu erkennen und ihnen etwas entgegen setzen.

Zitatausschnitt: "...zwei Männer oder zwei Frauen im Duett singen, aber auch ein gemischtgeschlechtliches Paar. Liebe ist Liebe, Beziehung ist Beziehung und Verantwortung ist Verantwortung...".

Das ist, glaube ich, die Zukunft und ich hoffe, dass ich noch etwas - trotz meines zeitweise unsoliden Lebensstils - davon miterleben darf.
Denn unsere aktuelle Realität schaut leider anders aus "dank" AfD, "Demo für alle", "besorgte Bürger", Pegida und die Heuchler, die sich auf die Religion berufen um Menschen zu demütigen.
Das erschütternde dabei ist, dass sich auch einige Homosexuelle vor deren Karren spannen lassen. Aber in diesem Punkt leihe ich mir die Worte von Holger Edmaier: "...Es gibt Meinungsfreiheit und Pluralismus und Homosexualität verpflichtet nicht dazu, links oder grün zu wählen. Aber es verpflichtet zu Wachsamkeit und Gegenwehr, als gebrannte Kinder der Geschichte wir sind im KZ gelandet, verfolgt und umgebracht worden...".
Und ich schiebe gleich noch einen verbalen Holger hinterher: "...Wenn Schwule und Lesben aber anfangen zu hetzen, dann frage ich mich, ob sie unsere Geschichte vergessen haben, sie ignorieren oder denken, dass wir schon so in der Gesellschaft angekommen sind, dass uns niemand was kann...".
Das man uns "was kann" glaube ich auch. Durch den ganzen Frust, Hass, Unzufriedenheit und Bequemlichkeit kann sehr schnell eine Situation entstehen, die für viele LGBTI*s gefährlich werden kann.
Und noch ein Edmaier: "...Es sind wieder dieselben Feinde wie in der Weimarer Republik: Ausländer, religiöse Gruppen, die Schwulen und Lesben, die "Volksverräter...". Punkt, das kann ich nur so wirken lassen.

Holger Edmaier spricht mir aus dem Herzen, auch wenn es zum Teil eher "düstere" Ausblicke sind, so ist es doch trotzdem ein gutes Zeichen, dass sich wieder Menschen zusammenfinden - und das empfinde ich im Moment als besonders stark - die an ein friedliches Zusammenleben glauben (wie es unter Menschen eben möglich sein kann) und sich dafür einsetzen, wie z.B. die gute alte Helli v. S. und die Leute von "Enough is Enough". Wir, Hella von Sinnen und ich sind etwa die gleiche Generation und wir sind noch da und machen mit vielen anderen immer noch mit. Auf geht`s, setzen wir Menschenfeindlichkeit und deren Schwester - die Homophobie - etwas entgegen. Viel Glück in Stuttgart am Wochenende.


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#3
26.02.2016
17:44:30


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User Monster_Baby


Noch ein Nachsatz zu der Geschwindigkeit, in der sich gesellschaftliche Veränderungen vollziehen: über den Benefizsong "100% Mensch" wurde im Mai 2014, (also vor nicht mal 2 Jahren!) in queer.de berichtet. Den Song haben neben Helli - Hella von Sinnen - und Claus Vinçon, beide "altgediente" Künstler und Aktivisten der LGBTI*-Gemeinde, weitere ua. Prominente eingespielt. Dazu gehörte auch der damalige "Männer"-Chefredakteur David Berger.
Heute ist Berger nicht mehr "Männer"-Chefredakteur. Ich habe Zweifel, dass er das Motto "100% MENSCH ohne wenn und aber!" Der Dreiklang aus Liebe, Recht und Respekt..." verinnerlicht hat und für einige seiner Mitmenschen nicht gelten lässt. Ich auch nicht - ich habe aber weder seine Reichweite, Prominenz noch die Verantwortung die damit einhergeht. So schnell ändern sich Zeiten, Menschen und Gesellschaften.
Damit möchte ich aber auf keinen Fall den Song "100% Mensch" oder die Integrität der Künstler diskreditieren!!! Es geht um mir um Glaubwürdigkeit. Als sich Hella von Sinnen schon seit Jahren geoutet hatte und sich für die damalige schwul-lesbische Gemeinde einsetzte, gab Berger als Mitherausgeber noch die katholischen Monatsschrift Theologisches heraus.
Liebes Helli - verzeih, dass ich Dich in diesem Zusammenhang nenne, ich bin seit Jahrzehnten ein treuer Fan von Dir und von Dirk Bach - der leider viel zu früh gegangen ist. Bützje aus B.


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#4
26.02.2016
23:32:44
Via Handy


(+2, 2 Votes)

Von Band
Antwort zu Kommentar #1 von Tommy0607


Ich finde schon, dass wir Homosexuellen viele auf dem Planeten sind. Bei über 7 Milliarden Menschen (oder wieviele sind es mittlerweile?) gibt es Millionen und Abermillionen Homosexuelle. Das sind ganz schön viele.
Ansonsten gebe ich deinem Kommentar zu 100 Prozent recht.


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#5
27.02.2016
08:50:03


(+2, 2 Votes)

Von Wolfi


100% Mensch auf dem Münchner CSD:

Youtube-Video:


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#6
27.02.2016
11:23:45


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User Monster_Baby
Antwort zu Kommentar #5 von Wolfi


Aha, Danke - so funktionierts...


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#7
27.02.2016
16:10:33


(-6, 6 Votes)

Von Dilettant


Die schaurige F-Prominenz der provinziellen CSD-Bühnen der Republik, weil sich die Veranstalter keine teureren Künstler_innen leisten können.

100% Möchtegern!


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#8
28.02.2016
02:28:54


(+3, 3 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014
Antwort zu Kommentar #7 von Dilettant


Teuer ist nicht notwendigerweise gleich besser oder überhaupt unbedingt gut.

Wo irgend ein gerühmter Act ewig dasselbe abgehörte Zeugs trällert, höre ich lieber was Neues, noch nicht Dagewesenes.

Sehr gern von wenig bis unbekannten Künstler_Innen.

Madig machen kann man alles ganz leicht. Aber besser machen, das schaffen nur wenige.


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#9
28.02.2016
21:12:43


(+3, 3 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012
Antwort zu Kommentar #7 von Dilettant


"... weil sich die Veranstalter keine teureren Künstler_innen leisten können."

Ständig wird über die Kommerzialisierung der CSDs gejammert.

Aber bringt mensch mal was originäres haben gleich wieder Deppen w_e D_ was zu meckern!


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