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  • 26.02.2016, 20:41h           4      Teilen:   |

Neu bei Salzgeber

Liebe fickt dich: "Dunkler als die tiefste Nacht" auf DVD

Artikelbild
Davide (Davide Capone) reißt mit 14 Jahren von Zuhause aus, weil sein Vater sein Anderssein nicht akzeptiert und mit Gewalt austreiben will (Bild: Edition Salzgeber)

Sebastiano Riso hat die turbulenten Jugendjahre der in Italien bekannten Dragqueen Fuxia verfilmt.

Von Peter Fuchs

Davide ist 14 Jahre alt, sieht aber aus wie zwölf. Zartgliedrig, mit roter Haarmähne, blasser Haut und Sommersprossen. Er lebt in Catania in den 1980er Jahren und entdeckt eben seine Homosexualität. Nicht ganz easy in der Machokultur auf Sizilien. Aber er hat David Bowies "Ziggy Stardust".

Davide baut sich am Dachboden ein queeres Zauberreich, bevölkert von androgynen Püppchen, deren Gesichter er aus Autoseitenspiegel gebastelt hat. Davide schminkt sie und sieht darin sein eigenes Gesicht, reflektiert mit Lippenstift und Kajal. Bewegt er die Figuren zur liebevoll arrangierten Lightshow, singt er dazu seine zarte Version des Spirituals "Sometimes I Feel Like a Motherless Child".

Kurz darauf verschafft sich Davides Vater mit der Brechstange Zugang zum Dachboden und zerstört die Spiegel. Davides Vater reagiert auf das Anderssein des Sohnes mit Gewalt, die fast blinde Mutter ist hilflos. Als Papa den Sohn zur Korrektion mit Hormonspritzen foltert, läuft Davide von Zuhause weg.

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Ein Leben auf der Straße mit Strichern und Transen

Die Edition Salzgeber hat "Dunkler als die tiefste Nacht" mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlicht
Die Edition Salzgeber hat "Dunkler als die tiefste Nacht" mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlicht

"Dunkler als die tiefe Nacht" erzählt das Erwachsenwerden dieses Davide. Die Geschichte ist nicht fiktiv, sondern folgt dem Leben der in Italien bekannten Dragqueen Fuxia. Sie ist ein Star des legendären Clubs "Muccassassina" in Rom.

Davide landet auf der Straße. Unter dem Graffito "Liebe fickt dich" ("L'amore ti fotte") an einer Hausmauer im Nuttenviertel beobachtet er den Kauf und Verkauf von Sex und findet Freunde unter den Strichern, Transen und anderen queeren Kindern, die am Rande der Gesellschaft leben müssen. Fröhlich und mit bissigem Tuntenwitz streifen sie durch die Nacht, beschimpfen Konkurrenz und Freier, klauen einen Supermarkt leer und schlafen unter den alten Bäumen im Park der Villa Bellini. Davide verknallt sich in einen Stricher mit schönen Augen und hat zum ersten Mal Sex.

Die schöne Zeit findet ein jähes Ende, als eines Nachts Schlägerbanden durch den Park ziehen. Davide kommt dabei buchstäblich mit einem blauen Auge davon. Die Clique trennt sich, denn der Park fällt als Schlafplatz aus. Davide weiß nicht, wohin. Da verspricht ihm ein Zuhälter mit Mercedes und Anzug (beides in weiß) ein sicheres Leben. Davide müsste aber für ihn anschaffen. Davide steht vor der Entscheidung: Zurück zum brutalen Vater oder einer neuen Vaterfigur Macht über sein Leben geben?

Der nächste Morgen kommt bestimmt

"Dunkler als die tiefste Nacht" ("Più buio di mezzanotte") ist eine sizilianische Redewendung. Sie klingt tröstlich in italienischen Ohren, bedeutet sie doch, dass egal wie finster die Nacht war, auf kurz oder lang, ein heller Tag folgt. Mit diesem Wissen lassen sich auch dramatische Szenen wie Davides Überlegungen, sich umzubringen oder die Demütigungen durch Ärzte und den Vater besser ertragen. Völlig Neues oder Überraschendes zeigt der Film aber nicht.

Ästhetisch ist das Debüt von Regisseur Sebastiano Riso jedoch gelungen. So wirken die Straßenszenen fellinesk und die kaltfarbigen Rückblenden in Davides Familienleben bedrückend. Auch der Darsteller des Davide (debütiert ebenfalls: Davide Capone) ist ein Hingucker. Aber inhaltlich wünscht man sich mehr Substanz, vor allem in Davides Auseinandersetzung mit dem Vater. Das Ende erfolgt abrupt und lässt auf ein Sequel hoffen.

Ein süßer Moment: Die queere Clique besucht euphorisiert das Konzert einer legendären Dragqueen namens Louvre. Diese trällert auf einer glamourös improvisierten Bühne (ausrangierter Fischkutter?) Koloraturen, und Davide erfährt dabei seine Erweckung. Danach macht er seine Honneurs in Louvres Garderobe und gesteht ihr, er wolle so sein wie sie. Gut dabei zu wissen: Louvre wird von Fuxia selbst gespielt.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
  Infos zur DVD
Dunkler als die tiefste Nacht. Drama. Italien 2014. Regie: Sebastiano Riso. Darsteller: Davide Capone, Vincenzo Amato, Lucia Sardo, Pippo Delbono, Davide Cordova. Laufzeit: 95 Minuten. Sprachen: italienische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 16. Edition Salzgeber.
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Dunkler als die tiefste Nacht

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Reaktionen zu "Liebe fickt dich: "Dunkler als die tiefste Nacht" auf DVD"


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
27.02.2016
02:37:00


(-1, 5 Votes)

Von Kenner


Sicher ganz gut dieser Film, aber die "Haarmähne" ist eindeutig gefärbt á la Milva. Geboren 1999 in Palermo, hat Davide die Rolle gespielt mit 14-15, exakt wie dargestellt werden soll, jünger sieht er keineswegs aus.


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#2
28.02.2016
03:08:47


(+3, 3 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Liest sich nach einer interessanten Geschichte an, vielleicht ja im Stil Sozialdrama, was ich gerne sehe, wenn die Rollen und die Verkörperung realnah wirkt. Auch die Thematik 'Metamorphose' bzw. Drag-Queen möchte ich als Gebietsfremdling gern besser verstehen können. Ich bin gespannt.

Die verbliebene, unerklärliche Schwäche für junge Männer mit langem, rotem Haar und Sommersprossen ( gefärbt, ja, leider gibt es zu wenige dieser schönen Männer, die echtes rotes Haar wachsen und proudly strahlen lassen) wird wohl manchmal im alternden Kopfgefüge zwicken. Vielleicht befeuert es ausgediente, nie erlebte und sehr, sehr alberne Dummjungenträume...


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#3
29.02.2016
13:58:14


(0, 2 Votes)

Von Kenner
Antwort zu Kommentar #2 von Homonklin44


Wem's ernst ist, der angelt sich einen, so lange der noch jung genug ist, um seine Sommersprossen im Gesicht zu haben, und liebt ihn - die Haare läßt der sich gerne wachsen, wenn sein Partner das schätzt.

Zu meckern, es gebe zu wenige echte Rothaarige, löst das Problem nicht. Die es gibt, selbstbewußter und sichtbarer zu machen - das wäre hilfreich. (In der Szene habe ICH noch NIE jemanden gefunden.) Zu wenige - d.h. anteilig von den Übrigen zu viele, und wer denken kann, findet die Gründe dafür.


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#4
03.03.2016
15:21:17


(-1, 1 Vote)

Von Blasimus
Aus Hamburg
Mitglied seit 18.06.2013


Ein furchtbar dilettantischer Film. Das einzig interessante an diesem Film waren die kulturellen Aspekte.
Wie der auf IMDb auf eine 6,3 kommt entzieht sich meine Kenntnis.


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