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  • 27.02.2016, 10:11h           14      Teilen:   |

Chemnitz

Grindr-Date mit Vase erschlagen: Acht Jahre Haft

Artikelbild
Für das Landgericht Chemnitz steht fest: Der Angeklagte hätte das unerfreuliche Date jederzeit abbrechen und die Wohnung verlassen können

Das Landgericht Chemnitz verurteilte einen 21-Jährigen wegen Totschlags an einem 50-jährigen Fußballtrainer.

Richterin Simone Herberger ging noch über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus: Statt zu sieben Jahren verurteilte sie am Freitag den 21-jährigen Miftar I. zu acht Jahren Gefängnis wegen Totschlags. Der Kosovo-Albaner hatte während des Prozesses gestanden, den 50 Jahre alten Rentner bei einem Grindr-Date erschlagen zu haben. Der Tote – ein in den Neunzigerjahren bekannter Jugend- und Co-Trainer des Sachsenliga-Vereins BSC Freiberg – war Mitte Juli auf dem Balkon seiner Wohnung gefunden worden (queer.de berichtete).

Der Angeklagte, der auf der schwulen Dating-App ein Profil unter dem Namen "Albanian Boy" besaß, berief sich vor Gericht auf Notwehr. So sagte er aus, der 50-Jährige habe sich auf Grindr als 25-Jähriger ausgegeben und ihn zu sich eingeladen. Bei der Ankunft sei er dann über das Alter seines Dates überrascht gewesen, aber trotzdem in dessen Wohnung gegangen, da er ältere Personen respektiere. Dort sei der Fußballtrainer zudringlich geworden, habe Pornos gezeigt und ihm aggressiv Avancen gemacht.

Fortsetzung nach Anzeige


Richterin zweifelte an Notwehr-Argumentation

Miftar I. gab weiter an, er sei sogar von seinem Gegenüber mit einem Küchenmesser bedroht worden. Auf dem Balkon sei er weiter bedrängt worden und habe befürchtet, dass der Trainer ihn aus dem dritten Stock werfe. Daraufhin habe er sich in Not gegen den Mann gewehrt – und laut Anklage mit einer Glasvase und einer Bierflasche auf den Trainer eingeschlagen. Anschließend sei er verängstigt weggerannt.

Richterin Simone Herberger hatte starke Zweifel an dieser Darstellung. "Die Gründe des Streits konnte das Gericht nicht aufklären. Es gab ein Gerangel auf dem Balkon. Doch die Schläge waren nicht gerechtfertigt, da der Angeklagte jederzeit gehen konnte", erklärte sie nach Angaben der "Bild"-Zeitung. Das Opfer habe sich erst kurz vor der Tat das rechte Handgelenk gebrochen, hatte etwa dessen Mutter vor Gericht ausgesagt. Zudem konnte Miftar I. nicht erklären, warum er Schubladen in der Wohnung geöffnet und ein Handy und eine Kamera des 50-Jährigen eingesteckt hatte. Er berief sich im Verfahren auf Erinnerungslücken. Mit der gestohlenen Digicam hatte er laut Staatsanwaltschaft nur wenige Stunden nach der Tat Selfies mit seinem Bruder gemacht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben noch die Möglichkeit, in Berufung zu gehen. Ein Gerichtssprecher hatte Anfang des Jahres gegenüber dem MDR erklärt, dass Miftar I., der vor einem Jahr als Asylsuchender nach Deutschland gekommen war, bei einer Verurteilung ausgewiesen werden könne. (cw)

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Tags: grindr, totschlag, chemnitz
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Reaktionen zu "Grindr-Date mit Vase erschlagen: Acht Jahre Haft"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
27.02.2016
11:00:24


(+6, 12 Votes)

Von Petrillo
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Mit acht Jahren für Raubmord ist das "Herzchen" aber noch sehr gut weg gekommen - gut, dass die Richterin sich nicht von dem Gejammer hat blenden lassen.

Bedauerlich, dass der junge Mann nun noch auf Steuerzahlerkosten hier einsitzt - aber aus Albanien würde er wahrscheinlich bald wieder einen Weg zurück finden.


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#2
27.02.2016
11:09:53


(+6, 10 Votes)

Von schwarzerkater
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der mutmaßliche mörder kann sich erinnern, dass ihn das verstorbene opfer sexuell angemacht hätte. dafür weiss er nicht, warum er minuten nach der tat die wohnung nach wertgegenständen durchsucht hat, und das mordopfer auch noch bestohlen hat. 8 jahre, bei guter führung 4 jahre - also da kann sich der typ wirklich nicht beklagen, dass er trotz mord mit 25 jahren ganz neu anfangen darf.


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#3
27.02.2016
13:21:48


(+4, 8 Votes)

Von ehemaligem User wuermchen


"Ein Gerichtssprecher hatte Anfang des Jahres gegenüber dem MDR erklärt, dass Miftar I., der vor einem Jahr als Asylsuchender nach Deutschland gekommen war, bei einer Verurteilung ausgewiesen werden könne."

Na, das will ich aber auch hoffen und Wiedereinreise entsprechend unterbinden.


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#4
27.02.2016
20:30:23


(-9, 13 Votes)

Von TheDad
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Wie schon beim Artikel davor, wieder einmal nur Kommentare der Unzufriedenheit..

Der Eine macht sich Sorgen um die Staatskasse..
Der Andere um eine zu späte Ausweisung..

Zunächst..
Das Urteil ist dem Tatgeschehen nach angemessen in der Höhe, vor allem weil es sich hier einerseits um einen Todschlag, und andererseits um einen zum Tatzeitpunkt noch unter 21-Jährigen handelt..

Und im Gegensatz zur Auffassung des Einen hier erfolgt nicht automatisch eine Entlassung nach der Hälfte der Strafe, also nach bereits 4 Jahren..

Ob man dann einen Menschen der mehr als 5 Jahre in Haft in Deutschland verbracht hat, überhaupt noch abschieben sollte, um die in der Haft begonnene Resozialisierung endgültig zu verhindern, ist eine völlig andere Frage..
Wohin denn ?
In den Kosovo, wo er als Albaner einer Ethnischen Unterdrückung unterliegt ?
Oder gar nach Albanien, weil er ja doch Albaner sei ?
Zumal der junge Mann bis dahin als EU-Bürger ungehindert wieder einreisen könnte, wenn er die Sperrfrist von dann 3 Jahren im Kosovo "abgesessen" hat..


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#5
28.02.2016
11:15:34


(+5, 7 Votes)

Von schwarzerkater
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Antwort zu Kommentar #4 von TheDad


"Wie schon beim Artikel davor, wieder einmal nur Kommentare der Unzufriedenheit." - und wieder mal ein Kommmentar von "thedad" auf die Posts anderer User mit der üblichen Besserwisserei in ALLEN Belangen.
wie die meisten user hier, weiss ich sehr wohl, dass es in deutschland ein jugendstrafrecht gibt. und ob der mutmaßliche Totschläger (bei guter führung) nach 4 oder 5 Jahren frei kommt, das ist und bleibt immer noch recht wenig (einzig meiner persönlichen meinung nach). nämlich dafür, dass er einen anderen Menschen umgebracht hat und das aus niederen Beweggründen: sonst hätte er das opfer anschließend wohl nicht noch ausgeraubt. naturgemäß kann sich der ermordete vor gericht nicht mehr dazu äussern, ob mutmaßliche täter das gericht belügt oder nicht.


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#6
28.02.2016
11:22:42


(+3, 5 Votes)

Von schwarzerkater
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thedad: "Ob man dann einen Menschen der mehr als 5 Jahre in Haft in Deutschland verbracht hat, überhaupt noch abschieben sollte, um die in der Haft begonnene Resozialisierung endgültig zu verhindern, ist eine völlig andere Frage..
Wohin denn ?
In den Kosovo, wo er als Albaner einer Ethnischen Unterdrückung unterliegt ?
Oder gar nach Albanien, weil er ja doch Albaner sei ?
Zumal der junge Mann bis dahin als EU-Bürger ungehindert wieder einreisen könnte, wenn er die Sperrfrist von dann 3 Jahren im Kosovo "abgesessen" hat.."

mir gefällt das sehr gut, wie Kanada die Zuwanderung regelt:
Link zu www.destinationkanada.ca



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#7
28.02.2016
11:38:00


(-6, 6 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #5 von schwarzerkater


""und wieder mal ein Kommmentar von "thedad" auf die Posts anderer User""..

Habe ich einen User direkt angesprochen ?

Wenn der Schuh paßt, Schneewittchen..

""und ob der mutmaßliche Totschläger (bei guter führung) nach 4 oder 5 Jahren frei kommt, das ist und bleibt immer noch recht wenig (einzig meiner persönlichen meinung nach).""..

Der Unterschied zwischen Halb-Strafe und Zwei-Drittel sind 16 Monate und 2 Wochen..
Gehe diese Zeit von 16 Monaten und 2 Wochen in ein Kloster, und finde selbst heraus wie lange das ist..

Erhält ein Straftäter für eine einzelne Tat mehr als 2 Jahre Haft, und sitzt diese 2 Jahre ab, erhält er automatisch 5 Jahre Führungsaufsicht..
Damit entfällt hier die Entlassung auf Bewährung nach der Hälfte der Haftzeit..

Und wie erwähnt ist es durchaus diskutabel, ob man einen Straftäter nach 5 Jahren, 4 Monaten und 2 Wochen Haft in Deutschland dann einfach in ein anderes Land abschieben kann, zumal sich die Bemühungen in der Haft auf Resozialisierung auf eine Wiedereingliederung in die hiesige Gesellschaft beziehen, und nicht in die Albanische oder Kosovarische..

Ein Nachdenken darüber findet aber gar nicht statt, was Kritik notwendig macht..

""dass er einen anderen Menschen umgebracht hat und das aus niederen Beweggründen""..

Das sah das Gericht anders, denn es erfolgte eine Verurteilung wegen Todschlags..
"Niedere Beweggründe" sind ein Mord-Merkmal..
Sie kommen bei Todschlag nicht vor..

""weiss ich sehr wohl, dass es in deutschland ein jugendstrafrecht gibt.""..

Dann solltest du dabei "mit-denken" das Jugend-Haft völlig andere Prioritäten setzt, als Haft für Erwachsene..
Jugend-Haft setzt auf Erziehung und Ausbildung, und dann auf Sozialisation..
Erwachsenen-Haft setzt auf Resozialisierung..


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#8
28.02.2016
11:49:58


(-9, 9 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #6 von schwarzerkater


Wie andere Staaten mit ZUWNDERUNG umgehen, kann keine Antwort darauf sein, wie WIR mit ABWANDERUNGs-Vorstellungen umgehen..

Welche "Idee" steckt hinter der Forderung, Menschen aus der Gesellschaft endgültig zu verstoßen, weil sie Straftaten begangen haben ?

Welches Menschenbild steckt hinter dieser "Idee" ?
Welches Bild von den Menschenrechten ?

Das Bild vom Staat als "Eigentümer" dieses Menschen, der ihn "auf jeden Fall" wieder aufnehmen muss, weil er hier in dieser Gesellschaft "nicht funktioniert" hat ?

WEM gehört dieser Mensch ?
Dem Staat, oder sich selbst ?
Billigen wir diesem Menschen DIE GLEICHEN Rechte zu, die wir in Anspruch nehmen ?

Dann können wir keine Straftäter ausweisen, nur weil sie Straftäter sind..


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#9
28.02.2016
16:49:01


(-2, 8 Votes)

Von wiking77
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das Leben des 21-Jährigen ist doch schon für die nächsten Jahre verpfuscht. Dass er möglicherweise einen Straferlass (2/3) oder bekommt und dann in den Kosova ausgewiesen wirde ist ja obendrein noch Strafe. In der dortigen patriarchalen Gesellschaft kann er froh sein, wenn nicht enttarnt wird, dass er sass, weil er einem homosexuellen Date mit einer Vase den Scheitel zog. Ich hoffe er hat wirklich einen guten Verteidiger, damit er sein Leben bei uns verbringen kann, denn in seiner Heimat wird es ihm allein schon wegen seiner sexuellen Orientierung sehr schlecht gehen.


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#10
28.02.2016
17:23:15


(-6, 6 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #9 von wiking77


Na Prima..

Ein angebliches Mitglied der LGBTTIQ-Community "warnt" einen Straftäter vor den Folgen einer "Enttarnung als Schwuler Grindr-Nutzer" im Abschiebeland Kosovo..

Selbst ein nur mäßig begabter Rechtsanwalt könnte aus dieser Drohkulisse ein Abschiebe-Hindernis basteln..

Mal völlig davon abgesehen daß hier der Bevölkerung des Kosovo "strukturelle Homophobie" unterstellt, und als gegeben vorausgesetzt wird, das LGBTTIQ dort der Diskriminierung anheim fallen..

Das sind Fluchtgründe, und diese begründen ein Bleiberecht nach dem Asylgesetz..


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