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  • 01.03.2016, 13:56h           4      Teilen:   |

Nicht anders als andere Kinder

Studie: Trans-Kinder brauchen Unterstützung der Eltern

Artikelbild
Der Selbstmord der 17-jährigen Transsexuellen Leelah Alcorn erschütterte im vergangenen Jahr die USA. Aktivisten gaben den Eltern eine Mitschuld, weil sie aus religiösen Gründen die Geschlechtsidentität ihres Kindes nicht anerkennen wollten

Trans-Kinder leiden laut einer US-Studie an der Ablehnung durch ihre Umwelt, nicht an ihrer Geschlechtsidentität.

Junge Transpersonen haben genauso wenig psychische Probleme wie Gleichaltrige in Vergleichsgruppen – aber nur, wenn sie von ihren Eltern unterstützt werden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Fachmagazin "Pediatrics" veröffentlicht wurde.

Wissenschaftler der in Seattle ansässigen University of Washington hatten Eltern von 73 Trans-Kindern im Alter von drei bis zwölf Jahren befragt, die die Identität ihrer Kinder anerkennen. Ergebnis: Diese Kinder hatten praktisch nicht mehr Probleme mit Depressionen oder Angstgefühlen als ihre Geschwister oder als eine weitere Vergleichsgruppe von gleichaltrigen Kindern, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt (Cisgender).

Die Ergebnisse widerlegten laut Studienleiterin Kristina Olson die Annahme, dass psychische Probleme unter Trans-Kindern unausweichlich seien oder dass Transsexualität in sich eine Verhaltensstörung oder Krankheit sei. Immerhin ist Transsexualität in der Internationalen Klassifikation von Krankheiten und Gesundheitsproblemen (ICD-10) derzeit noch in der Liste von Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgeführt.

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"Eltern schützen vor psychischen Problemen"

Psychologin Kristina Olson - Quelle: UW
Psychologin Kristina Olson (Bild: UW)

"Man dachte immer, dass Kinder, die sich nicht geschlechtsstereotypisch verhalten, praktisch dazu bestimmt sind, psychische Probleme zu haben", so Olson. "In unserer Studie ist das nicht der Fall". Co-Autorin Katie McLaughlin, die ebenfalls Psychologie an der Hochschule lehrt, ergänzte, dass "die Unterstützung der Familie offenbar diese Kinder von Anfang an vor psychischen Problemen schützt, die so oft in Transpersonen beobachtet wird."

In der Studie mussten die Eltern mehrere Fragebögen ausfüllen, in denen danach gefragt wurde, ob ihr Kind Symptome für Depressionen oder Angstgefühle zeige – etwa, ob es beim Zubettgehen traurig oder ängstlich war.

Den Zahlen zufolge haben Trans-Kinder bei Problemsymptomen einen durchschnittliche Punktzahl von 50,1 erreicht – der nationale Standardwert liegt bei 50. Bei Angstgefühlen war die Rate mit 54,2 leicht erhöht. Für die Forscher war diese leicht erhöhte Zahl keine Überraschung: "Es ist nicht einfach, in den Vereinigten Staaten im Jahr 2016 transgender zu sein", erklärte Olson. "Wenn Gleichaltrige wissen, dass ein Kinder transgender ist, hänseln sie dieses Kind oft. Wenn sie es nicht wissen, hat dieses Kind Angstgefühle."

Die Studie ist Teil des von Olson geführten TransYouth-Projektes, das die Lage von Trans-Kindern landesweit untersuchen will. Die erste Studie des Projektes hatte Anfang 2015 erklärt, dass die Transidentität bereits in jungen Menschen so tief verankert sei wie die Identität von gleichaltrigen Cisgender-Kindern. (dk)

Mehr zum Thema:
» Trauer und Wut nach Selbstmord von 17-jähriger Transsexueller (02.01.15)
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Reaktionen zu "Studie: Trans-Kinder brauchen Unterstützung der Eltern"


 4 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
01.03.2016
14:13:20


(+4, 4 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


"Trans-Kinder werden laut einer US-Studie wegen der Ablehnung durch ihre Umwelt krank gemacht, nicht durch ihre Geschlechtsidentität."

Dass das endlich,endlich mal begriffen und dokumentiert wurde, ist trotz der recht niederen Zahl der Untersuchten einen ganz dicken Dank wert!!

Würde sich ähnlich über das gesamte Queer-Spektrum sicher feststellen lassen, und damit die deterministischen Annahmen und Hohlargumente der christhomophoben und transphoben Religioten und Rechtsköppe in den Staub beißen lassen!

Die Probleme schwuler und lesbischer Kinder liegen ebenso in der Reaktion der Umfelder und der Haltung, dem Handeln des Elternhauses begraben. Darauf verwette ich meinen rosigen Arsch!


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#2
01.03.2016
16:37:06


(+4, 4 Votes)

Von Robin


Eigentlich fühlt man sich ja mit seiner eigenen Identität immer wohl, weil es ein natürlicher Bestandteil von einem ist.

Wenn es da Probleme gibt, ist es immer nur die Umwelt, die einem das Gefühl gibt, minderwertig zu sein.

Umso wichtiger ist mehr Aufklärung und Bildung an Schulen und in den Medien...


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#3
01.03.2016
22:30:02


(+1, 1 Vote)

Von Klare Kante


Es gibt Neuigkeiten zum Antitranspersonengesetz in South Dakota, und zwar wurde nun eine Petition gestartet, die sich mit der transphoben HB (House Bill) 1008 beschäftigt:

Link:
act.hrc.org/ea-action/action?ea.client.id=1954&
;ea.campaign.id=48304&ea.tracking.id=em_adv_na
t_0301_sdgovveto&ea.url.id=553870


Daß viele Unterschriften zusammenkommen, um HB 1008 zu verhindern!


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#4
01.03.2016
23:36:44


(+3, 3 Votes)

Von widerspruch


"Junge Transpersonen haben genauso wenig psychische Probleme wie Gleichaltrige in Vergleichsgruppen aber nur, wenn sie von ihren Eltern unterstützt werden. "

"Eltern schützen vor psychischen Problemen"

Das stimmt so objektiv nicht.

Vielmehr belegt auch diese Studie ja, dass viele Eltern gerade NICHT vor psychischen Problemen schützen, sondern sie wesentlich verursachen.

Und deshalb darf es auch nicht der Gnade der Geburt oder Familienzugehörigkeit überlassen werden, ob Transjugendliche die notwendige Unterstützung und gleichberechtigte Anerkennung erfahren oder nicht.

Einmal mehr zeigt sich, dass die - gesellschaftlich produzierte - Abhängigkeit von den biologischen Erzeugern im Rahmen der bürgerlichen Familie in keiner Weise das "beste" Modell des Aufwachsens von Kindern und jungen Menschen darstellt. Und dass das Kindeswohl auch nicht die Grundlage dieses Modells bzw. ideologisch befestigten Konstruktes ist.


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