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"Like Cattle Towards Glow"

Eine DVD für komplizierte Erektionen


Im schwulen Episoden-Drama "Like Cattle Towards Glow" – inszeniert von Zac Farley nach dem Drehbuch des Kultautors Dennis Cooper ("Frisk", "Dreier") – stürzen sich junge Außenseiter in wilde sexuelle Abenteuer (Bild: Edition Salzgeber)

  • 1. März 2016, 19:43h, noch kein Kommentar

Zehn Gründe, sich Zac Farleys queeres Arthaus-Drama "Like Cattle Towards Glow" bis zum Ende anzusehen.

Von Peter Fuchs

1. Weil der scharfe Beginn die Neugier weckt (welche auch immer): Ein junger Mann mit platinblondem Schopf (Model Nicolas Hau) spielt mit seinem steifen Schwanz. Und weint dabei.

2. Weil es eines der Arthaus-Filmerlebnisse ist, bei dem man sich zum Mitgucker dreht und fragt: "WTF sehen wir uns gerade an?"

3. Weil der Film aus fünf unabhängigen Episoden besteht. Gerät ein Teil mal zu langweilig, kommt schon der nächste. Obwohl der Spaßfaktor hoch ist, öfter mal die Fernbedienung zu checken, ob man nicht versehentlich auf Pause geschaltet hat, weil manche Kameraeinstellungen so unbewegt und lange geraten.


Die Edition Salzgeber hat "Like Cattle Towards Glow" mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlicht

4. Weil die Episode, in der ein junger Mann einen Escort bestellt, um über den Selbstmord eines Freundes hinwegzukommen, sich plötzlich als Meditation über Nekrophilie sehen lässt. Die Spezialität des Escorts ist nämlich "Toter Mann Spielen". Hätte man auch nicht gedacht, so etwas mal anzugucken.

5. Weil der Film mit FSK 18 keine Jugendfreigabe hat, explizite Szenen nicht ausblendet und manche Schauspieler so unbeteiligt sprechen, als würden sie in einem Porno mitspielen. Fun Fact: Autor Dennis Cooper ("Frisk", "Dreier") plante eigentlich einen Porno, kam in der Entwicklungsphase des Films jedoch davon ab. Er wolle auch nicht, sagte er dem amerikanischen Magazin "Vice", dass man beim Gucken eine Erektion bekomme, höchstens eine "complicated erection". Über Letzteres lässt sich auch gut nachdenken.

6. Weil in einer Episode der Sänger eines Konzerts die Traumata seiner Kindheit in das Mikro weint, dabei die sexuelle Attacke zweier Besucher erdulden muss und auch mit einem Schwanz im Mund noch weitersingt. Wirkt zwar perfomance-artig, bleibt aber verstörend.

7. Weil man mit dem Mitgucker heftig argumentieren kann, ob der Film cool ist und in intensiven Bildern sexuelle Erfahrungen an den Rändern auslotet oder sich selbstverliebt in banalen Attitüden erschöpft.

8. Weil man vorher noch nicht wusste, dass sich Rimmen und Philosophieren über Schönheit und Tod leicht kombinieren lässt, wenn der dabei passive Stricher-Junkie in flagranti bemerkt: "Money is not my problem, beauty is".

9. Weil blonde Skaterboys bestraft werden, wenn sie in winterlichen Wäldern in fremde Zelte gucken, in denen Pärchen in Monstermasken chillen. Die Skater dürfen sich nicht wundern, wenn sie kurz darauf nackt im Kunstschnee liegen und gezwungen werden, sich einen runterzuholen, und alles auch noch blutig endet.

10. Weil überraschenderweise Maren Kroymann im Abspann als Co-Produzentin des Films angeführt ist.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
Infos zur DVD

Like Cattle Towards Glow. Drama. Frankreich 2015. Regie: Zac Farley (nach einem Drehbuch von Dennis Cooper). Darsteller: Nicolas Hau, Gabriel Norman, E.D. Yang, Joris Monnier, Pierre-Luc Baron-Moreau. Laufzeit: 93 Minuten. Sprache: englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 18. Edition Salzgeber.
Galerie:
Like Cattle Towards Glow
10 Bilder