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Nicht nur in Deutschland sind viele Seen im Sommer beliebte Treffpunkte von homo- und bisexuellen Männern: Szene aus dem französischen Film "Der Fremde am See"

Der Surf- und Segelclub Niedernberg 1980 wollte eine Halbinsel am Silbersee als Schutzmaßnahme gegen homosexuelle Cruiser und FKK-Fans roden.

Der Naturschutz rettete ein schwules Cruising-Paradies in Unterfranken: Gerade noch rechtzeitig sagte Niedernbergs Bürgermeister Jürgen Reinhard (CSU) nach einem Bericht der Zeitung "Main-Echo" eine umstrittene Fällaktion am Silbersee aus Gründen des Umweltschutzes ab. Der Surf- und Segelclub Niedernberg 1980 e.V. hatte seine Mitglieder zuvor dazu aufgerufen, am 27. Februar mit Äxten und Motorsägen ein bei homo- und bisexuellen Männern sowie bei FKK-Fans beliebtes Areal komplett zu lichten.

In dem mittlerweile gelöschten Beitrag auf seiner Homepage soll sich der Verein unter anderem über "unsittliche Handlungen vor Kinderaugen" beschwert haben, so das "Main-Echo". In den Sommermonaten würden sich täglich Hunderte Menschen auf der Halbinsel treffen und dafür sogar aus dem Ruhrgebiet anreisen. Um dies künftig zu verhindern, wollte der Surf- und Segelclub Niedernberg das Gebiet nicht nur roden, sondern auch Angler zum Wache halten einteilen.

Der Polizei lagen keine Beschwerden vor

Natürschützer hatten sich allerdings beim CSU-Bürgermeister beschwert, der daraufhin die Notbremse zog. "Die Aktion zur Lichtung und Aufräumarbeiten am 27.02. auf der anderen Halbinsel findet leider nicht statt", schrieb der Verein am 24. Februar auf seiner Homepage.

Mit ihm als Bürgermeister seien vorab nur "ganz normale Pflegemaßnahmen" abgestimmt gewesen, beschwerte sich Reinhard gegenüber der Lokalzeitung. Auf der Halbinsel, zu der man "nur mit Machete" vordringen könne, sollte Bäume und Büsche lediglich etwas zurückgeschnitten werden. Auch die Polizei hielt die geplante Rodungsaktion für übertrieben: Laut "Main-Echo" liegen ihr keine konkreten Beschwerden über öffentlichen Sex am Silbersee vor.

In schwulen Onlineforen ist der Niedernberger Silbersee als Cruising-Treffpunkt bekannt. Dort gebe es "tolle Möglichkeiten, in die Büsche zu verschwinden", schreibt etwa ein User auf gay-szene.net. "Hatte dort schon ein tolles Erlebnis." (cw)



#1 thysonrexProfil
  • 02.03.2016, 08:34h Köln

  • Ich finde ganz großartig, dass der Main-Echo in einer Box unter dem eigentlichen Artikel seine Leser, und damit auch die Seegler, ganz dezent daran erinnert, dass der Paragraf 175 abgeschafft ist.
    Großartig! Besser hätte man dem Verein nicht seine Bigotterie ins Gesicht klatschen können!
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#2 Homonklin44Profil
  • 02.03.2016, 08:51hTauroa Point
  • Wundert mich als Surfer eigentlich nicht sehr.

    Ich erlebe die Wassersportszene als latent homophob mit relativ vielen auch wenig FKK-Begeisterten, warum das so ist, keine Ahnung. Meine besten Freunde sind auch Surfer, Wellenreiter und Kiter, aber es ist eine in sich abgeschlossene Welt.
    Dass die Blagen niemand beim Rumpoppen behelligen sollen, versteht man ja noch, aber was müssen die auf diese Halbinsel drauf?
    Am Clubgelände ist bestimmt genug Spielplatz und Planschezone. Einige Eltern denken streng überzogen,vielleicht.

    Surfer sind ansonsten nicht so hochgeschlossen,aber beim Homo-Thema ähnlich, wie viele Raggae-Leute drauf.

    Erfreulich, dass da einem CSU-Menschen der Naturschutz mehr bedeutet, als die Cruisermeile. Der wäre ja parteilich prädestiniert gewesen, sich aufzuspielen. Unverhofft kommt oft, oder wie war das?
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#3 FinnAnonym
  • 02.03.2016, 09:56h
  • Wir brauchen endlich zweierlei:

    Ein richtiges Anti-Diskriminierungsgesetz und mehr Bildung und Aufklärung in Schulen und Medien.
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#4 sanscapote
  • 02.03.2016, 11:36h
  • Macht man dort beim Poppen durch Heten einen ebengleichen Aufwand? Sicherlich befinden sich im Surfclub einige Schrankschwestern....
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#5 TheDudeAnonym
#6 audi5000Profil
  • 02.03.2016, 14:43hlindau
  • hier am bodensee haben sie das aber mal durchgezogen. auf dem rheindamm in hard gab´s auch nen inoffiziellen fkk da haben sie dann auch den ganzen damm gerodet das da ganz sicher keiner mehr hin geht. zum gück gibt es aber noch genug möglichkeiten zum fkk
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#7 Homonklin44Profil
  • 02.03.2016, 19:39hTauroa Point
  • Antwort auf #5 von TheDude
  • Das muss so ein ähnliches Phänomen wie im Fußball oder Hiphop sein, wo unter Surfern ja diese Polarisierung auf Supermännlichkeit hier und das Strandnixen-Ideal bei den Surfergirls dort stark übertrieben wird.

    Zum Glück gibt es gaysurfers.net.

    Da gibt's auch eine Doku :

    outinthelineup.com/

    Gibt auch einen Artikel irgendwo auf queer.de dazu.

    Manche erzählen da unter Anderem über mögliche Gründe.
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#8 JadugharProfil
  • 03.03.2016, 01:12hHamburg
  • Antwort auf #6 von audi5000
  • In dem ach so toleranten Hamburg wurde das am Boberger See auch gemacht, obwohl es ein Naturschutzgebiet ist. Da wurde nahezu ein ganzer Wald abgeholzt und alle Büsche entfernt. Auf der anderen Seite gibt es da am Boberg Bereiche, die darf man aus Naturschutzgründen nicht betreten, noch dürfen da Kräuter gesammelt, als auch Bäume beschädigt werden! Irgendwie ist das alles sehr widersprüchlich. Wenn Schwule da sind, dann hat noch nicht einmal der Naturschutz eine Chance. Dann werden rigoros alle Bäume gefällt und Büsche beseitigt, um Schwule zu vertreiben. Auch im Hamburger Stadpark gab es solche Kahlschläge wo Homosexuelle sich aufhalten und zwar genau nur an diesen Orten!
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#9 audi5000Profil
  • 03.03.2016, 17:45hlindau
  • zu #8: da gibt´s hier schom auch noch einige fälle wo schwule regelrecht verfolgt werden. in nem fkk gebiet zwischen österreich und der schweiz gingen zöllner sogar mit hunden auf streife das sich da auch ja keine schwulen mehr treffen. nackte frauen und heteropaare wurden aber sicher tolleriert. jetzt geht es wohl wieder aber ich war seit dem nicht mehr da. aber das mit dem naturschutz aushebeln gibt´s hier schon auch
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