Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 03.03.2016, 12:05h           175      Teilen:   |

Kommentar

Der Fall Volker Beck: Ein Super-Gau für die LGBT-Bewegung

Artikelbild
Ende einer Karriere: Der grüne Bundestagsabgeordnette Volker Beck ist am Mittwoch von seinen Fraktionsämtern zurückgetreten (Bild: Angelilka Kohlmeier)

Mit dem Besitz harter Drogen hat der schwule Grünen-Politiker Volker Beck nicht nur sich selbst demontiert.

Von Micha Schulze

Die Reaktionen waren vorhersehbar. Kaum wurde der Grünen-Politiker Volker Beck dabei erwischt, wie er mit vermutlich 0,6 Gramm Crystal Meth eine Dealerwohnung am Berliner Nollendorfplatz verließ, hagelte es schadenfrohe Häme von Rechts und pflichtbewusste Solidarität von Links. Doch viele in der Community sind einfach nur fassungslos.

Natürlich muss ein Politiker kein Engel sein, natürlich handelt es sich um eine vergleichsweise sehr geringe Menge, die bei Beck entdeckt wurde, und natürlich geht unsere Gesellschaft insgesamt ziemlich verlogen mit Rauschmitteln um. Doch "liberale Drogenpolitik" hin oder her – der Besitz von "Tina" ist in Deutschland aus guten Gründen eine Straftat, und nicht einmal die Grünen wollen das ändern. Volker Becks Rücktritt von seinen Fraktionsämtern ist deshalb konsequent.

Spekulationen über die Gründe des nächtlichen Besuchs am Nollendorfplatz sind überflüssig. Es ist völlig egal, ob Volker Beck nun wegen seines stressigen Jobs zu harten Drogen greift, ob er gar abhängig ist oder einfach nur mehr Spaß im Bett haben wollte. Als prominenter Bundestagsabgeordneter, als inoffizieller Sprecher der deutschen LGBT-Bewegung hätte er der Versuchung widerstehen müssen. Dass er sich das Zeug dann auch noch persönlich besorgt, ist an Dummheit nicht zu überbieten.

Fortsetzung nach Anzeige


Unsere Gegner werden den Drogenkauf über Jahre ausschlachten

Volker Beck hat nicht nur eine Verantwortung für sich selbst, sondern auch für die Menschen, für die er sich in den vergangenen Jahrzehnten herausragend eingesetzt hat. Diese Verantwortung ist Teil seines Mandats. Becks mutmaßlicher Kauf einer der gefährlichsten Drogen überhaupt ist deshalb ein harter Schlag nicht nur für die Grünen kurz vor drei wichtigen Landtagswahlen, sondern auch ein Super-Gau für die LGBT-Bewegung. Weil er zum einen auf alle Lesben und Schwulen zurückfällt und von unseren stärker werdenden Gegnern die kommenden Jahre immer wieder ausgeschlachtet werden wird. Zum anderen, weil sie nun ihren wichtigsten Fürsprecher im Deutschen Bundestag verliert.

Der Grüne Volker Beck war ein Unikat. Keine andere Partei in Deutschland, weder die Linke noch FDP oder SPD, hat einen so engagierten, unnachgiebigen und glaubwürdigen Kämpfer für LGBT-Rechte hervorgebracht. Die Ökopartei hatte Beck aufgrund seiner unbestrittenen Verdienste und seines großen politischen Talents sogar verziehen, dass er seine pädofreundlichen Positionen der Achzigerjahre später zu verschleiern suchte. Doch nach dem dummen Drogenkauf bleibt ihm nun wirklich nur noch die Hinterbank. Was für ein tragisches politisches Ende für den Mann, ohne den es die Eingetragene Lebenspartnerschaft vermutlich nicht geben würde!

Die Ökopartei muss sich nun schnellstens Gedanken machen, wen sie als das neue Gesicht – oder besser: die neuen Gesichter – einer grünen Queer-Politik aufbauen will. Es ist höchste Zeit für einen Generationenwechsel!

Mehr zum Thema:
» Von Häme bis Unterstützung: Die Reaktionen auf den Fall Beck (03.03.2016)
» Volker Beck mit Drogen erwischt: Von allen Ämtern zurückgetreten (02.03.2016)
» Weitere Reaktionen in unserer Presseschau
Extra-Umfrage: Ist Volker Becks Rücktritt von allen Fraktionsämtern richtig? (Ergebnis)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 175 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 451             9     
Service: | pdf | mailen
Tags: volker beck, crystal meth, drügen, grüne, rücktritt
Schwerpunkte:
 Volker Beck
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Der Fall Volker Beck: Ein Super-Gau für die LGBT-Bewegung"


 175 User-Kommentare
« zurück  12345...1718  vor »

Die ersten:   
#1
03.03.2016
12:15:00


(+5, 13 Votes)

Von ist wahr


"Die Reaktionen waren vorhersehbar."

Auch die des obigen Artikels.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
03.03.2016
12:22:46


(+14, 16 Votes)

Von ikngftt


Nur weil ein schwules Individuum Drogen gekauft hat, heißt das nicht dass viele oder alle anderen Schwulen dies auch tun.

Wird ein heterosexuelles Individuum beim Drogenkauf erwischt, so bedeutet das ja auch nicht, dass viele oder alle anderen Heterosexuellen dies tun.

Wenn Homo-Hasser nun versuchen dies auszuschlachten, so ist das ein weiteres Armutszeugnis für die Homo-Hasser.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
03.03.2016
12:27:58


(+7, 15 Votes)

Von goddamn liberal


"Weil er zum einen auf alle Lesben und Schwulen zurückfällt und von unseren stärker werdenden Gegnern die kommenden Jahre immer wieder ausgeschlachtet werden wird."

Jetzt mal ganz ruhig.

Wir leben im Jahr 2016 und es gibt auf dieser Welt nicht nur das deutsche Elend mitsamt seinem Mief.

Es gibt auch einen Rechtstandard der westlich-demokratischen Welt, der natürlich weiter ist als der im Land des rosa Winkels.

Es ist gibt dort auch eine bürgerrechtliche Bewegung, die traditionell mutiger ist als die deutsche Leisetreterei, die nicht pragmatisch, sondern konformistisch ist.

An der muss man sich orientieren.

Und nicht im eigenen Saft schmoren.

Und vor Schloßgeistern wie von Storch und von Beverfoerde eben nicht in Angststarre verfallen!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
03.03.2016
12:30:50
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Username


"Grüner mit Hitler Droge erwischt"...titelt die Bild.
Sind sich die Journalisten dort für nichts zu schade?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
03.03.2016
12:43:42


(+10, 16 Votes)

Von Erschreckend
Antwort zu Kommentar #2 von ikngftt


wie hier einfach die Denkmuster der Homo-Hasser übernommen werden.

Wie du richtig sagst: Auch Schwule sind jeweils eigenständige Individuen und haben ein Recht darauf, als solche behandelt zu werden.

Das Fehlverhalten eines einzelnen Schwulen in einem einzelnen Punkt löst keine irgendwie geartete Kollektivschuld aller Schwulen aus.

Es sei denn, es sollen gezielt Feindbilder konstruiert werden, was die rechten Netzwerke in Politik und Medien bekanntlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit tun.

So schnell kann es gehen: Nach der Angst vorm "schwarzen", ähm, "nordafrikanisch/ararbischen Mann" jetzt mal wieder der verantwortunglose, drogenkonsumierende Schwule auf der BLÖD-Titelseite? Wo bleiben die ARD-/ZDF-"Brennpunkte" und -Sondersendungen? Sind Kinder und Jugendliche gefährdet? Welche neuen Überwachungsmaßnahmen sind zu ergreifen?

Es gibt KEINE Rechtfertigung für Homophobie, ebenso wenig wie für Rassismus - und entsprechende homophobe/rassistische Kategorisierungen von Menschen!

Und was hat eine Drogenabhängigkeit (!) - und als eben solche wäre der hier disuktierte Fall, sollte er sich tatsächlich so zugetragen haben, zu behandeln - mit den politischen Verdiensten oder mit der Frage eines politischen Programmes zu tun?

Es sind durchsichtige rechte, reaktionäre und homophobe Kampagnen, die hieraus nun irgendeine Bedeutung für Landtagswahlen erst selbst herbeireden und -führen, indem sie genau so "berichten" bzw. Stimmung machen, wie sie es tun.

Dass nicht wenige Leute auf solche Kampagnen hereinfallen, steht auf einem anderen Blatt - aber Meinungsmacher der LGBT-Community dürfen ihnen nicht einfach folgen oder sich ihren Narrativen und ihrem Agenda Setting unterordnen und anbiedern, sondern müssen ihre Absurdität und ihre Absichten entlarven.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
03.03.2016
12:45:34


(-2, 22 Votes)

Von RWTH


Volker Beck hat nicht nur seine eigene Karriere ruiniert und sein Lebenswerk zerstört, sondern er hat auch den Grünen und der LGBTI-Politik in Deutschland massiv geschadet. Wie schon im Kommentar steht: das werden die Gegner noch jahrelang ausschlachten und als angebliche Folgen eines "LGBTI-Lifestyles" ausschlachten.

Ansonsten stimme ich dem Kommentar zu:
bei Cannabis-basierten Rauschmitteln (Hasch, Marihuana) wäre das eine andere Dimension gewesen. Aber Crystal Meth ist eine der gefährlichsten Drogen überhaupt, die schnell abhängig macht und massivste psychische und körperliche Schäden zur Folge hat. Da ist selbst der Besitz kleinster Mengen kein Kavaliersdelikt - zu Recht.

Seine Verdienste bleiben bestehen, aber umgekehrt hat er uns auch massiv geschadet.

Es ist jetzt Aufgabe der Grünen, sehr schnell den Bereich LGBTI-Politik neu aufzustellen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
03.03.2016
12:48:01


(+5, 11 Votes)

Von TheMum
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Ein Super-Gau für die LGBT-Bewegung"

Du übertreibst! SELBSTVERSTÄNDLICH werden unsere Gegner das ausschlachten, aber Beck ist eben nur EIN schwuler Mann. Immer mehr und mehr Menschen in diesem Lande kennen offen lebende LGBT-Menschen und wissen, dass wir genau wie alle anderen auch, einfach unterschiedliche Individuen sind. Wenn unsere Gegner das jetzt nach dem Motto "Seht! So sind die Schwulen! Alles promiskuse Drogenabhängige!" ausschlachten, machen die sich nur erneut selbst lächerlich. Es gibt nicht mehr oder weniger Homohasser in diesem Lande als noch vor ein paar Jahren, der Unterschied ist lediglich, dass sich heutzutage auch die dümmsten der Dummen trauen, ihre scheißbraunen Fressen aufzumachen. Ist man nicht gewohnt hierzulande, aber da heißt es dann eben ganz nach westlicher Manier (auch was neues für die meisten Deutschen) selber das Maul aufzumachen und dagegen Stellung zu beziehen. Notfalls mit verbaler Gewalt und gleichzeitig auf absolute und unveräußerliche Redefreiheit pochen, scheißegal was die radikalen Linken oder Rechten (beide auch in diesem Forum anzutreffen) dazu sagen!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
03.03.2016
12:53:42


(+4, 16 Votes)

Von ffhjj


Wenn ich queer.de wäre, würde ich diesen Artikel löschen, denn der Artikel ist gefährlicher als das, was geschehen ist.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
03.03.2016
13:04:45


(+12, 12 Votes)

Von unfassbar


menschen machen fehler. das gilt sogar für politisch aktive menschen. wobei der umgang mit drogen in dieser gesellschaft sowieso grundsätzlich zu hinterfragen ist. nur weil rechte hetzer das nun ausschlachten, muss man nicht gleich vor jedem furz, den die von sich geben, kriechen und einen etwaigen privaten drogenkonsum zur staatsaffäre aufbauschen. die identifikation mit dem aggressor tritt auch hier bei so manchem allzu bereitwillig und zu 100% obrigkeitstreuen schwulen - oder solchen, die andere in dieser untertänigkeit halten wollen - leider immer wieder sehr dominant hervor.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
03.03.2016
13:05:31


(0, 8 Votes)

Von tobias
Aus bremerhaven (Bremen)
Mitglied seit 25.03.2012


schade...
aber vlt. können wir ja auf ein come-back hoffen.
sein bundestagsmandat sollte er auf keinen fall abgeben!!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...1718  vor »


 MEINUNG - STANDPUNKT

Top-Links (Werbung)

 MEINUNG



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Paragraf 175: Schwule Senioren kritisieren Union LGBTI-Akzeptanz: Höcke kündigt Kampf gegen "perversen Zeitgeist" an Seit genau einem Jahr: Regierung ignoriert Vorstoß des Bundesrats zur Ehe für alle 72 Prozent der LGBT-Wähler für Hillary Clinton
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt